Mit 18 Jahren ist plötzlich alles anders – Langzeitstudie der Uni Siegen über die Entwicklung von Pflegekindern

Posted on Juni 21, 2017. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

logoWissenschaftler der Universität Siegen haben in einer deutschlandweit einmaligen Langzeitstudie erforscht, wie sich Pflegekinder nach der Volljährigkeit entwickeln. Sie fordern, dass sich die Strukturen der Jugendhilfe ändern müssen.

Der 18. Geburtstag – ein Tag, an dem sich für viele Pflegekinder alles ändert. Die offiziellen Jugendhilfemaßnahmen enden meistens, die Jugendhilfe bietet keine Beratung oder Unterstützung mehr an, weder für Pflegekinder, noch für Pflegefamilien. Die Jugendlichen müssen Geld verdienen, sich versichern, die richtige Ausbildung oder das richtige Studium finden. Viele sind auf sich allein gestellt. Wie meistern die jungen Erwachsenen diese turbulente Zeit? Wie geht es ihnen Jahre später? Und sind die starren Strukturen der Jugendhilfe wirklich sinnvoll? Das erforschen Dr. Daniela Reimer und ihre KollegInnen von der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen im Rahmen einer Langzeitstudie.

In Deutschland ist diese Studie einmalig. Das Besondere: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen selbst zu Wort und werden mit zeitlichem Abstand wiederholt befragt. Reimer und ihr Team führten zunächst 100 biografische Interviews, in denen es um die gesamte Lebensgeschichte der Betroffenen ging. „Jedes Interview hat viele Stunden in Anspruch genommen und war sehr intensiv“, berichtet Reimer. Nach vier bis acht Jahren hat das Team 15 der Interviewten erneut befragt, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben. „Ich finde es erstaunlich, dass in Deutschland vor uns niemand im Rahmen einer Langzeitstudie nachgeforscht hat, was aus den Pflegekindern geworden ist. Die Gesellschaft steckt in das System so viel Zeit, Geld und Arbeit. Da sollten wir doch erfahren, ob das richtig eingesetzt ist und was man wie verbessern kann“, findet Reimer.

Jugendhilfe muss sich an Lebenswirklichkeit anpassen

Ein deutliches Ergebnis ihrer Studie: Die Strukturen der Jugendhilfe sind veraltet. Heutzutage lebten die meisten jungen Erwachsenen bis Anfang oder Mitte 20 bei ihrer Familie. „Wenn sich die Lebenswirklichkeit ändert, müssen sich auch die Strukturen der Jugendhilfe anpassen“, sagt Reimer. Sie und ihr Forscherteam fordern deshalb, Ansprechpartner für die erwachsenen Pflegekinder aber auch die Pflegeeltern zu stellen. Auch sollte es die Möglichkeit geben, in die Pflegefamilie zurückzukehren und Unterstützung von der Jugendhilfe zu bekommen, wenn die Pflegekinder merken, dass es alleine doch nicht funktioniert. Reimer: „Die Übergänge müssen flexibler gestaltet sein und sich an die Bedürfnisse anpassen.“

Für junge Erwachsene in leiblichen Familien sei es in den meisten Fällen eine Selbstverständlichkeit, dass die eigenen Eltern zum Geburtstag gratulieren und man sich an Weihnachten sehe. „Solche Selbstverständlichkeiten gibt es bei Pflegefamilien oft nicht.“ Wo feiere ich Weihnachten? Kann ich zu Besuch kommen, auch wenn ich nicht eingeladen bin? Oder wurde ich nicht eingeladen, weil meine Pflegeeltern es als selbstverständlich ansehen, dass ich vorbeikomme? „Die jungen Erwachsenen müssen Regeln selbst erfinden, und die Beziehungen zu den leiblichen Eltern, den Verwandten und den Pflegeeltern ausloten“, erklärt Reimer.

Pflegekinder lösen sich oft von schwierigen Startbedingungen

Die Zeit zwischen 18 und 30 Jahren sei eine besonders turbulente. Junge Erwachsene müssten ihre Werte ausloten und sich fragen, an wem sie sich orientieren wollen, und von wem sie sich gegebenenfalls abgrenzen möchten. In dieser ohnehin schweren Zeit sollen die jungen Erwachsenen auch noch wichtige Entscheidungen treffen, zum Beispiel bei der Familienplanung oder der Berufswahl. Oft verlaufe der Start ins Arbeitsleben holpriger als bei jungen Erwachsenen, die bessere Startbedingungen und leibliche Eltern als Stütze haben. „Einige der Interviewten haben ein paar Anläufe gebraucht, um wirklich zufrieden mit ihrer Wahl zu sein. Manche haben zum Beispiel mit Mitte 20 nochmal ein Studium begonnen, weil sie mit ihrem Ausbildungsberuf nicht zufrieden waren“, sagt Reimer.

Häufig seien diese schwierigen Phasen der Suche nach Orientierung aber zeitlich begrenzt. „Wir sehen ganz klar, dass es vielen Pflegekindern gelingt, sich von ihren schwierigen Startbedingungen zu lösen, und ein erfolgreicheres und zufriedeneres Leben zu führen als ihre leiblichen Eltern“, bekräftigt Reimer. Dies verdankten die Pflegekinder auch der guten Beziehung zur Pflegefamilie sowie der Unterstützung und Förderung, die sie in diesem Rahmen erlebt haben. Viele hätten außerdem als Erwachsene eine gute Beziehung zu ihren ehemaligen Pflegeeltern. Die zentrale Bedeutung der Pflegefamilien für die gute Entwicklung unterstreiche, dass Pflegeeltern eine wichtige Ressource für die Kinder und für unsere Gesellschaft darstellen.

Die Forschungsgruppe Pflegekinder hat die Studie zur Entwicklung von Pflegekindern kürzlich auf einer Tagung im Bundesfamilienministerium vorgestellt. Finanziert wurde die gesamte Studie von der privaten EmMi Luebeskind-Stiftung. Der Plan ist, in einigen Jahren die 15 Pflegekinder erneut zu befragen, um ihre Entwicklung weiter zu dokumentieren und daraus Schlüsse für die Praxis zu ziehen.

Kontakt:
Dr. Daniela Reimer
0271 740-4167
daniela.reimer@uni-siegen.de

Quelle: Pressemitteilung der Universität Siegen vom 20.06.2017

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Stellungnahme des Kompetenzzentrum Pflegekinder zum Regierungsentwurf für das „Kinder- und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG)

Posted on Juni 2, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Das Kompetenzzentrum Pflegekinder ist eine bundesweit agierende Institution, bei der die Pflegekinder und ihre beiden Familien im Mittelpunkt stehen. Wir verstehen uns als Fachdienst für die Pflegekinderhilfe und unterstützen Pflegekinderdienste von Jugendämtern und freien Trägern bei der Entwicklung von Konzepten, bei der Organisation von Fortbildungen für Fachkräfte und bei der Durchführung von Evaluationen in diesem Bereich. Insgesamt arbeiten wir gemeinsam mit unterschiedlichen Organisationen und Institutionen an der Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe. Entsprechend besteht das Team aus Praktikerinnen und Praktikern, sowie Juristinnen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Pflegekinderhilfe ausgewiesen sind (nähere Informationen unter www.kompetenzzentrum-pflegekinder.de).

Die Stellungnahme des Kompetenzzentrum Pflegekinder zum aktuellen Regierungsentwurf kann sich nur auf die Teile beziehen, die die Pflegekinderhilfe betreffen, da damit das grundlegende Arbeitsfeld des Zentrums angesprochen ist.

Das Kompetenzzentrum Pflegekinder – als in der Praxis tätige Institution – begrüßt ausdrücklich die im Regierungsentwurf niedergelegten Regelungen zur Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe.

Auch wenn an einzelnen Regelungen noch Detailkritik geübt werden kann und Korrekturen vorzunehmen sind, so ist doch erkennbar, dass mit den neuen Regelungen eine Verbesserung der Bedingungen für Pflegekinder, Pflegefamilien und die leiblichen Eltern verbunden ist.

Die neuen Regelungen balancieren das Verhältnis von Pflegeltern und leiblichen Eltern besser aus, indem die Beratung und Unterstützung für alle Beteiligten gestärkt wird (§§ 37 und 37a SGB VIII-E). Die leiblichen Eltern geraten damit stärker in den Blick als bislang und werden damit der Rolle gerecht, die sie weiterhin für das Leben der Pflegekinder besitzen. Erstmalig erhalten Eltern unabhängig von der Personensorge-berechtigung einen eigenen Rechtsanspruch, was vom Kompetenzzentrum Pflegekinder ausdrücklich befürwortet wird.

Es werden auch die Rechte der Kinder und Jugendlichen gestärkt, die nun einen uneingeschränkten individuellen Beratungsanspruch erhalten und sich darüber hinaus mit ihren Anliegen an eine einzurich-tende Ombudsstelle (leider nur als Kann-Leistung) wenden können (§§ 8 Abs. 3 und 9a SGB VIII-E).

Wird die Unterbringung eines Kindes außerhalb der eigenen Familie erforderlich, ist es Aufgabe der Sozialen Dienste, gemeinsam mit den Beteiligten die Perspektiven der Hilfe zu klären. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der dokumentiert werden muss. So verstanden begrüßt das Kompetenzzentrum Pflegekinder die Vorgaben zur Perspektivklärung im Rahmen der Hilfeplanung (§ 36a SGB VIII-E).

Um denjenigen Pflegekindern, die ihren neuen Lebensmittelpunkt in einer Pflegefamilie gefunden haben, Sicherheit zu geben, soll möglich werden, dass – unter der Voraussetzung, dass eine Verbesserung der Erziehungsverhältnisse in der leiblichen Familie trotz entsprechender Beratung und Unterstützung in einem vertretbaren Zeitrahmen nicht erreicht werden kann -, eine Verbleibensanordnung auch für einen längerfristigen Zeitraum ausgesprochen werden kann.

Wichtig ist, dass diese Anordnung wieder aufgehoben werden kann, unter der Voraussetzung, dass die leiblichen Eltern ihr Kind wieder selbst erziehen können und eine Rückkehr dem Kindeswohl nicht widerspricht. Beides dient dem Bedürfnis des Kindes nach kontinuierlichen und stabilen Lebens-verhältnissen (§ 1632 Abs. 4, § 1696 Abs. 3, § 1697a Abs. 2 BGB-E).

Mit Blick auf die Careleaver aus der stationären Jugendhilfe, aber auch etwa Pflegekinder mit Behinderungen, für die leider noch keine inklusive Lösung erreicht werden konnte, wird eine rechtzeitige Zusammenarbeit beim Zuständigkeitsübergang auf andere Sozialleistungsträger rechtlich geregelt. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass Unterstützungslücken und finanzielle Engpässe vermieden werden (§ 36b SGB VIII-E).

Begrüßt werden außerdem die Reduzierung des Kostenbeitrags für junge Menschen (§ 94 Abs. 6 SGB VIII-E) und die Regelung der Leistungsvereinbarungen mit freien Trägern in der Pflegekinderhilfe (§ 78 Abs. 2 SGB VIII-E).

Am 23.05.2017 wurde von den Fachausschüssen des Bundesrates empfohlen, in § 41 SGB VIII das Wort „soll“ durch das Wort „kann“ zu ersetzen. Es ist in der Fachwelt unbestritten, dass junge Erwachsene, die auf Grund ihrer individuellen Situation noch Hilfe für die Entwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit benötigen, diese auch bekommen müssen. Es ist daher unbedingt notwendig, den § 41 SGB VIII zu stärken und eine längerfristige Nachbetreuung zur Festigung der Lebenssituation der jungen Menschen vorzusehen – und nicht die aktuelle „Soll-Leistung“ auf eine „Kann-Leistung“ herunter-zustufen. Die Ausgestaltung der Hilfe für junge Volljährige als Kann-Leistung wird vom Kompetenz-zentrum Pflegekinder aus fachlichen Gründen vehement abgelehnt.

Ebenso werden vom Kompetenzzentrum Pflegekinder mit Leistungseinschränkungen verbundene Sonderregelungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge abgelehnt.
Es kann festgehalten werden, dass das KJSG in der Fassung des Regierungsentwurfs nach kleineren Korrekturen eine gute Ausgangslage für die fachliche Debatte und Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe bietet und mit Blick auf die Pflegekinderhilfe eine deutliche Verbesserung der Situation der Kinder, der Pflegeeltern und insbesondere der leiblichen Eltern bedeutet.

Quelle: Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. vom 01.06.2017

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„Hilfen für junge Volljährige durchsetzen!“ am 12.07. in Berlin

Posted on Juni 1, 2017. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

logoAm Mittwoch, den 12.07.2017 von 9-15 Uhr veranstaltet der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) eine Fortbildung zum Thema: „Hilfen für junge Volljährige durchsetzen! § 41 SGB VIII – Haben über 18-jährige noch einen Anspruch auf Jugendhilfe? Stationäre Hilfen – § 41 SGB VIII – oder § 67 SGB XII?

Rechtsanwalt Benjamin Raabe wird anhand von Fallbeispielen auf die rechtlichen Grundlagen für die Hilfen für junge Volljährige in der Jugendhilfe eingehen.
Haben über 18-Jährige noch einen Anspruch auf Jugendhilfe? Welche individuellen Rechtsansprüche gibt es? Was sind Kriterien zur Beurteilung von Persönlichkeitsentwicklung bzw. Bedarf? Wann ist das Jugendamt zuständig und wann das Jobcenter oder das Sozialamt? Wann werden ambulante und stationäre Hilfen SGB VIII und wann Eingliederungshilfe gewährt?.

nähere Informationen

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DV-Gutachten zu den Voraussetzungen der Gewährung von Hilfe für junge Volljährige gem. § 41 SGB VIII in Form der weiteren Unterstützung durch die Pflegepersonen

Posted on Mai 9, 2017. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

logoDer Deutsche Verein äußert sich in seinem Gutachten vom 04.04.2017 zu den Voraussetzungen der Gewährung von Hilfe für junge Volljährige gem. § 41 SGB VIII in Form der weiteren Unterstützung durch die Pflegepersonen:

  1. Nach § 41 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII soll einem jungen Volljährigen Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenständigen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. Als Hilfeleistung kommt insbesondere auch eine weitere Unterstützung durch die Pflegepersonen in Betracht, bei denen der junge Mensch bereits bis zur Volljährigkeit gelebt hat.
  2. Dass der junge Mensch eine gute Schulbildung hat, spricht nicht gegen eine Hilfegewährung. Im Gegenteil kann die Hilfe in Form der weiteren Unterstützung durch die Pflegepersonen erforderlich sein, um den jungen Menschen beim Erreichen seiner weiteren Ausbildungsziele – etwa der Aufnahme eines Studiums – zu unterstützen, solange Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine eigenständige Lebensführung ihn nach seinem aktuellen Entwicklungsstand überfordern würde.

Quelle: Deutscher Verein vom 04.04.2017

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Deutscher Verein: „Soziale Ausgrenzung von jungen Erwachsenen verhindern“

Posted on April 9, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Geschätzt 640.000 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren befinden sich in Deutschland weder in Schule, Ausbildung oder in Beschäftigung. Ihnen droht eine dauerhafte Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Um soziale Ausgrenzung zu verhindern fordert der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. mehr individuelle und verlässliche Unterstützung und eine bessere Zusammenarbeit von Verwaltungen und freien Träger.

Berlin – In seinen kürzlich verabschiedeten Empfehlungen setzt sich der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. für eine engere Zusammenarbeit von Jobcentern und Agenturen für Arbeit, Jugendämtern, Sozialämtern und freien Trägern ein.

„Die Jobcenter und Agenturen für Arbeit haben eine Schlüsselfunktion, um auch junge Menschen in schwierigen Lebenslagen einen Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Zuweilen fehlen ihnen aber passgenaue Hilfeinstrumente. Wenn Überschuldung, Wohnungsnot, familiäre Konflikte oder Suchtprobleme drohen, müssen Jugendämter und Sozialämter mit ins Boot genommen werden und weitergehende Hilfen anbieten. Das bedarf aber einer engmaschigen Kooperation “, so Johannes Fuchs, Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Der Deutsche Verein empfiehlt den Verwaltungen und freien Trägern in den Kommunen, verbindliche Unterstützungsnetzwerke zu bilden, die für die jungen Menschen offen sind. Junge Menschen orientierten sich bei ihrer Suche nach Hilfe weniger an behördlichen oder rechtlichen Zuständigkeiten. Wichtiger seien persönliches Vertrauen, Erreichbarkeit und die Aussicht auf rasche Unterstützung. Wo immer ein junger Erwachsener vorspricht oder ein entsprechender Notfall bekannt wird, solle Unterstützung angeboten werden.

„Reicht das nicht aus, sollte der junge Mensch zu dem Dienst persönlich begleitet werden, der die passende Hilfe anbietet. Wichtig ist es, individuelle Lösungen gemeinsam mit dem jungen Menschen zu erarbeiten und ihm eine Ansprechperson zur Seite zu stellen“, so Johannes Fuchs. Um Verschiebebahnhöfe zwischen Einrichtungen und Diensten zu verhindern, empfiehlt der Deutsche Verein, die Netzwerke in den Jugendberufsagenturen zu verankern, die derzeit von der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen aufgebaut werden.

Die Empfehlungen sind abrufbar unter https://www.deutscher-verein.de/de/empfehlungenstellungnahmen-2017-empfehlungen-des-deutschen-vereins-zur-hilfe-fuer-junge-erwachsene-in-besonderen-problemlagen-2638,1091,1000.html

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Vollständige Pressemitteilung vom 27.03.2017 [PDF, 160 KB]

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DV: Soziale Ausgrenzung von jungen Erwachsenen verhindern

Posted on März 28, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Geschätzt 640.000 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren befinden sich in Deutschland weder in Schule, Ausbildung oder in Beschäftigung. Ihnen droht eine dauerhafte Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Um soziale Ausgrenzung zu verhindern fordert der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. mehr individuelle und verlässliche Unterstützung und eine bessere Zusammenarbeit von Verwaltungen und freien Träger.

Berlin – In seinen kürzlich verabschiedeten Empfehlungen setzt sich der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. für eine engere Zusammenarbeit von Jobcentern und Agenturen für Arbeit, Jugendämtern, Sozialämtern und freien Trägern ein.

„Die Jobcenter und Agenturen für Arbeit haben eine Schlüsselfunktion, um auch junge Menschen in schwierigen Lebenslagen einen Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Zuweilen fehlen ihnen aber passgenaue Hilfeinstrumente. Wenn Überschuldung, Wohnungsnot, familiäre Konflikte oder Suchtprobleme drohen, müssen Jugendämter und Sozialämter mit ins Boot genommen werden und weitergehende Hilfen anbieten. Das bedarf aber einer engmaschigen Kooperation “, so Johannes Fuchs, Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Der Deutsche Verein empfiehlt den Verwaltungen und freien Trägern in den Kommunen, verbindliche Unterstützungsnetzwerke zu bilden, die für die jungen Menschen offen sind. Junge Menschen orientierten sich bei ihrer Suche nach Hilfe weniger an behördlichen oder rechtlichen Zuständigkeiten. Wichtiger seien persönliches Vertrauen, Erreichbarkeit und die Aussicht auf rasche Unterstützung. Wo immer ein junger Erwachsener vorspricht oder ein entsprechender Notfall bekannt wird, solle Unterstützung angeboten werden.

„Reicht das nicht aus, sollte der junge Mensch zu dem Dienst persönlich begleitet werden, der die passende Hilfe anbietet. Wichtig ist es, individuelle Lösungen gemeinsam mit dem jungen Menschen zu erarbeiten und ihm eine Ansprechperson zur Seite zu stellen“, so Johannes Fuchs. Um Verschiebebahnhöfe zwischen Einrichtungen und Diensten zu verhindern, empfiehlt der Deutsche Verein, die Netzwerke in den Jugendberufsagenturen zu verankern, die derzeit von der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen aufgebaut werden.

zu den vollständigen Empfehlungen

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Besuchen Sie den Runden Tisch der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände beim Jugendhilfetag!

Posted on Februar 12, 2017. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

logologo_16djhtDer Runde Tisch der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände wird auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf in Halle 3 an Stand A45 über seine Arbeit informieren.

Der Beitrag des Runden Tisches zum Fachkongress ist der Workshop „Pflegefamilien – eine Chance für Kinder“ (Veranstaltung 4695) am 29.03. von 11.30–12.30 Uhr in Raum 02 (EG).

Hintergrund:
Initiiert vom PFAD Bundesverband treffen sich seit Juni 2012 Vertreterinnen und Vertreter der vier bundesweit agierenden Organisationen

  • Agenda Pflegefamilien
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien e.V.
  • Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. und
  • PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V.

als Runder Tisch der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände.

logo_rt_2016Dieses Gremium wird als gemeinsames Sprachrohr genutzt, um sich auf politischer und fachlicher Ebene mit der geballten Kraft der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände bundesweit für die Belange der Pflege- und Adoptivkinder und ihrer Familien einzusetzen.

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BumF: Jugendhilfe zweiter Klasse: Einigung zu Kosteneinsparungen bei jungen Flüchtlingen auf dem Weg

Posted on Oktober 13, 2016. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Mit einer Pressemitteilung vom 13.10.2016 reagierte der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) auf Informationen der CSU-Landesgruppe, wonach sich Bund und Länder auf eine zusätzliche Länderkompetenz verständigt haben, um Kosten bei der Betreuung und Versorgung von Kindern und jungen Menschen, insbesondere jungen Flüchtlingen, einzusparen:

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) beobachtet mit großer Besorgnis, dass zunehmend Kostenerwägungen über das Kindeswohl sowie das Recht von jungen Menschen auf Förderung ihrer Entwicklung und auf Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gestellt werden und warnt vor einer Zwei-Klassen-Jugendhilfe.

„Eine an den Bedürfnissen der jungen Menschen orientierte Jugendhilfe ist der Grundstein für eine gelingende Integration“, erklärt Nerea González Méndez de Vigo vom BumF. „Statt kurzfristig Kosten zu sparen, müssen langfristige Perspektiven geschaffen werden.“

Bei der Pressekonferenz zum Treffen des Koalitionsausschusses am 6. Oktober erklärt die Vorsitzende der CSU Landesgruppe Gerda Hasselfeldt, man habe sich aus Kostengründen darauf geeinigt, dass die Länder eine zusätzliche Kompetenz erhalten sollen, um über Inhalt und Umfang der Leistungen der Kinder – und Jugendhilfe in ihrem Bundesland zu bestimmen. Dies soll insbesondere bei Leistungen an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie an junge Volljährige gelten. Damit wird der Weg für die seit langem von einigen Bundesländern geforderte Gesetzesänderung zum sog. Ländervorbehalt geöffnet. Kernziel ist laut CSU-Landesgruppe die Kompetenz der Länder, die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für umF an die jeweilige Kassenlage anzugleichen. Die Folge wären je nach Land und Haushalt unterschiedliche Jugendhilfestandards. Der Verteilungszufall würde dann über Schutz, bedarfsgerechte Unterstützung und Zukunftsperspektiven entscheiden.

Auch die Hilfe für junge Volljährige soll, nach den Aussagen von Hasselfeldt, nach dem 18. Lebensjahr nur noch in begründeten Einzelfällen gewährt werden. Das bedeutet einen erheblichen Einschnitt in die aktuelle Rechtslage, nach der ein Anspruch auf Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr besteht und widerspricht den real bestehenden Bedarfen der jungen Menschen im Übergang von Schule zu Beruf und in die Selbstständigkeit, da vielfach ein weiterer Unterstützungsbedarf besteht. Bereits jetzt kommt es viel zu häufig zu abrupten Hilfebeendigungen, die die Erfolge von Schule und Jugendhilfe gefährden und nicht selten zu einer (Re)traumatisierung folgen.

Mit einer Kampagne, die bereits mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet haben, fordert der BumF daher zusammen mit Jugendliche ohne Grenzen, eine starke Jugendhilfe, die sowohl den Fachkräften als auch den jungen Menschen zu Gute kommt – statt Kosteneinsparungen an der falschen Stelle: https://weact.campact.de/petitions/keine-einschrankung-der-jugendhilfe-zukunftsperspektiven-fur-gefluchtete-jugendliche

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„Junge Erwachsene in der Jugendhilfe“ am 08.12. in Düsseldorf

Posted on Oktober 6, 2016. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 08.12. führt das Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf die Fachtagung „Junge Erwachsene in der Jugendhilfe“ durch. Anmeldungen sind bis zum 15.11. möglich.

Mit 18 Jahren sind junge Menschen volljährig. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie damit ihre Lebensgestaltung eigenständig in die Hand nehmen können. Oftmals wirken problematische Lebensverläufe nach oder entwickeln sich neu. Biographische Brüche sind nicht steuerbar. Unterstützung ist notwendig.

In diesem Rahmen führt das Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf anlässlich seines 60. Geburtstags diese Fachtagung durch mit dem Ziel, die Lebenssituation junger Menschen zwischen 18 und 27 Jahren zu beleuchten, die rechtlichen Grundlagen von Unterstützungsleistungen zu umreißen, die Realität von Angeboten der Jugendhilfe darzulegen und im gemeinsamen Gespräch von Wissenschaft und Praxis gute Ideen zu entwickeln.

Einladung und Programm
Anmeldeformular

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BRJ: Stellungnahme zur Arbeitsfassung eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Stand: 23.8.2016)

Posted on September 28, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Mit der ins Auge gefassten gesetzlichen Reform des SGB VIII werden für den Referentenentwurf des BMFSFJ neben der erstmaligen prominenten Anerkennung der Ombudschaft und der „Inklusiven Lösung“ auch Veränderungen bei den Hilfen für junge Volljährige (§ 41 SGB VIII), der Jugendsozialarbeit/Jugendberufshilfe (§ 13 SGB VIII) und ein neues Übergangsmanagement vorgeschlagen.

Aus dem Arbeitszusammenhang des Projekts „Zuständig bleiben. Ombudschaft für junge Menschen in schwierigen Übergängen” des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. heraus beschreibt und bewertet die Stellungnahme die geplanten Veränderungen, die sich insbesondere für die Altersgruppe der jungen Menschen um und nach der Volljährigkeitsschwelle ergeben würden.

zur BRJ-Stellungnahme vom 27.09.2016

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Careleaver‐Positionen zur SGB‐VIII‐Reform

Posted on September 21, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das Careleaver Kompetenznetz hat zur geplanten SGB-VIII-Reform gemeinsam mit Careleavern im Rahmen von Netzwerktreffen ein Positionspapier erarbeitet. Als Diskussionsgrundlage dienten der Entwurfstext vom 23.08.16, die Begründung, sowie einige der zahlreichen Stellungnahmen. Auf Grund der Fülle und Komplexität des Materials konzentrieren sie sich auf die für Careleaver relevantesten Aspekte und Fragen.

zum Positionspapier Careleaver‐Positionen zur SGB‐VIII‐Reform

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PFAD 3/2016: „Pflege- und Adoptivkinder werden erwachsen: gestern – heute – morgen“

Posted on August 15, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Die Sommerausgabe des Jubiläumsjahrgangs der PFAD Fachzeitschrift gibt Einblick in das Thema „Pflege- und Adoptivkinder werden erwachsen: gestern – heute – morgen„. Darüber hinaus bietet das Heft wieder Informationen zu aktuellen Entwicklungen, Neuigkeiten aus der Arbeit des PFAD Verbandes, Rezensionen und Leseranfragen.

Einige Inhalte:

  • Margit Huber: … das hört nicht mit 18 auf, das geht einfach weiter …“ Pflegeeltern bleiben der Fixpunkt im Leben ihrer Kinder
  • Irmela Wiemann: Wenn Pflege- und Adoptivkinder erwachsen werden
  • Severine Thomas: Junge Menschen vertreten ihre Rechte im Übergang aus stationären Erziehungshilfen – Hearing mit Care Leavern im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Peter Hoffmann: Rechtsansprüche volljährig werdender Pflegekinder

nähere Informationen zur PFAD Fachzeitschrift

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Careleaver: Positionspapier und Handlungsempfehlungen für Jugendhilfeträger

Posted on Juni 22, 2016. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das Careleaver Kompetenznetz hat gemeinsam mit Careleavern und Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes LV Berlin e.V. und des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. Handlungsempfehlungen für freie und öffentliche Jugendhilfeträger erarbeitet.

Mit den Handlungsempfehlungen verfolgen sie das Ziel, die Übergänge aus der Jugendhilfe (in Einrichtungen und Pflegefamilien sowie ambulanten Hilfen) in ein eigenständiges Leben für die jungen Menschen zu verbessern. Die Empfehlungen basieren auf den Erfahrungen und Verbesserungsvorschlägen von Careleavern, und außerdem auf der Expertise von Fachkräften, die am „Übergang in die Verselbstständigung“ arbeiten.

Erreicht werden soll die Verbesserung der Übergänge u.a. durch eine verstärkte Zusammenarbeit aller am Übergang Beteiligter, außerdem durch die Sensibilisierung von Fachkräften und Pflegeeltern für die großen Herausforderungen, die Careleaver im Übergang zu bewältigen haben.

Sie möchten in diesem Zusammenhang auch auf das Positionspapier Unterstützung für Careleaver hinweisen, das der Paritätische Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V. und das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. am 20.06.2016 gemeinsam veröffentlicht haben und an dem das Careleaver Kompetenznetz in beratender Funktion beteiligt war.

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Careleaver Hearing beim BMFSFJ

Posted on Mai 14, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Am 12.05.2016 gestalteten 15 Careleaver mit Hilfe der Universität Hildesheim und der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen ein Hearing beim Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. An der Veranstaltung nahmen Politikerinnen und Poltiker sowie in verschiedenen Stiftungen und Fachverbänden organisierte Fachkräfte teil.

Unter den vier Punkten Erziehungshilfe als Lebensort, Recht auf Bildung, Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit und Recht auf finanzielle Sicherheit machten die Careleaver auf ihre Situation aufmerksam und forderten eine Verbesserung mit der Überarbeitung des Kinder- und Jugendhilferechts.

Quelle: Careleaver e. V. vom 14.05.2016

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Was kommt nach der Heimerziehung? Care Leaver sprechen im BMFSFJ

Posted on Mai 12, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Eine Forschergruppe der Uni Hildesheim geht der Frage nach, was aus Jugendlichen wird, die im Heim, in der Pflegefamilie und in betreuten Wohngruppen aufwachsen und diese Erziehungshilfen verlassen. In dieser Woche sprechen Care Leaver im Bundesministerium (BMFSFJ) über ihre Rechte auf Bildung. Sie müssen früher erwachsen werden als ihre Altersgenossen. Junge Menschen in Deutschland ziehen mit etwa 24 Jahren in einen eigenen Haushalt. Care Leaver schon mit 18. Sie erleben diese Situation als ungerecht. Gerade die Unterstützung im jungen Erwachsenenalter, die andere junge Menschen von ihren Familien erfahren, ist grundlegend, um eine Ausbildung zu machen oder Schulabschlüsse zu erreichen.

Sie haben fast alle erlebt, was in Deutschland für Jugendliche, die in der Heimerziehung oder in Pflegefamilien aufwachsen, Normalität ist. Wenn sie 18 werden, drängen viele Jugendämter darauf, dass die Hilfe unwiderruflich beendet wird. Am Donnerstag, 12. Mai 2016, sprechen 20 Care Leaver, also junge Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend in stationären Hilfen zur Erziehung gelebt haben, im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erstmals selbst über ihre Lebenssituationen, Rechte und Zukunftsvorstellungen.

Während für ihre Altersgenossen der achtzehnte Geburtstag ein großer Tag ist, an dem sie ihre Volljährigkeit feiern, bedeutet dieser Tag für Jugendliche in der Heimerziehung oder in Pflegefamilien häufig, zukünftig allein zurecht zu kommen. Sie müssen in eine eigene Wohnung ziehen und zukünftig den Schulalltag, die berufliche Ausbildung und die alltäglichen Fragen von Versicherungen bis Krankheiten allein managen. Zwar sieht das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) auch Hilfen für junge Volljährige (§ 41) vor, doch der Mehrheit der jungen Menschen werden diese Hilfen nicht gewährt.

Care Leaver in Deutschland müssen früher erwachsen werden als ihre Altersgenossen. Junge Menschen in Deutschland ziehen gegenwärtig im Durchschnitt erst mit etwa 24 Jahren in einen eigenen Haushalt und aus dem Elternhaus aus. Care Leaver mit 18. Sie erleben diese Situation als ungerecht, da gerade die Unterstützung im jungen Erwachsenenalter, die andere junge Menschen von ihren Familien erfahren, grundlegend ist, um eine berufliche Ausbildung zu machen oder Schulabschlüsse zu erreichen bzw. nachzuholen.

Dabei ist sich die Jugendforschung einig, dass sich die Jugendphase verändert hat: junge Menschen beginnen später eine Ausbildung und besuchen länger die Schule. Doch für Care Leaver werden diese Veränderungen im jungen Erwachsenenalter nicht anerkannt.

„Der 18. Geburtstag darf kein Angstdatum für Care Leaver sein“, sagt Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin. „Mit unserer Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes stärken wir Care Leaver auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. So können sie in ihre Einrichtung oder Pflegefamilie zurückkehren, wenn bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit nicht gleich alles auf Anhieb klappt.“

Care Leaver haben in den vergangenen Jahren in Deutschland immer wieder auf ihre mitunter prekäre Lebenssituation aufmerksam gemacht und inzwischen eine Selbstorganisation (Careleaver e.V.) gegründet. Die Diskussion im Bundesministerium ist ein weiterer Schritt, dass ihre Lebenslage sowie ihre Rechte als junge Erwachsene anerkannt werden. Sie diskutieren mit Bundestagsabgeordneten, Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums und der Kinder- und Jugendhilfe sowie von Fachverbänden. Begrüßt werden sie durch die Staatssekretärin des Ministeriums Caren Marks.

Die Veranstaltung am Donnerstag, 12. Mai 2016, wird mitorganisiert durch die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH) und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, die in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke ein Projekt: „Care Leaver haben Rechte“ durchgeführt haben.

Care Leaver: Erwachsen werden ohne Eltern / Forschung in Hildesheim:
Dass Jugendliche nicht in der Herkunftsfamilie leben, ist selten ein Thema auf dem Campus. Viele junge Menschen die im Heim, in der Pflegefamilie und Wohngruppe aufwachsen, erhalten kaum Unterstützung beim Übergang in das Erwachsenenleben, Hilfen enden abrupt. Das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik baut mit Studierenden ein Netzwerk auf und erforscht die Bildungsbiografien der jungen Leute.

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Universität Hildesheim vom 12.05.2016

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„Hilfe für junge Volljährige gem. § 41 SGB VIII“ am 15.06. in Potsdam

Posted on Mai 11, 2016. Filed under: Brandenburg, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Rechtsanwalt Benjamin Raabe wird am 15.06. in Potsdam für die BOJE Beratungs- und Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe Brandenburg e.V. eine Fortbildung zum Thema „Hilfe für junge Volljährige gem. § 41 SGB VIII“ halten.

nähere Informationen

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Jugendhilfe für junge Volljährige – Einblicke in die Praxis

Posted on April 26, 2016. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: |

Dr. Nicole Rosenbauer und Ulli Schiller vom Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe (BRJ) geben in einem Artikel in der Reihe „jugendsozialarbeit aktuell“ Einblicke in die Praxis der Jugendhilfe für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII im Dreieck von Bedarf, Hilfegewährung und Schwierigkeiten der Durchsetzung.

zum Artikel

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Vorlesung “Abbrüche von Fremdpflegeverhältnissen” am 09.03. an der HAWK Holzminden

Posted on Februar 9, 2016. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Niedersachsen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie veranstaltet 2016 wieder eine Ringvorlesung zum Themenbereich “Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege”. Die öffentlichen Veranstaltungen der Ringvorlesung sollen Studierende und Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Jugendämtern, von freien Trägern der Kinder– und Jugendhilfe und – nicht zuletzt – Pflegeeltern unter dem Oberthema „Vollzeitpflege“ zusammenführen. Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben.

Am 09. März 2016 referieren an der HAWK Holzminden:

  • Dr. Eric van Santen (DJI):
    Abbrüche von Fremdpflegeverhältnissen
  • Carolin Ehlke (Universität Hildesheim):
    Übergänge von Jugendlichen aus der HzE ins Erwachsenenleben

Informationsflyer

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„Hilfen nach §§ 30, 34, 35 und 41 SGB VIII: zwischen Bedarf und Problemen der Durchsetzung“ am 02.03. in Berlin

Posted on Februar 3, 2016. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

An 02.03. veranstaltet der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. in Berlin eine Fortbildung zum Thema „Hilfen nach §§ 30, 34, 35 und 41 SGB VIII: zwischen Bedarf und Problemen der Durchsetzung“ mt Rechtsanwalt Benjamin Raabe.

Es gibt immer wieder Versuche, aus einer stationären eine ambulante Jugendhilfe zu machen und Jugendliche an das Jobcenter zu verweisen, das dann Miete und Hilfe zum Lebensunterhalt übernehmen soll. Wir wollen in dieser Fortbildung anhand von Fallbeispielen den Erziehungsbedarf (§§ 27 ff.) und den Bedarf junger Volljähriger auf Jugendhilfe erörtern, die Unterschiede zwischen den Hilfen nach §§ 30, 34 und 35 SGB VIII herausarbeiten sowie die Zuständigkeiten der Jobcenter und der Jugendämter feststellen.

Die Fortbildung richtet sich an interessierte Fachkräfte, die Wissen über Rechtsansprüche und Verfahrensregeln in der Jugendhilfe erwerben, auffrischen oder vertiefen möchten.

Eine Anmeldung ist bis zum 25.02. möglich.

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„Junge Volljährige suchen (Aus)Wege! Von Prachtstraßen, Sackgassen und Wendepunkten“ am 15.01. in Hamburg

Posted on November 30, 2015. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die Situation von jungen Volljährigen und Jugendlichen zum Ende der Jugendhilfe ist das Thema der Fachtagung „Junge Volljährige suchen (Aus)Wege! Von Prachtstraßen, Sackgassen und Wendepunkten“, die am 15.01.2016 in Hamburg stattfindet und vom AFET und sme-Jugendhilfezentrum (stadtteilbezogene milieunahe Erziehungshilfen e.V.) veranstaltet wird.

Mit Bezugnahme auf die Debatten des 14. Kinder- und Jugendberichts werden Antworten auf ausgewählte Fragestellungen zu dem Themenkomplex gesucht. Diskutiert werden soll unter anderem, wie sich die Situation von jungen Volljährigen in der Kinder- und Jugendhilfe und insbesondere in der Erziehungshilfepraxis ausgestaltet, welcher pädagogische, fachliche und politische Nachhol- oder Handlungsbedarf in der Erziehungshilfe besteht, welche Verselbständigungskonzepte praxisnah zu realisieren sind, welche neuen Konzepte benötigt werden und welche Rolle dabei die öffentlichen Träger haben.

Neben theoretischen Inputs und Vorträgen werden in Fachforen zu den Themen Verselbständigungskonzepte, Junge Flüchtlinge, Eingliederungshilfe, psychische Erkrankungen und berufliche Übergänge bestehende Erfahrungen und Konzepte vorgestellt und diskutiert.

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Bericht zur Fachtagung: „Von Care-Leavern lernen“

Posted on Oktober 20, 2015. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Unter der Überschrift „25 is the new 18 – Nur nicht in der Jugendhilfe?“ fasst Julia Mückusch-Radwer in Landesjugendamt info – Ausgabe Oktober 2015 (Seite 25) die Inhalte der Fachtagung „Von Care Leavern lernen. Übergänge junger Menschen aus stationären Erziehungshilfen“ zusammen.

Eine Forderung der Veranstaltung war u.a., den jungen Menschen vor Ort tragfähige Netzwerke aufzubauen, die einen zeitlich individuell passenden und sanfteren Übergang von der Jugendhilfe in anschließende soziale Unterstützungssysteme ermöglichen.

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Bayern: Mehr als 70 000 junge Menschen waren Ende 2014 auf Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe angewiesen

Posted on Oktober 1, 2015. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Auch 2014 wurden in Bayern wieder eine Vielzahl von Hilfen im Rahmen des Sozialgesetzbuches SGB – Achtes Buch (VIII) – Kinder- und Jugendhilfe als Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen und als Hilfen für junge Volljährige gewährt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren Erziehungsberatungen nach § 28 SGB VIII auch 2014 die häufigste Hilfeart.

Für 67 727 junge Menschen (+0,5 Prozent gegenüber 2013) wurden im Jahr 2014 Hilfen nach dem SGB VIII begonnen, für 65 178 (-1,8 Prozent) wurden Hilfen 2014 beendet und für 70 551 junge Menschen (+3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) dauerten die Hilfen über den Jahreswechsel an.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, erhielten von den 70 551 jungen Menschen, deren Hilfen über den Jahreswechsel andauerten, 20 477 Hilfe im Rahmen einer Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII. Dabei fand bei 8 711 jungen Menschen die Beratung gemeinsam mit den Eltern statt, in 9 498 Fällen vorrangig mit den Eltern oder einem Elternteil und in 2 268 Fällen vorrangig mit den jungen Menschen. Betroffen waren 11 013 Buben bzw. junge Männer (54 Prozent) und 9 464 Mädchen bzw. junge Frauen (46 Prozent).

13 729 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhielten Hilfen im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe nach § 31 SGB VIII. Verglichen mit dem Vorjahr (14 060) war hier ein Rückgang von gut zwei Prozent festzustellen. Von den Hilfeempfängern waren 7 280 (53 Prozent) männlich und 6 449 (47 Prozent) weiblich.

10 643 seelisch behinderte junge Menschen erhielten Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII. Hier war gegenüber dem Vorjahr (10 136) eine Zunahme von fünf Prozent festzustellen. Von diesen Hilfen erfolgten 7 850 ambulant/teilstationär, 2 704 in einer Einrichtungen und 89 bei einer Pflegeperson. 7 403 der betroffenen jungen Menschen waren männlich (70 Prozent) und 3 240 (30 Prozent) weiblich.

7 941 junge Menschen wurden in Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII betreut, von diesen waren 4 076 Buben bzw. junge Männer und 3 865 Mädchen beziehungsweise junge Frauen. Gegenüber dem Jahresende 2013 mit 7 659 jungen Menschen war hier eine Zunahme von fast vier Prozent zu verzeichnen.

Über alle Hilfearten hinweg waren 40 840 (58 Prozent) und somit klar mehr Buben beziehungsweise junge Männer auf Hilfen und Beratungen angewiesen gegenüber 29 711 Mädchen beziehungsweise junge Frauen (42 Prozent).

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik vom 01.10.2015

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„Wenn Pflegekinder volljährig werden“ am 19.09. in Vögelsen

Posted on August 12, 2015. Filed under: Fortbildung, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Der Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Niedersachsen lädt am 19.09. zu einer Fortbildung mit Referentin Henrike Hopp zum Thema „Wenn Pflegekinder volljährig werden“ nach Vögelsen ein.

Anmeldeschluss ist der 12.09.

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Beitrag “Zuhause auf Zeit – Wenn Kinder in Pflegefamilien leben” online

Posted on Juli 25, 2015. Filed under: Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Die Radio-Sendung “Zuhause auf Zeit – Wenn Kinder in Pflegefamilien leben” des Deutschlandsfunks vom 24.07.2015 ist online nachhörbar. Eine Teilnehmerin der Expertenrunde war die stellvertretende Vorsitzende des PFAD Bundesverbandes, Angela Rupp.

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Studie: Mehr als 20.000 vom System „entkoppelte“ Jugendliche

Posted on Juli 22, 2015. Filed under: Erziehungsstellen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , |

Die meisten Jugendlichen können den Übergang ins Erwachsenenalter nutzen, um ihren Bildungsweg einzuschlagen und Freiwilligendienste oder Praktika einzulegen, während jedoch eine Gruppe von ihnen scheitert: die sogenannten „entkoppelten Jugendlichen“. Sie drohen sowohl aus dem Bildungssystem und der Erwerbsarbeit, als auch aus allen Hilfestrukturen herauszufallen. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern Schätzungen zufolge inzwischen bereits um mehr als 20.000 junge Menschen, die nach Wahrnehmung der Fachkräfte aus dem Jugendbereich unter zunehmenden seelischen und psychosozialen Störungen leiden. Dies ergab eine heute veröffentlichte Studie des Deutschen Jugendinstituts im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland.

„Niemandem kann gleichgültig sein, dass so viele Jugendliche in einer so schwierigen Lage sind, und wir hoffen die Studie hilft der Bundesregierung bei der Verbesserung der Jugendhilfe, die sie sich ja für diese Legislaturperiode vorgenommen hat“, so Stiftungsgeschäftsführer Dr. Mark Speich. Die Studie zeigt, an welchen Punkten des Lebensverlaufs der Jugendlichen die Weichen oft falsch gestellt werden und wie die Jugendhilfe dort verstärkt werden sollte. Die damit verbundenen Kosten wären auch gesamt-gesellschaftlich gesehen eine gute Investition, denn laut der Studie zeigen bereits früher durchgeführte wissenschaftliche Berechnungen: Für jeden im Rahmen der Jugendhilfe ausgegebenen Euro werden im weiteren Lebensverlauf das Dreifache an Mitteln entweder an staatlichen Ausgaben eingespart oder durch Steuer- und Wertschöpfung Einnahmen zusätzlich erzielt.

Früherkennung von Risikolagen muss verbessert werden
Zu den in der Studie vorgeschlagenen Maßnahmen, zählt unter anderem eine noch bessere Früherkennung von Risikolagen. Schließlich kommen viele der betroffenen Jugendlichen aus stark belasteten Familien, in denen sie emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung und Gewalt erlebt haben, wovon die Jugendhilfe erst zu spät erfahren hat. Um dem vorzubeugen, sollten beispielsweise Lehrer in ihrer Aus- und Fortbildung noch stärker hierfür sensibilisiert werden, und an allen Schulen sollte es eine angemessene Schulsozialarbeit geben sowie einen direkten Ansprechpartner beim Jugendamt für problematische Fälle.

Unbürokratischere und effektivere Hilfestrukturen nötig
Wenn die Jugendlichen einmal in den staatlichen Hilfestrukturen sind, sollten diese so unbürokratisch und effektiv wie möglich gestaltet werden. Bisher arbeiten die zuständigen Behörden in der Regel nach ihren standardisierten Vorgaben, die jedoch den besonders brüchigen Lebensläufen und komplexen Problemlagen der „entkoppelten Jugendlichen“ nicht gerecht werden (können). Deshalb sollten für diese Jugendlichen künftig alle Angebote gebündelt werden, so dass sie nicht mit zu vielen Ansprechpartnern und Antragsverfahren konfrontiert, sondern aus einer Hand betreut werden, wobei auch Sozial- und Berufspädagogen ebenso wie Psychologen für sie bereitstehen sollten. Diese Angebote sollten besonders niedrigschwellig sein sowie eine individuelleren Beratung und Begleitung der Jugendlichen vorsehen – etwa in Form von Übergangslotsen, um ihren Weg in die Selbständigkeit vorzubereiten.

Jugendliche brauchen oft Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus
Ein besonderes Problem zeigt sich schließlich, wenn die Jugendlichen volljährig werden. Viele von ihnen wachsen in der Obhut der Jugendhilfe – beispielsweise in einem Heim – auf und werden mit Beginn ihres 18. Lebensjahres in die formalrechtliche Selbständigkeit und somit auch in eine eigene Wohnung entlassen, die vom Jobcenter finanziert wird. Aus Sicht der Jugendlichen ist dies zwar zunächst verlockend, aber häufig zeigt sich, dass sie einfach noch nicht die persönliche Reife haben, um mit dieser neuen Freiheit zurechtzukommen. Sie geraten dann oft in finanzielle Schwierigkeiten, Alkohol- und Drogenprobleme und driften ab in die „falschen Kreise“. Dies blockiert auch eine erfolgversprechende Schul- und Berufsausbildung der Jugendlichen sowie ihre gesamte weitere Entwicklung. Mit anderen Worten: Ausgerechnet die jungen Menschen, die eine besonders schwere Kindheit und Jugend hinter sich haben, werden ausgerechnet in einer Lebensphase, in der sie für negative Einflüsse besonders anfällig sind, aus dem Jugendhilfesystem herausgedrängt und den neuen Anforderungen von „Erwachsenenwelt“, Bildung und Arbeitsmarkt ausgesetzt. Deshalb ist hier die Gefahr des Scheiterns besonders groß. Besser wäre es also, diesen jungen Menschen – durch eine längere sozialpädagogische Begleitung und Betreuung – die nötige Stabilität zu bieten, um sich gesund zu entwickeln und sich auf ihren schulischen und beruflichen Werdegang zu konzentrieren. „Laut deutschem Kinder- und Jugendhilfegesetz ist dies bereits heute möglich, wird aber in der Praxis zu selten angewandt, weil dies von den Kommunen finanziert werden muss, die ja unter hohem Kostendruck stehen. Deshalb muss dringend bei der anstehenden Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen sichergestellt werden, dass die Städte und Gemeinden hierfür künftig das nötige Geld bekommen“, so Markus Seidel von der Kinderhilfsorganisation Off Road Kids.

Aus Sicht des DStGB müssen dabei folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es sollte eine Anlaufstelle für alle jungen Menschen an einem Ort geben, an dem die Unterstützungsstrukturen aus allen Rechtskreisen gebündelt zusammenlaufen.
  • In ländlichen Regionen müssen geeignete Alternativen angeboten werden, zum Beispiel virtuelle Konferenzen, gemeinsame Sprechstunden an Schulen, Info-Busse oder Fahrdienste.
  • Im Rahmen der Maßnahmen sollten Kooperationen zwischen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, Unternehmen und Hochschulen, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und systematisch in der Berufs- und Studienorientierung unterstützen, angeregt werden. Die Schulen sind zwingend in die gemeinsame Arbeit einzubinden. Gegebenenfalls sollten die Länder in ihren Schulgesetzen die Schulen zu einer Kooperation auch nach Erfüllung der Schulpflicht verpflichten.
  • Örtliche Betriebe sind als Lernorte und damit als Partner im Übergang Schule – Arbeitswelt unverzichtbar. Auf der institutionellen Ebene ist dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeitsbündnisse Jugend und Beruf gemeinsam und eigenständig agieren können. Es sollte keine neue „Behörde“ geschaffen werden. Notwendig ist aber die Prüfung, ob datenschutzrechtliche Regelungen und Verfahren eine effektive Bereitstellung trägerübergreifender und koordinierter Hilfen behindern.
  • Die von den weiterhin selbständigen Institutionen der unterschiedlichen Rechtskreise zur Verfügung gestellten Finanzmittel sollten in einem gemeinsamen Finanzpool zusammengeführt werden, damit die Fachkräfte über ein eigenes Budget verfügen.

Die Infografiken der Studie finden Sie hier

Quelle: Vodafone Stiftung Deutschland vom 11.06.2015

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Hilfen für junge Volljährige und Übergangsbegleitung – Dieser Zug endet hier. Thank you for travelling with deutsche Jugendhilfe

Posted on Juli 21, 2015. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die neue Jugendhilfe-aktuell des LWL-Landesjugendamtes Westfalen ist mit dem Schwerpunktthema: Hilfen für junge Volljährige und Übergangsbegleitung – Dieser Zug endet hier. Thank you for travelling with deutsche Jugendhilfe erschienen. Sie enthält folgende Beiträge:

  • Einführung: Ein Zug nimmt Fahrt auf!
  • Erwachsen werden ohne öffentliche Verantwortung? – Hilfen für junge Volljährige und Care Leaver im Blick
  • Wie viel Jugend lässt die Jugendhilfe zu? … das Beispiel: Care Leaver
  • Junge Volljährige in den erzieherischen Hilfen – Befunde der Kinder- und Jugendhilfestatistik für Nordrhein-Westfalen
  • Care Leaver auf dem Weg in ein eigenständiges Leben – Übergänge aus stationären Erziehungshilfen kreativ denken und begleiten
  • Aufbau von Kompetenzen einer selbstständigen Lebensführung im Rahmen der Hilfen zur Erziehung und der Hilfe für junge Volljährige
  • Bildungschancen für Care Leaver sichern!
  • Fliegen müssen ohne flügge zu sein? – Wenn Pflegekinder volljährig werden
  • Thank you for travelling with Deutsche Jugendhilfe – Ein Erfahrungsbericht von Careleavern
  • Wie lassen wir uns an der Verselbstständigung junger Menschen beteiligen?
  • Rechtliche Betreuung ist keine „Entwicklungshilfe“ – Junge Erwachsene zwischen Jugendhilfe und rechtlicher Betreuung
  • Rezension: Jugendhilfe – und dann? Zur Gestaltung der Übergänge junger Erwachsener aus stationären Erziehungshilfen

Darüber hinaus gibt es wie immer aktuelle Informationen aus allen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe.

zum Download

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Dialog Erziehungshilfe – Schwerpunktausgabe „25 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz“

Posted on Juli 1, 2015. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen, Schule | Schlagwörter: , , , , , |

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kinder- und Jugendhilfegesetzes gibt AFET, der Bundesverband für Erziehungshilfe e.V., eine Schwerpunktausgabe des „Dialog Erziehungshilfe“ heraus. Heft 2-2015 beinhaltet auf 68 Seiten im DIN A4-Format folgende Fachartikel:

  • Von der integrativen zur inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Dr. Heike Schmid-Obkirchner, Leiterin des Referats 512 – Rechtsfragen der Kinder- und Jugendhilfe im BMFSFJ)
  • Ein Blick zurück in die Zukunft. Ein allgemein rückblickender, einordnender und in die Zukunft schauender Beitrag zu 25 Jahren KJHG (Maria Kurz-Adam, Jugendamtsleiterin München)
  • 25 Jahre Hilfen zur Erziehung im SGB VIII – Statistische Befunde fachlich interpretiert. (Sandra Fendrich, Jens Pothmann, Agathe Tabel, TU Dortmund)
  • Landesjugendämter im Wandel (Birgit Zeller, Vorsitzende Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter)
  • Jugendämter – Hohe Ansprüche und wachsende Aufmerksamkeit (Claudia Völcker, Jugendamt Speyer)
  • Fachliche Veränderungen und neue Herausforderungen aus Sicht eines freien Trägers (Rainer Kröger, AFET-Vorsitzender, Geschäftsführer Diakonieverbund Schweicheln)
  • 25 Jahre Hilfen für junge Volljährige – Skizze einer Zwischenbilanz (Prof. Dr. Dirk Nüsken, ev. FH Bochum)
  • Was hat sich beim Kinderschutz und den Kinderrechten getan? (Cordula Lasner-Tietze, Dt. Kinderschutzbund Bundesverband e.V.)
  • Schule und Jugendhilfe. Mehr als eine Kooperationsbeziehung?! (Sabrina Brinks/Heinz Müller, Institut für sozialpädagogische Forschung-Mainz)

Die Artikel enthalten jeweils einem Rückblick, eine Beschreibung der Gegenwart und einen Blick in die Zukunft.

Das Heft kostet 8,00 Euro zzgl. Porto.

⇒ zur Bestellung

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„Von Care-Leavern lernen!“ am 17.-19.09. in Berlin

Posted on Juni 17, 2015. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

IGfH, SOS-Kinderdorf und Stiftung Universität Hildesheim veranstalten am 17.-19.09. in Berlin die Fachtagung „Von Care-Leavern lernen! – Übergänge junger Menschen aus stationären Erziehungshilfen„.

Care-Leaver sind junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in stationären Erziehungshilfen (Pflegefamilien, Heimen, Wohngruppen, Kinderdorffamilien) verbracht haben und von dort ihren Weg ins Erwachsenenleben beginnen. Sie sind im Hinblick auf ihre Bildungschancen, ihre ökonomische Absicherung, aber auch hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Situation benachteiligt.

Dabei sind die Anforderungen an sie besonders hoch, denn sie müssen den Übergang in die Selbstständigkeit im Gegensatz zu Gleichaltrigen früher, schneller und in der Regel ohne familiäre Unterstützung bewältigen. In vielen Kommunen ist das Ende der Erziehungshilfe eng an das Erreichen der Volljährigkeit gebunden. Der Weg ins Erwachsenenleben ist damit häufig mehr durch die Hilfegewährungspraxis vorgezeichnet als am Unterstützungsbedarf der jungen Erwachsenen ausgerichtet.

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„Volljährig – Erwachsen – und jetzt?“ am 07.03. in Landau

Posted on Januar 31, 2015. Filed under: Adoptivfamilie, Fortbildung, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Der PFAD für Kinder – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. lädt am 07.03. zum Seminar „Volljährig – Erwachsen – und jetzt?“ nach Landau ein. Bernd Altendorf, Karin Schuster und Angela Rupp werden ab 10 Uhr in der Freien Christengemeinde, Wilhelm-Wüst-Strasse 4, 76829 Landau zum Thema referieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

Kinderbetreuung wird angeboten.

Ab 16 Uhr schließt sich die Mitgliederversammlung des Landesverbandes an, bei der auch Neuwahlen durchgeführt werden.

Anmeldungen unter: 06349 1020 oder johannes.rupp@t-online.de

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„Übergänge für junge Volljährige gestalten – Care Leaver in den Hilfen zur Erziehung“ am 27./28.04. in Frankfurt/Main

Posted on Januar 30, 2015. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die IGfH bietet in Kooperation mit dem Careleaver-Netzwerk & Care Leaver-Projekt (IGfH/Uni Hildesheim) eine Fortbildung zum Thema „Übergänge für junge Volljährige gestalten – Care Leaver in den Hilfen zur Erziehung“ am 27.-28.04. in Frankfurt am Main an.

Junge Menschen aus Wohngruppen, Pflegefamilien und Heimerziehung stehen vor besonderen Herausforderungen: Oft werden mit dem Eintritt der Volljährigkeit alle Hilfen beendet, ohne dass sie angemessen auf den Eintritt in die Selbstständigkeit vorbereitet wurden. In dieser Fortbildung sollen erstmalig gemeinsam mit jungen Care Leavern Ideen dafür entwickelt werden, wie Übergänge aus stationären Hilfen in das Erwachsenenleben gut gestaltet werden können.

Inhalte der Fortbildung sind:

  • Rechtsansprüche im SGB VIII und Möglichkeiten der Durchsetzung
  • Beispiele guter Praxis der Übergangsbegleitung (national/international)
  • Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben des Jugendalters, spezifisch in Hinblick auf die Lebenssituation in stationären Hilfen
  • Übergang in andere Sozialleistungssysteme bei Hilfeende
  • Vorstellung des Careleaver-Netzwerkes Deutschland
  • Austausch über Handlungsansätze, Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Bedarfe der Fachkräfte in der Arbeit mit Care Leavern
  • Erarbeitung von Ideen und Ansätzen für die eigene Praxis.

Anmeldeschluss ist der 30.03.

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„Volljährig werdende und volljährige Pflegekinder“ am 29.11. in Berlin

Posted on November 6, 2014. Filed under: Berlin, Fortbildung, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 29.11. wird Henrike Hopp für den Aktivverbund Berlin e.V. über „Volljährig werdende und volljährige Pflegekinder“ referieren. Die Fortbildung findet von 10-16 Uhr in der Ev. Nathan Söderblom Kirchengemeinde in Berlin statt.

nähere Informationen und Anmeldung

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Bayern: 2013 erstmals mehr als fünf Milliarden Euro für die Kinder- und Jugendhilfe verausgabt

Posted on November 3, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

2013 wurden in Bayern insgesamt 5 029 Millionen Euro für Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben, das sind dreizehn Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 351 Millionen Euro verbleiben Nettoausgaben von 4,7 Milliarden Euro, gegenüber 2012 ein Plus von 13,5 Prozent. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, entfielen von den Bruttoausgaben fast 3,6 Milliarden Euro auf die Kindertagesbetreuung, davon 3 524 Millionen auf Kindertageseinrichtungen und 46 Millionen auf den Bereich der Kindertagespflege.

In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2013 insgesamt 5 029 Millionen Euro für Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe verausgabt, was gegenüber dem Vorjahr (4 448 Millionen Euro) eine Steigerung von dreizehn Prozent entspricht. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 351 Millionen Euro lagen die Nettoausgaben mit 4 679 Millionen Euro 13,5 Prozent über denen des Vorjahres (4 123 Millionen Euro).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wurden von den Nettoausgaben 2 524 Millionen Euro (54 Prozent) für Leistungen öffentlicher Träger und 2 155 Millionen Euro (46 Prozent) als Zuschuss an freie Träger verausgabt.

Von den Bruttoausgaben waren 3 570 Millionen Euro für Kindertagesbetreuung der größte Posten (+16,5 Prozent im Vergleich zu 2012). Hiervon flossen 3 524 für Kindertageseinrichtungen (+16,5 Prozent gegenüber 2012) und 46 Millionen dienten der Unterstützung von öffentlich geförderter Kindertagespflege (+18,1 Prozent gegenüber 2012).

Mit 966 Millionen Euro wurden die Bereiche Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige und vorläufige Schutzmaßnahmen gefördert, was einem Plus von gut fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 03.11.2014

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Fachtagung „Hilfe für junge Volljährige und Übergangsbegleitung“ am 01.12. in Münster

Posted on Oktober 23, 2014. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Das LWL-Landesjugendamt Westfalen organisiert für den 01.12. eine Fachtagung zum Thema „Hilfe für junge Volljährige und Übergangsbegleitung“ in Münster.

Im 14. Kinder- und Jugendbericht des Bundes über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland aus dem Jahr 2013 wird erneut darauf hingewiesen, dass es gravierende regionale Disparitäten bei der Gewährung von Hilfen für junge Volljährige gibt. Hierbei spielen sowohl unterschiedliche Wahrnehmungs- und Beurteilungsmuster der Fachkräfte eine Rolle als auch Fragen der Effizienz und vielerorts fehlende spezifisch die Entwicklungsaufgaben dieser Altersgruppe berücksichtigende Konzepte. Für eine fachlich angemessene Ausgestaltung der Hilfen für junge Volljährige müssen drei Ebenen in den Blick genommen werden: die Steuerungs-, Gewährungs- und Angebotsebene.

Wir wollen den Fragen nachgehen: Wie werden junge Menschen auf die Phase der Selbstständigkeit vorbereitet und in dieser begleitet? Welche fachliche Rahmung gibt es dazu? Ist die Entwicklung einer eigenen Pädagogik für die jungen Erwachsenen orientiert an ihrer Lebenslage, -wirklichkeit notwendig? Wie muss an den Verbindungsstellen unterschiedlicher Rechtskreise bzw. Hilfesysteme zusammengearbeitet werden, damit kein junger Mensch „verloren“ geht? Und was kommt nach der Erziehungshilfe?

Jungen Volljährigen sollen gemäß § 41 SGB VIII Hilfen für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe auf Grund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. So steht es im Gesetz. Die Praxis sieht häufig anders aus.

„Ausgerechnet diejenigen, deren Aufwachsen „an einem anderen Ort“ eine Vielzahl biografischer Belastungen indiziert, sind mit 18 so erwachsen und selbständig, dass sie keiner weiteren Begleitung und Unterstützung bedürfen?!“ Mit dieser rovokanten Frage spielt Norbert Struck auf den Widerspruch zwischen einer sich verlängernden Jugendphase und einer restriktiven Hilfegewährung im Bereich der Hilfen für junge Volljährige an. Sie kann neben den stationären Hilfen gleichermaßen für die teilstationären und ambulanten Hilfen gestellt werden und trifft den Kern des Themas dieser Tagung.

Begleitet wird die Tagung von Mitgliedern des neu gegründeten „Careleaver“ Netzwerkes, die ihre Erfahrungen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen in die Tagung einbringen.

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AGJ veröffentlicht Diskussionspapier zur Care-Leaver-Debatte

Posted on Oktober 15, 2014. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Junge Volljährige haben nach der stationären Hilfe zur Erziehung einen erhöhten Unterstützungsbedarf. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte diskutiert die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe und möchte so zu einer stärkeren Thematisierung beitragen.

Durchschnittlich verlassen junge Männer und Frauen in Deutschland ihr Elternhaus mit 24 oder 25 Jahren. So wohnten 29 Prozent der 25-Jährigen (20 Prozent der jungen Frauen und 37 Prozent der jungen Männer) im Jahr 2009 noch im Haushalt der Eltern. Dagegen müssen junge Menschen, die in einem Heim, einer Wohngruppe oder Pflegefamilie aufgewachsen sind, den Übergang in die Selbständigkeit bereits in der Regel mit 18 Jahren bewältigen. Im Gegensatz zu Kindern, die in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen, verfügen viele dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen jedoch über weniger stabile private Netzwerke und geringere materielle Ressourcen.

Erschwerte Übergänge und vielfältige Benachteiligung

Care Leaver haben deshalb einen erhöhten Unterstützungsbedarf, sind anfälliger für Wohnungslosigkeit, unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko und weisen beim Aufbau von Sozialbeziehungen meist größere Schwierigkeiten auf als Gleichaltrige jenseits der Fremdunterbringung.

Die AGJ richtet den Fokus der Care-Leaver-Debatte daher auf die bislang wenig beachtete Bewältigung dieser Übergänge, die sperrigen rechtlichen und institutionellen Verfasstheiten sowie auf den Unterstützungsbedarf. Betrachtet werden dabei auch die Schnittstellen mit anderen sozialen Unterstützungssystemen sowie Unterstützungsmöglichkeiten im internationalen Vergleich.

Handlungserfordernisse und Handlungsoptionen

Zusammengefasst benennt die AGJ folgende dringende fach- und sozialpolitische Herausforderungen in Deutschland:

  • Rechte von jungen Menschen mit Jugendhilfeerfahrungen unterstützen – Rechtsanspruch präzisieren und ausweiten
  • Kinder- und Jugendhilfe muss auch nach dem Ende einer stationären Maßnahme zuständig bleiben
  • Kooperationsverpflichtungen auch für andere Leistungsträger
  • Niedrigschwellige nachgehende Angebote und Orte des zeitweiligen Zurückkommens
  • Sichtbarwerden und Enttabuisierung der biografischen Erfahrungen – Unterstützung der Selbstorganisation und Positionierungen junger Menschen
  • Bildungschancen sichern
  • (Unbegleitete) Minderjährige Flüchtlinge als eigene Zielgruppe wahrnehmen

zum ausführlichen Diskussionspapier

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vom 15.10.2014

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Baden-Württemberg: 2013 wieder mehr Hilfen zur Erziehung

Posted on Oktober 7, 2014. Filed under: Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , , , |

Nach Feststellung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg wurden 113 920 erzieherische Hilfen ambulant, teilstationär und stationär im Jahr 2013 durchgeführt (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen). Nachdem in den zwei Jahren zuvor die Anzahl der Hilfen kaum gestiegen war, ergab sich damit im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr wieder eine Zunahme von 1,4 Prozent.

Können junge Menschen unter 27 Jahren ihre Probleme nicht alleine oder mit Hilfe ihrer Familie bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe ein breites Spektrum erzieherischer Hilfen in und außerhalb der Familien an. 86 156 Hilfen wurden in ambulanter und teilstationärer Form, d.h. unter Verbleib in der Familie in Anspruch genommen. In stationärer Form, d.h. außerhalb der Familie, wurden 17 617 Hilfen gewährt.

8 247 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen und 1 900 ergänzende bzw. sonstige (flexible) erzieherische Hilfen rundeten das breitgefächerte Spektrum der Hilfen ab.

Erziehungsberatungen für Eltern, Eltern und Kind oder für den jungen Menschen alleine, Sozialpädagogische Familienhilfen, soziale Gruppenarbeit, Einzelbetreuung und Erziehung in Tagesgruppen sind ambulante und teilstationäre Hilfeangebote. Sie machten 76 Prozent aller Hilfen im Jahr 2013 aus.

Während 2011 und 2012 die ambulanten und teilstationären Hilfen leicht rückläufig waren, ist 2013 wieder ein Anstieg von knapp 1 Prozent zu verzeichnen. Vollzeitpflege, Heimerziehung oder andere betreute Wohnformen sind stationäre Hilfeformen und gehören zusammen mit der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung zu den Hilfen außerhalb des Elternhauses. 15 Prozent entfielen im Jahr 2013 auf diese Hilfeangebote. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um rund 1 Prozent. Deutlich stärker erhöhten sich die ergänzenden bzw. sonstigen Hilfen (+ 8 Prozent). Hierzu gehören die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen und die sonstigen (flexiblen) erzieherischen Hilfen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 07.10.2014

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Anmeldefrist verlängert: “Schulpflicht zu Ende! Was kommt dann?” am 27.09. in Gundremmingen

Posted on September 2, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, PFAD Verband, Pflegefamilie, Schule, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Zu einer Fachtagung zum Thema “Schulpflicht zu Ende! Was kommt dann? – Erwachsen-Werden in den Hilfen zur Erziehung” lädt der PFAD FÜR KINDER Landesverband Bayern e.V. am 27.09.2014 nach Gundremmingen ein. Am Vormittag wird Dr. Severine Thomas referieren und am Nachmittag findet eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist ein Neuanfang voller Hoffnung und Erwartungen. Ebenso ist er aber auch ein Übergang mit vielen neuen Veränderungen und Herausforderungen.

Er ist geprägt durch den Abschied von vertrauten Bezugspersonen und sozialen Beziehungen, von alt bekannten Lebensbereichen mit ihren gewohnten Strukturen, Abläufen, Räumlichkeiten, Lehr- und Lernmethoden. Das Spannungsverhältnis zwischen subjektiven Berufswünschen und ihrer Realisierung nimmt großen Raum ein. Bei Pflegekindern finden Übergangsprozesse wie z.B. Ausbildungsbeginn und Auszug in eine eigene Wohnung oft parallel statt. Nicht zu unterschätzen ist die Problematik: „Woher kommt das Geld um wirklich selbstständig werden zu können?“. Der Ablösungsprozess von den Eltern ist für den Weg ins Erwachsenwerden unverzichtbar, aber belastend, oft schmerzhaft, für alle Beteiligten.

Unsere Jugendlichen werden sehr gefordert – oft bis über ihre Grenzen hinaus. Sie haben viele Ängste, die sie meist nicht offen ausdrücken wollen oder können:

  • Angst im persönlichen Bereich zu versagen
  • Angst den „Traumjob“ nicht zu bekommen.
  • Angst den Anforderungen im Beruf nicht gerecht werden zu können … .
  • Ängste die normal sind.

Aber unsere Jugendlichen müssen sie und damit sich selbst verstehen können, damit sie nicht blockieren und so von ihrem Weg abgebracht werden. Sie brauchen „Wegbegleiter“, die Verständnis für diese schwierige Lebensphase aufbringen – und das nötige Knowhow haben.

Der Fachtag gibt einen Einblick in pädagogisch-psychologische Aspekte der veränderten Jugendphase und des Überblicks ins Erwachsenenleben und informiert über Hilfen bei der Berufsfindung, über finanzielle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten sowie rechtliche Grundlagen.

Anmeldung sind bis zum 19.09. möglich.

Veranstaltungsflyer und Anmeldeformular

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PFAD Fachzeitschrift 03/2014: „Pflege- und Adoptivfamilien kindgerecht – wertvoll – unentbehrlich“ erschienen

Posted on August 9, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Anfang Juni öffnete der 15. Deutsche Jugendhilfetag, Europas größter Fachgipfel der Jugendhilfe, für drei Tage seine Pforten auf dem Messegelände in Berlin. In Anlehnung an sein Motto „24/7 Kinder- und Jugendhilfe. viel wert. gerecht. wirkungsvoll“ haben wir unser Heft „Pflege- und Adoptivfamilien kindgerecht – wertvoll – unentbehrlich“ übertitelt.

Wir berichten darin von unseren eigenen Messe- und Kongressaktivitäten dort und veröffentlichen drei wichtige Vorträge zur Pflegekinderhilfe, die in Berlin präsentiert wurden. Darüber hinaus informiert das Heft wieder über aktuelle Entwicklungen, neue Literatur und das Engagement des PFAD-Verbandes.

einige Inhalte:

  • Nachlese zum 15. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag:
    Jugend- und familienpolitische Leitsätze auch für Pflege- und Adoptivfamilien
  • Runder Tisch der Pflege- und Adoptivfamilienverbände beim Kinder- und Jugendhilfetag
  • Britta Sievers:
    Wie können Pflegekinder gut auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleitet werden?
  • Heinz Kindler:
    Kinderschutz in Pflegefamilien
  • Christian Schrapper:
    Zum Verhältnis von Erziehung und Strafe – Thesen zu einem Paradox, das nicht gelöst, aber praktisch gestaltet werden muss – auch in Pflegefamilien?
  • Jürgen Lutz:
    Facebook, Twitter + Co: Chancen und Risiken neuer Medien in Pflege- und Adoptivfamilien
  • 15. Jahrestagung der BAG ADOPTION UND INPFLEGE:
    Migrantenfamilien in der Jugendhilfe / Umgang mit neuen Medien

Die digitale Ausgabe steht bereits zum Download zur Verfügung unter www.schulz-kirchner.de/shop.
Die Printausgabe wird Mitte August ausgeliefert.

Die PFAD Redaktion erreichen Sie per Mail unter Margit.Huber@pfad-bv.de

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„Hilfen für junge Volljährige – § 41 SGB VIII“ am 17.09. in Berlin

Posted on August 5, 2014. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Am Mittwoch, den 17.09.2014 von 09.00 bis 15.00 Uhr veranstaltet der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. eine Fortbildung zum Thema „Hilfen für junge Volljährige – § 41 SGB VIII„. Diese Veranstaltung beschäftigt sich insbesondere mit den Rechten der über 18-jährigen.

Wie wird die Hilfeentscheidung im Jugendamt getroffen (Hilfeplanung) und welche Rechte haben die Betroffenen im Hilfeplanverfahren? Welche Möglichkeiten gibt es Betroffenenrechte durchzusetzen und wann ist das Jugendamt zuständig und wann das JobCenter oder das Sozialamt?

Ziel der Veranstaltung ist es junge Volljährige in Zukunft besser umfassend zu unterstützen und das Verfahren zwischen den Ämtern kompetent begleiten zu können. Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe, die sich zu dieser speziellen Thematik kompakt weiterbilden wollen.

TeilnehmerInnen können sich per Mail, Brief oder telefonisch bis zum 09.09.2014 beim Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. anmelden.

Veranstaltungsflyer

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„Schulpflicht zu Ende! Was kommt dann?“ am 27.09. in Gundremmingen

Posted on August 3, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, PFAD Verband, Pflegefamilie, Schule, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Zu einer Fachtagung zum Thema „Schulpflicht zu Ende! Was kommt dann? – Erwachsen-Werden in den Hilfen zur Erziehung“ lädt der PFAD FÜR KINDER Landesverband Bayern e.V. am 27.09.2014 nach Gundremmingen ein. Am Vormittag wird Dr. Severine Thomas referieren und am Nachmittag findet eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist ein Neuanfang voller Hoffnung und Erwartungen. Ebenso ist er aber auch ein Übergang mit vielen neuen Veränderungen und Herausforderungen.

Er ist geprägt durch den Abschied von vertrauten Bezugspersonen und sozialen Beziehungen, von alt bekannten Lebensbereichen mit ihren gewohnten Strukturen, Abläufen, Räumlichkeiten, Lehr- und Lernmethoden. Das Spannungsverhältnis zwischen subjektiven Berufswünschen und ihrer Realisierung nimmt großen Raum ein. Bei Pflegekindern finden Übergangsprozesse wie z.B. Ausbildungsbeginn und Auszug in eine eigene Wohnung oft parallel statt. Nicht zu unterschätzen ist die Problematik: „Woher kommt das Geld um wirklich selbstständig werden zu können?“. Der Ablösungsprozess von den Eltern ist für den Weg ins Erwachsenwerden unverzichtbar, aber belastend, oft schmerzhaft, für alle Beteiligten.

Unsere Jugendlichen werden sehr gefordert – oft bis über ihre Grenzen hinaus. Sie haben viele Ängste, die sie meist nicht offen ausdrücken wollen oder können:

  • Angst im persönlichen Bereich zu versagen
  • Angst den „Traumjob“ nicht zu bekommen.
  • Angst den Anforderungen im Beruf nicht gerecht werden zu können … .

Ängste die normal sind.

Aber unsere Jugendlichen müssen sie und damit sich selbst verstehen können, damit sie nicht blockieren und so von ihrem Weg abgebracht werden. Sie brauchen „Wegbegleiter“, die Verständnis für diese schwierige Lebensphase aufbringen – und das nötige Knowhow haben.

Der Fachtag gibt einen Einblick in pädagogisch-psychologische Aspekte der veränderten Jugendphase und des Überblicks ins Erwachsenenleben und informiert über Hilfen bei der Berufsfindung, über finanzielle Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten sowie rechtliche Grundlagen.

Anmeldung sind bis zum 15.09. möglich.

Veranstaltungsflyer und Anmeldeformular

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Expertisen zum Thema „Care Leaver“ und „Junge Volljährige“

Posted on Juli 4, 2014. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Die IGfH stellt kostenlos zwei Expertisen zum Thema „Care Leaver“/ Junge Volljährige von Prof. Dr. Reinhard Wiesner und Prof. Dr. Dirk Nüsken zum Thema „Care Leaver“ von der IGfH und der Universität Hildesheim als Online-Veröffentlichung zur Verfügung. Wer die gebundene Druckversion bevorzugt, kann diese zum Preis von 8,- € zzgl. Versand bei der IGfH bestellen.

Das Projekt Nach der stationären Erziehungshilfe – Care Leaver in Deutschland der IGfH und der Universität Hildesheim widmete sich der Frage, wie Jugendliche und junge Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung – z.B. in Wohngruppen oder Pflegefamilien – verbracht haben und sich am Übergang in ein eigenständiges Leben befinden (Care Leaver), unterstützt werden können.

Das Hauptziel des Projekts bestand darin, einen Überblick über bereits existierende Modelle  guter Praxis im In- und Ausland zu gewinnen, um davon ausgehend einen Transfer in die Erziehungshilfen in Deutschland anzuregen. Vor diesem Hintergrund wurden die verschiedenen Maßnahmen, Angebote und Unterstützungsstrukturen, die in den unterschiedlichen Ländern bereits existieren, systematisiert verglichen, Formen guter Praxis identifiziert, Transfermöglichkeiten beschrieben und Notwendigkeiten der Adaption diskutiert. Im Rahmen der Projektlaufzeit entstanden drei Expertisen, mit denen zentrale Teilaspekte der Projektfragestellungen intensiv bearbeitet wurden.

Die Expertise „Übergang aus der stationären Jugendhilfe ins Erwachsenenleben in Deutschland“ von Prof. Dr. Dirk Nüsken stellt die Situation von Care Leavern in Deutschland dar.

Prof. Dr. Reinhard Wiesner beschäftigte sich in seiner Expertise „Hilfen für junge Volljährige. Rechtliche Ausgangssituation“ mit der rechtlichen Situation und betrachtet insbesondere die Bedingungen des Übergangs für die jungen Volljährigen und die Rechtssprechung zum §41 SGB VIII.

Die dritte Expertise von Prof. Dr. Martin Bellermann „Übergangshilfen im deutschen Sozialstaat“ skizziert die Hilfen, die in unterschiedlichen Sozialgesetzen und Unterstützungssystemen vorzufinden sind und die mögliche Anschlüsse für Care Leaver bieten könnten – mitunter aber eben auch nicht bieten.

Quelle: IGfH

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Ungarische Regierung stärkt Adoptiv- und Pflegeeltern

Posted on Juni 2, 2014. Filed under: International, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ungarns Regierung plant die Schaffung so genannter ‚Schwalbenhäuser’. Hier sollen junge Erwachsene, die aus Pflegefamilien kommen, für ihren Start in ein selbständiges Leben lernen.

Der ungarische Minister für Soziales und Familien, Miklós Soltész, sprach dabei in seiner Eröffnungsrede auf einer Veranstaltung in Szeged letzte Woche von einem  Paradigmenwechsel der Regierung im Bereich des Kinderschutzes. Bei der Veranstaltung ging es um die neuesten Errungenschaften im ungarischen Kinderbetreuungssystem. Der Paradigmenwechsel sei einer Regierung zuzuschreiben, deren Ziel es ist, Familien zu stärken. Dazu gehören auch Adoptiv- und Pflegeeltern.

Mit Blick auf die Zukunft soll mit den so genannten ‘Schwalbenhäusern’ ein Angebot für junge Erwachsene geschaffen werden, die in Pflegeeinrichtungen oder bei Pflegefamilien untergebracht sind. Dort sollen sie lernen, wie sie mit Hilfe der vom Staat zur Verfügung gestellten Beihilfen ein selbständiges Lernen beginnen können.

Quelle: Fachkräfteportal der Jugendhilfe vom 27.05.2014 / Pressemitteilung vom 21.05.2014 des ungarischen Ministeriums für Humanressourcen

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DV-Gutachten: Keine Flucht der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe ins Ordnungsrecht

Posted on Mai 12, 2014. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Am 02.04. legte der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge ein Gutachten über die Frage vor, ob nicht mitwirkungsbereite Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren außerhalb der Jugendhilfe in Obdachlosenunterkünfte aufgenommen werden dürfen.

Dem Gutachten liegt die Rechtsfrage zu Grunde, ob Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die bereits mehrfach in Jugendhilfeeinrichtungen nach § 34 SGB VIII gelebt und Unterstützung erhalten haben und nun keine pädagogische Hilfe mehr annehmen wollten, ordnungsbehördlich in einer Obdachlosenunterkunft aufgenommen und untergebracht werden dürfen. Hintergrund sind die Schilderungen aus der Praxis, wonach die betreffenden Jugendlichen jede weitere Betreuung und „Fürsorge“ ablehnten und aus den Einrichtungen wegliefen, um „auf der Straße“ zu leben.

Leitsätze des Gutachtens:

  1. Die Verantwortung der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe darf nicht auf die Ordnungsbehörden abgeschoben werden.
  2. Insbesondere dürfen Minderjährige nicht in einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe ordnungsbehördlich untergebracht werden.
  3. Auch junge Volljährige stehen unter dem besonderen Schutz des SGB VIII und sind nicht zwangsläufig mit Erwachsenen gleichzusetzen.

zum vollständigen Gutachten (pdf)

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Neues Projekt der Forschungsgruppe Pflegekinder

Posted on März 9, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , |

Im März 2014 startet das Projekt „Eine gute Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter“ der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird von Daniela Reimer und Christina Wilde bearbeitet.

Im Rahmen des Projektes soll die Nachhaltigkeit einer guten Entwicklung von Pflegekindern im Erwachsenenalter untersucht werden. Die Untersuchungsgrundlage bilden kontrastiv ausgewählte Biografien von (ehemaligen) Pflegekindern mit denen im Rahmen von zurückliegenden Projekten bereits biografisch-narrative Interviews geführt wurden und die nun erneut interviewt werden. Entwicklungslinien von Pflegekindern können so über einen längeren Zeitraum nachvollzogen und differenziert analysiert werden. Der besondere Reiz liegt darin, dass die ersten Interviews bis zu sieben Jahre zurückliegen und die Interviewpartner in der Zwischenzeit den Übergang ins junge Erwachsenenalter vollzogen haben.

Die Untersuchung soll Erkenntnisse hervorbringen, wie sich Entwicklungslinien, die sich im Jugendalter abzeichnen, im Erwachsenenalter fortsetzen und welche Faktoren für die Richtung der Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Dafür werden die Biografien anhand folgender Dimensionen analysiert:

Wie haben sich die Beziehungen zur Pflegefamilie und zur Herkunftsfamilie im Erwachsenenalter entwickelt und in welchen Dimensionen haben die ehemaligen Pflegekinder die sozialen Beziehungen als Ressource oder Belastung erlebt. Darüber hinaus wird untersucht wie die Autonomieentwicklung in den Biografien verlaufen ist, wie sich die Lebensziele der Pflegekinder entwickelt haben und wie günstig oder ungünstig sich der Entwicklungsverlauf hinsichtlich erfolgreicher Lebensbewährung und Sozialintegration unter Einbezug von Lebenszufriedenheit und persönlichen Verwirklichungschancen gestaltet hat.

Quelle: Newsletter der Forschungsgruppe Pflegekinder vom 07.03.2014

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„Rechtsansprüche erwachsener Pflegekinder“ am 05.04. in Berlin

Posted on März 1, 2014. Filed under: Berlin, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes lädt am 05.04. in Kooperation mit Nestwärme Berlin e.V. – PfliZ-im-Nest für Pflege-/Adoptivfamilien zu einem Seminar mit Rechtsanwalt Peter Hoffmann aus Hamburg ein. Er referiert zum Thema „Rechtsansprüche erwachsener Pflegekinder“.

Viele Pflegefamilien stehen vor dem Problem, dass sich die Rechtsgrundlage mit Vollendung des 18. Lebensjahres ihres Pflegekindes verändert und notwendige Hilfen und Perspektiven in Frage stehen. Herr Hoffmann berichtet aus der Praxis, in der offenbar bei nahezu allen Beteiligten (Pflegeeltern, Pflegekinderdienst, ASD) große Unklarheiten bestehen, wie benötigte Hilfen über die Volljährigkeit hinaus in Anspruch genommen werden können.

nähere Informationen

 

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PFAD Ländergremium I/2014 in Berlin

Posted on Februar 13, 2014. Filed under: Berlin, Finanzielles, Fortbildung, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Unter dem Titel „Hilfe zur Erziehung selber finanzieren?“ werden sich die Delegierten der Mitgliedsorganisationen im PFAD Bundesverband e.V. bei ihrem Ländergremium I/2014 zusammen mit Referentin Gila Schindler am 05./06.04. in Berlin mit dem Thema Kostenheranziehung für junge Menschen, die in Pflegefamilien leben, beschäftigen.

„Das Jugendamt nimmt mir den größten Teil von meinem mickrigen Lehrlingsgehalt weg?! Das sehe ich nicht ein!“ Pflegeeltern, die mit derart empörten Fragen konfrontiert sind, fällt es schwer, die Kostenheranziehung ihrer Pflegekinder einfach hinzunehmen. Setzt so etwas nicht die positive Wirkung bisheriger Investitionen in die Erziehung ihrer Kinder aufs Spiel?

Welche Regeln gelten zur Kostenheranziehung junger Menschen, die in Hilfe zur Erziehung leben? Was ist die Intention des Gesetzgebers? Welchen Interpretationsspielraum bietet das Gesetz und wie setzt man diesen ein? Welche Alternativen gibt es sonst? Im ersten Ländergremium 2014 wollen wir uns im Gespräch mit RA Gila Schindler Klarheit über diese Thematik verschaffen. Wir werden Aufgaben des Verbandes zur Verbesserung der Situation von jungen Menschen, die in Pflegefamilien aufwachsen, herausarbeiten. Das Thema Hilfen zur Erziehung, finanzielle Leistungen für Jugendliche und junge Erwachsene und Lehrlingsvergütung wollen wir unter dem Motto: „Was wurde erreicht? Was muss verbessert werden?“ aufgreifen und PFAD-Forderungen formulieren.

Veranstaltungsflyer

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Dokumentation des PFAD-Fachtages 2013: „Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben“

Posted on Februar 6, 2014. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Wie müssen Hilfen für junge Menschen ausgestaltet werden, damit sie ihnen zu einer soliden Verselbstständigung verhelfen und in dieser sensiblen Zeit nicht bereits erreichte Entwicklungserfolge wieder aufs Spiel setzen? Bei diesem Fachtag rückte PFAD ein wichtiges Thema in den politischen Fokus.

Die filmische Dokumentation des PFAD Fachtags 2013 in Frankfurt/Main „Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben“ kann ab sofort bestellt werden. Sie enthält Aufzeichnungen der Grußworte von Dagmar Trautner und Ingrid Fischbach, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Vorträge von Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner: „Angebote und Leistungen – Sozialrechtliche Perspektiven für junge Menschen“ und Prof. Dr. Regine Rätz: „Professionelle sozialpädagogische Herausforderungen“ sowie die Ergebnisse des Worldcafés mit den Forderungen der TeilnehmerInnen an Jugendhilfe und Politik.

DVD: 5 Euro zuzüglich Versandkosten.
Zu bestellen bei PFAD Bundesverband e.V., Oranienburger Straße 13–14, 10178 Berlin, E-Mail: info@pfad-bv.de

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IGfH-Positionspapier: „Jugendhilfe – und dann? Care Leaver haben Rechte! Forderungen an Politik und Fachpraxis“

Posted on Februar 4, 2014. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das Positionspapier  der Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V. (IGfH) und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim stellt fünf zentrale Forderungen auf, deren Umsetzung die Lebenssituation der jungen Menschen im Übergang verbessern soll.

Care Leaver sind junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung – z.B. in Wohngruppen oder Pflegefamilien – verbracht haben und sich am Übergang in ein eigenständiges Leben befinden. Im Gegensatz zu Kindern, die in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen, verfügen viele dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum über stabile private Netzwerke und ausreichende materielle Ressourcen. Dennoch wird von ihnen in der gängigen Hilfepraxis erwartet mit Eintritt der Volljährigkeit selbständig zu leben.

So werden Hilfen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe nur selten über das 18. Lebensjahr hinaus verlängert und eine Nachbetreuung ist zeitlich bzw. im Umfang stark begrenzt. Diese Erwartung entspricht nicht den erhöhten Herausforderungen, die an junge Erwachsene gegenwärtig gestellt werden, sowie den biographischen Belastungen dieser jungen Menschen.

Das Positionspapier „Jugendhilfe – und dann? Care Leaver haben Rechte! – Forderungen an Politik und Fachpraxis“ der IGfH und des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim stellt fünf zentrale Forderungen auf, deren Umsetzung die Lebenssituation der jungen Menschen im Übergang, für die die Gesellschaft eine besondere Verantwortung trägt, verbessern würde. Das Papier wurde auf einer bundesweiten Tagung am 05. Dezember 2013 in Berlin vorgestellt.

Die Forderungen, die aus einem Forschungsprojekt erwuchsen, beinhalten folgende Dimensionen:

  • Die Rechte der Care Leaver müssen durchgesetzt werden
  • Care Leaver für Care Leaver! Selbstorganisation stärken
  • Zuständig bleiben! Dienstleistungsinfrastruktur für Care Leaver schaffen
  • Bildungschancen sichern
  • Die Jugendhilfe muss die veränderte Jugendphase anerkennen

ausführliches Positionspapier
weitere Materialien der Tagung

Quelle: Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe vom 31.01.2014

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„Optionen für den Übergang – Jugendliche in der stationären Erziehungshilfe auf dem Weg in die Eigenständigkeit“am 03./04.04. in Berlin

Posted on Januar 27, 2014. Filed under: Berlin, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Mit einem umfangreichen Programm gestaltet das Sozialpädagogische Institut (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V. am 03./04.04. in Berlin die Fachtagung „Optionen für den Übergang – Jugendliche in der stationären Erziehungshilfe auf dem Weg in die Eigenständigkeit„.

Um Anmeldung bis zum 21.03. wird gebeten.

Veranstaltungsflyer

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PFAD Fachzeitschrift 04/2013: “Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben”

Posted on November 2, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Mit dem Thema “Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben” beschäftigt sich Ausgabe 04/2013 der PFAD Fachzeitschrift für die Pflege- und Adoptivkinderhilfe.

Aus dem Vorwort der PFAD Bundesvorsitzenden, Dagmar Trautner:
„Mit Unterstützung durch die Jugendhilfe konnten Pflegekinder bei ihren Pflegeeltern Entwicklungsrückstände aufholen, neue tragfähige Bindungen entwickeln und emotionale Sicherheit erleben. In der Schlussphase der Hilfe zur Erziehung wird bereits Erreichtes oft durch fehlendes Einfühlungsvermögen in die Lebenswelt des Jugendlichen und das Beenden individueller Hilfen aufs Spiel gesetzt. Schwer zu motivierende Jugendliche lassen sich mit dem Argument der mangelnden Mitwirkungsbereitschaft problemlos aus dem Jugendhilfesystem ausgliedern. Unser Fachtag in Frankfurt und die Beiträge dieser Zeitschrift zeigen deutlich, wie wichtig es ist, auch komplizierte Wege ins Erwachsenenleben ausreichend und lange genug zu begleiten. Die finanziellen Aufwendungen für qualifiziertes Personal und eine über das 18. Lebensjahr hinausgehende Leistung der Jugendhilfe sind für unsere Gesellschaft gut angelegt.“

Über das Schwerpunktthema dieser Ausgabe hinaus informiert das Heft wieder über aktuelle Entwicklungen aus der Pflege- und Adoptivkinderhilfe, neue Literatur, aus dem PFAD-Verband und den Bundesländern.

einige Inhalte:

  • Zusammenfassung der Vorträge und Diskussionsergebnisse des PFAD Fachtags am 24. September in Frankfurt am Main
  • Severine Thomas: Hilfe am Ende? Erwachsenwerden in stationären Erziehungshilfen .
  • Carmen Thiele: Zwischen Vulkanen und Eisbergen – Wege und notwendige Irrwege von Pflege- und Adoptivkindern zum „Erwachsenwerden“
  • PFAD Umfrage: Es bleibt durch das ganze Leben – Wie haben Sie die Verselbstständigung Ihres Pflege- bzw. Adoptivkindes erlebt?
  • Margit Huber: Vergeben und verzeihen – Schritte auf dem Weg zur emotionalen Reife
  • Stefan Betzoldt: Familiengericht und Vormund/Pfleger – Zusammenarbeit zum Wohl des Kindes

Für Abonnenten und PFAD-Mitglieder steht die aktuelle Ausgabe ab sofort zum Download zur Verfügung unter www.schulz-kirchner.de/shop.
Die Printausgabe wird Mitte November ausgeliefert.

Die PFAD Redaktion erreichen Sie per Mail unter Margit.Huber@pfad-bv.de.

 

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Bayern: Knapp 4,5 Milliarden Euro wurden 2012 für Kinder- und Jugendhilfe verausgabt – Rund drei Milliarden Euro flossen in Kindertageseinrichtungen

Posted on Oktober 21, 2013. Filed under: Bayern, Finanzielles, Jugendhilfe, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , |

2012 wurden in Bayern insgesamt 4 448 Millionen Euro für Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben, das sind knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 325 Millionen Euro verbleiben Nettoausgaben von 4,1 Milliarden Euro, gegenüber 2011 ein Plus von gut acht Prozent. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, entfielen von den Bruttoausgaben 3,1 Milliarden Euro auf den Bereich Kindertagesbetreuung, davon 3 025 Millionen für Kindertageseinrichtungen und rund 39 Millionen für Kindertagespflege. Die Ausgaben für Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige und vorläufige Schutzmaßnahmen beliefen sich auf 917 Millionen Euro und lagen somit um gut drei Prozent höher als im Vorjahr.

In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2012 insgesamt 4 448 Millionen Euro für Leistungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe verausgabt, was gegenüber dem Vorjahr (4 119 Millionen Euro) einer Steigerung von acht Prozent entspricht. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 325 Millionen Euro lagen die Nettoausgaben mit 4 123 Millionen Euro 8,5 Prozent über denen des Vorjahres (3 800 Millionen Euro).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wurden von den Nettoausgaben 2 221 Millionen Euro (54 Prozent) für Leistungen öffentlicher Träger und 1 901 Millionen Euro (46 Prozent) als Zuschüsse an freie Träger verausgabt.

Von den Bruttoausgaben waren 3 064 Millionen Euro für Kindertagesbetreuung der größte Posten (+9,3 Prozent im Vergleich zu 2011). Hiervon flossen 3 025 Millionen Euro für Kindertageseinrichtungen (+9,3 Prozent gegenüber 2011) und 39 Millionen dienten der Unterstützung von öffentlich geförderter Kindertagespflege (+7,9 Prozent gegenüber 2011).

Mit 917 Millionen Euro wurden die Bereiche Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige und vorläufige Schutzmaßnahmen gefördert, was einem Plus von gut drei Prozent gegenüber 2011 bedeutet.

Fast 51 Prozent der Bruttoausgaben trugen die Jugendämter und gut 33 Prozent die Gemeinden. Weitere 16 Prozent wurden durch die beiden betroffenen Staatsministerien (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration bzw. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst) verausgabt.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 21.10.2013

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