DBSH-Kongress „Sind wir noch zu retten?! Quo vadis Kinder- und Jugendhilfe?“ am 13./14.05. in Stendal

Posted on März 29, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Sachsen-Anhalt, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Sind wir noch zu retten?! Quo vadis Kinder- und Jugendhilfe?“ ist der DBSH-Kongress am 13. und 14.05. in Stendal überschrieben. Veranstalter sind der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) und die Hochschule Magdeburg-Stendal.

Einladungstext:
Im Jahr 2010 haben wir das 20-jährige Jubiläum des Kinder- und Jugendhilfegesetzes/SGBVIII gefeiert. Die tiefe humane Ethik, Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern positive Lebensverhältnisse zu sichern, prägen dieses weltweit einmalige Gesetz. Der geistige Vater des SGB VIII, Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner wird den DBSH-Kongress mit gestalten.

Die berufliche Praxis jedoch hinkt seit Jahren der Haltung des SGB VIII hinterher. Vielerorts werden die Standards und Angebote geschliffen. Dabei wurden den Kommunen stets Mehrausgaben auferlegt, ohne sie tatkräftig zu entlasten. Auf der anderen Seite schlägt eine schleichende Ökonomisierung unserer Gesellschaft zu Buche. Durch rücksichtslose Transaktionen einer neoliberalen Wirtschaft ist immenser wirtschaftlicher Schaden entstanden, den nun der Fiskus auffangen muss. Die Antwort darauf wird nicht selten in drastischen Sparmaßnahmen sowie in fortgesetzter Privatisierung gesucht. So setzt sich die Spirale der Ökonomisierung fort.

Dieser Entwicklung möchten wir mit unserem Kongress begegnen, möchten der Stimme einer fachlich gut qualifizierten Kinder- und Jugendhilfe wieder Gehör verschaffen, die nicht nur von Nachhaltigkeit spricht, sondern sie auch umsetzen will und kann. Dafür werden wir Fachleute aus Praxis, Forschung und Politik miteinander ins Gespräch bringen und mit allen Kongressteilnehmern nach Lösungen suchen. Wir wollen konkrete Antworten finden und ein Zeichen setzen für eine Kinder- und Jugendhilfe, die diesen Namen auch verdient. Im Ergebnis der Tagung sollen „Stendaler Thesen“  entwickelt werden, die den Willen der Kongressteilnehmer deutlich machen.

Der späteste Anmeldetermin ist der 03.05.

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Positionspapier des PARITÄTISCHEN tritt Ausgrenzungsprozessen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen entgegen

Posted on Juli 19, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

In seinem aktuellen Positionspapier fordert der PARITÄTISCHE einen „harten“ Rechtsanspruchs in § 13 SGB VIII auf Leistungen der Jugendsozialarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen, deren berufliche und soziale Integration gefährdet ist. Dringend erforderlich ist auch eine Abmilderung der rigiden Sanktionsregelungen im SGB II für Jugendliche, so der PARITÄTISCHE.

Der PARITÄTISCHE hat sich mit der Lebenssituation von mehrfach benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen befasst und die bestehenden Hilfen nach den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII einer kritischen Analyse unterzogen. Der Verband hat im Ergebnis festgestellt: Die Hilfen müssen dringend verbessert werden, um sozialen Ausgrenzungsprozessen von jungen Menschen entgegenzuwirken und möglichst allen jungen Menschen Teilhabe an Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen. Wesentliche Grundlage hierfür soll eine rechtliche Neujustierung der Regelungen für junge Menschen in den Sozialgesetzbüchern sein, so insbesondere eine Neuregelung in § 13 SGB VIII und 31 SGB II.

Positionspapier des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes veröffentlicht: „Ausgrenzungsprozessen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen entgegentreten und dafür die Hilfen der Sozialgesetzbücher neu justieren“ (pdf)

Quelle: Meldung des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes vom 12.07.2010

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Fachkongress: „Jugendhilfe in Bewegung – 20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz“ am 17.09. in Münster-Hiltrup

Posted on Juli 19, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Politik, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Der vom Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) organisierte Fachkongress: „Jugendhilfe in Bewegung – 20 Jahre Kinder- und Jugendhilfegesetz“ findet am 17.09. in Münster-Hiltrup statt. Der Fachkongress richtet sich an Leitungskräfte aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe, VertreterInnen aus Politik und Wissenschaft sowie die interessierte Fachöffentlichkeit.

Die Veranstaltung möchte eine Bilanz über die Entwicklungsdynamik der Kinder- und Jugendhilfe der letzten 20 Jahre ziehen und in zahlreichen Fachforen über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Gestaltungsaufgaben diskutieren.

Informationsflyer

Anmeldung

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DBSH kritisiert Vorstoß der Kommunen gegen Prinzipien des KJHG

Posted on Mai 20, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: |

Unter dem Titel „Städte und Landkreise: Geheimdiplomatie gegen Kinder“ berichtet der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) in seinem Newsletter 3-2010 vom 20.05. von den Bestrebungen der Kommunalen Spitzenverbände, das Kinder- und Jugendhilferecht grundlegend zu verändern:

Bereits am 24. Februar hat sich die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände in einem nicht–öffentlichen Schreiben an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gewandt und erhebliche Veränderungen am Kinder- und Jugendhilferecht gefordert. Diese laufen auf eine Abschaffung wesentlicher Prinzipien des SGB VIII hinaus. So sei das Instrument des „Hilfeplan“ nicht ausreichend, es wäre gesetzlich zu regeln, welche Mitwirkung von „jenen Eltern zu erwarten ist, deren Kinder Hilfen zur Erziehung erhalten“. Wie der Spitzenverband aber ein solches „Forder“-Instrument einsetzen will, wird nicht erläutert. Umso konkreter sind dann die Vorstellungen zum Subsidiaritätsprinzip in der Jugendhilfe. Dieses „wettbewerbshemmende“ Prinzip müsse geprüft werden, damit die Kommunen die Möglichkeit haben, kostengünstigere Anbieter zu beauftragen.

Auch das bisherige „Wunsch- und Wahlrecht“ belaste die Jugendämter erheblich. Letztlich gebe es doch immer weniger Kinder und da mache es keinen Sinn, teurere Angebote nur wegen dieses Prinzips vorzuhalten. Das SGB II sehen die Kommunen als Vorbild, da hier den „Leistungsberechtigten im Detail vorgegeben wird, was für sie zumutbar ist und was nicht.“ Bezogen auf die Jugendberufshilfe will der Spitzenverband den Vorrang des SGB II noch deutlicher formuliert wissen als bisher.

Für den Behindertenbereich, jugendrichterliche Weisungen und andere Leistungsbereiche wird die Inanspruchnahme anderer Kostenträger gefordert. Für Eingliederungshilfen für seelisch behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder „sollen wirtschaftlich leistungsfähige Jugendliche oder Eltern“ einen Beitrag leisten.

Der Fachbereich Kinder- und Jugendhilfe hat nunmehr das Papier der kommunalen Spitzenverbände veröffentlicht. „In bislang noch nie vorgetragener Schärfe werden radikale Forderungen zum Abbau der qualitativen und quantitativen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe erhoben. Diese gehen dahin, die Kinder- und Jugendhilfe mehr und mehr ihrer qualitativen Grundlagen zu entziehen und sie einer sanktionsorientierten Lenkung des „Forderns und Förderns“ zu unterstellen, wie sie im ALG II-Bereich üblich ist.“ kommentiert der Fachbereich des DBSH. Notwendig aber sei eine „qualitative Stärkung der Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche“. Sie sei „ein wesentlicher Bestandteil zur Sicherung gelebter Demokratie. Dazu braucht es ein gut ausgestattetes Gesundheits- und Bildungssystem, sowie ein stabiles Präventions- und Hilfesystem für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern. Die Stärkung des Kindeswohls ist die perspektivische Stärkung zentraler Werte eines freiheitlich-demokratischen Gemeinwohls.“

Stellungnahme des Fachbereichs Kinder- und Jugendhilfe des DBSH

Schreiben der Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände

Hintergrundinfo:

Sozialleistungen der Städte in Not – Zahlen und Fakten zur Entwicklung kommunaler Sozialausgaben

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AGJ verleiht Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe an den „Vater des Kinder- und Jugendhilfegesetzes“

Posted on April 29, 2010. Filed under: Jugendhilfe | Schlagwörter: |

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat am 28.04.2010 auf ihrer Mitgliederversammlung in Hamburg den Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe verliehen. Ausgezeichnet wurde der 64-jährige Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner für seine besonderen Verdienste um die Kinder- und Jugendhilfe und Jugend(hilfe)politik. Wiesner war zuständig für den Entwurf des 1990 vom Parlament verabschiedeten Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG).

„Er gilt als Vater des KJHG und hat bis heute die Entwicklung dieses modernen Leistungsgesetzes maßgeblich mitbegleitet. Dieses und die Tatsache, dass er in den vergangenen 40 Jahren den Fachdiskurs in der Kinder- und Jugendhilfe wesentlich beeinflusst hat, hat die AGJ dazu bewogen, ihm den Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe zu verleihen.“ Dies erklärte der Geschäftsführer der AGJ, Peter Klausch. Mit dem KJHG, das das Jugendwohlfahrtsgesetz von 1961 ablöste, sei ein seit Jahrzehnten geforderter Perspektivenwechsel in der Kinder- und Jugendhilfe vollzogen worden. „Kinder, Jugendliche und ihre Eltern werden seitdem als Subjekte mit subjektiven Rechtsansprüchen und Beteiligungsrechten begriffen“, sagte Klausch.

Seit seinem Inkrafttreten – 1990 in den neuen Bundesländern und 1991 in den alten Bundesländern – wurde das Gesetz ca. dreißig Mal geändert. Wiesner hat diesen Prozess stets mitbegleitet. Dazu gehört auch die Änderung des KJHG durch das Kinderförderungsgesetz, durch die der Ausbau der Kindertagesbetreuung fortgeführt und beschleunigt werden sollte. Wiesner ist seit 1974 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend u. a. als Leiter des Referats „Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe“ tätig. „Wir hoffen, dass Prof. Dr. Wiesner auch in den nächsten Jahren den Diskurs in der Kinder- und Jugendhilfe weiterhin mitgestalten wird“, betonte der AGJGeschäftsführer.

Die AGJ hat den Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe in diesem Jahr das erste Mal verliehen.

Bildunterschrift: Der Geschäftsführende Vorstand der AGJ und der Laudator, Dr. Robert Sauter, übergeben den Ehrenpreis der Kinder- und Jugendhilfe an Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner, Foto: Bildschön.

Quelle: Pressemitteilung der AGJ vom 28.04.10

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79% mehr erzieherische Hilfen von 1991 bis 2006

Posted on Februar 7, 2008. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , , , , , , , |

(Destatis). Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2006 in Deutschland mehr als 651 000 junge Menschen im Alter bis zu 26 Jahren erzieherische Hilfe in Anspruch genommen. Das waren 11% oder 66 000 mehr als 2001 und 79% oder 288 000 mehr als 1991, dem Jahr, in dem das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz in Kraft getreten ist.

Unter dem Stichwort „erzieherische Hilfe“ erhalten junge Menschen und Familien bei persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten im sozialen Umfeld verschiedene pädagogische Hilfen und Förderungen. Das Spektrum der Unterstützung reicht von Erziehungsberatung über Erziehungsbeistände und soziale Gruppenarbeit, sozialpädagogische Familienhilfe und Tagesgruppenerziehung bis zur Vollzeitpflege in einer anderen Familie und Heimerziehung. 28 von 1 000 jungen Menschen dieser Altersgruppe nahmen im Jahr 2006 eines dieser Hilfeangebote wahr, mehr als doppelt so viele wie 1991 (13 von 1 000).

Ziel der Kinder- und Jugendhilfe ist es, den jungen Menschen einen Verbleib in der Familie zu ermöglichen. So wurden 2006 fast drei Viertel der Hilfen innerhalb der Familie (ambulant) durchgeführt, 4% teilstationär und 23% stationär. Der Anteil der ambulanten Hilfen stieg gegenüber 1991 um 17 Prozentpunkte an, während der Anteil der stationären Hilfen in derselben Größenordnung abnahm.

Insgesamt nahmen mehr Jungen als Mädchen erzieherische Hilfen in Anspruch. Die Geschlechterverteilung variierte 2006 zwischen 50:50 bei der Vollzeitpflege in einer anderen Familie und einem Anteil von 75% männlicher junger Menschen bei der sozialen Gruppenarbeit.

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