Artikel über Pflegekinderdienst in Herne

Posted on Oktober 15, 2017. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

logoIm Artikel „Viel Beziehungsarbeit“ vom 13.10.2017 berichtet das Stadtmagazin von Herne im Rahmen der Kampagne „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt“ von der Arbeit der Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie.

„…14 Mitarbeiter der städtischen Stelle betreuen 230 Pflegefamilien. Die Altersspanne der Kinder: von der Geburt bis zur Volljährigkeit. „Wir begleiten die Familien und sind Ansprechpartner“, sagt Kwasnitza. Drei Erzieher kümmern sich darum, das Kinder den Kontakt zur Herkunftsfamilie bereit gestellt wird – „begleitete Umgänge“ heißt das im Behördendeutsch.

35 bis 40 Fälle allein betreut Anna Kwasnitza. „Den Überblick verliere ich nicht“, unterstreicht die studierte Sozialarbeiterin. „Meine Tätigkeit ist aber geprägt von viel Beziehungsarbeit und ist sehr, sehr vielschichtig. Die Kinder bringen einen Rucksack mit unterschiedlichen Erfahrungen mit. Dann ist es schön zu sehen, wie positiv sie sich zumeist bei den Pflegefamilien entwickeln.“ Da wirkt ein Lob wohltuend. „Ja, tatsächlich gibt es Herkunftseltern, die den Pflegeeltern sagen: ‚Ihr macht es richtig gut‘….“

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Aktionswochen für Jugendämter 2015

Posted on September 4, 2015. Filed under: Jugendhilfe, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Auftakt: „Groß werden mit dem Jugendamt“ am 29.09.2015 in Münster
Im Oktober 2015 wird die BAG Landesjugendämter gemeinsam mit vielen Jugendämtern erneut die Aktionswochen „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ veranstalten.
Dieses Jahr haben sich die Veranstalter zwei Schwerpunkte vorgenommen, weshalb sich der Auftakt in eine Fachveranstaltung und in eine Ideenbörse unterteilt:

a) Fachveranstaltung: „25 Jahre SGB VIII – Groß werden mit dem Jugendamt“
Dieser Schwerpunkt befasst sich mit der Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe. Das Motto richtet den Blick auf die Entwicklung des SGB VIII, auf die Entwicklung von Jugendämtern und auf den Werdegang von Erwachsenen, die als Kind oder Jugendliche erfolgreich in der Jugendhilfe betreut wurden.

b) Ideenbörse: „Junge Flüchtlinge – Gut ankommen mit dem Jugendamt“
Dieser Schwerpunkt wurde aus aktuellem Anlass und parallel zum Gesetzgebungsverfahren im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ins Programm aufgenommen. Durch die Präsentation guter Integrationsbeispiele aus den Kommunen sowie mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit sollen die Medien auf die Leistungen der Jugendämter für junge Flüchtlinge aufmerksam und zur Berichterstattung angeregt werden. Hierbei soll es sowohl um die begleiteten als auch um die unbegleiteten Flüchtlinge gehen. Bei der Versorgung dieser jungen Menschen erbringen die Jugendämter fast geräuschlos beeindruckende Leistungen, die eine breite öffentliche Würdigung verdienen.

Zielgruppe des Auftakts sind die politisch Verantwortlichen, Leitungs- und Fachkräfte der kommunalen Jugendämter, von freien Trägern oder aus anderen Handlungsfeldern. Den Einladungsflyer finden Sie hier [81 KB] . Eine Anmeldung ist online möglich. Anmeldeschluss ist der 11. September.

Mehr zu den Aktionswochen 2015 erfahren Sie unter www.unterstuetzung-die-ankommt-de.

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2. Praxisforum Ehrenamtliche Vormünder am 12.03. in Köln

Posted on Januar 12, 2015. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die gesetzlichen Regelungen im Vormundschaftsrecht haben einiges bewegt: Monatliche Besuchskontakte, eine Fallzahlobergrenze, die Verpflichtung zur persönlichen Gewährleistung der Pflege und Erziehung des Mündels durch den Vormund. Hierdurch haben sich die strukturellen und personellen Bedingungen der Aufgabenwahrnehmung in Jugendämtern und bei freien Trägern verändert.

Im Praxisforum Ehrenamtliche Vormünder, welches die beiden nordrhein-westfälischen Landesjugendämter im Jahr 2015 zum zweiten Mal durchführen werden, erhalten die Jugendämter auf drei Arbeitssitzungen Möglichkeiten, mit fachlicher Begleitung, durch Input und praktisches Coaching vor Ort, diese noch nicht genutzte Ressource für Ihre Aufgabenwahrnehmung zu erschließen. Es sollen regionale fachliche Konzepte zur Gewinnung, Schulung und Mitarbeit von ehrenamtlichen Vormündern erarbeitet werden.

Die Veranstaltung richtet sich an die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen, die neben der vorhandenen Amtsvormundschaft auch ehrenamtliche Einzelvormünder mit der Führung von Vormundschaften durch das Familiengericht bestellen lassen wollen. Weitere Teilnehmende werden die Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner sein.

Das Praxisforum beginnt am 12. März 2015 mit einer Auftaktveranstaltung. Die Veranstaltungen finden in der Zentralverwaltung des Landschaftsverbandes Rheinland im Horion-Haus, Hermann-Pünder-Str. 1 in Köln-Deutz statt.

Anmeldeschluss ist der 12.02.2015.

nähere Informationen

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Broschüre „Eltern bleiben – trotz alledem“

Posted on Februar 10, 2014. Filed under: Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

Die Broschüre „Eltern bleiben – trotz alledem“ des Kompetenzzentrums Pflegekinder beantwortet die Fragen, die Eltern rund um eine Inpflegenahme haben: Welche Rechte haben sie? Bleiben Sie Eltern? Können Sie die Durchführung von Besuchskontakten einfordern? Kann ihr Kind verkraften, sowohl Eltern als auch Pflegeeltern zu haben? Die Publikation wurde zusammengestellt als Broschüre für Jugendämter.

Aus dem Inhalt:

  • Was heißt eigentlich Vollzeitpflege?
  • Zwei Familien – Wie kann das gehen?
  • Mein Kind lebt bei Verwandten
  • Das Hilfeplangespräch – Den Alltag planen und gestalten
  • Besuchskontakte – Ein Thema, das alle bewegt
  • Im Kontakt bleiben – Auch wenn Besuche nicht möglich sind
  • Die eigene Familiengeschichte – Biografiearbeit
  • Schwierige Themen ansprechen
  • So viele Menschen – Wer macht eigentlich was?
  • Gesetzliche Grundlagen und Erläuterungen

Preis: 4,00 € plus Porto. Eine Mengenstaffel wird angeboten.

zur Bestellung

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Praxisforum „Ehrenamtliche Vormünder … eine ungenutzte Ressource“ ab 15.01. in Köln

Posted on November 15, 2013. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der „ungenutzten Ressource“ ehrenamtliche Vormünder widmet sich ein Praxisforum der beiden Landesjugendämter in NRW.

Es bietet den teilnehmenden Jugendämtern an vier Arbeitssitzungen (15.01., 20.02., 03.04., 04.11.) Möglichkeiten, mit fachlicher Begleitung, durch Input und praktisches Coaching vor Ort, diese bislang noch nicht genutzte Ressource für Ihre Aufgabenwahrnehmung zu erschließen. Erarbeitet werden regionale fachliche Konzepte zur Gewinnung, Schulung und Mitarbeit von ehrenamtlichen Vormündern, bei denen personelle Ressourcen, weitere örtliche Bedingungen und Möglichkeiten der fachlichen Kooperation mit freien Trägern einbezogen werden.

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Bestandsaufnahme Frühe Hilfen – Kurzbefragung der Jugendämter 2012

Posted on Dezember 7, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat die Aufgabe, die Praxisentwicklung im Bereich Früher Hilfen zu beobachten. Für diese Bestandsaufnahmen wurden mehrere Teiluntersuchungen – Befragungen von Jugend- und Gesundheitsämtern vorgenommen. Die dritte Teiluntersuchung richtete sich an alle Jugendämter in Deutschland und stellte Fragen zum Stand des Ausbaus Früher Hilfen, zum Einsatz von (Familien-)Hebammen und Kinderkrankenschwestern bzw. Familien-Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen. Die Auswertung der Antworten liefert eine bundesweit flächendeckende Ausgangsbeschreibung des Feldes kurz vor dem Start der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“, die Teil des am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes ist.

zur Bestandsaufnahme Frühe Hilfen. Dritte Teiluntersuchung. Kurzbefragung Jugendämter 2012

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Dokumentation der Fachtagung „Risiken – Fehler – Krisen. Risikomanagement im Jugendamt als Führungsaufgabe“ erschienen

Posted on August 17, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In der Schriftenreihe „Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe“ erscheint in den nächsten Tagen als Band 85 die Dokumentation der Fachtagung „Risiken – Fehler – Krisen. Risikomanagement im Jugendamt als Führungsaufgabe„, die am 18./19. April 2012 in Berlin stattgefunden hat.

Aus dem Inhalt:

  • Eröffnung der Tagung
    SIEGFRIED HALLER, Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig
  • Führen im Risiko: Risikomanagement/Risikosteuerung in Helfersystemen
    • Führen im Risiko − Soziale Organisationen unter ständigem Veränderungsdruck
      CHRISTEL LÜHMANN, Fachamt Jugend- und Familienhilfe, Hamburg-Wandsbek
      ROLAND SCHMITZ, Fachamt Jugend- und Familienhilfe, Hamburg-Nord
    • Führen im Risiko − Klinisches Risikomanagement
      SARAH KLENK,Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Berlin
  • Was man weiß − was man wissen sollte!
    Befunde und Ergebnisse bisheriger Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekte zu Fehleranalysen und zum Risikomanagement im Jugendamt
    PROF. DR. CHRISTIAN SCHRAPPER, Fachbereich Erziehungswissenschaften,Universität Koblenz-Landau
  • Wie verändern die Entwicklungen im Kinderschutz und das Bundeskinderschutzgesetz die Organisation Jugendamt?
    PROF. DR. REINHART WOLFF, Bundesmodellprojekt „Aus Fehlern lernen – Qualitätsmanagement im Kindesschutz“, Kronberger Kreis für Dialogische Qualitätsentwicklung e.V., Berlin
    PROF. DR. KAY BIESEL, Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit, Fachhochschule Nordwestschweiz, Basel
  • Risikomanagement im Jugendamt – Praxismodelle
    • Praxismodell „Gefährdungsmeldungs-Sofort-Dienst (GSD)“
      CAROLIN KRAUSE, Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln
    • Praxismodell „Kontrollhilfen“
      STEFAN MÖLLENEY, Amt für Jugend und Familie − Senioren der Stadt Fulda
    • Praxismodell „Risikomanagement bei Fallübergang an einen Freien Träger“
      ALISA BACH, Jugendamt der Region Hannover
    • Praxismodell „Die Gefährdungsmeldung nach § 8a SGB VIII als Organisationsherausforderung“
      SIEGMUND HAMMEL, Amt für Jugend und Familie des Landkreises Eichstätt
    • Praxismodell „Fallgeschichten-Workshop“
      OLIVER HERWEG, Jugendamt Stuttgart
  • „Pressemitteilung“: Tagungsresümee aus journalistischer Sicht
    CAROLINE FETSCHER, Redakteurin, „Der Tagesspiegel“, Berlin
  • Literaturhinweise

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1.131 Sorgerechtsentzüge im Jahr 2011 in Niedersachsen

Posted on August 2, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Hannover. Um eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, haben die Gerichte im Jahr 2011 in Niedersachsen 1 131 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug des elterlichen Sorgerechts angeordnet. Das waren nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) 89 Fälle bzw. 9 % mehr als 2010.

In 821 Fällen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, darunter in 127 Fällen nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ein Jahr zuvor hatte es 800 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben, mit 144 Fällen, die sich ausschließlich auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht beschränkten. Mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht ist die Befugnis verbunden, Entscheidungen des alltäglichen Lebens zu treffen.

Insgesamt lebten zum Jahresende 2011 4 036 Kinder und Jugendliche unter gesetzlicher oder bestellter Vormundschaft der Jugendämter, was einem Rückgang von 2 % gegenüber dem Jahr 2010 (4 106) entspricht. Für 579 Fälle (2010: 761) lag eine gesetzliche Vormundschaft vor, die dann eintritt, wenn ein Kind von einer minderjährigen ledigen Mutter geboren wird. 3 457 Kinder und Jugendliche standen unter einer bestellten Amtsvormundschaft (2010: 3 345), die durch den Entzug der elterlichen Sorge eintritt. Die Amtsvormundschaft erstreckt sich über die gesamte elterliche Sorge.

Eine vom Jugendamt ausgeübte bestellte Amtspflegschaft, die nur die Wahrnehmung bestimmter Angelegenheiten der elterlichen Sorge umfasst, lag für 3 394 Kinder und Jugendliche vor (2010: 3 602). 70 460 Minderjährige lebten außerdem im Jahr 2011 (2010: 72 336) mit Beistandschaften. Die Beistandschaft unterstützt einen alleinsorgeberechtigten Elternteil auf dessen Antrag beim Jugendamt bei der Ausübung der elterlichen Sorge.

Für 1 754 Kinder und Jugendliche bestand am Jahresende 2011 eine Pflegeerlaubnis für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege in einer Pflegestelle. Die Betreuung erfolgte fast ausschließlich in Vollzeitpflege.

Während des Jahres 2011 wurden insgesamt 12 823 Sorgeerklärungen von den Jugendämtern in Niedersachsen bearbeitet. Das waren gegenüber dem Vorjahr 607 Sorgeerklärungen bzw. 5 % mehr. Eine Sorgeerklärung ist eine Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen.

Weitere ausführliche Angaben zu den Themen„Pflegeerlaubnis, Pflegschaften, Vormundschaften, Beistandschaften und Sorgerecht 2011″ enthält der Statistische Bericht K I 3 „Jugendhilfe 2011″, der kostenfrei am Ende des Jahres 2012 im Internet zur Verfügung stehen wird.

Quelle: Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 02.08.2012

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Artikel „Manager des Elends“ über die Arbeit Hamburger Jugendamtsmitarbeiter

Posted on Juli 5, 2012. Filed under: Fachkräfte, Hamburg, Jugendhilfe, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Für den am 05.07.2012 erschienenen Spiegel-Artikel „Manager des Elends“ interviewte Julia Jüttner fünf Sozialarbeiter aus dem Hamburger Jugendamt über die Entwicklungen und den enormen Druck in ihrer Arbeit mit Problemfamilien.

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Jugendämter ziehen positive Bilanz der ersten bundesweiten Aktionswochen

Posted on Juni 16, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: |

Unter dem Motto „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ informierten rund 400 Jugendämter in ganz Deutschland mit etwa 1.000 Aktionen die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über ihre Leistungen und Angebote.

Diese positive Bilanz zog die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter zum Abschluss der erstmaligen gemeinsamen Aktionswochen. „Wir haben unser Ziel erreicht: Die Jugendämter in Deutschland sind gemeinsam aktiv geworden, um ihre Leistungen bekannter zu machen. Zwei Drittel der Jugendämter haben sich an den Aktionswochen beteiligt. Das ist ein tolles Ergebnis. Es zeigt, dass die Aktionswochen einen Nerv getroffen haben. Hier wollen wir auch in Zukunft anknüpfen und weiterhin dafür sorgen, dass die Arbeit der Jugendämter stärker als das wahrgenommen wird, was sie ist: ein unverzichtbarer Bestandteil für den Zusammenhalt der Gesellschaft“, so Birgit Zeller, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter. Die Erfahrungen und der Schwung der Aktionswochen sollen genutzt werden – darin sind sich die Jugendämter einig. Zum Abschluss der Kampagne diskutierte der Beirat der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter mit Vertreterinnen und Vertretern aus Jugendämtern auf dem 14. Kinder- und Jugendhilfetag, wie es weitergehen könnte. Gemeinsame bundesweite Aktionen soll es wieder geben, um die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über die wichtige Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe zu informieren.

Vom 3. Mai bis zum 8. Juni 2011 sorgten die Jugendämter unter dem Motto „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ gemeinsam für mehr Transparenz und informierten über die wirkungsvolle Arbeit der Expertinnen und Experten in den Jugendämtern. Bei Kindern, Jugendlichen und Eltern stießen die Aktionswochen auf großes Interesse. Sie nutzten die Informationsangebote vor Ort, besuchten Vortragsreihen und Familienfeste und erhielten so einen Einblick in den Arbeitsalltag der Jugendamtsmitarbeitenden.

Die Aktionswochen wurden von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter gemeinsam mit den Jugendämtern in den Städten und Landkreisen organisiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die kommunalen Spitzenverbände unterstützten die Kampagne.

Weitere Informationen: www.unterstuetzung-die-ankommt.de

Quelle: Pressemitteilung von neues handeln GmbH vom 15.6.2011

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Hilgers: „Jugendämter – Weg von der Behörde, hin zum Dienstleister“

Posted on Mai 4, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: |

„Zu früh, zu spät, untätig oder überlastet: Jugendämter stehen oft in der Kritik. Im Interview mit tagesschau.de erklärt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, warum Jugendämter versagen und wann sie erfolgreich arbeiten. Hilgers verlangt einen Paradigmenwechsel: Weg von der Behörde, hin zum Dienstleistungsunternehmen.“

zum Interview

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Bundesfamilienministerin Schröder startet Aktionswochen der Jugendämter

Posted on Mai 3, 2011. Filed under: Jugendhilfe, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

380 Jugendämter stellen bundesweit Angebote und Leistungen vor

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, eröffnet gemeinsam mit Birgit Zeller, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter, und mehr als 100 Jugendamtsleiterinnen und -leitern die bundesweiten Aktionswochen „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“. Vom 3. Mai bis zum 8. Juni 2011 laden rund 380 Jugendämter in Deutschland Bürgerinnen und Bürger ein, sich über ihre Leistungen und Angebote zu informieren.

„Die Arbeit der Jugendämter ist unverzichtbar. Mit ihrem täglichen Einsatz tragen  sie maßgeblich zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei“, erklärt Bundesfamilienministerin Schröder. „Ob Kinder, Jugendliche oder Eltern – sie alle finden bei den Jugendämtern qualifizierte Leistungs- und Beratungsangebote. So tragen die Ämter entscheidend dazu bei, dass Eltern auch in schwierigen Phasen der Erziehung professionell begleitet werden.“

In den Aktionswochen informieren die Jugendämter mit einem Tag der offenen Tür, einem Familienfest oder einer Vortragsreihe Kinder, Jugendliche und Erwachsene über ihre Leistungen und Aufgaben. Wie wenig die Angebote der Jugendämter bekannt sind, zeigt eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage: So wissen 37 Prozent der mehr als 1.000 Befragten (Erziehungsberechtigte mit minderjährigen Kindern) nicht, welche Leistungen die Jugendämter anbieten. Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden mit dem Jugendamt vor allem das Thema Kinderschutz. Dass die Expertinnen und Experten aber für viele weitere Fragen rund um die Erziehung kompetente Ansprechpartner sind und Kindern, Jugendlichen und Familien in den verschiedenen Lebensphasen engagiert zur Seite stehen, darüber möchten die Jugendämter in den Aktionswochen aufklären.

„Mehr als 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich jeden Tag in den Jugendämtern engagiert für das Wohlergehen von Familien, Kindern und Jugendlichen ein. Unsere Aktionswochen sollen zeigen, wie konkret und professionell wir Menschen unterstützen. Wir laden deshalb alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich über die Arbeit der Jugendämter zu informieren und die zahlreichen Angebote zu nutzen“, so Birgit Zeller, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter.

Die Aktionswochen werden von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter gemeinsam mit den Jugendämtern in den Städten und Landkreisen organisiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne. Den Abschluss bildet ein Treffen am 8. Juni 2011 auf dem 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart auf dem die Aktionswochen ausgewertet und weitere Schritte erörtert werden.

Weitere Informationen: www.unterstuetzung-die-ankommt.de

Quelle: BMFSFJ Internetredaktion vom 03.05.2011

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Bundesweite Kampagne: „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“

Posted on März 23, 2011. Filed under: Jugendhilfe, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Unter dem Motto „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ laden die Jugendämter in Deutschland Bürgerinnen und Bürger ein, sich über die Aufgaben und Angebote der rund 600 Jugendämter in Deutschland zu informieren. In den Aktionswochen vom 3. Mai bis zum 8. Juni 2011 beteiligen sich Jugendämter bundesweit mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen an der Kampagne. Ob mit einem Tag der offenen Tür, einem Familienfest oder einer Vortragsreihe – das Ziel der Jugendämter ist es, ihre Kompetenzen und Leistungen in der Öffentlichkeit vorzustellen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Dialog einzuladen. Am 3. Mai findet der Auftakt in Berlin statt mit Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder: „Die Arbeit der Jugendämter ist unverzichtbar, damit alle Eltern und Kinder die Chance haben, sicher, gesund und glücklich zusammenzuleben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten Kinder, Jugendliche und Eltern in schwierigen Situationen mit qualifizierten Leistungs- und Beratungsangeboten in den unterschiedlichen Lebensphasen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass möglichst alle Eltern in die Lage versetzt werden, die alltäglichen Herausforderungen der Erziehung meistern zu können.“

Engagiert und professionell
„Die Arbeit der Jugendämter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Als an der Lebenswelt der jungen Menschen und Familien orientierte Dienstleister sind die Jugendämter heute nicht nur Unterstützer der Familien und Förderer von Kindern und Jugendlichen, sondern vor allem auch Koordinatoren eines Aufwachsens in öffentlicher Verantwortung. Vor Ort sind sie im Zusammenspiel mit den frei-gemeinnützigen Trägern zuständig für die Schaffung von Befähigungschancen und Verwirklichungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige. Bildung, Integration und Teilhabe sind hierbei Schlüsselkategorien, die von Jugendämtern alltäglich mit Leben gefüllt werden müssen. Um diese schwierigen und risikobelasteten Aufgaben sachgerecht und kompetent erledigen zu können, müssen Jugendämter nicht nur hohe fachliche Standards erfüllen, sondern auch kontinuierlich ihr Eigenwissen gezielt erweitern“, so Prof. Dr. Rauschenbach, Leiter des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München.

Von der Organisation einer qualitätsvollen Kinderbetreuung über die Erziehungsberatung, den Schutz des Kindeswohls und die Förderung von Jugendlichen bis hin zur Schaffung einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt: Die rund 600 Jugendämter in Deutschland sind in vielfältiger Weise für die Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Eltern verantwortlich.

Dabei setzt das Jugendamt auf vorbeugende, familienunterstützende Angebote, die dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für Familien zu schaffen. „Mehr als 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich jeden Tag in den Jugendämtern professionell und engagiert für das Wohlergehen von Familien, Kindern und Jugendlichen ein. Die Fachkräfte in den Jugendämtern sind Profis für alle Fragen rund um die Erziehung. Viele Leistungen der Jugendämter sind in der Öffentlichkeit aber wenig bekannt. Unsere Aktionswochen laden Eltern, Kinder und Jugendliche dazu ein, die Arbeit der Jugendämter kennen zu lernen und die zahlreichen Angebote zu nutzen“, berichtet Birgit Zeller, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG Landesjugendämter).

Die Kampagne wird von der BAG Landesjugendämter gemeinsam mit den Jugendämtern in den Städten und Landkreisen umgesetzt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne. Zum Abschluss kommen die Akteure am 8. Juni 2011 im Rahmen des 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags in Stuttgart zusammen.

Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter: www.unterstuetzung-die-ankommt.de.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG Landesjugendämter) ist der Zusammenschluss der 17 deutschen Landesjugendämter, die in der Jugendhilfe überörtliche Aufgaben wahrnehmen. Die BAG nimmt Stellung zu aktuellen Gesetzentwürfen und entwickelt Empfehlungen und Arbeitshilfen für die Fachpraxis, die zu einer bundesweit einheitlichen Handhabung der gesetzlichen Vorgaben in der Kinder- und Jugendhilfe beitragen. Detaillierte Informationen gibt es auf der Homepage der BAG Landesjugendämter.

Quelle: Pressemitteilung der BAG Landesjugendämter vom März 2011

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Dokumentation der Fachtagung „Rechtsverhältnisse im Pflegekinderwesen“

Posted on Februar 10, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Das LVR-Landesjugendamt Rheinland veröffentlichte die Dokumentation der Fachtagung „Rechtsverhältnisse im Pflegekinderwesen„, die vom 02. bis 03.09.2010 in Hennef stattfand.

Im Rahmen der Überarbeitung der Arbeitshilfe „Rechtsverhältnisse im Pflegekinderwesen“ befasste sich die Tagung mit den zentralen Fragen des „Jugendhilferechtlichen Dreiecks“. Die Ergebnisse der Überarbeitung werden in Form einer Arbeitshilfe zusammengefasst.

Sie finden hier als Dokumentation folgende Vorträge:

Quelle: LVR-Dezernat Jugend – Landesjugendamt

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Seminar “Pflegeeltern und Jugendamt – Möglichkeiten der Kooperation“ am 07.02. in Dresden

Posted on Januar 1, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Sachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 07.02. veranstaltet die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes in Dresden in Kooperation mit der Pflegeelternberatung der Stadtmission Dresden von 10 – 17 Uhr das Seminar “Pflegeeltern und Jugendamt – Möglichkeiten der Kooperation“.

Referent ist Herr Heinzjürgen Ertmer, Dipl.- Sozialarbeiter aus Herten.

zum Anmeldeformular

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Landkreis Aurich begrenzt Bereitschaftspflege auf drei Monate

Posted on Dezember 20, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Niedersachsen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Die Ostfriesischen Nachrichten berichten von Plänen des Amtes für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Aurich zum Bau eines Inobhutnahme-Hauses, um die zu langen Verweilzeiten von Kindern in Bereitschaftspflege zu verkürzen.

„Der Landkreis hat auf diesen pädagogisch bedenklichen Zustand nach einer intensiven Diskussion mit den sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen des Familiären Bereitschaftsdienstes mit einer Dienstanweisung reagiert, nach der ein Kind höchstens drei Monate in einer Bereitschaftspflegefamilien leben soll.“

zum Artikel „Aurich: Landkreis baut Inobhutnahme-Haus“ in Ostfriesische Nachrichten vom 20.12.2010

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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bringt neues Bundeskinderschutzgesetz auf den Weg

Posted on Dezember 14, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Die Bundesregierung wird den Schutz von Kindern in Deutschland umfassend und wirksam verbessern. Dazu hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, heute den Bundesministerien ein neues Bundeskinderschutzgesetz zur Abstimmung vorgelegt. Es soll  am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Das Gesetz baut auf zwei Säulen – Prävention und Intervention – und stärkt alle Akteure, die sich für das Wohlergehen unserer Kinder engagieren: Angefangen bei den Eltern, über den Kinderarzt oder die Hebamme bis hin zum Jugendamt oder Familiengericht.

„Das neue Bundeskinderschutzgesetz hat seinen Namen wirklich verdient“, erklärt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Im Januar habe ich die ersten Gespräche mit den Fachleuten aus Ländern, Kommunen, den Verbänden und der Wissenschaft geführt. Jetzt – weniger als ein Jahr später – lege ich ein Gesetz vor, mit dem wir den Kinderschutz gemeinsam deutlich voranbringen. Für mich hat der Schutz unserer Kinder vor Misshandlungen und Vernachlässigung höchste Priorität.“

Das Gesetz basiert auf Erkenntnissen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen“ des Bundesfamilienministeriums. Darüber hinaus greift es Erfahrungen aus der Arbeit an den Runden Tischen Heimkinder und Sexueller Kindesmissbrauch auf. Wesentliche Verbesserungen im Vergleich zur Situation heute sind:

  • In der Kinder- und Jugendhilfe werden verbindliche Standards wie etwa Leitlinien zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen entwickelt und regelmäßig überprüft. An die Umsetzung dieser Standards ist auch die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln geknüpft.
  • Der Einsatz von Familienhebammen wird gestärkt. Ab 2012 stellt das Bundesfamilienministerium dafür jährlich 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird innerhalb von vier Jahren der Einsatz von Familienhebammen durch insgesamt 120 Millionen Euro deutlich verbessert.
  • Alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der öffentlichen und freien Jugendhilfe müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Ehrenamtliche vereinbaren mit den Trägern, bei welchen Tätigkeiten dies nötig ist.
  • Der Hausbesuch zur Einschätzung der Lebenssituation eines Kindes wird Pflicht. Allerdings nur dann, wenn dadurch der Schutz des Kindes nicht in Frage gestellt wird und seine Durchführung nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist.
  • „Jugendamts-Hopping“ wird erschwert oder verhindert. Das Gesetz stellt sicher, dass bei Umzug der Familie das neue Jugendamt die notwendigen Informationen vom bisher zuständigen Jugendamt bekommt, die es braucht, um das Kind wirksam zu schützen.
  • Eine Befugnisnorm für Berufsgeheimnisträger (wie zum Beispiel Ärzte oder Psychologen) schafft Klarheit hinsichtlich der Weitergabe von Informationen an das Jugendamt. Bei gewichtigen Anhaltspunkten für die Gefährdung des Kindeswohls dürfen künftig Informationen an das Jugendamt weitergegeben werden. Zugleich werden damit unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern auf eine einheitliche Grundlage gestellt. Das schützt die enge Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patient und schlägt gleichzeitig die Brücke zum Jugendamt.
  • Das Bundeskinderschutzgesetz schafft die rechtliche Grundlage dafür, niedrigschwellige Hilfeangebote für Familien vor und nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren des Kindes flächendeckend und auf einem hohen Niveau einzuführen zu verstetigen. Alle wichtigen Akteure im Kinderschutz – wie Jugendämter, Schulen, Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und Polizei – werden in einem Netzwerk Frühe Hilfen zusammengeführt.

Informationen zum Bundeskinderschutzgesetz finden Sie auch unter www.bmfsfj.de.

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Gießen baut Pflegekinderhilfe aus

Posted on Dezember 13, 2010. Filed under: Fachkräfte, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Der Gießener Anzeiger berichtet, dass der Jugendhilfeausschuss der Stadt Gießen die Erhöhung der Kapazität im Pflegekinderdienst von derzeit 1,5 auf 2,8 Stellen beschlossen hat.

In engerer Zusammenarbeit mit dem Landkreis wird ein Ausbau der Familienpflege angestrebt, um „den Anforderungen bei der Betreuung von Pflegefamilien und den von ihnen aufgenommenen Pflegekindern fach- und sachgerecht nachkommen zu können“.

Die Jugendhilfeplanerin verdeutlichte, „dass, wenn alleine neun Kinder statt wie zurzeit in stationären Einrichtungen dann in Pflegefamilien untergebracht werden könnten, enorme Geldmittel einspart würden“. Noch dazu sei „eine Pflegefamilie für die Kinder besser als eine stationäre Einrichtung“, betonte ein Vertreter des Pflegekinderdienstes.

Quelle: Artikel „In fast 15 Jahren keine einzige Sitzung verpasst“ vom 11.12.2010

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Kampagne „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“

Posted on Dezember 11, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Der zweite Newsletter zur Kampagne „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.“ wurde veröffentlicht.

Der Newsletter enthält aktuelle Informationen zur Kampagne, zu ersten Planungen von Jugendämtern vor Ort sowie den bundesweit 22 Workshops zur örtlichen Ausgestaltung und zur professionellen Medienarbeit.

Weiterhin ist der Mitgliederbereich der Internetseite www.unterstuetzung-die-ankommt.de eröffnet worden.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter

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Bericht von der Qualifizierung der Pflegekinderdienste in Rheinland-Pfalz

Posted on November 13, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: |

Von September 2009 bis August 2010 haben sich 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pflegekinderdiensten (PKD) verschiedener Jugendämter in Rheinland-Pfalz mit den sie betreffenden zentralen Fragen beschäftigt. Diese Qualifizierung scheint in ihrer Form einzigartig zu sein – die vielen Nachfragen aus anderen Bundesländern und dem benachbarten Ausland belegen einen hohen Bedarf und ein enormes Interesse.

Entstanden ist die Qualifizierung als Konsequenz aus einer Studie des Instituts für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism), die vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) in Auftrag gegeben wurde. An sechs Seminartagen im Laufe eines Jahres arbeiten die Teilnehmenden an Themen in den Bereichen

  • Sicherheit bei der Auswahl der Pflegefamilien
  • Übergänge gestalten – „matching“
  • Arbeit mit allen Beteiligten.

Die Qualifizierung wird gerahmt von einer Einführungs- und einer Abschlussveranstaltung, zu der auch Vertreterinnen und Vertreter der Leitungsebene der beteiligten Ämter bzw. Träger eingeladen sind. Der Abschluss des ersten Qualifizierungsdurchgangs, der am 16. August in Mainz beendet wurde, macht viel Mut für die weitere Arbeit. Nicht nur bei den Teilnehmenden selbst sind neue Ideen und konzeptionelle sowie strukturelle Vorstellungen entstanden, auch die Leitungsebene war mit den Ergebnissen und Erkenntnissen der Qualifizierung sehr zufrieden. In einigen Ämtern wurden bereits Veränderungen, die aus der Weiterbildung kamen, umgesetzt.

Nun hat mit der Einführungsveranstaltung am 1. September 2010 der zweite Durchgang begonnen, dieses Mal in Ludwigshafen. Ein knappes Jahr wird nun wieder inhaltlich gearbeitet, bis sich die Beteiligten im August 2011 zum Abschluss treffen werden.

Anlässlich der Eröffnung des zweiten Durchgangs konnten schon einige Erfahrungen und Erkenntnisse der ersten Veranstaltung in die Einführungspräsentation aufgenommen werden, die sicherlich eine Bereicherung und Weiterentwicklung des Konzeptes bedeuten. Dies waren unter anderem die positive Bewertung der Teilnahme der Leitungskräfte zu Beginn und zum Ende der Maßnahme, die Sicherstellung des Transfers der Inhalte in die einzelnen Institutionen, die Möglichkeit der Teilnahme „kompletter Pflegekinderdienste“, aber auch die Erfahrung, dass die Themenschwerpunkte nicht vollständig bearbeitet und auf keinen Fall um weitere umfassende Aufgabenbereiche, wie z.B. die Verwandtenpflege, erweitert werden können.

In den Auftaktveranstaltungen beider Durchgänge wurde bei der Auswertung deutlich, dass die Erwartungen der teilnehmenden und der Leitungskräfte trotz ihrer jeweils unterschiedlichen Perspektiven einen hohe Deckungsgleichheit aufweisen.

Spannend wird nun zu beobachten sein, ob im zweiten Durchgang ähnliche Erkenntnisse, Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus dem gemeinsamen Arbeitsprozess entstehen und dokumentiert werden. Nach und nach ergibt sich damit eine Einschätzung, wie das Pflegekinderwesen in Rheinland-Pfalz weiter optimiert werden kann und welche weiteren Angebote hierfür notwendig sind.

Quelle: Newsletter des Landesjugendamts Rheinland-Pfalz „Landesjugendamt info“ Ausgabe 5/2010

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Geplante, bundesweite Imagekampagne „Jugendamt – Unterstützung, die ankommt“

Posted on November 13, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke | Schlagwörter: |

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter plant gemeinsam mit Jugendämtern eine bundesweite Imagekampagne, die Leistungen der Jugendämter für eine breite Öffentlichkeit sichtbar macht. Zudem soll dem eher negativen Image der Jugendämter positive Bilder entgegengesetzt werden.

Unter dem Motto „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt“ wird im Frühjahr des kommenden Jahres die Öffentlichkeit mit vielfältigen Aktivitäten über die Kompetenzen und das Leistungsspektrum der Jugendämter informiert. Im Zentrum stehen die vielen positiven Unterstützungsangebote, die mit Hilfe des Jugendamtes Realität werden. Denn ob frühkindliche Förderung, Schutz von Kindern vor Missbrauch und Vernachlässigung oder Elternberatung: Jugendämter übernehmen wichtige Aufgaben und leisten so einen herausragenden gesellschaftlichen Beitrag.

Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von den Kommunalen Spitzenverbänden unterstützte Kampagne wird bundesweit stattfinden. Ab Dezember 2010 ist die Kampagne im Internet unter www.unterstuetzung-die-ankommt.de zu finden.

Quelle: Newsletter des Landschaftsverbandes Rheinland

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Mehr persönlichen Kontakt des Vormunds zu seinem Mündel im Gesetz verankern

Posted on November 9, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Die Bundesregierung will die Notwendigkeit eines ausreichenden persönlichen Kontakts eines Vormunds zu seinem Mündel (minderjährige Person, die unter Vormundschaft steht) ausdrücklich gesetzlich verankern, um so dessen Pflege und Erziehung wirksamer gewährleisten zu können.

Diesem Ziel diene auch die ausdrückliche Klarstellung, dass die Aufsichtspflicht des Familiengerichts über die Tätigkeit des Vormunds dessen persönlichen Kontakt zu dem Mündel umfasst, schreibt die Bundesregierung in einem entsprechenden Gesetzentwurf (17/3617). Im Regelfall sei dieser einmal monatlich erforderlich. Abhängig von den Umständen des Einzelfalls könnten jedoch auch kürzere oder längere Besuchsabstände erforderlich sein. Mangelnder persönlicher Kontakt soll der Vorlage zufolge ausdrücklich als Grund für die Entlassung eines Betreuers benannt werden. Der Entwurf sieht zudem vor, die Fallzahlen auf 50 Vormundschaften je Mitarbeiter zu begrenzen.

Die Regierung führt zur Begründung an, in der Vergangenheit hätten Fälle von Kindesmisshandlungen und Kindesvernachlässigungen mit Todesfolge gezeigt, dass auch der bestellte Vormund die betroffenen Kinder nicht vor den aus ihren tatsächlichen Lebensverhältnissen herrührenden Gefährdungen geschützt habe. Aufschlussreich seien hierzu insbesondere die umfangreichen Untersuchungen der Begleitumstände im Fall des 2006 zu Tode gekommenen Kleinkindes Kevin in Bremen gewesen.

Quelle: heute im bundestag vom 9.11.2010

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Prozess gegen Kevins Amtsvormund eingestellt

Posted on September 2, 2010. Filed under: Bremen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Podcast / Online, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Der Prozess wegen fahrlässiger Tötung gegen den ehemaligen Amtsvormund des 2006 von seinem Ziehvater getöteten kleinen Kevin aus Bremen wurde eingestellt gegen die Zahlung einer Geldauflage von 5000 Euro und die Übernahme der Prozesskosten.

Der Anwalt des Angeklagten sprach von einem „Systemversagen“ und machte aufmerksam auf die „unverantwortlichen Bedingungen, unter denen die Amtsvormünder arbeiten mussten“. Bereits nach sieben Verhandlungstagen wurde deutlich, dass der Angeklagte nicht allein verantwortlich gemacht werden kann. Die Richterin sprach vom „Versagen der Politik“, würdigte die „persönliche Verantwortung und tiefe Betroffenheit“ des Angeklagten und bedankte sich bei ihm, dass er „für das gesamte Amt hier saß“.

Der ursprünglich mitangeklagte, für Kevin zuständige Case-Manager entzog sich aus gesundheitlichen Gründen einer gerichtlichen Untersuchung. Nun wurde er vom Amtsarzt wieder für arbeitsfähig erklärt. Er wird wieder für das Bremer Amt für soziale Dienste arbeiten, allerdings nicht mehr in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Pressespiegel:

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Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Brandenburger Jugendämter im Jahr 2009

Posted on September 1, 2010. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2009 haben die Jugendämter des Landes Brandenburg 1.458 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1.435 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 148 junge Menschen bzw. 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden.

806 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über die Hälfte aller Inobhutnahmen erfolgte in dieser Altersgruppe. 629 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 115 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 25 Kinder unter 3 Jahren mehr als im Jahr 2008. 57,9 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen.

Bei fast drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. Nur in knapp einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus. Diese Hilfeleistung auf eigenen Wunsch wurde besonders von den Mädchen in Anspruch genommen (63,5 Prozent) und hier zum überwiegenden
Teil von der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (78,6 Prozent).

Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (556 Fälle), Beziehungsprobleme (483 Fälle), Vernachlässigung (141 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (98 Fälle) sowie Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen und Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (93 bzw. 92 Fälle). Suchtprobleme spielten in 40 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen
für sexuellen Missbrauch wurden 17-mal angeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 30.08.2010

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Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Berliner Jugendämter im Jahr 2009

Posted on September 1, 2010. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2009 haben die Jugendämter in Berlin 1 336 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1 326 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 71 junge Menschen bzw. 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. 874 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über zwei Drittel aller Inobhutnahmen erfolgten in dieser Altersgruppe. 452 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 109 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 6 Kinder unter 3 Jahren weniger als im Jahr 2008.

Bei drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. In einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus und dort zum überwiegenden Teil von den Mädchen (57,7 Prozent) besonders der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (84,2 Prozent).

Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (498 Fälle), Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen (224 Fälle), Beziehungsprobleme (207 Fälle), Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (197 Fälle), Vernachlässigung (170 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (160 Fälle) und unbegleitete Einreise aus dem Ausland (104 Fälle). Suchtprobleme spielten in 66 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen für sexuellen Missbrauch wurden 22-mal angeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 30.08.2010

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Kabinett beschließt Gesetzentwurf zum Vormundschaftsrecht

Posted on August 27, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Das Kabinett hat am 25.08. den von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorgelegten Entwurf eines „Gesetzes zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts“ beschlossen. Ziel des Entwurfs ist es insbesondere, den persönlichen Kontakt des Vormundes zu dem Mündel in der Vormundschaft zu stärken, um zukünftig Fällen von Missbrauch und Verwahrlosung besser begegnen zu können.

Der Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin sieht im Wesentlichen vor:

  • der Vormund soll in der Regel einmal im Monat persönlichen Kontakt mit dem Mündel aufnehmen
  • der Vormund hat die Pflicht, den Mündel persönlich zu fördern und seine Erziehung zu gewährleisten
  • die Aufsichtspflichten des Gerichtes werden ausgeweitet
  • die Berichtspflichten gegenüber dem Gericht werden ausgeweitet
  • das Jugendamt soll den Mündel vor Übertragung der Aufgaben des Vormundes auf einen Mitarbeiter bei der Amtsvormundschaft anhören
  • ein Amtsvormund soll höchstens 50 Mündel betreuen – und nicht mehr wie bislang bis zu 120 Kinder
  • unzureichende persönliche Kontakte werden als Grund für die Entlassung des Betreuers im Betreuungsrecht ausdrücklich genannt

Der letzte Punkt soll insbesondere verhindern, dass wegen der zum 1. Juli 2005 eingeführten pauschalen Vergütung der Berufsbetreuer der persönliche Kontakt zwischen Betreuer und Betreutem zu stark eingeschränkt wird, wie die Evaluation des Betreuungsrecht es nahelegt.

Die Bundesjustizministerin ist der Überzeugung, dass die Umsetzung des Gesetzesvorhabens zu einer spürbaren Verbesserung des persönlichen Kontaktes zwischen Vormund und Mündel führen wird, die unter Vormundschaft stehenden Kinder und Jugendlichen sich durch ihre stärkere Beteiligung ernster genommen fühlen und Kindern wie dem kleinen Kevin ein besserer Schutz gewährt werden kann.

zum Regierungsentwurf des Gesetzes zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts (pdf)

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministerium für Justiz vom 25.08.210

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„Biografiearbeit – Chancen und Nutzen“ am 09.10. in Heidenheim

Posted on August 24, 2010. Filed under: Baden-Württemberg, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

In Kooperation mit dem Ortsverein PFAD FÜR KINDER Heidenheim veranstaltet die Pflegeelternschule Baden-Württemberg am 09.10. in Heidenheim das Seminar „Biografiearbeit – Chancen und Nutzen“ mit Frau Paula Zwernemann.

Das Wort „Biografiearbeit“ ist zum Modewort geworden, es werden unterschiedliche Konzepte von Jugendamtsmitarbeitern erprobt.

Es stellen sich  Fragen  wie:“ Wer übernimmt diese Aufgabe?  Darf diese delegiert werden? Kann und darf Biografiearbeit „verordnet“ werden?“ Auch Fragen des Datenschutzes treten auf. Kinder und Jugendliche, die in Pflege- oder Adoptivfamilien leben, haben sich mit Brüchen in ihrer Biografie auseinander zu setzen. Die Frage: „Warum wurde ich weggegeben?“ ist eine zentrale Frage, die oft aufgrund eines fehlverstandenen Datenschutzes nicht realitätsgetreu beantwortet werden kann. Was können Pflegeeltern tun, um eine realitätsgetreue Lebensgeschichte  Ihres Kindes zu erarbeiten? Was ist Aufgabe des Jugendamtes, um die Geschichte des Kindes wirklichkeitsgetreu wiederzugeben?

nähere Informationen

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Bremer Kevin-Prozess vor Einstellung?

Posted on August 9, 2010. Filed under: Bremen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Podcast / Online, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Radio Bremen berichtete am 04.08. vom Angebot des Bremer Landgerichs an den angeklagten Amtsvormund des getöteten Kevin, den Prozess wegen fahrlässiger Tötung unter Auflagen einzustellen.

zum Artikel „Anklage und Verteidigung überlegen – Bremer Prozess um toten Kevin vor Einstellung“

zum Filmbeitrag Zweiter Kevin-Prozess vor dem Aus? (6:17 min)

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Untersuchung zu den Schwierigkeiten von Fachkräften beim In-Kontakt-Kommen mit Familien

Posted on August 6, 2010. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke | Schlagwörter: , |

Schwierigkeiten beim In-Kontakt-Kommen zu Familien – Aussagen von fallverantwortlichen Fachkräften aus den Hilfen zur Erziehung

In einer Untersuchung der Kinderschutz-Zentren wurden 223 fallverantwortliche Fachkräfte aus den Hilfen zur Erziehung danach befragt, was ihnen die größten Schwierigkeiten macht, mit Familien in Kontakt zu kommen.

Circa jede fünfte Fachkraft spricht an, dass Eltern Angst vor der Herausnahme der Kinder aus der Familie haben und damit vor dem Jugendamt als Institution (Rangplatz 1). Von den genannten 19,5% der Fachkräfte erwähnen 6,5% die bestehenden Vorurteile und Vorbehalte gegenüber dem Jugendamt. Dieses wird von Eltern zum Teil als „Eingriffsverwaltung“ bzw. reine Kontrollinstitution wahrgenommen. Eine Person vermutet, dass die Medien hier einen nicht unbedeutenden Einfluss haben, indem sie ein kontraproduktives Bild vom Jugendamt vermitteln. Aber auch Helfer(innen) von freien Trägern können dazu beitragen, dass Eltern ein einseitig negatives Bild vom Jugendamt aufbauen. So wird beispielsweise das Einbeziehen des Jugendamtes von einigen Mitarbeiter(inne)n als eine Art Drohkulisse aufgebaut und in einzelnen Fällen als Druckmittel gegenüber den Familien genutzt.

Einige befragte Fachkräfte verweisen aber auch auf die negativen Erfahrungen mit Jugendämtern, die Eltern in ihrer Biografie gesammelt haben. Vor diesem Hintergrund ist es zu wünschen, dass sich alle Fachkräfte in Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen dafür einsetzen, Familien ein realistisches Bild von der Jugendhilfe zu vermitteln. Es ist insbesondere einem negativen Image des Jugendamtes entgegenzuwirken, denn ein solches Image verhindert das In-Kontakt-Kommen mit den Familien und ist damit kontraproduktiv für den Kinderschutz.

zu den weiteren Ergebnissen der Untersuchung

Quelle: Meldung der Kinderschutzzentren vom 04.08.2010

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Heinz Hilgers plädiert für mehr Überlastanzeigen durch JugendamtsmitarbeiterInnen

Posted on Juli 30, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Der General-Anzeiger Bonn berichtet am 27.07. im Artikel „Etliche Hinweise auf Arbeitsüberlastung in den Jugendämtern“ von Sylvia Binner und Ulrich Lüke über die Arbeitsbelastung von JugendamtsmitarbeiterInnen:

„Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers warnt im Gespräch mit dem GA vor einer voreiligen Generalisierung zur Frage, ob Jugendämter überlastet seien. Eindeutig sei aber, dass die Fallzahlen stark stiegen.“…

„Hilgers: „Es gibt einen Trend zum Sparen am falschen Ende.“ Der Kinderschutzbundpräsident meint damit, dass bei den einfachen, präventiven Hilfen zu sehr gespart werde, was am Ende dazu führe, dass es zu mehr Heim-Einweisungen und Pflegefamilien-Fällen komme. Die aber seien komplizierter, arbeitsintensiver und teurer.“…

„Als Richtwert für einen Pflegekinder-Dienst empfiehlt der Kinderschutzbund maximal 60 Kinder pro Mitarbeiter (20 Dauerpflegeplätze, 40 Tagespflegeplätze).“

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SPD: Aus Fall Kevin lernen – Amtsvormundschaft auf höchstens 40 Fälle beschränken

Posted on Juli 8, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Berlin: (hib/BOB/HIL) Eine Begrenzung der Amtsvormundschaft auf 40 Fälle pro Person hält die SPD-Fraktion für notwendig. In einem Antrag (17/2411) erinnert sie an den Fall Kevin, der im Jahr 2006 zu Tode kam. Der zuständige Amtsvormund in Bremen habe zu diesem Zeitpunkt 200 Mündel (im Bürgerlichen Gesetzbuch verwandter Begriff für minderjährige Personen, die unter Vormundschaft steht) betreut. Er habe wegen des fehlenden persönlichen Kontakt keine Kenntnis von den katastrophalen Verhältnissen gehabt, in denen Kevin gelebt habe. Zudem müsse die Begrenzung der Zahl der Fälle für alle Formen der Vormundschaft gelten, nicht nur für die Amtsvormundschaft. Damit die Neuregelung in der Praxis umgesetzt werden könne und ”keine bloße Absichtserklärung“ bleibe, müssten zudem ”erhebliche finanzielle Ressourcen“ bereitgestellt werden. Die Zahl der qualifizierten Jugendamtsmitarbeiter müsse in diesem Bereich ”erheblich erhöht“ werden, fordern die Sozialdemokraten.

Zu der angekündigten Reform des Vormundschaftsrechts sei – ähnlich wie im Betreuungsrecht – ein gesetzliches Leitbild für die Tätigkeit des Vormunds geschaffen werden. Die Entwicklung und das Wohl des Mündels sollten stärker in den Vordergrund der Amtsführung des Vormunds gerückt werden. Es solle explizit geregelt werden, dass der Vormund bei seiner Tätigkeit das Wohl und den Willen des Minderjährigen zu beachten habe. Die Interessen des Mündels sollten zudem bei Anordnung und Führung der Vormundschaft stärker berücksichtigt werden. Dies gelte für die Auswahl der Vormunds ebenso für die Führung der Vormundschaft. Das Mündel sollte je nach Stand seiner Entwicklung bei der Entscheidung der ihn betreffenden Angelegenheit durch den Vormund beteiligt sein.

Die Sozialdemokraten fordern außerdem eine Beschwerdeinstanz, an die sich das Mündel wenden kann. Zu prüfen sei auch, in welchem Umfang Pflegeeltern für die Übernahme der Vormundschaft geeignet sind und wie dies durch gesetzliche Regelungen unterstützt werden kann. Der Antrag ist Thema der Bundestagssitzung am Donnerstag.

Quelle: Heute im Bundestag Nr. 241 vom 07.07.2010

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TV-Tipp „Mutter gegen Jugendamt – Nadine kämpft um ihre Kinder“ am 24.06.

Posted on Juni 20, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Am 24.06 um 22.30 Uhr sendet das WDR-Fernsehen in der Reihe Menschen hautnah erneut die Dokumentation „Mutter gegen Jugendamt – Nadine kämpft um ihre Kinder“.

Der Film begleitet den Sorgerechtsstreit zwischen der 19-jährigen Mutter und dem Jugendamt über sechs Monate: in der Zeit vor dem Prozess, am Tag der Urteilsverkündung und zwei Monate später. Die Autorin Katrin Wegner zeigt darin den verzweifelten Versuch einer Mutter, Erklärungen für das Geschehene zu finden, ihre Hoffnung auf eine zweite Chance und die Position des Jugendamtes, zum Wohle des Kindes zu handeln. Auf der einen Seite steht Nadine S., die ihre Kinder liebt und sie selbst erziehen will. Auf der anderen Seite das Jugendamt, dass die Kinder vor dem gewalttätigen Vater und der scheinbar überforderten Mutter schützen will.

nähere Informationen zur Sendung

Die Sendung kann auch als Podcast online angesehen werden.

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Vormund im „Fall Kevin“ wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Posted on Juni 12, 2010. Filed under: Bremen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Am 08.06. begann in Bremen der  Prozess gegen den ehemaligen, mittlerweile pensionierten Amtsvormund des kleinen Kevin, der 2006 in Bremen von seinem Ziehvater getötet wurde.

Der Tod des 2-jährigen Kindes hatte ganz Deutschland nachhaltig erschüttert und wurde zum „Symbol eines nicht funktionierenden staatlichen Kindesschutzes“. Der „Fall Kevin“ wurde ausführlich analysiert und leitete eine neue Phase des Kinderschutzes ein.

2008 wurde der Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nun muss sich auch der ehemalige staatliche Amtsvormund vor Gericht wegen des Vorwurfs der fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Eine zweite Anklage gegen den damals zuständigen Sozialarbeiter von Kevin wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.

Die Fragestellung, ob hier eine individuelle Schuld eines Jugendamtsmitarbeiters vorliegt oder ein Versagen der Behörde, wird sicher wiederum von allgemeinem Interesse sein.

Hintergrundberichte:

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Artikel „Eltern ihr Kind wegnehmen“

Posted on Juni 5, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In ZEIT-ONLINE berichtet eine junge Sozialarbeiterin, wie sie – neu im Sozialen Dienst des Jugendamtes – Entscheidungen treffen muss, die das Leben ganzer Familien verändern.

zum Artikel „Eltern ihr Kind wegnehmen“ von Stefanie Bause in Zeit-online vom 31.05.2010

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Nürnberg: Artikel „Pflegeeltern klagen über das Jugendamt“

Posted on März 23, 2010. Filed under: Bayern, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ende 2008 strukturierte das Jugendamt Nürnberg seinen Pflegekinderdienst um und lagerte Teile an drei freie Träger aus.

Aus Unzufriedenheit mit der Betreuung schon länger bestehender Pflegeverhältnisse gründete sich mittlerweile das Aktionsbündnis „Pflegeeltern in Not“. Initiatorin des Bündnisses ist Frau Hess, selbst Pflegemutter und Mitglied bei PFAD für Kinder – Nürnberg/Fürth e.V.

Dazu berichteten die Nürnberger Nachrichten am 20.03.2010 in ihrem Artikel „Pflegeeltern klagen über das Jugendamt“ von Ute Möller.

Mit freundlicher Genehmigung von: Verfasser / Nürnberger Nachrichten

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TV-Tipp „Leibliche Mutter kämpft um ihre Kinder“ am 18.+19.02.

Posted on Februar 16, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Am 18.02. von 22.30 – 23.15 Uhr sendet das WDR-Fernsehen in der Reihe Menschen hautnah die Dokumentation „Mutter gegen Jugendamt – Nadine kämpft um ihre Kinder“. Am 19.02. wird die Sendung von 14.15 – 15.00 Uhr wiederholt.

Der Film begleitet den Sorgerechtsstreit zwischen der 19-jährigen Mutter und dem Jugendamt über sechs Monate: in der Zeit vor dem Prozess, am Tag der Urteilsverkündung und zwei Monate später. Die Autorin Katrin Wegner zeigt darin den verzweifelten Versuch einer Mutter, Erklärungen für das Geschehene zu finden, ihre Hoffnung auf eine zweite Chance und die Position des Jugendamtes, zum Wohle des Kindes zu handeln. Auf der einen Seite steht Nadine S., die ihre Kinder liebt und sie selbst erziehen will. Auf der anderen Seite das Jugendamt, dass die Kinder vor dem gewalttätigen Vater und der scheinbar überforderten Mutter schützen will.

nähere Informationen zur Sendung

Nach Ausstrahlung kann die Sendung als Podcast online angesehen werden: http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/vodcast/index.jsp

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Justizministerin: Vormund darf Kind nicht nur aus Akten kennen

Posted on Januar 14, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , |

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zu verbessertem Kinderschutz durch beabsichtigte Änderungen im Vormundschaftsrecht:

Kinder sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Nicht jedes Kind hat das Glück, in der eigenen Familie Schutz und Fürsorge zu erfahren. Schreckliche Fälle von Kindesvernachlässigung sind unvergessen. Änderungen im Vormundschaftsrecht können dazu beitragen, Missbrauch und Vernachlässigung zu verhindern.

Wird Eltern das Sorgerecht entzogen, übernimmt ein Vormund die volle Verantwortung für das Kind. In drei von vier Fällen liegt die Vormundschaft beim Jugendamt als „Amtsvormund“. Wer Verantwortung für Kinder trägt, darf seine Schützlinge nicht nur aus Akten kennen. Ein direkter Draht zum Kind und Einblicke in das persönliche Umfeld sind unverzichtbar, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und abzuwenden. In der Praxis muss ein Amtsvormund in vielen Fällen bis zu 120 Kinder gleichzeitig im Blick haben, bei Kevins Vormund in Bremen waren es mehr als 200. Der persönliche Kontakt ist oft nicht mehr möglich.

Wir wollen den persönlichen Kontakt ausdrücklich im Gesetz verankern. Der Vormund soll seine Mündel regelmäßig treffen, möglichst jeden Monat. Mindestens ein Mal im Jahr soll er dem Familiengericht nicht nur über persönliche Verhältnisse des Kindes, sondern auch über den Umfang des persönlichen Kontakts berichten. Die Familiengerichte sollen die Erfüllung der Kontaktpflicht überwachen. Damit gerade Amtsvormünder genug Zeit für den persönlichen Kontakt haben, sollen sie sich maximal um 50 Kinder kümmern.

Den jetzt geplanten Regelungen zum persönlichen Kontakt soll eine umfassende Modernisierung des Vormundschaftsrechts folgen. Die Grundkonzeption stammt aus dem vorletzten Jahrhundert. Viele Vorschriften müssen aktuellen Verhältnissen angepasst werden.

Zum Hintergrund:
Ein Vormund wird nicht nur für Waisen, sondern auch bestellt, wenn das Familiengericht den Eltern ihr Sorgerecht z.B. wegen akuter Kindeswohlgefährdung entzieht. Der Vormund ist dann an Stelle der Eltern zur umfassenden Sorge für Person und Vermögen des Kindes verpflichtet. In der Vergangenheit kam es auch bei bestehender Vormundschaft wiederholt zu Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen durch Pflegepersonen.

Eine mögliche Ursache ist der oftmals fehlende persönliche Kontakt zwischen Vormund und Mündel. In der Praxis übernehmen zumeist Mitarbeiter des Jugendamtes die Vormundschaft als Amtsvormund. Da ein einziger Amtsvormund häufig bis zu 120 Kinder betreut, kennt er seine Mündel oft kaum persönlich und kann daher seiner Verantwortung nicht gerecht werden. Hätte beispielsweise der Amtsvormund im Fall Kevin regelmäßigen persönlichen Kontakt und Einblicke in das persönliche Umfeld gehabt, hätte er seine Kontrollfunktion besser wahrnehmen und das Unglück möglicherweise vermeiden können.

Ein vom Bundesjustizministerium erarbeiteter Referentenentwurf sieht deshalb vor:

  • Ein ausreichender persönlicher Kontakt des Vormunds mit dem Mündel wird ausdrücklich im Gesetz verankert.
  • Die Pflicht des Vormunds, Pflege und Erziehung des Mündels zu beaufsichtigen, wird im Gesetz stärker hervorgehoben.
  • Die Frage des persönlichen Kontakts wird in die jährliche Berichtspflicht des Vormunds gegenüber dem Familiengericht aufgenommen.
  • Die Aufsicht des Familiengerichts über die Amtsführung des Vormunds wird ausdrücklich auf die Erfüllung der Kontaktpflichten erstreckt.
  • Die Fallzahlen in der Amtsvormundschaft werden auf 50 Vormundschaften für jeden Vollzeitmitarbeiter begrenzt.

Bei der Kabinettsklausur in Schloss Meseberg hat die Bundesregierung dem Vorschlag der Bundesjustizministerin zugestimmt, den persönlichen Kontakt zwischen Vormund und Mündel zu stärken und dazu einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten. Mittlerweile liegt der Referentenentwurf vor. Momentan haben Länder und Verbände die Gelegenheit zur Stellungnahme.

Zusätzlich zu dem aktuellen Gesetzgebungsvorhaben ist im zweiten Schritt eine Gesamtreform des Vormundschaftsrechts beabsichtigt. Die Grundkonzeption des Vormundschaftsrechts stammt aus dem 19. Jahrhundert und bedarf daher in vielen Bereichen der Anpassung an die aktuellen Rechts- und Lebensverhältnisse. Ein Gesetzesentwurf soll im Laufe der Legislaturperiode erarbeitet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums vom 08.01.10

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Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter plant Imagekampagne für Jugendämter

Posted on November 27, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Zu ihrer 107. Arbeitstagung traf sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter vom 04. bis 06. November 2009 in Hamburg.

Dr. Angelika Kempfert, Staatsrätin der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz begrüßte die Leiterinnen und Leiter der bundesdeutschen Landesjugendämter und erläuterte die jugend- und familienpolitischen Aufgabenschwerpunkte der Hansestadt.

In einem ersten Beschlussteil verständigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Vorbereitung einer Kampagne zur Verbesserung des Images der Jugendämter in der Öffentlichkeit. Im Rahmen eines einheitlichen Konzepts sollen zentrale Botschaften über die hilfreiche Funktion der Jugendämter als öffentliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe in einer konzertierten Aktion unter Beteiligung möglichst vieler örtlicher Jugendämter in die Öffentlichkeit vermittelt werden. Als Zeitpunkt der Kampagne wurde das Frühjahr 2011 in Aussicht genommen.

Unter dem Titel „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Betriebserlaubniserteilung für Einrichtungen der Erziehungshilfe“ wurde eine Arbeitshilfe für die Aufsicht nach §§ 45 ff. SGB VIII beschlossen, mit der differenziert Eckpunkte für die stärkere Berücksichtigung des Partizipationsgedankens in der Heimerziehung beschrieben werden. Die Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung, anerkannter Standard des Vollzugs des Adoptionsvermittlungsrechts, wurde in einer 6. Fassung neu beschlossen; sie nimmt die zwischenzeitlich erfolgten Rechtsänderungen (insbesondere das FamFG) auf.

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung für die unter Dreijährigen erfordert neben den rein quantitativen Gesichtspunkten die Sicherstellung einer möglichst hohen Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung in dieser Altersstufe. Hierzu wurde auf der Arbeitstagung fachliche Empfehlungen beschlossen, die sich sowohl an die Kindertageseinrichtungen als auch an die Kindertagespflege richten (siehe beiliegende Datei).

Der fachliche Erfahrungsaustausch spielt bei den Arbeitstagungen der Leitungen der Landesjugendämter eine wichtige Rolle; er ermöglicht, rechtzeitig weiterführende oder notwendige Entwicklungen der Kinder- und Jugendhilfe aufzugreifen und verschiedene Sichtweisen und thematische Zugänge zu vertiefen. Zu den Themen auf dieser Arbeitstagung zählten die fachliche Diskussion über die künftige Organisation der Eingliederungshilfen (im Rahmen der Jugendhilfe § 35a SGB VIII) und hierbei insbesondere die sogenannte „Große Lösung“, also die Zusammenführung aller Eingliederungshilfen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe; das Verhältnis zwischen Jugendhilfe und Ganztagsschule (insbesondere in den verschiedenen „gebundenen“ Formen); die Bedeutung der EU-Jugendstrategie für die öffentliche Jugendhilfe sowie die Weiterentwicklung des Kosten- und Zuständigkeitsrechts des SGB VIII.

Die nächste, 108. Arbeitstagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter findet vom 24. bis 26. März 2010 in Stuttgart statt. Die angekündigten „Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung“ sowie die Arbeitshilfe zur „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Betriebserlaubniserteilung für Einrichtungen der Erziehungshilfe“ werden in Kürze veröffentlicht.

Alle weiteren Stellungnahmen und Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter sind auf der Homepage der BAGLJÄ (www.bagljae.de) dokumentiert.

Quelle: Pressemitteilung der BAGLJÄ vom 18.11.09

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Abschlussbericht 2009 der Arbeitsgruppe „Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls – § 1666 BGB“

Posted on Oktober 12, 2009. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , , |

Im September 2009 hat die Arbeitsgruppe „Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls – § 1666 BGB“ (AG) ihren Abschlussbericht veröffentlicht.

Die im Jahre 2006 Arbeitsgruppe hatte bereits Vorschläge, welche den Gerichten ein frühzeitiges Tätigwerden im Fall der Kindeswohlgefährdung ermöglichen und Eltern zur Wahrnehmung elterlicher Verantwortung anhalten sollte, erarbeitet. Diese finden sich in dem Mitte 2008 in Kraft getretenen Gesetz zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls wieder.

Insgesamt würdigt und begrüßt die Arbeitsgruppe im nun vorgelegten Abschlussbericht die eingetretenen Verbesserungen im Bereich des Kinderschutzes. Sie sieht aber gleichwohl weiteren Handlungsbedarf in den genannten Bereichen, um eine fortschreitende Stärkung und Verbesserung des Kinderschutzes zu verwirklichen.

Im Rahmen der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Familiengerichten und den Jugendämtern sollte nach ihrer Auffassung der Fokus bei der Erweiterung des interdisziplinären Wissens auf beiden Seiten sowie einer engeren Zusammenarbeit  liegen. Eine Verbesserung der Zusammenarbeit könne beispielsweise durch die Erhöhung der Teilnehmerzahlen bei Fortbildungen und interdisziplinären Arbeitkreisen erreicht werden.

Weiterer Gegenstand der Beratungen der Arbeitsgruppe war der Schutz des Wohls des ungeborenen Kindes. Die hier bestehende Gefährdungslage sei von § 1666 BGB nicht erfasst. Im Abschlussbericht wird eine Erweiterung der Hilfsangebote im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelungen vorgeschlagen. Es solle ein Hilfsangebot ins SGB VIII aufgenommen werden, welches sich explizit an schwangere Frauen und werdende Eltern richtet.

Im Rahmen der Qualitätssicherung in Vormundschafts- und Pflegschaftssachen wird insbesondere auf die Überlastung der Fachkräfte hingewiesen, die häufig zwischen 60 und 120 Kinder und Jugendliche vertreten würden. Die AG  empfiehlt eine Obergrenze von 50 Kindern und Jugendlichen, um eine konzentrierte Ausführung der Aufgaben zu ermöglichen. Zudem bedürfe es der Konkretisierung der Personensorgepflicht, der gesetzlichen Verpflichtung zu regelmäßigem persönlichen Kontakt, einer verstärkten Beteiligung des Kindes und der Stärkung des Einzelvormunds.

Um bei Pflegekindern das Auftreten von Kindeswohlgefährdungen zu verringern, hält die AG die Stärkung der Stabilität des Pflegeverhältnisses für erforderlich.

Der komplette Abschlussbericht der AG ist auf der Webseite des Bundesjustizministeriums unter http://www.bmj.de/ag-kindeswohl abrufbar.

Quelle: LVR Newsletter „Rechtsfragen der Jugendhilfe“ vom 29.09.09

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Neuveröffentlichung: „Die Jugend(hilfe) von heute – Helfen mit Risiko“

Posted on September 16, 2009. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Stellungnahmen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Das neue Fachbuch „Die Jugend(hilfe) von heute – Helfen mit Risiko“ von Die Kinderschutz-Zentren leistet einen Beitrag zur Handlungsfähigkeit von Helferinnen und Helfer im Hinblick auf die jugendliche Zielgruppe. Es zeigt Hilfezugänge und Handlungsmöglichkeiten auf, die Kinder schützen und Familien unterstützen. In diesem Kontext werden auch Kenntnisse und Erfahrungen für eine professionelle, institutionelle Kooperation vermittelt.

Namhafte Expert(inn)en analysieren die aktuelle Situation des Kinderschutzes und der Jugendhilfe und wagen einen Ausblick auf die Entwicklung der Jugendhilfe.

Es enthält u.a. folgende Beiträge:

  • Klaus Wolf
    Kritische Lebensereignisse in der Entwicklung von Pflegekindern
  • Wolfgang Hammer
    Wirksamer Kinderschutz braucht selbstbewusste Jugendämter
  • Holger Gläss
    (Neue?) Angst vor dem Jugendamt?
  • Thomas Buchholz
    Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und Schule in Fällen von Hilfen zur Erziehung – Empirische Ergebnisse zur Verbesserung der Kooperationslandschaft
  • Juliane Kuhn, Ines Lägel
    Kinder psychisch kranker Eltern – Belastungen, Bewältigungen und präventive Maßnahmen
  • Astrid von Törne, Jennifer Penders
    Traumatisierte Flüchtlingsfamilien – Eine besondere Herausforderung für die Jugendhilfe
  • Ulrich Bürger
    Die Kinder- und Jugendhilfe im demografischen Wandel – Grundlegende Anmerkungen und Betrachtungen am Beispiel der Hilfen zur Erziehung

gesamtes Inhaltsverzeichnis

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„Leuchtturmprojekt PflegeKinderDienst“ will einheitliche Standards für die Betreuung von Pflegekindern schaffen

Posted on Juli 17, 2009. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , , , |

Landschaftsverband Rheinland (LVR), Uni Siegen und Jugendamt Düsseldorf möchten die Arbeit von Pflegekinderdiensten verbessern / Modellprojekt in Bornheim, Duisburg, Düsseldorf und Kamp-Lintfort gestartet / Einsatz für einheitliche Rahmenbedingungen im Pflegekinderwesen

Köln. 7. Juli 2009. Immer mehr Kinder haben nicht das Glück, von ihren biologischen Eltern umsorgt und erzogen zu werden. Gründe dafür können Krankheiten, Todesfälle oder ungünstige soziale Umstände im Elternhaus sein. Viele dieser Kinder werden in Pflegefamilien vermittelt. Eine Pflegefamilie ermöglicht es Kindern, Vertrauen zu fassen, Geborgenheit und die Zuneigung von Eltern zu erfahren. So lernen sie, was es heißt, verlässliche Bindungen einzugehen. Doch bei den Kriterien, nach denen Pflegefamilien vorbereitet, begleitet und unterstützt werden, bestehen je nach Kommune wesentliche Unterschiede. Dies führt mitunter sowohl für die Kinder und Pflegefamilien als auch für die Vermittlungsdienste zu schwierigen Situationen.

Deshalb haben der LVR (Landschaftsverband Rheinland), die Universität Siegen und das Jugendamt der Stadt Düsseldorf das „Leuchtturmprojekt PflegeKinderDienst“ aufgelegt. Ziel ist es, im ganzen Rheinland verbindliche Standards bei der Betreuung von Pflegefamilien einzuführen und die Professionalität im Pflegekinderwesen zu steigern.

„Nur durch verbindliche Standards und Rahmenbedingungen bei der Vermittlung von Pflegeverhältnissen sind überall im Rheinland gleichwertige Voraussetzungen für die Versorgung für Pflegekinder sicher zu stellen“, sagt Michael Mertens, LVR-Schul- und Jugenddezernent, zur Intention des Projektes. „Deshalb unterstützt der LVR als Träger des Landesjugendamtes dieses Projekt aktiv“, so Mertens weiter.

Prof. Klaus Wolf von der Universität Siegen leitet die Forschungsgruppe: „Im Mittelpunkt steht das Anliegen, den Kindern, die einen schwierigen Start ins Leben hatten, eine gute Entwicklung zu ermöglichen und dazu auch die Pflege- und Herkunftsfamilien wirksam zu unterstützen. Umso wichtiger ist die Entwicklung von gut begründeten Qualitätskriterien, die als Orientierungshilfe für die Fachkräfte dienen können.“

Das zweijährige Projekt untersucht exemplarisch die Pflegekinderdienste der Städte Bornheim, Duisburg, Düsseldorf und Kamp-Lintfort. Zunächst werden biografische Interviews mit über 50 (ehemaligen) Pflegekindern aus diesen Regionen geführt. Dabei werden auch geschlechtsspezifische Besonderheiten berücksichtigt. Aus der Analyse und Aufbereitung der Interviews leitet die Forschungsgruppe gemeinsam mit den Mitarbeitern der Pflegekinderdienste der vier Städte fachliche Standards ab, um die Arbeit der Vermittlungsdienste zu professionalisieren. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Pflegekindern, der Universität Siegen und den Fachkräften in den Pflegekinderdiensten ist unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen des Projektes.

Erste konzeptionelle Leitlinien für die Arbeit der Pflegekinderdienste hat der LVR in einer Rahmenkonzeption zur Verfügung gestellt. (wir berichteten)

Quelle: Meldung auf INFO SOZIAL vom 09.07.09

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Auch 2008 weiterhin Anstieg bei der Zahl der Inobhutnahmen – 2 686 junge Menschen in Baden-Württemberg betroffen

Posted on Juli 16, 2009. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , , , , |

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2008 in Baden-Württemberg 2 686 Kinder und Jugendliche von den Jugendämtern in Obhut genommen. Das bedeutet gegenüber 2007 eine erneute Zunahme um 28,2 Prozent (+591 Kinder und Jugendliche). Damit erreicht die Zahl der Inobhutnahmen den höchsten Stand seit Einführung dieser Statistik im Jahr 1995 (Schaubild). Damals wurden noch 1 054 Maßnahmen von den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe gemeldet.

In akuten Krisensituationen nehmen Jugendämter Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu ihrem Schutz – auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer wie z.B. Polizei oder Erzieher – vorübergehend in Obhut und bringen sie vorläufig in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person unter. Neben Unterkunft und Verpflegung stehen sozialpädagogische Beratung und Unterstützung im Vordergrund der Schutzmaßnahme.

Für 1 551 Mädchen und junge Frauen (+25,6 Prozent gegenüber 2007) und 1 135 Jungen und junge Männer (+32 Prozent) war 2008 ein behördliches Eingreifen aufgrund einer akuten Gefährdung nötig. Über die Hälfte der Jugendlichen (1 542) war zwischen 14 und 18 Jahre alt. Drei Viertel (2 037) der jungen Menschen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Viertel (648) war aus der eigenen Familie, Heim oder Pflegefamilie ausgerissen.

Von den insgesamt 2 686 betroffenen jungen Menschen wurde ein Viertel (678) auf eigenen Wunsch unter den Schutz des Jugendamts gestellt. Knapp ein Drittel der Maßnahmen (855) war durch soziale Dienste oder das Jugendamt, ein Fünftel (565) durch die Polizei veranlasst. 53,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen lebten vor der Inobhutnahme bei den Eltern bzw. bei einem Elternteil mit Partner, und 29,3 Prozent wuchsen bei einem allein erziehenden Elternteil auf.

Die Hauptursache lag bei der Hälfte aller Maßnahmen in einer Überforderung der Eltern oder des Elternteils, und bei einem Fünftel traten Beziehungsprobleme auf. Anzeichen von Misshandlung lagen bei 12 Prozent und Vernachlässigung bei 10 Prozent aller Fälle vor. Drei Viertel der Kinder und Jugendlichen wurden vorübergehend in einer Einrichtung untergebracht, ein Viertel fand Schutz bei einer geeigneten Person.

In Zusammenarbeit mit den Betroffenen und gegebenenfalls auch mit ihren Angehörigen werden Zukunftsperspektiven entwickelt, zu denen auch eine anschließende Hilfeleistung in Form eines weiteren Aufenthalts in einer Einrichtung oder ambulante erzieherische Hilfen gehören können. Nur 8,3 Prozent der jungen Menschen erhielten im Anschluss keine Hilfe mehr.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 14.07.09

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Artikel „Wenn Eltern Täter sind“

Posted on Juli 15, 2009. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , |

Ein Gedankenspiel: Sie werden überfallen und zusammengeschlagen. Würde Sie jemand zwingen, danach mit dem Täter in Kontakt zu treten? Solche Fragen stellt der Kinderpsychiater Karl-Heinz Brisch, der die Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie an der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München leitet, manchem Richter. Denn: Was Erwachsenen niemand zumutet, wird von Kindern oft verlangt. Sie werden misshandelt, vernachlässigt, dauerhaft geschädigt und müssen sich ihren Tätern trotzdem immer wieder aussetzen – wenn die Täter ihre Eltern sind.

Eigentlich hatte Matthias noch Glück im Unglück. Als er mit dreieinhalb nicht mehr regelmäßig in den Kindergarten kam, schritt das Jugendamt ein. Da war die Alkoholerkrankung seiner Mutter längst bekannt. Ein Jahr später ist Matthias viereinhalb und hat ein neues Zuhause bei Pflegeeltern gefunden. Ist jetzt alles in Ordnung? Es gibt Momente, in denen es der Pflegemutter die Sprache verschlägt. Zum Beispiel, als sie Matthias und seinen Geschwistern Süßigkeiten bringt und ausdrücklich sagt: „Für euch alle.“ Und alle greifen zu. Nur Matthias schaut misstrauisch: „Mama, ist das auch für mich?“ Seine Pflegemutter fühlt sich verletzt: Denken die anderen jetzt, Matthias werde benachteiligt?

In solchen Situationen ist es schwierig, richtig zu reagieren, sagt die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Annette Schaal-Beyermann aus Lörrach. Da hilft nur, sich immer wieder neu klar zu machen: Ein Kind hat, bis es endlich aus seiner Ursprungsfamilie herausgenommen wird, vieles hinter sich, was es niemals hätte erleben dürfen. Es hatte keine Chance, Urvertrauen aufzubauen. Statt sich gekränkt zu fühlen, sollten Pflegeeltern stellvertretend für das Kind denken, „dolmetschen“, was hinter den Reaktionen steckt. Und zum Beispiel Matthias’ Ängste ernstnehmen und ihm sagen: „Das wäre ja gemein, wenn du nichts bekommen würdest, natürlich ist das auch für dich.“ Solche Herausforderungen müssen Pflegeeltern nicht einmal bestehen, sondern immer wieder neu. Nur dann kann langsam Heilung einsetzen.

Doch was ist, wenn Kinder immer wieder mit denen konfrontiert werden, die an ihren tiefen seelischen Verletzungen schuld sind? Es gibt extreme Beispiele. Wie das zweijährige Mädchen, dessen Eltern zum fünften Mal „eine Chance“ bekommen. Ihr Kind wird ihnen zurückgegeben – obwohl es viermal nicht geklappt hat und das Mädchen in der Zwischenzeit bei drei Pflegefamilien war. Kinderpsychologen beklagen seit einiger Zeit, was die Psychoanalytikerin und Jura-Professorin Gisela Zenz einen „Rückfall in den Biologismus“ nennt: Der alte Glaube, dass Kinder am besten bei ihren leiblichen Eltern aufgehoben seien, hat wieder Hochkonjunktur.

Das passt zum Sparwillen allerorten. Ab und zu eine sozialpädagogische Familienhilfe vorbeizuschicken ist deutlich billiger als die Probleme an der Wurzel anzugehen. Gisela Zenz vermutet zudem, dass Verantwortliche mit der Macht von Gesetzen Beziehungen gestalten wollen – unbewusst identifiziert mit den leiblichen Eltern. Die aber seien in der Regel schwer belastete, unglückliche Menschen, die vor Gericht alles bereuen und beteuern.

Grund genug, ihnen ein hilfloses Kind anzuvertrauen? Auf keinen Fall, warnen Gisela Zenz und Karl-Heinz Brisch. Abgesehen von wenigen Fällen, in denen sich Mütter und Väter in einer langen, gründlichen Psychotherapie mit sich auseinandergesetzt und wirklich verändert hätten. Ansonsten, sagt Gisela Zenz, „tut man dem Kind Unrecht und auch den Eltern keinen Gefallen“ – weil sie nicht anders können, als ihr eigenes Scheitern immer wieder zu wiederholen.

Es gibt auch Fälle, in denen sich psychologisch ungeschulte Richter vollends täuschen lassen. Wenn sie sehen, wie ein Kind auf den Vater zuläuft und der es liebevoll in die Arme nimmt. Dieser Vater soll ein Täter sein? Unmöglich. Da beginnt für Kinderpsychologen die mühsame Arbeit, zu erklären, dass ein Kind natürlich eine Bindung zu den Eltern hat. Sie kann aber pathogen sein, also krankmachend. Und dann muss sie schleunigst enden. Pathologische Eltern-Kind-Beziehungen sind in der Regel nicht auf den ersten Blick erkennbar, betont Karl-Heinz Brisch: Diese Kinder wünschen sich genauso Kontakt zu ihren Eltern wie alle anderen Kinder, sie lieben sie ja. Doch bei ihnen muss dieser Wunsch ganz anders bewertet werden: Denn nur wenn der Kontakt in dieser Form unterbrochen wird, kann das Kind neue, heilsame Bindungen eingehen – sonst bleibt es in seiner es schädigenden Fixierung gefangen. Das kann auch dann passieren, wenn ein Kind trotz Pflegefamilie immer wieder mit den leiblichen Eltern zu tun hat, was unter anderem Angst und Alpträume auslöst.

Mühsam ist es, jedes Mal von Neuem gegen verbreitete Mythen anzukämpfen. Gegen die Behauptung, Kinder würden einiges aushalten und es sei für sie weniger schlimm, körperliche oder emotionale Gewalt nur ansehen zu müssen, statt selbst geschlagen oder seelisch misshandelt zu werden. Denn das stimmt nicht, sagt Karl-Heinz Brisch: Ein Kind, das erlebt, wie der Vater die Mutter schlägt, hat genauso viel Angst und Schmerz, als wenn es selbst geschlagen würde. Auch die – dauerhaften – Folgen sind dieselben: psychische Traumatisierung, die sich zum Beispiel in Erstarrung, Ohnmacht oder der Abspaltung von Gefühlen zeigt.

Und es sind längst nicht nur die öffentlichkeitswirksamen Skandalfälle, die Kinder massiv schädigen: Auch Vernachlässigung hat dramatische Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns. Das alles sei bei den Gerichten nicht wirklich angekommen, bilanziert Karl-Heinz Brisch: „Die warten viel zu lang.“

Das war einmal anders und kann sich auch wieder ändern, hofft Gisela Zenz: In den 1970ern und 1980ern hatten Kinderpsychologen großen Einfluss auf Gerichte und Behörden. Den könnten sie wieder zurückerobern, wenn sie sich deutlicher zu Wort melden würden.

Quelle: Artikel in Badische Zeitung vom 14.07.09

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Die Linke: Verheerende Kinderrechte-Bilanz der Regierung

Posted on Juli 14, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Anlässlich der „Europäischen Konferenz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt« am 30. Juni 2009 erklärte Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) noch großspurig: »Kinderrechte müssen überall gelten – auch im Internet«. Doch einen Tag später war das seitens der Koalitionsfraktionen schon wieder vergessen. Im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lehnten sie abermals ab, sich mit der Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und der Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention zu befassen. »Nach Ansicht der Bundesregierung sollen Kinderrechte offenbar überall gelten – nur nicht in Deutschland“, erklärt deshalb Jörn Wunderlich. Für den familienpolitischen Sprecher der Fraktion DIE LINKE steht fest: »Die Kinderrechte-Bilanz der großen Koalition ist beschämend. Die Union will keine Kinderrechte, die SPD hat ihr Gewissen verkauft und lässt die Kinder im Stich.«

»Für wohlfeile Versprechen lässt sich die Bundesfamilienministerin immer gern feiern. Wenn es aber um die koordinierte Umsetzung durch Bund, Länder und Kommunen geht, sitzt Ursula von der Leyen bereits in der nächsten Talkshow«, ergänzt Diana Golze, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. Auch sie verweist auf die miserable Bilanz der Regierung: »Kinderarmut und Sozialabbau haben das Recht auf Bildung und Gesundheit eklatant verletzt. Der Entwurf eines Kinderschutzgesetzes musste wegen massiver fachlicher Mängel von der Koalition zurückgezogen werden. Er enthielt nur Kontrollverschärfungen, aber keine Verbesserungen im alltäglichen Kinderschutz der Jugendämter. Mit ihren Internet-Sperren gegen Kinderpornografie bekämpft die Regierung nicht die Kindesmisshandlung, sondern nur den Rechtsstaat. Seit Hartz IV und Agenda 2010 steigt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die ins Heim kommen, weil das Kindeswohl nicht mehr gewährleistet werden kann. Der Kita-Ausbau verläuft schleppend, der Qualitätsaspekt der Kinderbetreuung wird dabei völlig vernachlässigt. Die berechtigten Streiks der Erzieherinnen und Erziehern sind die logische Folge.« Derweil meint von der Leyen mit den Ursachen dafür nichts zu tun zu haben.

Quelle: Pressemitteilung der Linken vom 01.07.09

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Artikel „Verwahrloste Kinder: Warum die Jugendämter so hart durchgreifen“

Posted on Juli 6, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , , , |

Warum nehmen Jugendämter immer häufiger Kinder in ihre Obhut? Die Familienministerin warnt die Behörden vor Leichtfertigkeit. Doch die Mitarbeiter stehen oft vor dem Dilemma, dass sie nie zu spät, aber auch nicht zu früh handeln dürfen. Zudem stehen sie bei der dauerhaften Betreuung von Kindern vor großen Problemen.

Als im Oktober 2006 die Leiche eines zweijährigen Kindes in der Kühltruhe seines drogensüchtigen Vaters in Bremen gefunden wurde, stand das Land unter Schock. Seither steht der Name Kevin nicht nur für das Versagen sozialer Schutzmechanismen, sondern auch für das Versagen staatlicher Stellen. Denn Kevin starb gewissermaßen unter staatlicher Aufsicht – Behörden wussten um den Misshandlungsverdacht und die Rauschgiftsucht und Alkoholexzesse der Mutter und des Ziehvaters. Geholfen hat das Kevin nicht. Die Anklagen gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts laufen, über die Eröffnung der Hauptverhandlung soll bald entschieden werden.

Die nun vorgestellten Zahlen zur sogenannten Inobhutnahme von Kindern werden erst vor dem Hintergrund des Falls Kevin verständlich. Die Jugendämter nehmen demnach immer mehr Kinder und Jugendliche kurzfristig zum Schutz aus ihren Familien. Die Zahl der Inobhutnahmen stieg 2008 um 14,4 Prozent auf 32.300, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2005 war dies eine Steigerung um 26 Prozent.

„Die Behörden sind in einem großen Dilemma“, sagte der ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Tübingen, Gunther Klosinski, WELT ONLINE. „Handeln sie zu spät, werden sie öffentlich an den Pranger gestellt, handeln sie zu früh, schaden sie womöglich dem Wohl des Kindes durch die Herausnahme.“ Klosinski, der auch als Gutachter für Familiengerichte tätig ist, hat den Eindruck, dass Behörden bei fraglichen grenzwertigen Gefährdungen des Kindeswohls schneller mit Herausnahme reagieren als früher.

Familienministerin Ursula von der Leyen wertet die gestiegenen Zahlen denn auch nicht als Erfolg. „Ein Kind aus der Familie zu holen ist ein schwerwiegender Eingriff für die Eltern wie für die Kinder und darf deswegen immer nur am Ende einer Kette von Prozessen stehen“, sagte die Ministerin WELT ONLINE. Sie mahnt die Jugendämter, sich stärker an drei Grundregeln zu orientieren. „Keine einsamen Entscheidungen, sondern immer das Mehraugenprinzip. Immer das Kind anschauen und nicht darauf vertrauen, was die Akte sagt. Hausbesuche, wo solche fachlich geboten sind.“

„Kinder viel zu lange in Inobhutnahme“
Auffallend ist – und auch hier wirft der Fall Kevin seine Schatten – eine starke Zunahme von Inobhutnahmen bei Kindern unter drei Jahren. Gerade diese Fälle machen in der Praxis aber große Probleme. Denn eine Inobhutnahme ist eigentlich als kurzfristige Maßnahme gedacht; die Kinder kommen meist in eine Familie, etwa die eines Sozialarbeiters, oder in ein Heim. Was auf Stunden oder Tage ausgelegt ist, dauert jedoch häufig Wochen oder gar Monate. Der Direktor des Evangelischen Erziehungsverbands, Wilfried Knorr, kritisiert, dass sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit nur auf den Moment des Skandals richtet und die Nachsorge vernachlässigt. „Die Weitervermittlung funktioniert nicht. Die Kinder sind viel zu lange in der Inobhutnahme“, sagt Knorr.

In den 90er-Jahren sind viele Heime geschlossen worden, weil sich der Fokus der Familienpolitik hin zur Betreuung der Kinder in ihren Familien verschob. Angesichts dramatischer Fälle hat die Politik bereits 2005 das Kinder- und Jugendhilfegesetz verschärft, mehr Fälle werden seither angezeigt, doch nun gibt es zu wenige Heime und Betreuungseinrichtungen für die Kinder. Knorr fordert von der Politik deshalb, die Jugendhilfe nicht länger nur als Haushaltsbelastung zu sehen. „Die Familienpolitik muss den Kommunen mehr Mittel an die Hand geben, damit die, nachdem ein Kind aus einer Familie genommen wurde, auch Anschlussmaßnahmen anbieten können.“

Daneben müsse die Betreuung von Kindern in den Problemfamilien intensiviert werden. Von ihnen gibt es immer mehr, auch dafür können die Zahlen des statistischen Bundesamtes stehen. „Immer mehr Eltern versagen und sind überfordert“, bilanziert Gunther Klosinski, was er in der Praxis erlebt. In 42 Prozent der Fälle ist Überforderung der Eltern der Grund für die Jugendämter, Kinder aus den Familien zu nehmen.

Experten halten es für dringend geboten, den Blick stärker den Eltern zuzuwenden und nicht nur die Kinder zu sehen. Doch der Gesetzgeber plant anderes. „Mit dem neuen Kinderschutzgesetz soll den Jugendämtern weiter Beine gemacht werden, was angesichts der aktuellen Zahlen unnötig ist“, sagt Thomas Meysen, Leiter des Deutschen Instituts für Jugend- und Familienhilfe in Heidelberg. Das Familienministerium plant eine Verschärfung der Meldevorschriften; noch mehr Inobhutnahmen könnten die Folge sein, so Meysen. Deshalb brauche man unbedingt mehr Prävention und Anschlussmaßnahmen, die Kindern und Eltern helfen.

Quelle: Artikel von Thomas Vitzthum in Welt online vom 25.06.09

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Stellungnahmen der Parteien zum Scheitern des Kinderschutzgesetzes

Posted on Juni 29, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Pressemitteilungen der Bundestagsfraktionen vom 29.06.09:

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Pflegefamilie statt Heim: Stadt Wuppertal soll 5 Millionen sparen

Posted on Juni 15, 2009. Filed under: Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Acht neue Mitarbeiter für die Jugendhilfe – dafür Einsparungen an anderer Stelle.

Wuppertal. Der Spardruck erreicht das Jugendamt. Laut einem Gutachten der con-sens Unternehmensberatung kann die Stadt im Ressort Kinder, Jugend und Familie jährlich etwa 7,5 Millionen Euro einsparen. Diese Untersuchung hatte die Stadt bereits 2007 beschlossen. Die Gründe: Die extrem hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter und die hohen Fallzahlen. Durch den Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt 2008 – bei der Jugendhilfe wurde ein jährliches Sparpotential von 16,5 Millionen Euro ermittelt – und auch durch den Tod des Pflegekindes Talea  erhielt das Gutachten eine viel höhere Brisanz.

Das Ergebnis der Prüfung: In den nächsten zwei bis fünf Jahren sollen mehr Kinder in Pflegefamilien, statt in teuren Heimen und stationären Einrichtungen untergebracht werden. Bisher gibt es in Wuppertal 350 Pflegestellen, mittelfristig sollen 100 zusätzliche eingerichtet werden. Derzeit leben 37 Prozent der Kinder in Pflegefamilien. Das ehrgeizige Ziel, wie es etwa in Dortmund bereits umgesetzt ist: Jedes zweite Kind, das nicht bei seiner Herkunftsfamilie aufwächst, soll in einer Pflegestelle leben. Damit könnte die Stadt langfristig jährlich etwa 5,5 Millionen Euro sparen. Die Änderung soll allerdings nur für neue Fälle gelten.

Wegen des Falls Talea stand das Jugendamt in der Kritik. Das Pflegekind starb am 18. März 2008. Die Ex-Pflegemutter der Fünfjährigen wurde wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Frau befindet sich weiter in U-Haft. Staatsanwaltschaft und Gericht haben jedwede strafrechtliche Verantwortung des Jugendamtes ausgeschlossen.

Aus dem Fall Talea zog das Jugendamt Konsequenzen für das Anerkennungsverfahren potenzieller Pflegeeltern. Zukünftig müssen nicht nur die Pflegeeltern, sondern auch deren Kinder ihre gesundheitliche Eignung per amtsärztlicher Untersuchung unter Beweis stellen. Und: Künftig sollen die Pflegeeltern gebeten werden, den Kinderarzt bei Anfragen des Jugendamtes von der Schweigepflicht zu entbinden.

Pflegefamilien sollen enger betreut werden

Fraglich ist allerdings, ob sich der Vorschlag so leicht umsetzen lässt: Schon immer sei es schwierig gewesen, passende Pflegefamilien zu bekommen – so die Stadt. „Wir wollen gezielt geeignete Familien ansprechen“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn.

Wie die Einsparung umgesetzt werden soll, ohne dass die betroffenen Kinder darunter leiden? Für die Betreuung der Pflegefamilien sollen zwei zusätzliche Stellen eingerichtet werden, die Mitarbeiter sollen die Familien so enger betreuen können. Außerdem soll es für die Pflegefamilien zusätzliche Schulungen, regelmäßige Treffen und eine bessere Ansprechbarkeit auf Seiten des Jugendamtes geben. Zudem soll die Betreuung von Herkunfts- und Pflegefamilien zukünftig in einer Hand liegen.

Weitere Spar-Vorschläge: Nach Inobhutnahmen sollen die Kinder kürzer in stationären Einrichtungen untergebracht werden. So will die Stadt jährlich 200 000 Euro sparen. Außerdem will man teure Maßnahmewechsel, wie beispielsweise den Austausch eines Förderprogrammes durch ein anderes, verhindern. Sparfaktor: 1,8 Millionen Euro jährlich.

Um die Arbeit in der Jugendhilfe zu verbessern, schlägt con-sens klarere Entscheidungssstrukturen vor. Außerdem müssten die Sprechzeiten der Jugendamts-Mitarbeiter erweitert werden. Nach dem Bericht sind in den Bezirkssozialdiensten bis zu acht Stellen zusätzlich notwendig. Da die Stadt dafür kein Geld hat, muss an anderer Stelle innerhalb des Ressorts und in der Verwaltung gespart werden. In welchem Bereich steht noch nicht fest, die Entscheidung fällt in den nächsten Monaten.

Übrigens: Auf Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter geht der Bericht nicht ein. Allerdings wird angemerkt, dass die Fluktuation bei den Bezirkssozialdiensten aus unterschiedlichen Gründen hoch ist.

Quelle: Artikel von Nikola Dünow in Wuppertaler Zeitung vom 09.06.09

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Nürnberg: Pflegeeltern lassen auf dem Hauptmarkt Frust raus – „Unsoziale Sparpolitik“: Demo für eine bessere Betreuung

Posted on Februar 19, 2009. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

NÜRNBERG – (roe) Sie sind zwar nur ein kleiner Haufen, doch mit Trillerpfeifen und Protestrufen machen sie ihrem Unmut lautstark Luft. Seitdem die Betreuung der Pflegefamilien vom Jugendamt auf den Allgemeinen Sozialdienst übertragen wurde, fühlen sich die Eltern, die Kindern aus problematischen Familien ein neues Zuhause geben, mit ihren Problemen allein gelassen.

Die ASD-Mitarbeiter seien überlastet und hätten zu wenig Zeit, klagt Andrea Menz, die nicht nur vier eigene Kinder groß zieht, sondern vor dreieinhalb Jahren auch noch ein Pflegekind aufgenommen hat. «Wir wollten ihm einfach eine Chance auf ein normales Leben geben», sagt Menz. «Doch dabei brauchen wir Unterstützung.» Pflegekinder brächten eine ganz andere und meistens schwerere Geschichte mit, hätten mit viel größeren Problemen zu kämpfen als der eigene Nachwuchs. «Da ist ein Ansprechpartner erforderlich, der viel Zeit hat.»

Eben diese Zeit hätten die ASD-Mitarbeiter aber nicht, klagt auch Jutta Rützel. «Unsere Situation hat sich brutal verschlechtert. Vorher war ein einzelner Mitarbeiter für uns zuständig, jetzt ist es ein riesengroßer Apparat.»

Im ASD fehle auch das spezielle Fachwissen, das erforderlich sei. «Wir werden eigentlich überhaupt nicht mehr betreut.» Ursprünglich hatte die Stadt die Reform damit begründet, dass Pflegefamilien und biologische Eltern von nur einem Mitarbeiter betreut werden sollten. Doch ging das Konzept offenbar nicht auf, denn im Oktober wurde die Betreuung der Pflegefamilien drei freien Trägern übertragen. Diese sind jedoch nur für neue Vermittlungen zuständig, nicht für die 150 Altfälle.

Dass diese Familien wenigstens von den restlichen Mitarbeitern des ursprünglich im Jugendamt angesiedelten Fachdienstes betreut werden, ist eine Forderung der Demonstranten. Außerdem hoffen sie, dass wenigstens im Haus «Rädda Barnen», dem Ort, wo sich Herkunftsfamilien und Pflegeeltern treffen, die Betreuung erhalten bleibt. Denn dort geht der einzige Mitarbeiter in Rente.

Quelle: Artikel aus Nürnberger Nachrichten vom 18.02.09

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Stern TV: „Pflegefamilien in Not“

Posted on Februar 3, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Am Mittwoch den 04.02.2009 um 22.15 Uhr sendet Stern TV den Beitrag „Pflegefamilien in Not – Jugendämter missachten Kindeswohl“.

Wenn Kinder in ihren Familien in Not geraten, werden sie nicht selten den Eltern weggenommen und kommen in eine Pflegefamilie. Oft entsteht zwischen der neuen Familie und dem Pflegekind eine intensive Beziehung. Eine Beziehung auf Zeit, denn sie steht rechtlich auf tönernen Füßen.

Wenn Jugendämter geltendes Recht durchsetzen, sprechen Fachleute von einem „desolaten Jugendhilfesystem“. stern TV schildert, was passiert, wenn das Jugendamt Kinder aus funktionierenden Pflegefamilien rausholt und zurück in ein zweifelhaftes Schicksal schickt.

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Stadt Hamburg verstärkt Vollzeitpflege

Posted on Januar 29, 2009. Filed under: Fachkräfte, Hamburg, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , |

Die Stadt Hamburg teilt in einer Pressemitteilung vom 13.01.09 mit, dass in den Jugendämtern der Bezirke personelle Aufstockungen im ASD geplant sind. Außerdem sollen die Hilfen zur Erziehung effizienter und passgenauer gestaltet und der Anteil der Unterbringungen in Vollzeitpflege erhöht werden.

Ziel dieser Maßnahmen ist, die seit Jahren steigenden Aufwendungen auf das Niveau von 2007 zurückzuführen.

Anlage zur Pressemitteilung:

Qualitätsoffensive im Allgemeinen Sozialen Dienst (PDF, 988.37 KB)

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