Sachsen-Anhalt: Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls im Jahr 2013 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Posted on Juni 24, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen-Anhalt | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Sachsen-Anhalt 2 438 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weiter mitteilt, waren dies 123 Verfahren (5 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls eines/einer Minderjährigen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist und diese Situation von dem Sorgeberechtigten nicht abgewendet wird oder werden kann.
Zur Bewertung der Gefährdungslage macht sich das Jugendamt einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind beziehungsweise Jugendlichen und seiner Lebenssituation. Das Jugendamt hat den Personensorgeberechtigten zur Abwendung der Gefährdung geeignete und notwendige Hilfen anzubieten.

Von den eingeleiteten Verfahren waren 1 275 Jungen (52 Prozent) und 1 163 Mädchen (48 Prozent) betroffen.

In 374 Fällen (15 Prozent) lag eine eindeutige, akute Kindeswohlgefährdung vor. Bei 331 Fällen (14 Prozent) handelte es sich um eine latente Kindeswohlgefährdung, das heißt eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. Die Fachkräfte der Jugendämter stellten bei 788 Fällen (32 Prozent) keine Kindeswohlgefährdung fest, jedoch bestand bei diesen Fällen ein weiterer Hilfe- und Unterstützungsbedarf. Keine Kindeswohlgefährdung und kein Hilfebedarf lagen in 945 Fällen (39 Prozent) vor.

Bei 62 Prozent der Kinder und Jugendlichen, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, traten Anzeichen von Vernachlässigung auf. In 17 Prozent der Fälle wurden Anzeichen für eine körperliche und in weiteren 17 Prozent Anzeichen für eine psychische Misshandlung festgestellt. Anzeichen für sexuelle Gewalt gab es in 4 Prozent der Fälle. Mehrfachnennungen waren möglich.

Fast jedes dritte Kind (30 Prozent) hatte zu Beginn des Verfahrens der Gefährdungseinschätzung das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet, darunter waren 273 Kinder noch kein Jahr alt.
Kinder zwischen 3 und unter 6 Jahren waren zu 22 Prozent (536 Kinder) von den Verfahren betroffen, 30 Prozent (742 Kinder) waren zwischen 6 und unter 12 Jahren alt. Älter als 12 Jahre waren 18 Prozent der Kinder (439 Kinder).

Eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls haben im Jahr 2013 am häufigsten anonyme Melder (21 Prozent), Bekannte oder Nachbarn (12 Prozent), Verwandte (10 Prozent) und die Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften (9 Prozent) den Jugendämtern gemeldet.

Quelle: Statisisches Landesamt Sachsen-Anhalt vom 24.06.2014

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Zweiter „Monitor Hilfen zur Erziehung“ veröffentlicht

Posted on Juni 20, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

Die zum Jugendhilfetag erscheinende zweite Ausgabe des „Monitor Hilfen zur Erziehung“ der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik umfasst Analysen zum aktuellen Stand sowie zu Entwicklungen im Feld der Hilfen zur Erziehung und den angrenzenden Leistungen und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Es werden zum einen Auswertungen und Analysen zur Inanspruchnahme von Leistungen, zu den Lebenslagen der Hilfen in Anspruch nehmenden Familien, aber auch zu den Ausgaben sowie zu regionalen Unterschieden weiter fortgeschrieben. Zum anderen werden mit Fragen nach den Gründen für eine Hilfe zur Erziehung sowie nach unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen der Inobhutnahmen, aber auch nach den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter (§ 8a SGB VIII) andere thematische Schwerpunkte als in der ersten Ausgabe gesetzt.

Der Monitor Hilfen zur Erziehung ist hier kostenlos als PDF-Datei erhältlich. Gedruckte Exemplare können (solange der Vorrat reicht) kostenlos verschickt werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei: ihaushalter@fk12.tu-dortmund.de (es können maximal fünf Exemplare bestellt werden).

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Bayern: 3 743 Maßnahmen eines Familiengerichts aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls im Jahr 2013

Posted on Juni 6, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Laufe des Jahres 2013 wurden insgesamt 3 743 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 923 Buben und 1 820 Mädchen betroffen. Dabei wurde in 2 055 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten entschieden.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen. Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2013 in insgesamt 3 743 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten. In 1 923 Fällen waren Jungen und in 1 820 Fällen Mädchen betroffen.

In 2 055 Fällen wurde der vollständige (791) oder teilweise (1 264) Entzug der elterlichen Sorge entschieden, das heißt die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs.3 Nr. 6 BGB) übertragen. Des Weiteren wurde in 963 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 264 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorgeberechtigten ersetzt und in 461 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 06.06.2014

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2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern – Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils ist häufigster Anlass

Posted on Juni 5, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2013 wurden in Bayern insgesamt 2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen, in 53 Prozent (1 492 Fälle) für weibliche Minderjährige. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung betrafen mehr als die Hälfte der Schutzmaßnahmen Minderjährige ab 14 Jahren, der häufigste Grund für eine vorläufige Schutzmaßnahme lag in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 492 Mädchen (53 Prozent) und 1 349 Jungen (47 Prozent) betroffen. Rund zwei Drittel der betroffenen Minderjährigen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, ungefähr ein Drittel eine nichtdeutsche.

Bei der überwiegenden Zahl der Maßnahmen (2 796) handelte es sich um Inobhutnahmen, in 45 Fällen wurden die Kinder und Jugendlichen vom Jugendamt aufgrund einer Gefährdung den Personensorgeberichtigten, z.B. den Eltern, auch gegen deren Willen weggenommen (Herausnahmen). Von den 2 796 Inobhutnahmen erfolgten 467 auf eigenen Wunsch und 2 329 aufgrund einer Gefährdung.


Betrachtet man die Schutzmaßnahmen nach Altersklassen, fällt auf, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der betroffenen Minderjährigen 14 Jahre oder älter waren.

Die drei häufigsten Gründe – Doppelnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 074 Fälle), die Vernachlässigung des Minderjährigen (417 Fälle) und Beziehungsprobleme (413 Fälle).

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 05.06.2014

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Niedersachsen: 5.848 Verfahren zur Gefährdungseinschätzung des Kindeswohls 2012

Posted on November 6, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: , , |

HANNOVER. Im Jahr 2012 haben die Jugendämter in Niedersachsen 5 848 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt. Nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) wurde dieses Verfahren bundesweit erstmalig durchgeführt. Eine Gefährdungseinschätzung wird vorgenommen, wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden. Die Jugendämter verschaffen sich dann einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung und schätzen anschließend das Gefährdungsrisiko ein.

Im vergangenen Jahr wurde in 892 Fällen (15 %) eine eindeutige, akute Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 1 098 Fällen (19 %) lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dies bedeutet, dass eine Kindeswohlgefährdung nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, ein Verdacht auf eine Gefährdung jedoch weiter bestehen blieb. Bei 3 858 Verfahren (66 %) stellten die Jugendämter keine Kindeswohlgefährdung fest, bei der Hälfte dieser Verfahren wurde aber dennoch ein Hilfebedarf erkannt.

Gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen (1 274 Fälle), bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf. Anzeichen von körperlicher Misshandlung wurden bei knapp einem Viertel (577 Fälle) der Minderjährigen diagnostiziert. Fast ebenso häufig stellte die Jugendämter Anzeichen von psychischer Misshandlung (537 Fälle) fest. Bei 4 % der Fälle lagen Anzeichen von sexueller Gewalt vor (104 Fälle). – Mehrfachnennungen waren möglich.

Bei Betrachtung aller Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung ergab sich keine geschlechtsspezifische Unterscheidung. Mädchen und Jungen waren mit je 50 % gleich häufig betroffen.

Insgesamt 1 390 Kinder (24 %), für die ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung des Kindeswohls durchgeführt wurde, waren noch keine 3 Jahre alt. Darunter fielen auch 564 Kinder, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet hatten. Weitere 1 138 (19 %) Kinder befanden sich im Alter von 3 bis unter 6 Jahren. Häufig betroffen waren ebenfalls Schulkinder im Alter von 6 bis unter 10 Jahren (1 337 Fälle) sowie im Alter von 10 bis unter 14 Jahren (1 173 Fälle). Sie machten 23 % bzw. 20 % aller Fälle aus. Deutlich weniger betroffen waren Jugendliche (810 Fälle) im Alter von 14 bis unter 18 Jahren.

Eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls haben im Jahr 2012 am häufigsten Bekannte oder Nachbarn (17 %), die Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften (14 %), anonyme Melder (13 %) sowie Schulen (10 %) den Jugendämtern gemeldet.

Im Anschluss an die Feststellung einer akuten Kindeswohlgefährdung, wurde in 36 % der Fälle das Familiengericht eingeschaltet. Die Jugendämter nahmen jeweils ein knappes Drittel (28 %) der jungen Menschen in Obhut oder vermittelten ihnen eine ambulante/teilstationäre Hilfe zur Erziehung. Für 23 % der Minderjährigen wurden keine der erhobenen Hilfen eingerichtet. – Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Weitere ausführliche Angaben zu „Gefährdungseinschätzungen des Kindeswohls 2012″ enthält der Statistische Bericht K I 3 „Jugendhilfe 2012″, der kostenfrei am Ende des Jahres 2013 im Internet zur Verfügung stehen wird.

Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 30.10.2013 

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Niedersachsen: 2012 durchschnittlich 10 Inobhutnahmen pro Tag

Posted on Oktober 17, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: , , |

HANNOVER. Im Jahr 2012 wurden nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) 3 560 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren durch die Jugendämter in Obhut genommen, durchschnittlich 10 Kinder pro Tag. Damit blieb die Zahl der Inobhutnahmen gegenüber dem Vorjahr (3 561) fast unverändert. In den davorliegenden Jahren war die Zahl der Inobhutnahmen stets gestiegen. Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten Krisensituation oder Gefahr befinden.

Gut ein Viertel der betroffenen jungen Menschen (26 %) ließ sich im Jahr 2012 auf eigenen Wunsch unter den Schutz des Jugendamtes stellen. 37 % der behördlichen Maßnahmen veranlasste ein Jugendamt, 16 % der Hinweis kamen von Eltern beziehungsweise von einem Elternteil und 14 % der Fälle veranlasste die Polizei/Ordnungsbehörde.

Wie im Vorjahr wurden mehr Mädchen (53 %) als Jungen in Obhut genommen. Die Altersgruppe der 16- bis unter 18-Jährigen war mit 30 % am häufigsten vertreten, gefolgt von der Altersgruppe 14 bis unter 16 Jahren mit 29 %.

Offenbar spielt die Familienkonstellation bei den Inobhutnahmen eine große Rolle. So lebte vor einer solchen Maßnahme fast die Hälfte der Betroffenen (49 %) bei einem allein erziehenden Elternteil oder in einer sogenannten Patchworkfamilie. Weitere 26 % der jungen Menschen lebten bei ihren Eltern und 9 % waren bis zu diesem Zeitpunkt in einem Heim oder in einer sonstigen betreuten Wohnform untergebracht.

Die häufigsten Ursachen für eine Inobhutnahme – Doppelnennungen sind möglich – waren die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (33 %), Beziehungsprobleme (12 %), Vernachlässigung (8 %) oder Anzeichen für Misshandlung (7 %). Von Misshandlungen waren überwiegend Mädchen (62 %) betroffen.

Im Statistischen Monatsheft 10/2013 finden Sie den gesamten Beitrag mit einer Grafik auf S. 551 (PDF-Datei S. 5).

Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 17.10.2013

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Sachsen: Jugendämter schalten Familiengericht ein – 1 273 Maßnahmen eingeleitet

Posted on September 11, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rechtliches, Sachsen | Schlagwörter: , |

Für Minderjährige haben die Jugendämter in Sachsen 2012 in Folge einer Gefährdung des Kindeswohls insgesamt 1 273 Maßnahmen beim Familiengericht1) nach § 1666 Absatz 3 BGB eingeleitet. Diese waren u. a. darauf zurückzuführen, dass die Personensorgeberechtigten nicht bereit oder in der Lage waren, die Gefahr für das Kind abzuwenden oder einer Inobhutnahme widersprachen. Die Maßnahmen des Familiengerichts umfassten:

  • 439 Anordnungen der Inanspruchnahme von Hilfen nach dem SGB VIII (z. B. Hilfen zur Erziehung),
  • 142 Aussprachen von Geboten und Verboten gegenüber den Personensorgeberechtigten oder Dritten gemäß § 1666 Absatz 3 Nummer 2 bis 4 BGB (z. B. das Gebot für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen; das Verbot, Orte, an denen sich das Kind regelmäßig aufhält, aufzusuchen oder Kontakt mit dem Kind aufzunehmen),
  • 64 Ersetzungen von Erklärungen des/der Personensorgeberechtigten2) und
  • 376 vollständige und 252 teilweise Entziehung der elterlichen Sorge und Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger.

Des Weiteren übten die sächsischen Jugendämter am Jahresende 2012 insgesamt 1 882 Vormundschaften für Minderjährige3) aus.
Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften für Kinder und Jugendliche betrug zum gleichen Zeitpunkt 1 256. Insbesondere bei Gefährdung des Kindeswohls sowie nach Scheidung oder bei Getrenntleben der Eltern wird die Personensorge ganz oder teilweise oder auch die Vermögenssorge auf das Jugendamt übertragen.

15 631 Kinder und Jugendliche erhielten zum Jahreswechsel von den Jugendämtern Beistand. Er wird auf Antrag eines Elternteils zur Feststellung der Vaterschaft und bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen geleistet.
___
1) 2012 erstmals erhoben
2) Z. B. die Einwilligung in die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung oder die Zustimmung zur Inobhutnahme eines Kindes
3) Wenn ein Minderjähriger nicht unter elterlicher Sorge steht, aber auch, wenn die Eltern nicht berechtigt sind, weder in den die Person noch das Vermögen betreffenden Angelegenheiten des Minderjährigen als Vertreter zu fungieren, kommt es zur Berufung eines Vormundes.

Quelle: Medieninformation des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen vom 11.09.2013

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2 505 Kinder und Jugendliche 2012 in Sachsen in Obhut genommen

Posted on September 10, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen, Sachsen | Schlagwörter: , , |

2 505 Kinder und Jugendliche (1 359 Jungen und 1 146 Mädchen) wurden im Jahr 2012 durch die Jugendämter in Sachsen in Obhut genommen, rein rechnerisch sieben pro Tag. Die Unterbringung erfolgte überwiegend in Einrichtungen, aber auch bei geeigneten Personen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden damit 204 Inobhutnahmen (9 Prozent) mehr als 2011 durchgeführt.

15 Prozent der Inobhutnahmen (380) geschahen auf eigenen Wunsch des Kindes/Jugendlichen, die zu 74 Prozent 14 Jahre und älter waren. Die restlichen (2 125) Inobhutnahmen veranlassten in Folge dringender Gefahr die sozialen Dienste der Jugendämter (1 633) sowie Polizei und Ordnungsbehörden (227). 79 Hinweise kamen von Verwandten und Nachbarn, Lehrern und Erziehern, Ärzten und sonstigen Personen. In 7 Prozent (186) der Fälle wurde die Inobhutahme auf Anregung der Eltern bzw. eines Elternteils ausgelöst.

Die meisten jungen Menschen baten vor allem wegen Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils und Beziehungsproblem en um Hilfe. Weitere Gründe waren u.a. Vernachlässigung, Kriminalität bzw. eine Straftat, Schul-/Ausbildungsprobleme, Anzeichen für Misshandlung und Integrationsprobleme im Heim/in der Pflegefamilie.

Für 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen endete die Inobhutnahme innerhalb von zwei Tagen, für weitere 40 Prozent innerhalb der nächsten 12 Tage. 1 152 der jungen Menschen kehrten danach ins gewohnte soziale Umfeld zurück, d. h. zu dem/den Sorgeberechtigten bzw. in die Pflegefamilie oder das Heim. Für 775 Mädchen und Jungen schlossen sich erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses an.

Quelle: Medieninformation des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen vom 09.09.2013

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„Inobhutnahme als Chance und Herausforderung“ am 25.-26.09. in Berlin

Posted on August 9, 2013. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen ist in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent gestiegen. Mit der ersten IGfH-Bundestagung Inobhutnahme nimmt die Fachgruppe – neben den schon immer angebotenen kollegialen Beratungsmodellen – erstmals bundesweit die pädagogischen Aspekte und Alltagsfragen der Arbeit in Einrichtungen, die in Obhut nehmen, in den Blick.

Notlagen, Gefährdungen von Minderjährigen sowie der Kinderschutz sind Ausgangspunkte, die häufig eine besondere Herausforderung für die MitarbeiterInnen in den Einrichtungen, die betroffenen Familien und das Amt für soziale Dienste/Jugendamt und deren Kooperation darstellen.

Neben rechtlichen Rahmenbedingungen und Organisationsformen der Leistungen nach § 42 SGB VIII stehen der fachliche Austausch und die gemeinsame Entwicklung neuer Perspektiven im Vordergrund. Die Tagung richtet sich an Fachleute der Praxis und der Wissenschaft ebenso wie an die öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe.

nähere Informationen

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Rheinland-Pfalz: Jugendämter nahmen mehr Kinder und Jugendliche in Obhut

Posted on August 5, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2012 wurden in Rheinland-Pfalz 1 241 Kinder und Jugendliche von den Jugendämtern in Obhut genommen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren dies 146 (13,3 Prozent) mehr als noch im Jahr 2011.

Die Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, wenn diese sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer (z.B. Polizei oder Erzieher) in Obhut und bringen sie meist für Stunden oder einige Tage in einer geeigneten Einrichtung, etwa in einem Heim, unter.

Fast ein Fünftel (228) der Kinder und Jugendlichen wurden 2012 auf eigenen Wunsch in Obhut genommen, bei den Übrigen veranlassten andere Personen oder Stellen die Inobhutnahme.

731, also mehr als die Hälfte, der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen waren älter als 14 Jahre. 48 Prozent aller in Obhut Genommenen waren Mädchen.

An einem jugendgefährdenden Ort wurden gut 10 Prozent (125) der in Obhut Genommenen aufgegriffen. Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils war in fast 44 Prozent der Fälle (544) Anlass für die Inobhutnahme. Vernachlässigung, beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder für sexuellen Missbrauch waren in knapp einem Drittel der Fälle (386) der Grund. Weitere Anlässe bildeten unter anderem Beziehungsprobleme (174 Fälle), Integrationsprobleme im Heim oder in der Pflegefamilie (68), Probleme in der Schule (63) und Kriminalität (56).

Die Angaben liefern die Jugendämter der kreisfreien Städte und Landkreise sowie der großen kreisangehörigen Städte mit eigenem Jugendamt einmal jährlich. Als Grund für die Maßnahme können bis zu zwei Anlässe angegeben werden.

 

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 01.08.2013

 

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2012: Jugendämter führten 107.000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder durch

Posted on August 4, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

WIESBADEN – Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2012 nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) knapp 107 000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Das ist das Ergebnis der erstmals durchgeführten Erhebung über Verfahren gemäß Paragraf 8a Absatz 1 Achtes Buch Sozialgesetzbuch (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung). Eine Gefährdungseinschätzung wird vorgenommen, wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines/einer Minderjährigen bekannt werden und es sich daraufhin zur Bewertung der Gefährdungslage einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind beziehungsweise Jugendlichen sowie seiner Lebenssituation macht.

Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 17 000 (16 %) eindeutig als Kindeswohlgefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Bei 21 000 Verfahren (20 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). In 68 000 Fällen (64 %) kamen die Fachkräfte zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Jedoch wurde in jedem zweiten dieser Verfahren ein Hilfe- oder Unterstützungsbedarf durch das Jugendamt festgestellt.

Zwei von drei Kindern (66 %), bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf. In 26 % der Fälle und damit bei gut jedem vierten Kind wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Ähnlich häufig, nämlich mit einem Anteil von 24 %, wiesen die Kinder Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 5 % der Verfahren festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich.

Verfahren zur Bestimmung von Gefährdungslagen wurden in etwa gleich häufig für Jungen (51 %) und Mädchen (49 %) durchgeführt; dies gilt auch für Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung.

Jedes vierte Kind (25 %), für das ein Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt wurde, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet. Drei- bis fünfjährige Kinder waren zu 20 % von den Verfahren betroffen. Mit 22 % waren Kinder im Grundschulalter (6 bis 9 Jahre) beteiligt und mit 18 % Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren. Für Jugendliche (14 bis 17 Jahre) betrug der Anteil an allen Verfahren 15 %.

Am häufigsten, bei 18 000 Verfahren (17 %), machten Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft das Jugendamt auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung aufmerksam. Bei gut 15 000 Verfahren (14 %) gingen Jugendämter Hinweisen durch Bekannte oder Nachbarn nach, in knapp 14 000 Fällen (13 %) denen von Schulen oder Kindertageseinrichtungen. Gut jeden zehnten Hinweis (11 %) erhielten die Jugendämter anonym.

Hinweise:
Die Abschätzung des Gefährdungsrisikos erfolgt bei Jugendämtern in Zusammenwirkung mehrerer Fachkräfte. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes/Jugendlichen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist und diese Situation von den Sorgeberechtigten nicht abgewendet wird oder werden kann. Das Jugendamt hat den Personensorgeberechtigten zur Abwendung der Gefährdung geeignete und notwendige Hilfen anzubieten.

In allen hier dargestellten Ergebnissen ist Hamburg nicht enthalten. Von dort wurden keine Daten zur Verfügung gestellt.

Quelle: Pressemitteilung von Destatis vom 29.07.2013

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Rheinland-Pfalz: Gefährdung des Kindeswohls in mehr als 2.000 Fällen – Jugendämter sind im vergangenen Jahr 5.590 Verdachtsmeldungen nachgegangen

Posted on August 3, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: , |

Auf der Grundlage des Kinderschutzgesetzes sind die Jugendämter verpflichtet, eine Gefährdungseinschätzung vorzunehmen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen. Rheinland-pfälzische Jugendämter haben auf der Grundlage vorliegender Verdachtsmeldungen im Jahr 2012 insgesamt 5.590 Verfahren zur Gefährdungseinschätzung durchgeführt. Damit waren nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 0,8 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren von einem derartigen Verfahren betroffen.

Verdachtsmeldungen kommen häufig von Bekannten oder Nachbarn der betroffenen Kinder. Dies war bei 960 der im Jahr 2012 durchgeführten Verfahren der Fall. Auf Initiative von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft wurden 877 Verfahren in die Wege geleitet. Auch anonyme Meldungen waren häufig Ausgangspunkt derartiger Verfahren; in 626 Fällen erreichte das Jugendamt auf diesem Weg eine Verdachtsmeldung.

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. In über 2.000 Fällen, also weit mehr als einem Drittel der Verdachtsmeldungen, wurde im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte das tatsächliche Vorliegen einer akuten oder latenten Gefährdung des Kindeswohls erkannt.

Die Einschätzung der Gefährdungssituation kann zum Ergebnis führen, dass eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt. Dies war bei 789 Verfahren (14,1 Prozent) der Fall. Kann die Frage, ob gegenwärtig tatsächlich eine Gefahr besteht, nicht eindeutig beantwortet, eine Kindeswohlgefährdung aber nicht ausgeschlossen werden, so liegt im Ergebnis eine latente Gefährdung vor. Die Einschätzung der Fachkräfte führte in 1.271 Fällen (22,7 Prozent) zu einem solchen Ergebnis.

Bei 3.530 aller Verdachtsfälle (63,1 Prozent) konnte keine Gefährdung des Kindeswohls festgestellt werden. Bei weit mehr als der Hälfte dieser Verfahren (1.894 Fälle) wurde aber dennoch ein Hilfebedarf erkannt. Dieser kann beispielsweise in der Beratung und Unterstützung der Mütter und Väter bestehen. Kein weiterer Hilfebedarf bestand dagegen für 1.636 Kinder und Jugendliche.

Eine Unterscheidung nach dem Geschlecht zeigt, dass bei Einbeziehung aller Verfahren zur Kindeswohlgefährdung etwa gleich viele Mädchen (2.767 bzw. 49,5 Prozent) wie Jungen (2.823 bzw. 50,5 Prozent) betroffen waren. Betrachtet man allein die Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten Gefährdung, so ist die Zahl der betroffenen Mädchen etwas höher (405 bzw. 51,3 Prozent).

Etwa ein Viertel der Kinder (1.367 bzw. 24,5 Prozent), für die ein Verfahren zur Einschätzung einer Kinderwohlgefährdung durchgeführt wurde, war noch keine drei Jahre alt. Vergleichsweise hoch war der Anteil unter 3-Jähriger bei den betroffenen Jungen (739 bzw. 26,2 Prozent), dies insbesondere bei den Verfahren, in denen eine akute Gefährdung (114 bzw. 29,7 Prozent) erkannt wurde. Dagegen waren bei den akut gefährdeten weiblichen Minderjährigen insbesondere Ältere betroffen: In 117 Fällen wurden 14- bis 17-jährige Mädchen (28,9 Prozent) als akut gefährdet eingestuft.

Das neue Bundeskinderschutzgesetz trat zum 1. Januar 2012 in Kraft. Das Gesetz regelt verschiedene Maßnahmen, mit dem Ziel eines deutlich verbesserten Kinderschutzes. Artikel 2 des Gesetzes ändert § 8a des Achten Buchs des Sozialgesetzbuches (Kinder- und Jugendhilfe) SGB VIII über den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Über alle Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung ist bei den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe (Jugendämtern) jährlich eine Erhebung durchzuführen (§ 98 Absatz 1 und § 99 Absatz 6 SGB VIII). Für die Statistik sind in Rheinland-Pfalz 41 Jugendämter auskunftspflichtig. Die Erhebung erstreckt sich auf die innerhalb eines Kalenderjahres abgeschlossenen Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung.

 

 

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 31.07.2013

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Hessen: 12 340 junge Menschen wurden 2012 außerhalb des Elternhauses untergebracht

Posted on August 2, 2013. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2012 wurden in Hessen 12 340 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis unter 27 Jahre außerhalb des Elternhauses untergebracht: 4470 bzw. gut 36 Prozent in Form von Vollzeitpflege und 7870 bzw. knapp 64 Prozent in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform. Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes waren dies 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betreuten in Vollzeitpflege nahm um 0,7 Prozent, diejenige in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform um knapp 0,4 Prozent ab. Am Jahresende 2012 dauerten noch 9170 Hilfen an, rund 3170 Hilfen wurden 2012 beendet. Knapp 3370 Hilfen wurden in 2012 neu begonnen.

Mit knapp 48 Prozent waren die meisten jungen Menschen, die außerhalb des Elternhauses untergebracht wurden, zwölf bis unter 18 Jahre alt, gefolgt von den jungen Menschen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr mit 21 Prozent. 20 Prozent waren volljährig und elf Prozent hatten das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht.

Bei den jüngeren Kindern spielte die Vollzeitpflege die wichtigste Rolle, während mit steigendem Alter eine Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen an Bedeutung gewann. Von den unter Sechsjährigen waren 85 Prozent in Pflegefamilien untergebracht, bei den Sechs- bis unter Zwölfjährigen lag dieser Anteil bei gut 56 Prozent, bei den Zwölf- bis unter 18-Jährigen waren es 24 Prozent und bei den Volljährigen knapp 17 Prozent.

Bei der Vollzeitpflege standen folgende Gründe im Vordergrund: Die Gefährdung des Kindeswohles (18 Prozent), die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (19 Prozent) und die unzureichende Förderung bzw. Betreuung/Versorgung des jungen Menschen in der Familie (18 Prozent). Bei den jungen Menschen, die in Heimen/sonstiger betreuter Wohnform untergebracht wurden, waren neben der eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern mit 18 Prozent, Unversorgtheit des jungen Menschen mit 16 Prozent, Auffälligkeiten des jungen Menschen im sozialen Verhalten mit zwölf Prozent sowie die unzureichende Förderung des jungen Menschen mit zehn Prozent von Bedeutung.

In gut 42 Prozent lebten die jungen Menschen vor der Hilfe bei nur einem Elternteil, 20 Prozent kamen aus „Patchworkfamilien“ und in 16 Prozent der Fälle wohnten die Eltern zusammen. Die restlichen knapp 22 Prozent entfielen auf unbekannt oder Eltern waren verstorben.

52 Prozent der jungen Menschen/der Herkunftsfamilien waren bei Beginn der Hilfe auf Transferleistungen angewiesen.

Die im Laufe des Jahres geleisteten Hilfen errechnen sich aus der Summe der im Jahr beendeten Hilfen und den am 31.12. bestehenden Hilfen. Wird eine Hilfe beendet und im laufenden Jahr erneut begonnen, so wird dies als zwei Hilfen gezählt.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.08.2013

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Sachsen-Anhalt: 2.300 Verdachtsfälle auf Verletzung des Kindeswohles in 2012

Posted on Juli 29, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen-Anhalt | Schlagwörter: , |

Im Rahmen ihres Schutzauftrages haben die Jugendämter Sachsen-Anhalts im Jahr 2012 in 2 315 Fällen eine Gefährdungseinschätzung gemeldet, knapp die Hälfte (48,7 Prozent) betrafen Mädchen.

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt meldet, wurden akute Kindeswohlgefährdungen in 374 Fällen gezählt, dabei waren ein Drittel der betroffenen Kinder (33,2 Prozent) unter 3 Jahre alt.

Um eine latente Kindeswohlgefährdung handelte es sich in 339 Fällen, knapp ein Drittel der Kinder (31,5 Prozent) waren noch keine 3 Jahre alt.
Der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bestätigte sich in 703 Fällen nicht, jedoch wurde hier ein Hilfe-/Unterstützungsbedarf zur Abwendung der Gefahren festgestellt. In 899 Fällen lag weder eine Kindeswohlgefährdung vor noch war eine Hilfe/Unterstützung der Familien nötig.

Fast die Hälfte (48,1 Prozent) der gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdungen betreffen Kinder und Jugendliche, die bei einem allein erziehenden Elternteil leben.

Die häufigsten Meldungen über Kindeswohlgefährdungen kamen aus dem unmittelbaren Umfeld der Kinder und Jugendlichen selbst, von anonymen Meldern, Betreuungseinrichtungen, der Polizei, Gesundheitsämtern und Ärzten.

Im Berichtsjahr 2012 wurde erstmalig die Erhebung über Gefährdungseinschätzungen von Kindern und Jugendlichen nach § 8a SGB VIII durchgeführt. Diese Meldungen werden von den Jugendämtern vorgenommen. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine gegenwärtige oder absehbare Gefahr für die Kindesentwicklung besteht, die bei Fortdauer eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen nach sich zieht.

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt vom 23.07.2013

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Thüringen: 3.298 Verfahren zur Einschätzungen des Kindeswohls 2012 – Täglich durchschnittlich 9 Gefährdungseinschätzungen*) durch die Jugendämter

Posted on Juli 18, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

Im Jahr 2012 wurden den Thüringer Jugendämtern in 3 298 Fällen gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes bekannt. Im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte und teils mehrfacher Kontakte zu den Kindern, deren Familien bzw. Personensorgeberechtigten aber auch zu anderen Stellen im sozialen Umfeld erfolgten jeweils die Einschätzungen der Gefährdungsrisiken.

Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurden durch die Fachkräfte 449 akute Kindeswohlgefährdungen (13,6 Prozent) und 555 latente Kindeswohlgefährdungen (16,8 Prozent) festgestellt. In 2 294 Fällen (69,6 Prozent) kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorlag, jedoch bestand in zwei Drittel dieser Fälle (1 470 Verfahren bzw. 64,1 Prozent) ein Hilfe – bzw. Unterstützungsbedarf.

Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung sind Anzeichen für Vernachlässigung, die in 723 Fällen im Rahmen der Gefährdungseinschätzung festgestellt wurden. Anzeichen für psychische Misshandlungen gab es in 202 Fällen, Anzeichen für körperliche Misshandlungen in 169 Fällen und in 48 Fällen wurden durch die Fachkräfte Anzeichen für sexuelle Gewalt festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich.

Mädchen und Jungen sind gleichermaßen betroffen. Der Anteil der Mädchen innerhalb der Verfahren betrug 49,3 Prozent.

In 1 021 Fällen, bei denen Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung vorlagen, war fast ein Drittel der Kinder (31,0 Prozent) noch keine drei Jahre alt, 387 von ihnen hatte das erste Lebensjahr noch nicht vollendet. Bei den unter Drei-Jährigen lag in 751 Fällen (73,6 Prozent) eine Kindeswohlgefährdung vor oder es bestand Unterstützungsbedarf. Bei den unter Ein-Jährigen betraf es 285 Jungen und Mädchen (73,6 Prozent).
In 760 Fällen waren die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Bei 569 von ihnen wurde eine Kindeswohlgefährdung oder Hilfebedarf festgestellt. Weitere 733 betroffene Kinder waren im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, 497 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und 287 Jugendliche 14
bis unter 18 Jahre alt.

Hinweise für eine Kindeswohlgefährdung erhielten die Jugendämter in 586 Fällen (17,8 Prozent) von anonymen Meldern, in 416 Fällen (12,6 Prozent) waren es Bekannte oder Nachbarn. Weitere 380 Initiativen (11,5 Prozent) gingen von der Polizei, dem Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft aus und in 259 Fällen (7,9 Prozent) waren es Personen aus dem Gesundheitsbereich, wie z.B. Hebammen, Ärzte und Gesundheitsämter.

*) Verfahren zur Einschätzung des Kindeswohls gemäß § 8a Abs. 1 SGB VIII

Bitte beachten:
Angaben über die Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls wurden beginnend mit dem Berichtsjahr 2012 erstmals erhoben.
Somit sind Vergleiche zum Vorjahr noch nicht möglich.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik vom 17.07.2013

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Baden-Württemberg: 9.630 Verfahren zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdungen in Jugendämtern durchgeführt

Posted on Juli 17, 2013. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , |

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurde im Jahr 2012 in Baden-Württemberg für 9 630 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII vorgenommen. Dabei werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung eines Kindes bekannt. Es verschafft sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck vom betroffenen Kind oder Jugendlichen und seiner persönlichen Umgebung. Dies kann z. B. durch einen Hausbesuch, den Besuch der Kindertageseinrichtung oder Schule oder die Einbestellung der Eltern ins Jugendamt geschehen. Die Einschätzung des Gefährdungsrisikos erfolgt anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte.

Im Rahmen dieser erstmals durchgeführten Statistik wurde bei 1 498 Gefährdungseinschätzungen, das sind 16 Prozent aller Verfahren, eine akute Gefährdungssituation festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Dabei wurden bei 975 jungen Menschen Anzeichen für Vernachlässigung festgestellt. Bei weiteren 438 Kindern und Jugendlichen gab es Anzeichen für körperliche und bei 374 für psychische Misshandlung. Hinweise auf sexuelle Gewalt wurden bei 97 Kindern und Jugendlichen festgestellt.

In 1 965 Fällen (20 Prozent) lag eine sogenannte latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, es bestand jedoch weiterhin der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden.

Bei 3 278 Gefährdungseinschätzungen (34 Prozent) ergab sich zwar keine Kindeswohlgefährdung, wohl aber ein anderweitiger Unterstützungsbedarf. Bei 30 Prozent der Gefährdungseinschätzungen (2 889 Verfahren) wurden keine Gefährdung und kein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Insgesamt betrafen die Gefährdungseinschätzungen 4 873 Jungen und 4 757 Mädchen. Während in den Altersgruppen mit Kindern unter 14 Jahren stets für etwas mehr Jungen wie Mädchen Gefährdungseinschätzungen vorgenommen werden mussten, ist dies bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren umgekehrt: Hier waren mit 829 Fällen deutlich mehr Mädchen betroffen als Jungen (508 Fälle).

Hinweise auf mögliche Gefährdungen kommen von verschiedensten Personen und Institutionen. So wurde z.B. in 1 635 aller Fälle (17 Prozent) das Jugendamt von Nachbarn oder Bekannten des betroffenen Kindes oder Jugendlichen über die mögliche Gefährdung informiert, in weiteren 1 520 Fällen (16 Prozent) durch die Polizei, Gerichte oder die Staatsanwaltschaft. In jeweils 9 Prozent der Fälle kam der Hinweis von anonymen Meldern (839) oder aus Schulen (824), in 8 Prozent (772) von Eltern oder Personensorgeberechtigten. Jeweils 7 Prozent der Fälle gehen auf Meldungen der Sozialen Dienste bzw. der Jugendämter selbst (693) sowie durch den medizinischen Bereich, also beispielsweise Hebammen, Ärzte, Kliniken oder Gesundheitsämter (652) zurück.

Betrachtet man dabei allerdings die Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung gesondert, so zeigt sich, dass hier der Anteil der Nachbarn und Bekannten deutlich niedriger liegt als bei den Verfahren insgesamt, nämlich bei nur 10 Prozent, während der Anteil der Sozialen Dienste bzw. Jugendämter in diesen Fällen deutlich höher ausfällt (11 Prozent).

Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurden zahlreiche Hilfen neu eingerichtet. Dabei können für ein Kind auch mehrere Hilfen in Frage kommen. In 2 006 Fällen wurden ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingerichtet. Unterstützung nach §§ 16 bis 18 SGB VIII, wie z. B. Leistungen zur allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie, Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung wurde als Folge von 1 133 Gefährdungseinschätzungen gewährt. 492 Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen vorläufiger Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 454 Fällen wurden familienersetzende Hilfen zur Erziehung (§§ 27, 33 – 35 SGB VIII) eingeleitet, in weiteren 404 Fällen Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII.

 

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 16.07.2013

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Erstmals statistische Aussagen zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls im Land Brandenburg

Posted on Juli 16, 2013. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Seit dem 1. Januar 2012 sind die Jugendämter per Gesetz verpflichtet, den Statistischen Ämtern Daten der Gefährdungseinschätzung von Kindern und Jugendlichen zu übermitteln. Es geht vor allem um solche Gefährdungen wie Vernachlässigung, körperliche und psychische Misshandlung und sexuelle Gewalt.

2012 wurden in Brandenburg 4 438 Verfahren von den Jugendämtern eingeleitet, bei denen jedoch in lediglich 35,2 Prozent der Fälle von einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden musste. Bei 37,4 Prozent der Verfahren wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 27,5 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf.
Bei allen Verfahren waren nur unwesentlich mehr Mädchen als Jungen betroffen (50,4 Prozent).

Eine akute Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes/Jugendlichen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. Bei einer nicht eindeutig feststellbaren Gefahr, wenn aber der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht bzw. nicht ausgeschlossen werden kann, wird von einer latenten Kindeswohlgefährdung gesprochen.

59,9 Prozent der eingeschätzten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigungen. Körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 34,4 Prozent der Fälle ermittelt. In 2,4 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden.

Infolge von 758 Verfahren wurde ambulante/teilstationäre Hilfe gewährt. In 224 Fällen der neu eingerichteten Hilfe kam es zu vorläufigen Schutzmaßnahmen für die Kinder/Jugendlichen. 306 mal musste das Familiengericht angerufen werden.

Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Bekannte/Nachbarn oder auch anonym (27,7 Prozent). Über Polizei und Staatsanwaltschaften wurden 14,9 Prozent der Verfahren initiiert. In 9,7 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder Schule der Kinder/Jugendlichen die auslösende Einrichtung. 9,2 Prozent der Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgten in 5,5 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 16.07.2013

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Erstmals statistische Aussagen zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls in Berlin

Posted on Juli 16, 2013. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Seit dem 1. Januar 2012 sind die Jugendämter per Gesetz verpflichtet, den Statistischen Ämtern Daten der Gefährdungseinschätzung von Kindern und Jugendlichen zu übermitteln. Es geht vor allem um solche Gefährdungen wie Vernachlässigung, körperliche und psychische Misshandlung und sexuelle Gewalt.

2012 wurden in Berlin 8 791 Verfahren von den Jugendämtern eingeleitet, bei denen in 50,1 Prozent von einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden musste. Bei 22,9 Prozent der Verfahrensfälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 27 Prozent der Verfahren wurde zwar keine Gefährdung festgestellt, es bestand jedoch Hilfebedarf.
Bei allen Verfahren waren nur unwesentlich mehr Jungen als Mädchen betroffen (50,5 Prozent).

Eine akute Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes/Jugendlichen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. Bei einer nicht eindeutig feststellbaren Gefahr, wenn aber der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht bzw. nicht ausgeschlossen werden kann, wird von einer latenten Kindeswohlgefährdung gesprochen.

51,9 Prozent der eingeschätzten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigungen, körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 44,6 der Fälle ermittelt. In 2,2 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden.

Ambulante/teilstationäre Hilfe erhielten 1 554 Kinder und Jugendliche zugesprochen, in 2 040 Fällen kam amtliche Unterstützung zum Tragen. In 518 Fällen der neu eingerichteten Hilfe kam es zu vorläufigen Schutzmaßnahmen für die Kinder/Jugendlichen. Das Familiengericht musste 725 mal angerufen werden.

Von Polizei und Staatsanwaltschaften wurden 26 Prozent der Verfahren eingeleitet. Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Bekannte/Nachbarn oder anonym (18,8 Prozent). In 13 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder Schule der Kinder/Jugendlichen die auslösende Einrichtung. 10,6 Prozent der Verfahren wurden von Minderjährigen, Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst ausgelöst. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgten in 9,7 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 16.07.2013

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NRW-Jugendämter führten 2012 fast 28 100 Gefährdungseinschätzungen durch

Posted on Juli 15, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , |

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2012 haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen im Rahmen ihres Schutzauftrags in 28 075 Fällen eine Einschätzung bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls vorgenommen. Wie Information und Technik Nordrhein- Westfalen als statistisches Landesamt mitteilt, wurde in 3 919 Fällen eine akute und in 4 903 Fällen eine latente Gefährdung des Kindeswohls festgestellt. Um eine latente Gefährdung handelt es sich, wenn die Frage, ob gegenwärtig tatsächlich eine Gefahr besteht, nicht eindeutig beantwortet, eine Kindeswohlgefährdung jedoch nicht ausgeschlossen werden kann. In 8 672 Fällen wurde zwar keine Kindeswohlgefährdung, jedoch ein Hilfebedarf festgestellt. Bei 10 581 Verdachtsfällen zeigte sich, dass weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein Hilfebedarf besteht.

Etwa ein Viertel (25,8 Prozent) der Fälle der Kinder mit einer akuten Kindeswohlgefährdung war noch keine 3 Jahre alt. Ein Sechstel (17,0 Prozent) war 3 bis 5, ein Fünftel (19,5 Prozent) 6 bis 9 und mehr als ein Drittel (37,6 Prozent) 10 bis 17 Jahre alt. Am häufigsten (6 169) wurde das Jugendamt von Verwandten, Bekannten oder Nachbarn des Kindes oder Jugendlichen auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung hingewiesen; in 5 498 Fällen waren die Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften Initiator für eine Gefährdungseinschätzung.

Auf Grundlage des Anfang 2011 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes wurde für das Berichtsjahr 2012 erstmals eine Erhebung über Gefährdungseinschätzungen bei Kindeswohlgefährdung durchgeführt. Nach § 8a SGB VIII (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung) ist eine Gefährdungseinschätzung vom Jugendamt vorzunehmen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. (IT.NRW)

zu den Ergebnissen für kreisfreie Städte und Kreise

Quelle: Information nd Technik Nordrhein-Westfalen vom 15.07.2013

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Bayern: 5.509 Maßnahmen des Familiengerichts aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohl

Posted on Juli 9, 2013. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Laufe des Jahres 2012 wurden insgesamt 5 509 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren davon 2 742 Buben und 2 767 Mädchen betroffen. Hiervon wurde in 2 249 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten vorgenommen.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen. Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2012 in insgesamt 5 509 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten.
Von den insgesamt 5 509 Fällen waren Jungen (2 742) in nahezu gleichem Maße betroffen wie Mädchen (2 767).

In 2 249 Fällen wurde der vollständige (707) oder teilweise (1 542) Entzug der elterlichen Sorge entschieden, das heißt die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs.3 Nr. 6 BGB) übertragen. Des Weiteren wurde in 1 622 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 822 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorgeberechtigten ersetzt und in 816 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 09.07.2013

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14.755 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern 2012

Posted on Juni 29, 2013. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , |

Die Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Information des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung lag in 2 826 Fällen eine akute und in 3 513 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 3 844 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Erstmals wurden in Bayern für das Jahr 2012 Daten zur Gefährdung des Kindeswohls erhoben. Grundlage hierfür ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 01.01.2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.

Eine Gefährdungseinschätzung nach § 8a Absatz 1 SGB VIII ist vom Jugendamt immer dann abzugeben, wenn dem Jugendamt wichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung verschafft hat (z.B. durch Hausbesuche oder Einbestellung der Eltern ins Jugendamt) und das Gefährdungsrisiko anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt wurde.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Betroffen waren 7 538 Jungen und 7 217 Mädchen. Nach Altersklassen zeigt sich folgendes Bild:

2 826 Gefährdungseinschätzungen wurden aufgrund einer akuten, 3 513 aufgrund einer latenten Kindeswohlgefährdung vorgenommen. In beiden Fällen waren die Anzeichen für eine Vernachlässigung und die Anzeichen einer psychischen Misshandlung die beiden häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.

Darüber hinaus wurde bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme. Bei 3 844 wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 27.06.2013

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Gefährdungen für Kinder: neue Ausgabe „frühe Kindheit“ erschienen

Posted on September 19, 2012. Filed under: Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Zu dem Themenschwerpunkt „Gefährdungen für Kinder“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Das Heft enthält Beiträge u. a. von

  • Martina Abel („Höchste Zeit für Kindersicherheit! Kinderunfälle in Heim und Freizeit: Schwerpunkte, Herausforderungen und Aussichten“),
  • Andreas Bergmeier („Verkehrssicherheit von Kindern im Vorschulalter – Unfallrisiko – Maßnahmen – Angebote“),
  • Jörg M. Fegert und Hubert Liebhardt („Sexuellem Missbrauch aktiv begegnen – Gefährdungen durch Aufmerksamkeit und Achtsamkeit reduzieren“),
  • Thomas Meysen („Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – Rechte einräumen und anhören = beteiligen?“),
  • Ursula Enders („Schutz vor sexualisierter Gewalt in Kindertagesstätten“),
  • Christine Gerber und Jörg Backes („Fehlerquellen erkennen – Risiken verringern – Risiko- und Fehlermanagement im Kinderschutz“),
  • Jörg Maywald („Kindeswohlgefährdung ja oder nein? Neue Instrumente helfen Erzieherinnen und Erziehern bei der Einschätzung“),
  • sowie ein Interview mit Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs („Es ist ein gutes Zeichen, wenn über Missbrauch gesprochen wird“).

Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge:

  • „Erlebnisausstellung „Kinder im Haus!?“ Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Verhütung von Kinderunfällen in Heim und Freizeit“,
  • „Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) e.V. – Ein Forum für den Fachaustausch“ und
  • „Die Kinderschutz-Zentren im deutschen Hilfesystem“.

Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.
Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin
Tel.: 030 – 28 59 99 70, Fax: 030 – 28 59 99 71, E-Mail: post@liga-kind.de, www.fruehe-kindheit-online.de

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1.131 Sorgerechtsentzüge im Jahr 2011 in Niedersachsen

Posted on August 2, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Hannover. Um eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, haben die Gerichte im Jahr 2011 in Niedersachsen 1 131 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug des elterlichen Sorgerechts angeordnet. Das waren nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) 89 Fälle bzw. 9 % mehr als 2010.

In 821 Fällen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, darunter in 127 Fällen nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ein Jahr zuvor hatte es 800 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben, mit 144 Fällen, die sich ausschließlich auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht beschränkten. Mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht ist die Befugnis verbunden, Entscheidungen des alltäglichen Lebens zu treffen.

Insgesamt lebten zum Jahresende 2011 4 036 Kinder und Jugendliche unter gesetzlicher oder bestellter Vormundschaft der Jugendämter, was einem Rückgang von 2 % gegenüber dem Jahr 2010 (4 106) entspricht. Für 579 Fälle (2010: 761) lag eine gesetzliche Vormundschaft vor, die dann eintritt, wenn ein Kind von einer minderjährigen ledigen Mutter geboren wird. 3 457 Kinder und Jugendliche standen unter einer bestellten Amtsvormundschaft (2010: 3 345), die durch den Entzug der elterlichen Sorge eintritt. Die Amtsvormundschaft erstreckt sich über die gesamte elterliche Sorge.

Eine vom Jugendamt ausgeübte bestellte Amtspflegschaft, die nur die Wahrnehmung bestimmter Angelegenheiten der elterlichen Sorge umfasst, lag für 3 394 Kinder und Jugendliche vor (2010: 3 602). 70 460 Minderjährige lebten außerdem im Jahr 2011 (2010: 72 336) mit Beistandschaften. Die Beistandschaft unterstützt einen alleinsorgeberechtigten Elternteil auf dessen Antrag beim Jugendamt bei der Ausübung der elterlichen Sorge.

Für 1 754 Kinder und Jugendliche bestand am Jahresende 2011 eine Pflegeerlaubnis für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege in einer Pflegestelle. Die Betreuung erfolgte fast ausschließlich in Vollzeitpflege.

Während des Jahres 2011 wurden insgesamt 12 823 Sorgeerklärungen von den Jugendämtern in Niedersachsen bearbeitet. Das waren gegenüber dem Vorjahr 607 Sorgeerklärungen bzw. 5 % mehr. Eine Sorgeerklärung ist eine Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen.

Weitere ausführliche Angaben zu den Themen„Pflegeerlaubnis, Pflegschaften, Vormundschaften, Beistandschaften und Sorgerecht 2011″ enthält der Statistische Bericht K I 3 „Jugendhilfe 2011″, der kostenfrei am Ende des Jahres 2012 im Internet zur Verfügung stehen wird.

Quelle: Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 02.08.2012

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12.700 Sorgerechtsentzüge im Jahr 2011

Posted on Juli 19, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , , , |

WIESBADEN – Die Gerichte in Deutschland haben im Jahr 2011 in rund 12 700 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet, weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist das gegenüber dem Jahr 2010 ein leichter Rückgang um knapp 50 Fälle (– 0,4 %). In rund 9 600 Fällen übertrugen die Gerichte das Sorgerecht ganz oder teilweise auf die Jugendämter, in den übrigen Fällen einer Einzelperson oder einem Verein.

Rechtsgrundlage für den Sorgerechtsentzug ist Paragraf 1666 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Bei der Übertragung des teilweisen Sorgerechts an ein Jugendamt wurde in rund 1 900 Fällen (20 %) nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind im Bereich Publikationen unter dem Suchbegriff „Sorgerecht 2011“ verfügbar.

Quelle: Destatis vom 18.07.2012

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Bayern: Zahl der Sorgerechtsentzüge 2011 um knapp 10 Prozent gestiegen – Rückläufiger Trend bei der Zahl der Anrufungen der Familiengerichte

Posted on Juni 6, 2012. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , , |

Im Laufe des Jahres 2011 erfolgten insgesamt 1 701 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren davon 859 Buben und 842 Mädchen betroffen. Daneben fand im Jahr 2011 in 1 735 Fällen eine Anrufung des Gerichts durch das Jugendamt zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge statt und in 1 236 Fällen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat damit im Falle einer körperlich, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens, dann wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind die Gefahr abzuwenden, Maßnahmen zu ergreifen, die zur Abwendung der Gefahr führen.

In Bayern wurden nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung im Laufe des Jahres 2011 für 1 701 Kinder und Jugendliche gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge getroffen. Gezählt wurden dabei alle gerichtlichen Maßnahmen, unabhängig davon, auf wen das Sorgerecht übertragen wurde. Verglichen mit der Vorjahreszahl von 1 551 Fällen entspricht dies einer Zunahme von knapp 10 Prozent. Mit 859 Fällen waren fast genauso viele Buben wie Mädchen (842 Fälle) betroffen.

Außerdem haben die Jugendämter Bayerns im Jahr 2011 in 1 735 Fällen das Gericht zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angerufen. Gegenüber 2010 war hier mit 1 939 Anrufungen ein Rückgang von rund 10 Prozent festzustellen. Davon waren in rund 52 Prozent der Fälle Buben und in rund 48 Prozent Mädchen betroffen. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann je Fall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen.

Zudem erfolgte die Übertragung des Personensorgerechts in 1 236 Fällen vollständig oder teilweise auf das Jugendamt.

Die Situation in den bayerischen Regierungsbezirken stellte sich wie folgt dar:

Sorgerechtsentzüge in Bayern 2011

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 05.06.2012

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Materialien zur Fachtagung „Wenn es zu Hause nicht mehr geht…! (Traumatisierte) Kinder in Pflegefamilien“ online

Posted on Mai 20, 2012. Filed under: Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , |

Die Kinderschutz-Zentren stellen die Materialien zur Fachtagung „Wenn es zu Hause nicht mehr geht…! (Traumatisierte) Kinder in Pflegefamilien„, die am 07./08.05.2012  in Leipzig stattfand zur Verfügung:

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Rheinland-Pfalz legt bundesweit erstes Monitoring von Kinderschutzfällen vor

Posted on März 24, 2012. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: , , , |

Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland gemeinsam mit den Jugendämtern ein Monitoring von Kinderschutzfällen durchgeführt und die Ergebnisse heute veröffentlicht. Darin werden alle im Jahr 2010 bei den Jugendämtern gemeldeten Kinderschutzfälle erfasst. 36 der landesweit 41 Jugendämter beteiligten sich an dem Projekt.

„Der heute vorgelegte Bericht bedeutet für den Kinderschutz in Rheinland-Pfalz einen wichtigen Schritt nach vorn. Denn bisher wurden lediglich die Sorgerechtsentzüge erfasst, sowie die Zahl der Kinder, die in Obhut genommen wurden. Durch das Monitoring liegen uns jetzt detailliertere Informationen vor, auf die wir passgenau reagieren können und werden“, erklärte Familienministerin Irene Alt.

Der Landkreistag und der Städtetag lobten die Arbeit der Jugendämter. „Die Jugendämter meistern diese schwierige Aufgabe mit Bravour. Daher meinen wir, dass Bund und Land dies durch eine größere finanzielle Anerkennung würdigen sollten,“ sagte der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages Burkhard Müller.

Die zentralen Ergebnisse sind:

  • Im Jahr 2010 bei den 36 beteiligten Jugendämtern 2.988 Meldungen ein, die 4.211 Kinder und Jugendliche betrafen. Damit sind gut sieben von 1.000 Kindern und Jugendlichen dieser Altersgrupe von einer Kinderschutzverdachtsmeldung betroffen.
  • Die meisten Fälle werden vom direkten sozialen Umfeld (19,3%), der Polizei (13,5%) und Schulen (10,6%) gemeldet. Das Gesundheitswesen spielt nur bei den unter Einjährigen eine große Rolle (21%), was sich durch die Früherkennungsuntersuchungen erklären lässt.
  • Vor allem kleine Kinder waren von den Meldung betroffen: So waren 26,1% unter 3 Jahre und weitere 22,6% zwischen 3 und unter 6 Jahre alt. Damit hat sich fast die Hälfte der Meldungen auf nicht-schulpflichtige Kinder bezogen.
  • In gut einem Drittel der Fälle (36,7%) wurde ein unangemessenes Erziehungsverhalten festgestellt, in je gut einem Viertel waren Vernachlässigung (25,7%) oder unangemessene Versorgung des Kindes (25,3%) Anlass für die Meldung beim Jugendamt.
  • Die Jugendämter kamen nach der Überprüfung der Fälle zu Ergebnis, dass in 13,5% der Fälle eine akute und in weiteren 37,7% der Fälle eine latente Kindeswohlgefährdung vorliegt. Damit haben die Meldungen ein hohes Maß an Verlässlichkeit.
  • Bei etwa 31% der von der Meldung betroffenen Kinder wurde eine Hilfe zur Erziehung eingeleitet. Bei einem weiteren Drittel der Kinder und Jugendlichen folgte eine formlose Betreuung (38%). Eine Inobhutnahme erfolge bei fest jedem zehnten Kind (9,1%).

Kinderschutz wirksam umzusetzen, wird die Jugendämter angesichts steigender Fallzahlen auch in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen. Das Land hat mit dem Landeskinderschutzgesetz einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Kommunen geleistet – die jährliche Förderung in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro ist bundesweit einmalig. „Kinderschutz ist immens wichtig und wir brauchen dafür die verlässliche und qualifizierte Arbeit der Jugendämter. Nur wenn wir hier einen gut ausgestatteten Basisdienst haben, wird der Bedarf an Hilfen zur Erziehung zurückgehen“, sagte Familienministerin Irene Alt.

Quelle: Pressemitteilung des Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz vom 23.03.2012

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„Realistische Wahrnehmung von Kindeswohlgefährdung und deren Bedeutung für das Pflegekind und seine spezifischen Bedürfnisse“ am 31.03. in Hübingen

Posted on Februar 4, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 31.03. veranstaltet die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes in Kooperation mit dem Familienferiendorf Hübingen e.V. in Hübingen das Tagesseminar „Realistische Wahrnehmung von Kindeswohlgefährdung und deren Bedeutung für das Pflegekind und seine spezifischen Bedürfnisse“. Als Referentin ist die Diplompädagogin Hildegard Niestroj eingeladen.

Aufgrund ihrer real erfahrenen Lebensgeschichte entwickeln Pflegekinder besondere Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Das Seminar trägt dazu bei, die charakteristische Situation dieser Kinder zu erfassen und die Erkenntnisse auch an Dritte vermitteln zu können.

Für Pflegefamilien gibt es seitens des Feriendorfes ein besonderes Angebot, das Wochenende im Feriendorf zu verbringen.

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„Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ am 08.02. in Gelsenkirchen

Posted on Dezember 10, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Politik, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Für die Arbeitsbereiche ASD und Hilfen zur Erziehung veranstaltet das LWL-Landesjugendamt Westfalen am 08.02. in Gelsenkirchen die Fortbildung „Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ mit den beiden Referenten Dr. Jens Pothmann und Dr. Matthias Schilling.

Anmeldeschluss ist der 09.01.

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„Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ am 08.02. in Gelsenkirchen

Posted on Dezember 2, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Das LWL-Landesjugendamt Westfalen lädt die Leitungs- und Fachkräfte aus ASD und Jugendhilfeplanung sowie Freie Träger der Jugendhilfe am 08.02. nach Gelsenkirchen ein zur Diskussion des Themas „Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen„.

Anmeldeschluss ist der 22.12.11.

nähere Informationen

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NRW: 10 438 junge Menschen wurden 2010 vorläufig unter Schutz gestellt

Posted on Juli 13, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2010 stellten die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 10 438 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit hat die Zahl der unter Schutz gestellten jungen Menschen einen neuen Höchststand erreicht. Die Mehrzahl der in Obhut Genommenen waren Jugendliche ab 14 Jahren (6 675); Kinder unter 14 Jahren (3 763) waren in etwa einem Drittel der Fälle betroffen. 55,2 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, waren eine Überforderung (4 706 Fälle) oder Beziehungsprobleme der Eltern (1 989 Fälle) sowie die Vernachlässigung des Kindes (1 173 Fälle) häufigste Anlässe für eine vorläufige Schutzmaßnahme.


In mehr als der Hälfte der Fälle (5 547) wurden die Maßnahmen auf Initiative des Jugendamtes oder der Polizei ergriffen. In knapp einem Viertel der Fälle (2 660) ging das behördliche Eingreifen auf Initiative des Kindes oder des Jugendlichen selbst zurück. In den übrigen Fällen wiesen z. B. Lehrer, Ärzte, Verwandte oder Nachbarn die Behörden auf die Notsituation der Kinder und Jugendlichen hin. (IT.NRW)

Ergebnisse für kreisfreie Städte und Kreise finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen vom 12.07.2011

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12.700 Sorgerechtsentzüge im Jahr 2010

Posted on Juli 10, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

WIESBADEN – Weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war, haben die Gerichte in Deutschland nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2010 in rund 12.700 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet. Rechtsgrundlage für diese Maßnahme ist Paragraph 1666 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Gegenüber dem Jahr 2009 bedeutet dies eine Steigerung um rund 500 Fälle (+ 4%). In rund 9.700 Fällen übertrugen die Gerichte das Sorgerecht ganz oder teilweise auf die Jugendämter, in den übrigen Fällen einer Einzelperson oder einem Verein.

Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthalts­bestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Bei der Übertragung des teilweisen Sorgerechts an ein Jugendamt wurde in rund 2.200 Fällen (23%) nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Mit dem Aufenthaltsbestimmungs­recht ist die Befugnis verbunden, Entscheidungen des alltäglichen Lebens zu treffen.

Quelle: Pressemitteilung Nr.251 des Statistischen Bundesamtes vom 06.07.2011

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Mehr Sorgerechtsentziehungen in Nordrhein-Westfalen

Posted on Juli 8, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: , , |

Düsseldorf (IT.NRW). In 3.936 Fällen haben die Gerichte in Nordrhein-Westfalen 2010 den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 10,7 Prozent mehr Fälle als 2009 (3 556). Für 3.032 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, 2009 hatte es 2.956 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben. In 904 Fällen (2009: 600) übertrugen die Gerichte das Sorgerecht einer Einzelperson oder einem Verein. Nach § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) können die Gerichte den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge anordnen. Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen.

Im Jahr 2010 bearbeiteten die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen außerdem 20.340 Sorgeerklärungen; das waren 14,4 Prozent mehr als 2009 (17.782). Die Sorgeerklärung (häufiger auch als Sorgerechtserklärung bezeichnet) ist eine spezielle Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen. Mit der Abgabe der Sorgerechtserklärung vor einer Urkundsperson steht das elterliche Sorgerecht nach § 1626a Abs. 1 BGB beiden Eltern gemeinsam zu. (IT.NRW)

Ergebnisse für kreisfreie Städte und Kreise finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung der Information und Technik Nordrhein-Westfalen (139 / 11) vom 06.07.2011

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Zahl der Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Jahr 2010 in Bayern stark gestiegen

Posted on Juni 2, 2011. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Meist waren Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis unter 18 Jahren betroffen Im Jahr 2010 wurden in Bayern insgesamt 2 883 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt. Bei der überwiegenden Mehrzahl (2 816 Fälle) handelte es sich dabei um Maßnahmen im Rahmen einer Inobhutnahme und in 67 Fällen um Maßnahmen im Rahmen einer Herausnahme. Insgesamt waren 1 349 Jungen bzw. männliche Jugendliche und 1 534 Mädchen bzw. weibliche Jugendliche betroffen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, fanden 1 911 und somit die meisten Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe von 12 bis unter 18 Jahren statt – darunter 1 586 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren.

Als Schutzmaßnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung von Minderjährigen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Es sind Maßnahmen zur schnellen Intervention zugunsten des Minderjährigen, sie dienen als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen sowie dem unmittelbaren Schutz der Minderjährigen. In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2010 insgesamt 2 883 Schutzmaßnahmen durchgeführt. Verglichen mit dem Vorjahr mit insgesamt 2 596 Fällen, entspricht dies einer Zunahme von rund 11 Prozent. Betroffen hiervon waren 1 349 Jungen bzw. männliche Jugendliche (rund 47 Prozent) und 1 534 Mädchen bzw. weibliche Jugendliche (rund 53 Prozent).

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, erfolgten 647 (23 Prozent) der 2 816 Inobhutnahmen auf eigenen Wunsch des Minderjährigen, während 2 169 Inobhutnahmen (77 Prozent) aufgrund einer Gefährdung durchgeführt wurden.
Das Schaubild zeigt, dass am häufigsten Kinder bzw. Jugendliche in der Altersgruppe von 12 bis unter 18 Jahren von den Schutzmaßnahmen betroffen waren (1 911 Kinder bzw. zwei Drittel), wobei mit 1 586 Fällen die meisten dieser Altersgruppe im Alter von 14 bis unter 18 Jahren waren.

Die häufigsten Gründe – Mehrfachnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren: Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 276 Fälle), Beziehungsprobleme (391 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (371 Fälle) und Vernachlässigung (367 Fälle).

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Kinder- und Jugendhilfe in Bayern 2010, Ergebnisse zu Teil I“ (Bestellnummer: K51013 201000, Preis der Druckausgabe: 11,50 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 01.06.2011

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Weniger Sorgerechtsentzüge in Bayern im Jahr 2010 – Anrufungen der Familiengerichte durch die Jugendämter nahezu unverändert

Posted on Juni 2, 2011. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Im Jahr 2010 wurden insgesamt 1 551 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge durchgeführt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 793 Jungen und 758 Mädchen betroffen. Daneben fand im Jahr 2010 in 1 939 Fällen eine Anrufung des Gerichts durch das Jugendamt zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge statt.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt, dass bei Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohles des Kinder oder seines Vermögens und wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, das Familiengericht Maßnahmen zu treffen hat, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.

In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2010 für 1 551 Kinder und Jugendliche gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge getroffen. Gezählt wurden dabei alle gerichtlichen Maßnahmen, unabhängig davon, auf wen das Sorgerecht übertragen wurde. Verglichen mit der Vorjahreszahl von 1 649 Fällen entspricht dies einem Rückgang um rund sechs Prozent. In 793 Fällen waren Jungen betroffen (51,1 Prozent) und in 758 Fällen Mädchen (48,9 Prozent).

Daneben haben im Jahr 2010 die Jugendämter Bayerns in 1 939 Fällen das Gericht zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angerufen. Gegenüber 2009 mit 1 948 Anrufungen war hier ein Rückgang um rund 0,5 Prozent festzustellen. Davon waren in rund 51 Prozent der Fälle Jungen und in rund 49 Prozent Mädchen betroffen. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn es zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung einer gerichtlichen Entscheidung bedarf. Das Familiengericht entscheidet dann je Fall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen.


Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Kinder- und Jugendhilfe in Bayern 2010, Ergebnisse zu Teil I“ (Bestellnummer:  K51013201000, Preis der Druckausgabe: 11,50 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 01.06.2011

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Artikel „Misshandelte Neunjährige verklagt Jugendamt“

Posted on März 18, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Im Artikel „Misshandelte Neunjährige verklagt Jugendamt“ in Der Westen vom 17.03.2011 wird von einem neunjähriges Mädchen berichtet, das das Jugendamt Güstrow auf Schadenersatz verklagt.

Über Jahre wurde das Kind von seiner Mutter schwer misshandelt. Der Vorwurf gegen das Jugendamt besagt, dass eine Mitarbeiterin ärztliche Hinweise nicht weitergeleitet habe.

Fast 30 Mal wurde das Mädchen wegen Verätzungen und Verbrühung von Notärzten und in Krankenhäusern behandelt, bevor die Misshandlung entdeckt wurde. Seit einigen Jahren lebt das Mädchen in einer Pflegefamilie.

Das Landgericht Rostock verhandelt den Fall seit dem 17.03., ein Urteil wird zum 29.04. erwartet.

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Fachkräfteseminar „Kindeswohlgefährdung und Traumatisierung“ am 21./22.03. in Vlotho

Posted on Februar 21, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Für Mitarbeitende in den Kinder- und Jugendhilfediensten (ASD, KSD etc.), bei öffentlichen oder freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeitende in der Heimerziehungen oder im Pflegekinderwesen veranstaltet das LWL-Landesjugendamt Westfalen vom 21.-22.03. im LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho das Seminar „Kindeswohlgefährdung und Traumatisierung“ unter der Leitung von Frau Sabine Haupt-Scherer.

Jedes Jahr erleben tausende von Kindern und Jugendlichen in ihrem direkten häuslichen Milieu psychische und physische Gewalt (Traumatisierung oder Traumatisierung durch Augenzeugenschaft). Die Auswirkungen erlebter oder beobachteter häuslicher Gewalt sind vielfältig. Hinzu kommt, dass das Alter, das Geschlecht, die soziale Schicht, aus der die Kinder und Jugendlichen stammen, und natürliche Schwere und Dauer der Traumatisierung sowie das (Nicht-)Vorhandensein von Hilfestrukturen von maßgeblicher Bedeutung für die einzuleitenden Hilfemaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe sind.

Das Seminar beschäftigt sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dabei verschaffen sich die TeilnehmerInnen  einen Überblick über die Häufigkeit und Unterschiedlichkeit von Fallsituationen, diskutieren neuere Erkenntnisse der Psychotraumatologie, suchen nach Wirkfaktoren guter Hilfe und überlegen, wie vor Ort in Westfalen-Lippe (oder auch im benachbarten Niedersachsen) eine gute Hilfestruktur durch Vernetzung und Kooperation aufzubauen ist.

nähere Informationen

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Vorläufige Schutzmaßnahmen für 3 016 Kinder und Jugendliche in Niedersachsen 2009

Posted on Oktober 4, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Niedersachsen | Schlagwörter: , , |

Hannover. Im Jahr 2009 wurde in Niedersachsen für insgesamt 3 016 Kinder eine vorläufige Schutzmaßnahme ergriffen. Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilt, stieg damit die Anzahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr um rund 3 % an. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Schutzmaßnahmen kontinuierlich gewachsen. 2004 war für insgesamt 1 904 Kinder und Jugendliche eine entsprechende Maßnahme eingeleitet worden.

Ein großer Teil der Betroffenen war zwischen 14 und 18 Jahre alt (1 747). Noch im Vorschulalter, unter sechs Jahren, waren 502 Jungen und Mädchen. In einem Viertel der Fälle war die Maßnahme durch das Kind beziehungsweise den Jugendlichen selbst angeregt worden. Am häufigsten – in 30 % der Fälle – veranlasste das Jugendamt oder der soziale Dienst eine entsprechende Maßnahme.

Die häufigste Ursache für die Schutzmaßnahme war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (1 610). Neben nicht näher bezeichneten Problemen spielten vor allem Beziehungsprobleme (640) und Vernachlässigung (427) eine große Rolle. Bei 278 Kindern und Jugendlichen waren Anzeichen für Misshandlung der Auslöser für die Schutzmaßnahme.

In 46 % der Fälle kehrten die Kinder und Jugendliche nach Ende der vorläufigen Schutzmaßnahme wieder zu ihren Eltern bzw. Personensorgeberechtigten zurück. Für 842 Kinder und Jugendliche endete die vorläufige Schutzmaßnahme mit der Einleitung einer erzieherischen Hilfe außerhalb des Elternhauses. Weitere 326 Minderjährige erhielten im Anschluss an die Maßnahme eine sonstige stationäre Hilfe.

Eine vorläufige Schutzmaßnahme wird eingeleitet, wenn das Kind bzw. der Jugendliche darum bittet oder eine akute Gefährdungssituation für das Wohl des Kindes oder Jugendlichen besteht. Hinzu kommen ausländische Kinder und Jugendliche, die unbegleitet nach Deutschland einreisen und keine Erziehungsberechtigten in Deutschland haben. In Niedersachsen wurden 2009 insgesamt 111 Kinder und Jugendliche aufgrund einer unbegleiteten Einreise in Obhut genommen.

Quelle: Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 15.09.2010

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Fachtagung „Ein Jahr FamFG – Auswirkungen auf Verfahren zur Kindeswohlgefährdung“

Posted on September 19, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 15.11. veranstaltet der Bundesverband für Erziehungshilfen e.V. (AFET) in Kooperation mit dem Deutschen Familiengerichtstag e.V. in Kassel eine Fachtagung unter dem Titel „Ein Jahr FamFG – Auswirkungen auf Verfahren zur Kindeswohlgefährdung„.

Als ReferentInnen sind Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Prof. Maria Kurz-Adam (Jugendamtsleiterin München), Prof. Dr. Helga Oberloskamp, RAG Michael Grabow (Familiengericht Berlin) und Hr. Klaus Guido Ruffing (Jugendamtsleiter Saarpfalzkreis) vorgesehen.

Der Kostenbeitrag ist für AFET-Mitglieder im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Programm und Anmeldeunterlagen

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Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Brandenburger Jugendämter im Jahr 2009

Posted on September 1, 2010. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2009 haben die Jugendämter des Landes Brandenburg 1.458 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1.435 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 148 junge Menschen bzw. 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden.

806 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über die Hälfte aller Inobhutnahmen erfolgte in dieser Altersgruppe. 629 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 115 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 25 Kinder unter 3 Jahren mehr als im Jahr 2008. 57,9 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen.

Bei fast drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. Nur in knapp einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus. Diese Hilfeleistung auf eigenen Wunsch wurde besonders von den Mädchen in Anspruch genommen (63,5 Prozent) und hier zum überwiegenden
Teil von der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (78,6 Prozent).

Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (556 Fälle), Beziehungsprobleme (483 Fälle), Vernachlässigung (141 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (98 Fälle) sowie Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen und Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (93 bzw. 92 Fälle). Suchtprobleme spielten in 40 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen
für sexuellen Missbrauch wurden 17-mal angeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 30.08.2010

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Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Berliner Jugendämter im Jahr 2009

Posted on September 1, 2010. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2009 haben die Jugendämter in Berlin 1 336 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1 326 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 71 junge Menschen bzw. 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. 874 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über zwei Drittel aller Inobhutnahmen erfolgten in dieser Altersgruppe. 452 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 109 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 6 Kinder unter 3 Jahren weniger als im Jahr 2008.

Bei drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. In einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus und dort zum überwiegenden Teil von den Mädchen (57,7 Prozent) besonders der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (84,2 Prozent).

Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (498 Fälle), Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen (224 Fälle), Beziehungsprobleme (207 Fälle), Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (197 Fälle), Vernachlässigung (170 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (160 Fälle) und unbegleitete Einreise aus dem Ausland (104 Fälle). Suchtprobleme spielten in 66 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen für sexuellen Missbrauch wurden 22-mal angeführt.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 30.08.2010

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1. Bochumer Kinderschutzkonferenz am 11.09.

Posted on August 13, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 11.09. veranstaltet das Jugendamt der Stadt Bochum in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI) in der Klinik der Ruhr-Universität Bochum die 1. Bochumer Kinderschutzkonferenz zum Thema „Frühe Hilfen und Fallarbeit in der Gesundheits- und Jugendhilfe in Fällen von Kindeswohlgefährdung„.

Eingeladen sind Kinderschutzfachkräfte, Ärzte der Bochumer Kliniken, Kinderärzte, Frauenärzte, Familienrichter, Rechtsanwälte, Fachkräfte der Jugendhilfe, Hebammen, Familienhebammen, Projektbegleiter und alle anderen Berufsgruppen, die sich mit dem Thema identifizieren können.

Veranstaltungsflyer

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Mecklenburg-Vorpommern: Familiengerichte entzogen 2009 Eltern seltener das Sorgerecht für ihre Kinder

Posted on Juli 27, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , , |

Die Familiengerichte Mecklenburg-Vorpommerns haben 2009 in 162 Fällen Eltern das Sorgerecht für ihr/e Kind/er vollständig oder teilweise entzogen. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Amtes 66 Fälle oder 25 Prozent weniger als 2008.

Eine Einschränkung oder ein Entzug des Personensorgerechts kann nur durch ein Familiengericht erfolgen, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes oder sein Vermögen gefährdet ist und die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden.

Von den insgesamt 162 Fällen des gerichtlich angeordneten Entzugs des Sorgerechts waren im vergangenen Jahr 78 Mädchen und 84 Jungen betroffen. In 138 Fällen wurde die elterliche Sorge ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, darunter in 23 Fällen nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Bei den übrigen Fällen ist das Sorgerecht auf Einzelpersonen oder Vereine übertragen worden.

Bezogen auf die gleichaltrige Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern kamen 2009 auf 10 000 Kinder und Jugendliche 8 Sorgerechtsentziehungen. Im vorangegangenen Jahr waren es dagegen noch 11 je 10 000 Minderjährige gewesen.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern vom 27.07.2010

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Bayern: Anstieg der Sorgerechtsentzüge und Anrufungen des Familiengerichts durch das Jugendamt in 2009

Posted on Juli 15, 2010. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , , , |

Verglichen mit 2008 stieg die Zahl der gerichtlichen Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge um rund 14 Prozent auf 1 649 Kinder und Jugendliche an. Weiterhin teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit, dass auch die Zahl der Anrufungen der Jugendämter zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge im Vergleich zu 2008 zugenommen hat – und zwar um 11 Prozent.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in § 1666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt, dass bei Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohles des Kindes oder seines Vermögens und wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, das Familiengericht Maßnahmen zu treffen hat, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind. Im Laufe des Jahres 2009 wurden in Bayern für 1 649 Kinder und Jugendliche gerichtliche Maßnahmen getroffen, die zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge führten. Hierfür sind immer familiengerichtliche Entscheidungen erforderlich.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren im letzten Jahr von einem ganzen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge 850 Buben und 799 Mädchen betroffen. Gezählt wurden hierbei alle gerichtlichen Maßnahmen, unabhängig davon, auf wen das Sorgerecht übertragen wurde. Verglichen mit dem Vorjahr (1 441 Fälle) stieg damit die Zahl um gut 14 Prozent. Die Entwicklung der letzten fünf Jahre ist in folgender Graphik dargestellt.

Darüber hinaus haben die Jugendämter Bayerns 2009 in 1 948 Fällen das Gericht zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angerufen. Gegenüber 2008 mit 1 755 Anrufungen bedeutete dies eine Zunahme von 11 Prozent. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn es zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung einer gerichtlichen Entscheidung bedarf. Das Familiengericht entscheidet dann je Fall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht Kinder- und Jugendhilfe in Bayern, Ergebnisse zu Teil I: Erzieherische Hilfen (Bestellnummer: K51013, Preis der Druckausgabe: 11,90 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesames für Statistik und Datenverarbeitung vom 14.07.2010

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Berlin: Weiterhin Anstieg der Fälle mit Verdacht auf Kindesgefährdung

Posted on Juni 2, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

In Berlin wurden erneut mehr Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung gemeldet. Das zeigt der neue Bericht über die Arbeit des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) für das Berichtsjahr 2008. Danach wurde bei 1.302 Kindern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung festgestellt, 86 % von ihnen waren unter 6 Jahre. Im Jahr 2007 waren es 1.123 Kinder. Das bedeutet ein Anstieg um 16 %. 2006 waren 986 Verdachtsfälle festgestellt worden. Diese Zahlen beinhalten alle Verdachtsfälle, bei denen Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des KJGDs tätig werden.

Im Bericht wird unterschieden zwischen dem Verdacht auf Vernachlässigung (1.154 Kinder 2008, 858 Kinder 2007: Anstieg um 34 %) und dem Verdacht auf Misshandlung (139 Kinder 2008, 123 Kinder 2007: Anstieg um 13 %). Mehrfachnennungen ergeben hier die Differenz zur Gesamtzahl.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher dazu: „Hinter jedem bestätigten Fall verbergen sich schreckliche Erfahrungen und Leiden für das betroffene Kind. Um so notwendiger sind Aufmerksamkeit und schnelle Hilfen, um diese Kinder zu entlasten und zu schützen. Die Daten zeigen, dass das Netzwerk Kinderschutz greift und zunehmend mehr Verdachtsfälle gemeldet werden. Zur Verbesserung des Kinderschutzes beitragen wird auch das Berliner Kinderschutzgesetz, mit dem wir das verbindliche Einlade- und Rückmeldewesen für die Kinderfrüherkennungs-untersuchungen etabliert haben.“

Sehr wichtig ist der frühe Kontakt von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des KJGDs zu Familien mit Neugeborenen. 2008 waren das in Berlin 25.373 (2007: 22.946), d.h. zu 76 % aller Berliner Familien mit Neugeborenen gab es Kontakte. Im Jahr 2007 waren es 72 % aller Familien.

Jede vierte Familie, zu der nach der Geburt eines Kindes ein erster Kontakt aufgenommen wurde, befand sich in einer schwierigen Lebenslage. Im Rahmen des KJGDs konnten hier Beratungen und notwendige sozialpädagogische bzw. sozialpädiatrische Betreuungen angeboten werden.

Die Statistische Kurzinformation „Bericht über den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) in Berlin 2008“ ist im Internet abrufbar unter: http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/kurzinfo.html

Quelle: Mitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz vom 01.06.2010

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DJI-Thema im Mai: Kindesvernachlässigung – ein unterschätztes Risiko?

Posted on Mai 13, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die medialen Schlaglichter richten sich bei Fragen der Kindeswohlgefährdung in erster Linie auf spektakuläre Fälle von körperlicher Mangelversorgung, Kindesmisshandlung oder sexueller Gewalt. Stark unterschätzt wird hingegen, welche auch langfristig bedeutsamen Folgen eine kontinuierliche kognitive, emotionale und erzieherische Vernachlässigung von Kindern haben kann. Das DJI nimmt diesen Problemkomplex in seinem Onlineschwerpunkt des Monats Mai werden in den Blick.

Diese Formen von Vernachlässigung sind nicht lebensbedrohlich, können Kinder jedoch langfristig erheblich schädigen. In erster Linie sind die betroffenen Kinder die Leidtragenden. Darüber hinaus entstehen aus volkswirtschaftlicher Sicht aufgrund des Unvermögens, der Vernachlässigung entschieden entgegen zu wirken, substanzielle Folgekosten. Finanziert werden müssen etwa notwendige Fördermaßnahmen wegen drohender oder vorliegender Entwicklungsverzögerungen, Schulschwierigkeiten und Integrationsproblemen am Arbeitsmarkt oder Behandlungen psychischer Störungen, die sich durch Vernachlässigung langfristig gehäuft entwickeln. In ihrem neuen Buch, das im Mai 2010 unter dem Titel „Kindesvernachlässigung“ erscheint, erläutern Dr. Heinz Kindler und Beate Galm (beide DJI) Formen, Folgen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten.

Aktuell kann nur geschätzt werden, ob Vernachlässigung im Hinblick auf Anzahl, Dynamik und Schweregrad bundesweit zu bzw. abnimmt. Denn Deutschland verzichtet bislang noch auf fundierte Erhebungen im Rahmen der Sozialberichterstattung. In der Kinder- und Jugendhilfestatistik werden Gefährdungslagen von Kindern, die der Jugendhilfe bekannt werden, bislang nicht differenziert erfasst, obwohl die Weltgesundheitsorganisation ein entsprechendes Monitoring mehrfach vorgeschlagen hat. Auf der Basis internationaler Erhebungen liegen die Schätzungen für Deutschland bei 20.000 bis 100.000 Fällen.

In der Praxis besteht die große Herausforderung für Fachkräfte nicht nur darin, stark belastete Familien frühzeitig zu erkennen, sondern vor allem über niedrigschwellige Zugänge einen vertrauensvollen, nachhaltigen Kontakt zu ihnen aufzubauen.
Dr. Susanne Nothhafft, Juristin am Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung (IzKK), das am Deutschen Jugendinstitut (DJI) vor zehn Jahren eingerichtet wurde, weist darauf hin, dass nicht jede Nachlässigkeit der Eltern den Staat automatisch berechtige, diese von der Pflege und Erziehung ihrer Kinder zu entheben. „Nur wenn die Eltern in einer das Kindeswohl gefährdenden Weise ihrer Verantwortung nicht gerecht werden oder werden können, greift das Wächteramt des Staates“, so Nothhafft weiter. Dessen Aufgabe sei es nicht, für eine den Fähigkeiten des Kindes bestmögliche Förderung oder Erziehung zu sorgen. Vielmehr gehörten aus juristischer Sicht „Eltern und deren sozioökonomische Verhältnisse zum ‚Lebensrisiko’ eines Kindes, zitiert Nothhafft die Rechtsprechung.

Umso wichtiger ist es, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards im Kinderschutz weiter zu entwickeln und umzusetzen. Um aus problematischen Fällen zu lernen und Defizite im Kinderschutz zu identifizieren, wurde das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) beauftragt, ein Qualitätsentwicklungsprojekt unter dem Motto „Aus Fehlern lernen“ durchzuführen und eine Plattform für einen regelhaften Erfahrungsaustausch einzurichten. Das DJI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Träger des NZFH, das im März 2007 im Rahmen des Aktionsprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ gegründet wurde. Christine Gerber (DJI) plädiert im Gespräch mit DJI Online für die Entwicklung einer echten Fehlerkultur und für ein Umdenken bezüglich der Fehleranalyse: Es gehe nicht darum, Schuldige zu identifizieren, sondern die systemischen Gründe für das Entstehen des Fehlers zu finden – wie die Missachtung des Vier-Augen-Prinzips oder der Inaugenscheinnahme des Kindes sowie mangelhafte Dokumentation und Brüche in der Kommunikationskette.

Weitere Informationen:

http://www.dji.de/thema/1005
http://www.dji.de/gespraeche/1005

Quelle: Deutsches Jugendinstitut vom 07.05.2010

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Abschlussbericht der Expertenkommission „Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen“

Posted on März 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: , |

Die im Mai 2007 von Kinder- und Jugendminister Armin Laschet einberufene Expertenkommission „Kinderschutz“ hat am 27. Januar 2010 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Kommission bestand aus 21 Expertinnen und Experten aus dem Kinderschutz, der Ärzteschaft, der Jugend-, Familien- und Gesundheitshilfe, den Schulen, Kommunalen Spitzenverbänden, den Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden, der Polizei, Kirchen und Justiz. Das Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) wurde in der Kommission durch Dr. Erwin Jordan vertreten.

Dabei sieht die Kommission in der unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen allerdings ein großes Problem für den flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau präventiver Hilfen. Vor allem Städte und Kreise in der Haushaltssicherung könnten über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus zumeist keine zusätzlichen Hilfen für Kinder und Familien anbieten, beklagt die Kommission in ihrem Abschlussbericht. Daher sei es dringend erforderlich, dass der vorbeugende Kinderschutz in einem Kinderschutzgesetz des Bundes oder in entsprechenden landesrechtlichen Vorgaben stärker und verbindlicher abgesichert werde.

Positiv hoben die Fachleute hervor, dass in vielen Jugendämtern im Feld des intervenierenden Kinderschutzes, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliege oder drohe, die diesbezüglichen Anstrengungen und auch personelle Ausstattungen verstärkt worden seien. Dennoch bestehe auch hier Anlass zur Sorge, dass in nicht wenigen Jugendämtern die Fachkräfte überlastet seien und darunter die Zusammenarbeit mit den Familien leide.

Die Empfehlungen der Expertenkommmission beziehen sich vor allem auf die Themen: Prävention, Frühe Hilfen, Professionalisierung der Fachkräfte, Weiterentwicklung der Vernetzung und das Bereitstellen von Wissen für alle Berufsgruppen, die mit dem Kinderschutz befasst sind. Das sind vor allem Ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Lehrkräfte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Polizeibedienstete, Richter und Staatsanwälte.

Minister Laschet sicherte zu, dass der Bericht der Expertenkommission sorgfältig ausgewertet werde. „In drei Jahren wollen wir überprüfen, ob sich der Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen durch die Empfehlungen nachhaltig verbessert hat“, so der Minister.

Der Bericht der Expertenkommission kann unter www.mgffi.nrw.de oder www.kindesschutz.de heruntergeladen werden.

Quelle: ISA-Newsletter-Ausgabe 1/2010

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Bundesfamilienministerin gibt den Startschuss für ein umfassendes Kinderschutzgesetz

Posted on Januar 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik | Schlagwörter: , , , , , |

Die Bundesregierung will den Schutz von Kindern in Deutschland umfassend und wirksam verbessern. Dazu wird die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Köhler, ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das Prävention und Intervention gleichermaßen stärkt. Auf Einladung von Kristina Köhler treffen sich am 27. Januar 2010 gut 50 Kinderschutz-Experten und -Expertinnen aus Ländern, Kommunen und von Fachorganisationen zu einem ersten Fachgespräch, um die Rahmenbedingungen für das neue Kinderschutzgesetz abzustecken.

„Der Schutz unserer Kinder vor Misshandlungen und Vernachlässigung hat für mich höchste Priorität“, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Köhler. „Ich werde ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in einem umfassenden Sinne voranbringt. Das Fachgespräch ist der Auftakt für einen intensiven Austausch mit allen relevanten Akteuren. Nur gemeinsam können wir die Gesetzeslücken schließen, die unseren Kindern unendliches Leid zufügen und zum Tode führen können“, so Köhler weiter.

Das neue Kinderschutzgesetz fußt auf den zwei Säulen: Prävention und Intervention.

Prävention ist der beste Weg, um Kinder effektiv vor Gefährdungen zu schützen. In den letzten Jahren haben Bund, Länder und Kommunen gerade im präventiven Bereich wichtige Schritte für einen aktiven Kinderschutz unternommen. Hierzu zählen vor allem das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“, die Einrichtung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und die vielfältigen Anstrengungen und Programme in Ländern und Kommunen. Jetzt gilt es, die Nachhaltigkeit dieser Anstrengungen bundesweit zu sichern. Schwerpunkte der Säule „Prävention“ sind:

  • Ein neuer Leistungstatbestand „Frühe Hilfen“ soll flächendeckend niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien in belastenden Lebenslagen sicherstellen.
  • Wir werden niederschwellige und frühe Hilfsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen schaffen, noch während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Dazu zählt auch eine Verbesserung der Rechtsgrundlagen für Hebammen und Familienhebammen.
  • Wir werden die Zusammenarbeit im Kinderschutz für alle damit befassten Berufsgruppen und Institutionen stärken und die Grundlagen für verbindliche Netzwerke schaffen.
  • Alle kinder- und jugendnah Beschäftigten müssen in Zukunft ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das über alle einschlägigen Straftaten auch im Bagatellbereich informiert.

Auch die beste Prävention macht die Intervention nicht überflüssig – so wie auch bei bestem Brandschutz nicht auf die Feuerwehr verzichtet werden kann. Schwerpunkte der Säule „Intervention“ sind:

  • Eine bundeseinheitliche Befugnisnorm zur Weitergabe von Informationen für Berufsgeheimnisträger. Sie soll die von Ärzten wiederholt geforderte Rechtssicherheit bei der Abwägung der Schweigepflicht von Berufsgeheimnisträgern erhöhen.
  • Wir werden den staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung qualifizieren. Durch klare Vorgaben zu Handlungsbefugnissen und -pflichten werden wir mehr Handlungs- und Rechtssicherheit für die mit dem Kinderschutz befassten Professionen schaffen. So sorgen wir dafür, dass die Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, nicht zu groß wird.
  • Mit einer Verpflichtung des bisher zuständigen Jugendamtes zur Übermittlung notwendiger Informationen an das Jugendamt am neuen Wohnort der Familie werden wir dem sog. „Jugendamts-Hopping“ wirksam begegnen. Denn manche Eltern, die das Wohl ihres Kindes nicht im Blick haben, versuchen sich dem Zugang des Jugendamtes durch Wohnortswechsel zu entziehen.

Bundesfamilienministerin Kristina Köhler will das neue Gesetz mit allem Nachdruck, aber auch mit der gebotenen Gründlichkeit, Sorgfalt und Umsicht in intensivem Austausch mit Ländern, Kommunen und der Fachwelt auf den Weg bringen. „Die SPD hat dem Kinderschutz mit ihrer Blockadehaltung in der vergangenen Legislaturperiode keinen guten Dienst erwiesen. Mit der Expertenrunde nehmen wir jetzt den Gesprächsfaden wieder auf. Gemeinsam mit Ländern und Kommunen, aber auch den Kinderschutz-Experten möchte ich einen Entwicklungsprozess in Gang setzen, an dessen Ende ein Gesetz steht, das uns hilft, die vorhandenen Lücken beim Kinderschutz zu schließen“, so Kristina Köhler.

Weitere Informationen zum Thema Kinderschutz finden Sie auch im Internet unter www.bmfsfj.de

Quelle: Pressemitteilungen des BMFSFJ von 26.01.10

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Abschlussbericht 2009 der Arbeitsgruppe „Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls – § 1666 BGB“

Posted on Oktober 12, 2009. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , , |

Im September 2009 hat die Arbeitsgruppe „Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls – § 1666 BGB“ (AG) ihren Abschlussbericht veröffentlicht.

Die im Jahre 2006 Arbeitsgruppe hatte bereits Vorschläge, welche den Gerichten ein frühzeitiges Tätigwerden im Fall der Kindeswohlgefährdung ermöglichen und Eltern zur Wahrnehmung elterlicher Verantwortung anhalten sollte, erarbeitet. Diese finden sich in dem Mitte 2008 in Kraft getretenen Gesetz zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls wieder.

Insgesamt würdigt und begrüßt die Arbeitsgruppe im nun vorgelegten Abschlussbericht die eingetretenen Verbesserungen im Bereich des Kinderschutzes. Sie sieht aber gleichwohl weiteren Handlungsbedarf in den genannten Bereichen, um eine fortschreitende Stärkung und Verbesserung des Kinderschutzes zu verwirklichen.

Im Rahmen der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Familiengerichten und den Jugendämtern sollte nach ihrer Auffassung der Fokus bei der Erweiterung des interdisziplinären Wissens auf beiden Seiten sowie einer engeren Zusammenarbeit  liegen. Eine Verbesserung der Zusammenarbeit könne beispielsweise durch die Erhöhung der Teilnehmerzahlen bei Fortbildungen und interdisziplinären Arbeitkreisen erreicht werden.

Weiterer Gegenstand der Beratungen der Arbeitsgruppe war der Schutz des Wohls des ungeborenen Kindes. Die hier bestehende Gefährdungslage sei von § 1666 BGB nicht erfasst. Im Abschlussbericht wird eine Erweiterung der Hilfsangebote im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Regelungen vorgeschlagen. Es solle ein Hilfsangebot ins SGB VIII aufgenommen werden, welches sich explizit an schwangere Frauen und werdende Eltern richtet.

Im Rahmen der Qualitätssicherung in Vormundschafts- und Pflegschaftssachen wird insbesondere auf die Überlastung der Fachkräfte hingewiesen, die häufig zwischen 60 und 120 Kinder und Jugendliche vertreten würden. Die AG  empfiehlt eine Obergrenze von 50 Kindern und Jugendlichen, um eine konzentrierte Ausführung der Aufgaben zu ermöglichen. Zudem bedürfe es der Konkretisierung der Personensorgepflicht, der gesetzlichen Verpflichtung zu regelmäßigem persönlichen Kontakt, einer verstärkten Beteiligung des Kindes und der Stärkung des Einzelvormunds.

Um bei Pflegekindern das Auftreten von Kindeswohlgefährdungen zu verringern, hält die AG die Stärkung der Stabilität des Pflegeverhältnisses für erforderlich.

Der komplette Abschlussbericht der AG ist auf der Webseite des Bundesjustizministeriums unter http://www.bmj.de/ag-kindeswohl abrufbar.

Quelle: LVR Newsletter „Rechtsfragen der Jugendhilfe“ vom 29.09.09

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KomDat Jugendhilfe 2/09 untersucht Hinweise zu Erfolgsfaktoren für Pflegefamilien und Heime

Posted on September 23, 2009. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Ein Schwerpunkt der eben erschienenen zweiten Ausgabe von KomDat Jugendhilfe in diesem Jahr beschäftigt sich mit den Hilfen zur Erziehung. Der Artikel „Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, … Antworten der Hilfen zur Erziehung für Familien in der Krise“ untersucht den Anteil der Fälle, in denen eine der Hilfen zur Erziehung wegen Kindeswohlgefährdung veranlasst wurde.

Der Beitrag „Wann erreichen familienersetzende Hilfen ihre Ziele? Hinweise zu Erfolgsfaktoren für gelingendes Aufwachsen in Pflegefamilien und Heimen“ beschäftigt sich mit der Frage, wie erfolgreich diese Hilfen zur Erziehung sind, und welche Gründe möglicherweise geplante bzw. ungeplante Beendigungen von Hilfen beeinflussen könnten.

zum aktuellen Heft 2/09 von KomDat Jugendhilfe

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