Gesetz zur Verbesserung der Hilfen für Familien bei Adoption (Adoptionshilfe-Gesetz)

Posted on Dezember 18, 2020. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Mit dem Adoptionshilfe-Gesetz wird eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt, indem das Adoptionswesen modernisiert und die Strukturen der Adoptionsvermittlung verbessert werden. Das Gesetz stützt sich auf die Erkenntnisse des Forschungs- und Expertiseprozesses zum Bereich Adoption, die in der 18. Legislaturperiode gewonnen werden konnten. Ziel des Gesetzes ist es, das Gelingen von Adoptionen zu fördern und damit das Wohl der Kinder zu sichern.

Beratung vor, während und nach der Adoption

Ein Rechtsanspruch auf eine Begleitung auch nach der Adoption sichert die gute Beratung und Unterstützung aller an einer Adoption Beteiligten durch fachlich spezialisierte Fachkräfte. Die unterschiedlichen Phasen der Adoption werden so als Ganzes betrachtet und begleitet. Für Stieffamilien wird eine verpflichtende Beratung im Vorfeld des Antrags auf Adoption eingeführt.

Offenen Umgang mit der Adoption fördern

Weiterhin soll ein offener Umgang mit der Adoption gefördert werden – denn das Wissen um die eigene Herkunft ist wichtig für die kindliche Entwicklung. Die Adoptionsvermittlungsstellen erhalten daher den Auftrag, die Adoptiveltern darin zu unterstützen, von Anfang an offen mit dem Kind über die Adoption zu sprechen. Außerdem sind die Vermittlungsstellen aufgefordert von Anfang an mit den Herkunftseltern, den Adoptiveltern und altersentsprechend auch mit dem Kind zu besprechen, ob und wie ein Informationsaustausch oder Kontakt gestaltet werden kann. Indem sie gegenüber der Adoptionsvermittlungsstelle einen Anspruch auf allgemeine Informationen über das Kind bekommen, sollen die Herkunftseltern in ihrer Rolle gestärkt werden. Die Adoptivfamilie entscheidet, ob und welche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Informationen, deren Weitergabe nicht gewünscht ist, bleiben geschützt.

Kinder bei Auslandsadoptionen besser schützen

Zum Schutz der Kinder sollen unbegleitete Adoptionen aus dem Ausland verhindert werden, indem sie zukünftig immer durch eine Fachstelle zu vermitteln sind; ferner soll ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländische Adoptionsbeschlüsse im Inland eingeführt werden.

Quelle: BMFSFJ vom 18.12.2020

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Vermittlungsausschuss erzielt Einigung beim Adoptionshilfe-Gesetz

Posted on Dezember 11, 2020. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern haben sich am 10. Dezember 2020 auf Änderungen am Adoptionshilfe-Gesetz geeinigt. Danach entfällt die umstrittene Beratungspflicht im Vorfeld einer Stiefkindadoption für lesbische Paare, wenn das Kind in deren Ehe oder verfestigte Lebensgemeinschaft hineingeboren wird.

Die Bundesregierung hatte am 2. Dezember 2020 das gemeinsame Gremium von Bundestag und Bundesrat angerufen, nachdem der Bundestagsbeschluss im Juli nicht die erforderliche absolute Mehrheit von 35 Stimmen in der Länderkammer erhalten hatte.

Streitpunkt: Verpflichtende Beratung bei Stiefkindadoption

Der Gesetzesbeschluss des Bundestages sieht eine verpflichtende Beratung durch die Adoptionsvermittlungsstellen im Vorfeld einer Stiefkindadoption vor. Diese wurde im Bundesratsverfahren und während der Plenardebatte für den Fall der Stiefkindadoption bei lesbischen Paaren kritisiert (Protokollauszug | Redevideo zu TOP 4 vom 3. Juli 2020), weil diese verpflichtende Beratung zu einer Diskriminierung lesbischer (Ehe-)Paare führe, da sie für die notwendige Adoption der in die Familie hineingeborenen Kinder eine weitere Belastung schaffe.

Kompromiss im Vermittlungsverfahren

Der Vermittlungsausschuss schlägt nun vor, der umstrittenen Regelung einen Ausnahmetatbestand anzufügen. Danach gibt es keine Beratungspflicht, wenn der annehmende Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit dem leiblichen Elternteil des Kindes verheiratet ist oder in einer verfestigten Lebensgemeinschaft in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Überdies gibt nach dem Vorschlag bei Stiefkindadoptionen lesbischer Paare das ohnehin am Verfahren beteiligte Jugendamt die im Gesetz vorgeschriebene fachliche Äußerung ab, so dass auch insofern die zusätzliche Beteiligung der Adoptionsvermittlungsstelle entfällt.

Was das Adoptionshilfegesetz ansonsten regelt

Durch die vom Bundestag beschlossenen Neuregelungen sollen Familien bei der Adoption von Kindern mehr Beratung und Hilfe erhalten. Sie betreffen sowohl die Adoptiv- als auch die Herkunftsfamilie. Beide hätten künftig einen Anspruch darauf, auch nach der Adoption fachlich begleitet zu werden.

Offener Umgang mit Adoptionen

Ziel des Gesetzes ist auch, den offenen Umgang mit Adoptionen zu fördern: Die rund 400 Adoptionsvermittlungsstellen sollen Eltern ermutigen, offen mit dem Kind über die Adoption zu sprechen. Die Adoptionsvermittlungsstellen werden außerdem angehalten, mit den Herkunftseltern und den Adoptionsbewerbern zu erörtern, ob und wie sie den Informationsaustausch oder auch den Kontakt der Adoptivfamilie mit den Herkunftseltern am besten zum Wohle des Kindes gestalten. Herkunftseltern erhalten zudem einen Anspruch auf allgemeine Informationen über das Kind, sofern diese von der Adoptivfamilie freiwillig zur Verfügung gestellt werden.

Auslandsadoptionen nur noch mit Vermittlungsstelle

Darüber hinaus verbietet der Gesetzesbeschluss Auslandsadoptionen ohne Begleitung einer Vermittlungsstelle. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die zukünftigen Eltern auf die Herausforderungen einer Adoption vorbereitet und die Interessen des Kindes ausreichend berücksichtigt werden. International vereinbarte Schutzstandards sind künftig bei allen Auslandsadoptionen einzuhalten. Für mehr Rechtssicherheit und Rechtsklarheit wird ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländische Adoptionsbeschlüsse eingeführt.

Bestätigung in Bundestag und Bundesrat

Der Bundestag wird sich voraussichtlich in der kommenden Woche mit dem Einigungsvorschlag befassen, der Bundesrat dann in der Plenarsitzung am 18. Dezember 2020. Mit der Bestätigung beider Häuser wäre das parlamentarische Verfahren abgeschlossen und das Gesetz könnte dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt und danach im Bundesgesetzblatt verkündet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesrates vom 10.12.2020

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PFAD nimmt Stellung zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hilfen für Familien bei Adoption

Posted on Oktober 11, 2019. Filed under: Adoptivfamilie, Jugendhilfe, PFAD Verband, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Der PFAD Bundesverband nahm im Rahmen der Verbändebeteiligung Stellung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hilfen für Familien bei Adoption (Adoptionshilfe-Gesetz).

Ziele der Novelle sind

  • eine bessere Beratung aller an einer Adoption Beteiligten vor, während und nach einer Adoption,
  • die Förderung der Offenheit von Adoption,
  • die Eindämmung unbegleiteter Adoptionen aus dem Ausland sowie
  • die Stärkung der Strukturen der Adoptionsvermittlung.

PFAD Stellungnahme vom 01.10.2019

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Zwei Adoptivmütter bei Markus Lanz

Posted on Februar 16, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

logoDie beiden Schwestern Martina und Sabine erzählen in der Talk-Show von Markus Lanz vom 09.02.2017 über ihre Erfahrungen mit zusammen 10 Adoptivkindern. Dabei betonen die Adoptivmütter, wie wichtig die Kenntnis der leiblichen Mutter für die Entwicklung der Kinder ist und machen Mut, Adoptivkinder auf ihrer Wurzelsuche zu begleiten und die Mütter schon im Adoptionsprozess mehr zu beteiligen.

Die Sendung kann über die ZDF-Mediathek online angesehen werden. Ca. ab der 48. Minute kommt dieser Beitrag.

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Gutachten über rechtliche Reformen für rechtliche, biologische und soziale Elternschaft

Posted on September 18, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der Artikel „So setzen neue Familienformen die Justiz unter Druck“ aus der Welt vom 15.09.2016 fasst die Forderungen des diesjährigen Deutschen Juristentages, der zum Thema „Rechtliche, biologische und soziale Elternschaft – Herausforderungen durch neue Familienformen“ tagte, zusammen.

Der Marburger Rechtsprofessor Tobias Helms verfasste dafür ein Gutachten, das wegweisend sein könnte für eine Reform des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Er macht Vorschläge für rechtliche Verbesserungen bei Stief-, Pflege-, Adoptiv- und Regenbogeneltern sowie Regelungen in den Bereichen Samenspende und Leihmutterschaft.

Bei den Adoptionen wird die Förderung geöffneter Adoptionsarrangements angeregt, im Bereich Vollzeitpflege schlägt Helms vor, „darüber nachzudenken, Pflegeeltern in Härtefällen auch gegen den Willen der leiblichen Eltern das Sorgerecht übertragen zu können.“

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Artikel über offene internationale Adoption

Posted on April 8, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Bewerber, Fachkräfte, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ein Paar aus dem Landkreis Main-Spessart adoptierte zwei Kinder aus Vietnam, heute 16 und 17 Jahre alt. Im Artikel Adoption: „Meine Mama ist meine Mama – fertig!“ wird beschrieben, wie ihnen auch über Kontinente hinweg eine offene Adoption, d.h. die Kontaktpflege mit der leiblichen Familie gelungen ist. Der Artikel erschien in der Main-Post vom 07.04.2016.

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Artikel: „Das sind keine Rabenmütter“

Posted on November 4, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

Im Artikel „Das sind keine Rabenmütter“ aus der TLZ vom 28.10.12 setzt sich die Adoptionsvermittlerin Dipl. Soz. Päd. Gabriele Loges vom Jugendamt Jena für offene Adoptionen und eine Anerkennung der abgebenden Mütter ein.

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Münster: Immer mehr Adoptierte suchen nach ihren Wurzeln

Posted on Juni 29, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Diözese Münster (cpm). Adoption bedeutet immer seltener den endgültigen Abschied von den leiblichen Eltern. Die Zahl der „halboffenen Adoptionen“ wächst. Diesen Trend spüren die acht Adoptions- und Pflegekinderdienste der Caritas und ihres Fachverbandes Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Diözese Münster. Sie begleiten die Kontaktanbahnung und beraten auch die abgebenden Eltern. Die Zahl der Adoptionsvermittlungen ist mit zehn im vergangenen Jahr „auf fast unverändertem Niveau geblieben“, kann Anne Ruhe im Diözesancaritasverband Münster feststellen. 2009 waren es neun.

Bei den halboffenen Adoptionen gibt es, so Ruhe, in der Regel einen Kontakt vor der Vermittlung zwischen leiblichen und Adoptiveltern und „einer bewussten Entscheidung für die künftigen Adoptiveltern“. Dabei könne auch vereinbart werden, dass die leiblichen Eltern durch Fotos oder Briefe die Entwicklung ihres Kindes mitverfolgen könnten. Sechs Adoptionen dieser Art wurden 2010 angebahnt gegenüber zwei im Vorjahr.

Auch adoptierte Erwachsene suchen vermehrt nach ihren Wurzeln und bemühen sich um Kontakt. 79 kamen im vergangenen Jahr in die Beratungsstellen, in 2009 waren es erst 65. Inzwischen bestehe ein Großteil der Arbeit der Mitarbeiterinnen darin, nicht nur Adoptiveltern vorzubereiten und zu begleiten, sondern auch nach Abschluss der Adoption noch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allein 53 leibliche Mütter und Väter baten darum und in 39 Fällen (27 in 2009) „ging es um Kontaktwünsche zu ihren Kindern“, sagt Ruhe.

Das gelingt allerdings bei weitem nicht immer. Denn im Vordergrund stehe das Interesse des Kindes und das müsse ebenso wie die Adoptiveltern damit einverstanden sein. Deswegen sei es dann auch nur in sechs Fällen tatsächlich zur Kontaktaufnahme gekommen, so Ruhe.

Bei Bedarf begleiten die Beratungsstellen von Sozialdienst katholischer Frauen und Caritas auch Kontakte mit Herkunftsfamilien

Quelle: Pressemeldung des Caritasverbandes für die Diözese Münster e.V. vom 28.06.2011

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Artikel: Adoption – Lebenslang bleibt die Angst, nicht gewollt zu sein

Posted on November 10, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

Welt-online berichtete in einem Artikel von Laura Gitschier über die Lebensgeschichte der Hamburgerin Gitta Liese, der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Adoptierter e.V. (BARGEA).

Artikel vom 01.11.08

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Artikel: Wenn Frau ihr Kind weggibt – Eine andere Art Mutter

Posted on September 15, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Adoption ist ein totgeschwiegenes Thema – nur wenn Prominente ein fremdes Kind aufnehmen, wird darüber berichtet. Wer die Mütter dieser Kinder sind, wird nicht gefragt. Warum eigentlich?

Judith Luig beschreibt in der taz-Ausgabe vom 12.09.08 die Beweggründe und Erfahrungen einer Mutter, die ihr Baby zu Adoption freigab.

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Buchtipp: Die Geschichte einer Adoption aus zwei Perspektiven

Posted on Juni 16, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In „Darf ich Mama zu dir sagen?“ berichten Martina, eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption frei gab und Anna, die Adoptivmutter die dieses an Kindes statt annahm, nacheinander ihre Geschichte.
Das Buch aus dem vivebo-Verlag stellt die Gefühle und Probleme der abgebenden und der Adoptivmutter einfühlsam dar.

Buchvorstellung mit Bestellmöglichkeit

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