Hessen: Elterliche Sorge 2016 häufiger entzogen — Mehr Amtsvormundschaften, weniger Amtspflegschaften und Beistandschaften

Posted on September 6, 2017. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2016 ordneten hessische Familiengerichte 1114 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge an. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies 201 Maßnahmen oder 12 Prozent mehr als im Jahr 2015. Erfasst werden hier nur die Fälle, bei denen zuvor eine Gefährdungseinschätzung vorgenommen wurde. Die Einschränkung oder der Entzug des Sorgerechts erfolgt, wenn eine Gefahr für das Wohl oder Vermögen des Minderjährigen auf andere Weise nicht abgewendet werden kann. Dabei wird die elterliche Sorge vollständig oder teilweise auf das Jugendamt oder eine dritte Person als Vormund, Pflegerin oder Pfleger übertragen.

Amtsvormundschaft

Zum Jahresende 2016 lebten in Hessen insgesamt 5342 (2015: 4579) Kinder und Jugendliche unter gesetzlicher oder gerichtlich bestellter Vormundschaft der Jugendämter. Das waren 17 Prozent mehr als 2015. Bei 321 Kindern (2015: 288) lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. Bei 5021 Kindern und Jugendlichen (2015: 4291) übertrug das Vormundschafts- oder Familiengericht das Sorgerecht auf das Jugendamt und entzog den Eltern das Sorgerecht (bestellte Amtsvormundschaft). Zwei Drittel davon waren nicht deutsche Kinder- und Jugendliche.

Amtspflegschaft

Am 31.12.2016 waren 2755 Kinder und Jugendliche (2015: 4161) in bestellter Amtspflegschaft, ein Drittel weniger als 2015. Bei der Amtspflegschaft werden Teile des Sorgerechts auf das Jugendamt oder andere Personen übertragen. Die Pflegschaft unterscheidet sich von der Vormundschaft im Wesentlichen dadurch, dass die Pflegerin oder der Pfleger nur für einzelne, fest umgrenzte Aufgaben zuständig ist. In der jugendamtlichen Praxis betreffen die Aufgaben relativ häufig die Themen „Aufenthaltsbestimmungsrecht“ (z. B. Anträge stellen, Behördengänge) oder „Gesundheitsfürsorge“.

Beistandschaft

Für Sorgeberechtigte, z. B. Alleinerziehende, besteht die Möglichkeit, beim Jugendamt Beistand (Unterstützung) für bestimmte Angelegenheiten zu bestellen. Für 28 760 Kinder und Jugendliche gab es im Jahr 2016 sogenannte Beistandschaften, rund 4 Prozent weniger als 2015 (29 944). Die Beistandschaft hilft Personensorgeberechtigten in bestimmten Bereichen, die Rechte ihrer Kinder zu wahren, z. B. bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Den Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 06.09.2017

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NRW: Praxisforum 2016 „Ehrenamtliche Vormünder, Pfleger – eine ungenutzte Ressource“ in Köln

Posted on März 2, 2016. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe führen vor dem Hintergrund des anhaltenden Flüchtlingszustroms ein 3. Praxisforum „Ehrenamtliche Einzelvormünder-eine ungenutzte Ressource“ durch. Termine sind der 7. April, der 9. Juni und der 1. September 2016 im LVR-Landesjugendamt Rheinland in Köln.

Die neuen fachlichen Herausforderungen haben bereits vielerorts zu neuen Kooperationen von Fachdiensten und -stellen sowie zu neuen Überlegungen zur Aufgabenwahrnehmung geführt. Da sich in vielen Städten und Gemeinden Bürgerinnen und Bürger engagieren wollen, gehören hierzu auch Überlegungen zu deren Einbeziehung als ehrenamtliche Vormünder, Pfleger, Paten oder Gasteltern für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen erfordert jedoch Konzepte, Zeit und personelle Ressourcen: Einerseits für deren Gewinnung und Schulung und auch für deren weitere Begleitung und Beratung.
Die Teilnahmegebühr je Institution beläuft sich auf 190 Euro inklusive Verpflegung. Für jede weitere Person wird eine Verpflegungspauschale von 30  Euro erhoben.

Eine Anmeldung ist nur für das gesamte Projekt möglich. Anmeldeschluss: 18.03.2016.

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Runder Tisch der Pflege- und Adoptivfamilienverbände äußert sich zur Vormundschaft für Pflegekinder

Posted on April 21, 2015. Filed under: Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Der Runde Tisch der Pflege- und Adoptivfamilienverbände beschäftigte sich bei seinem letzten Treffen mit dem Ende 2014 vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Zusammenhang mit einer geplanten zweiten Reformstufe für die Vormundschaft veröffentlichten Eckpunktepapier für die weitere Reform des Vormundschaftsrechts (pdf, Stand: 13.10.2014).

Die Verbände erarbeiteten dazu ein gemeinsames Papier, um die Position von Pflegefamilien in die Diskussion der Expertengruppe einzubringen, die die Reform vorbereitet.

Positionspapier „Vormundschaft für Pflegekinder – Erfordernisse aus der Perspektive der Pflegefamilienverbände“ (pdf, Stand: April 2015)

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2. Praxisforum Ehrenamtliche Vormünder am 12.03. in Köln

Posted on Januar 12, 2015. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die gesetzlichen Regelungen im Vormundschaftsrecht haben einiges bewegt: Monatliche Besuchskontakte, eine Fallzahlobergrenze, die Verpflichtung zur persönlichen Gewährleistung der Pflege und Erziehung des Mündels durch den Vormund. Hierdurch haben sich die strukturellen und personellen Bedingungen der Aufgabenwahrnehmung in Jugendämtern und bei freien Trägern verändert.

Im Praxisforum Ehrenamtliche Vormünder, welches die beiden nordrhein-westfälischen Landesjugendämter im Jahr 2015 zum zweiten Mal durchführen werden, erhalten die Jugendämter auf drei Arbeitssitzungen Möglichkeiten, mit fachlicher Begleitung, durch Input und praktisches Coaching vor Ort, diese noch nicht genutzte Ressource für Ihre Aufgabenwahrnehmung zu erschließen. Es sollen regionale fachliche Konzepte zur Gewinnung, Schulung und Mitarbeit von ehrenamtlichen Vormündern erarbeitet werden.

Die Veranstaltung richtet sich an die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen, die neben der vorhandenen Amtsvormundschaft auch ehrenamtliche Einzelvormünder mit der Führung von Vormundschaften durch das Familiengericht bestellen lassen wollen. Weitere Teilnehmende werden die Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner sein.

Das Praxisforum beginnt am 12. März 2015 mit einer Auftaktveranstaltung. Die Veranstaltungen finden in der Zentralverwaltung des Landschaftsverbandes Rheinland im Horion-Haus, Hermann-Pünder-Str. 1 in Köln-Deutz statt.

Anmeldeschluss ist der 12.02.2015.

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Materialien zum Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft 2014

Posted on November 20, 2014. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die umfangreichen Materialien zum Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft, das vom 10.–12.09. in Hamburg unter dem Titel „Von der Sorge zur Verantwortung – Vormundschaft auf dem richtigen Weg!?“ stattfand, stehen auf der Seite des Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF) zur Verfügung.

Darunter findet sich auch der von Dr. Carmen Thiele, PFAD Bundesfachverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V., Berlin und Irmgard Hader (KrJA Biberach) angebotene Workshop „Der Vormund in der Pflegefamilie zwischen Ansprüchen und Ablehnung

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Umfrage: Was denkt der Mündel von seinem Vormund?

Posted on November 1, 2014. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie | Schlagwörter: , |

Das DIH (Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung) und der BVVT (Bundesverband Vormundschaftstag e.V.) führen mit einer Studierendengruppe der EHB (Projekttag Vormundschaft) eine Studie durch. Es geht darum, das Verhältnis von Vormund und Mündel zu untersuchen. Seit dem Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechtes vom Juli 2011/12 wird in der Fachöffentlichkeit die Frage diskutiert, wie die dort niedergeschriebene Neubestimmung des Vormund-Mündel-Verhältnisses in der Praxis ausgefüllt oder umgesetzt werden kann.

Das Projekt findet breite Unterstützung. Das Bundesforum Vormundschaft/Pflegschaft des DIJuF hat den Fragebogen auf seiner Homepage veröffentlicht, der Bundesverband unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (BUMF) weist in seinem Newsletter darauf hin, der AWO-Vormundschaftsverein, der Betreuungsverein der Caritas, die Berliner Stadtvormünder und eine Fülle von Jugendämtern und Vormundschaftsvereinen habe Ihre Hilfe zugesagt.

Das Ziel der Studie besteht darin, die Qualität dieses Verhältnisses zu erfragen. Dabei wollen wir die Erfahrungen und Erlebnisse der Mündel zugrunde legen.

In einem ersten Schritt wird eine bundesweit angelegte Fragebogen-Aktion durchgeführt. Anschließend sollen die erhobenen Daten durch Interviews exemplarisch veranschaulicht werden.

⇒ zum Fragebogen

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„Amtsvormundschaft endet, Einzelvormundschaft beginnt“ am 20.09. in Frankfurt/Main

Posted on August 1, 2014. Filed under: Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Forum Einzelvormundschaft des IVA Instituts will Einzelvormünder/-pfleger für Pflege- oder Heimkinder oder solche, die dies werden wollen, ansprechen. Es bietet Raum zum Austausch über ihre besonderen Themen und Fragestellungen und Möglichkeiten zur Qualifizierung und Fortbildung.

Bei einer Veranstaltung am 20.09. wird Henriette Katzenstein vom Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht(DIJuF) zum Thema „Amtsvormundschaft endet, Einzelvormundschaft beginnt“ referieren. Sie wird folgende Gesichtspunkte behandeln:

  • Für und Wider der Einzelvormundschaft
  • Übergang von der Amtsvormundschaft zur Einzelvormundschaft
  • Rechte des Mündels?
  • Pflichten und Rechte des ehrenamtlichen Vormunds?
  • Beratung durch das Jugendamt?

Veranstaltungsflyer

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Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft: „Von der Sorge zur Verantwortung – Vormundschaft auf dem richtigen Weg!?“ am 10.-12. 09. Hamburg

Posted on Juli 10, 2014. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die in vierjährigem Turnus stattfindende bundesweite Fachtagung des Bundesforums Vormundschaft und Pflegschaft will dieses Jahr die pädagogischen Herausforderungen, die eine – geteilte und gemeinsame – Verantwortung für Kinder und Jugendliche mit sich bringt, in den Blick nehmen.

Im Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft sind 15 Organisationen und Einzelpersonen vertreten, die sich langjährig mit der Vormundschaft befassen. Zielgruppe der Fachtagung sind alle Professionen, die mit Vormundschaft und Pflegschaft befasst sind: Amts- und Vereinsvormünder/innen und -pfleger/innen, ehrenamtliche und Berufsvormünder/innen, Rechtspfleger/innen, Soziale Dienste, Pflegekinderdienste, Wissenschaftler/innen und Student/innen.

Die Tagung beschäftigt sich mit Fragen wie: Was tun, wenn Jugendliche besonders „schwierig“ erscheinen, niemand die Verantwortung für den jungen Menschen übernehmen will und zwischen den professionellen Beteiligten Uneinigkeit herrscht? Wie weit geht die Fachaufsicht der Rechtspfleger/ innen und (wie) kann sie überhaupt sinnvoll ausgeübt werden? Wie kann es gelingen, Kinder und Jugendliche angemessen zu beteiligen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen? Wie kooperiert man überhaupt sinnvoll und effektiv mit Sozialen Diensten, Pflegekinderdiensten und anderen professionellen Helfer/inne/n?

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Hessen: Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge 2013

Posted on Juni 24, 2014. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Im Jahr 2013 erfolgten in Hessen 1330 Maßnahmen des Familiengerichts, davon 713 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, gab es im Vorjahr eine Untererfassung bei den Maßnahmen. Ein Vergleich der aktuellen Werte mit dem Jahr 2012 ist daher nur eingeschränkt möglich.

Zum Jahresende 2013 lebten 2432 Kinder und Jugendliche in Hessen unter bestellter oder gesetzlicher Vormundschaft der Jugendämter, rund ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei 287 Kindern lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. 2145 Kinder und Jugendliche hatten eine durch Vormundschafts- oder Familiengericht bestellte Amtsvormundschaft (Entzug des Sorgerechts).

Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften betrug 2421 (2012: 2413). Dabei werden Teile des Sorgerechts auf das Jugendamt oder andere Personen übertragen.

Für knapp 33 500 Kinder gab es im Jahr 2013 Beistandschaften, gut acht Prozent weniger als 2012. Die Beistandschaft hilft Personensorgeberechtigten in bestimmten Bereichen, die Rechte ihrer Kinder zu wahren, zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Dem Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.

Eine Pflegeerlaubnis (nach § 44 SGB VIII) für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege wurde im Laufe des Jahres 2013 für 328 Kinder und Jugendliche erteilt. Fast alle waren in Vollzeitpflege untergebracht.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 24.06.2014

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Bayern: 3 743 Maßnahmen eines Familiengerichts aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls im Jahr 2013

Posted on Juni 6, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Laufe des Jahres 2013 wurden insgesamt 3 743 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 923 Buben und 1 820 Mädchen betroffen. Dabei wurde in 2 055 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten entschieden.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen. Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2013 in insgesamt 3 743 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten. In 1 923 Fällen waren Jungen und in 1 820 Fällen Mädchen betroffen.

In 2 055 Fällen wurde der vollständige (791) oder teilweise (1 264) Entzug der elterlichen Sorge entschieden, das heißt die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs.3 Nr. 6 BGB) übertragen. Des Weiteren wurde in 963 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 264 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorgeberechtigten ersetzt und in 461 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 06.06.2014

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„Pflegeeltern als Vormünder, Aufgaben – Herausforderungen – Risiken – Chancen“ am 27.03. in Berlin

Posted on Februar 27, 2014. Filed under: Berlin, Fortbildung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Seit dem 29. Juni 2011 gibt es ein neues Vormundschafts- und Betreuungsrecht. Damit sind die Aufgaben der Vormünder enorm gewachsen. Dies führt u.a. dazu, dass vermehrt Pflegeeltern angefragt werden, ob sie die Vormundschaft ihres Pflegekindes übernehmen wollen. Den Pflegeeltern fehlen jedoch häufig Informationen, um gut für Ihr Pflegekind und Ihre Familie entscheiden zu können.

Dieses Seminar informiert über:

  • die Rechtsgrundlagen der Vormundschaft,
  • die Aufgaben und die Verantwortung des Vormundes mit Blick auf die Veränderungen im Gesetz,
  • das Selbstverständnis und die Stellung des Vormundes.
  • Außerdem werden wir uns mit den verschiedenen Rollen in der Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten und Kooperationspartnern, sowie über den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten oder Konflikten im Hilfekontext beschäftigen.

Es soll eine Diskussion angeregt werden, in der praktische Fragen zur Sprache kommen, wie bspw. „Was spricht für und was spricht gegen Pflegeeltern als Vormund?“

Die TeilnehmerInnen können Beispiele aus der Praxis zu diesem Seminar der Familien für Kinder gGmbH mitbringen.

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Praxisforum „Ehrenamtliche Vormünder … eine ungenutzte Ressource“ ab 15.01. in Köln

Posted on November 15, 2013. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der „ungenutzten Ressource“ ehrenamtliche Vormünder widmet sich ein Praxisforum der beiden Landesjugendämter in NRW.

Es bietet den teilnehmenden Jugendämtern an vier Arbeitssitzungen (15.01., 20.02., 03.04., 04.11.) Möglichkeiten, mit fachlicher Begleitung, durch Input und praktisches Coaching vor Ort, diese bislang noch nicht genutzte Ressource für Ihre Aufgabenwahrnehmung zu erschließen. Erarbeitet werden regionale fachliche Konzepte zur Gewinnung, Schulung und Mitarbeit von ehrenamtlichen Vormündern, bei denen personelle Ressourcen, weitere örtliche Bedingungen und Möglichkeiten der fachlichen Kooperation mit freien Trägern einbezogen werden.

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PFAD Fachzeitschrift 04/2013: “Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben”

Posted on November 2, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Mit dem Thema “Komplizierte Wege ins Erwachsenenleben” beschäftigt sich Ausgabe 04/2013 der PFAD Fachzeitschrift für die Pflege- und Adoptivkinderhilfe.

Aus dem Vorwort der PFAD Bundesvorsitzenden, Dagmar Trautner:
„Mit Unterstützung durch die Jugendhilfe konnten Pflegekinder bei ihren Pflegeeltern Entwicklungsrückstände aufholen, neue tragfähige Bindungen entwickeln und emotionale Sicherheit erleben. In der Schlussphase der Hilfe zur Erziehung wird bereits Erreichtes oft durch fehlendes Einfühlungsvermögen in die Lebenswelt des Jugendlichen und das Beenden individueller Hilfen aufs Spiel gesetzt. Schwer zu motivierende Jugendliche lassen sich mit dem Argument der mangelnden Mitwirkungsbereitschaft problemlos aus dem Jugendhilfesystem ausgliedern. Unser Fachtag in Frankfurt und die Beiträge dieser Zeitschrift zeigen deutlich, wie wichtig es ist, auch komplizierte Wege ins Erwachsenenleben ausreichend und lange genug zu begleiten. Die finanziellen Aufwendungen für qualifiziertes Personal und eine über das 18. Lebensjahr hinausgehende Leistung der Jugendhilfe sind für unsere Gesellschaft gut angelegt.“

Über das Schwerpunktthema dieser Ausgabe hinaus informiert das Heft wieder über aktuelle Entwicklungen aus der Pflege- und Adoptivkinderhilfe, neue Literatur, aus dem PFAD-Verband und den Bundesländern.

einige Inhalte:

  • Zusammenfassung der Vorträge und Diskussionsergebnisse des PFAD Fachtags am 24. September in Frankfurt am Main
  • Severine Thomas: Hilfe am Ende? Erwachsenwerden in stationären Erziehungshilfen .
  • Carmen Thiele: Zwischen Vulkanen und Eisbergen – Wege und notwendige Irrwege von Pflege- und Adoptivkindern zum „Erwachsenwerden“
  • PFAD Umfrage: Es bleibt durch das ganze Leben – Wie haben Sie die Verselbstständigung Ihres Pflege- bzw. Adoptivkindes erlebt?
  • Margit Huber: Vergeben und verzeihen – Schritte auf dem Weg zur emotionalen Reife
  • Stefan Betzoldt: Familiengericht und Vormund/Pfleger – Zusammenarbeit zum Wohl des Kindes

Für Abonnenten und PFAD-Mitglieder steht die aktuelle Ausgabe ab sofort zum Download zur Verfügung unter www.schulz-kirchner.de/shop.
Die Printausgabe wird Mitte November ausgeliefert.

Die PFAD Redaktion erreichen Sie per Mail unter Margit.Huber@pfad-bv.de.

 

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Fachtag Vormundschaften am 27.11. in Münster

Posted on September 27, 2013. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 27.11. veranstaltet die Fachhochschule Münster zusammen mit dem LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho und dem LWL-Landesjugendamt Westfalen einen „Fachtag Vormundschaften“ in Münster.

Die Fachtagung Vormundschaften möchte sich mit den Entwicklungen seit Inkrafttreten der Vormundschaftsrechtsänderung befassen, aktuelle Fragen der Fachpraxis aufgreifen und vorausschauend Vorschläge für die Gestaltung der 2. Stufe einer Vormundschaftsrechtsänderung erarbeiten.

nähere Informationen

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Fachtagung “Pflegeelternrechte im Umbruch” am 12.10. in Herrieden

Posted on September 19, 2013. Filed under: Bayern, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

Die Fachtagung des PFAD FÜR KINDER Landesverband Bayern e.V. beschäftigt sich heuer mit dem Thema “Pflegeelternrechte im Umbruch“. Sie findet am 12.10. in Herrieden im Landkreis Ansbach statt.

Als Hauptreferentin konnte Frau RAin Gila Schindler zum Thema “Pflegekinder und ihre Pflegeeltern – rechtlos, oder?” gewonnen werden. Am Nachmittag finden weitere Arbeitkreise statt:

  1. Zuständigkeitswechsel der Jugendämter oder von Jugendamt zum Bezirk und Kontinuität der Hilfe zur Erziehung
    Leitung: Gila Schindler, Rechtsanwältin aus Heidelberg
  2. Erbrechtliche Absicherung von Pflegekindern / Elternunterhalt
    Leitung: Karin Meyer-Weber, Rechtsanwältin aus Ansbach
  3. Rückführung / Herausgabeverlangen
    Leitung: Gerd Schneider, Rechtsanwalt aus Metzingen
  4. Sorgerecht / Elterliche Sorge bei Familienpflege / Vormundschaft / Ergänzungspflegschaft
    Leitung: Melanie Weeger, Rechtsanwältin aus Ansbach

Für Kinder bis 14 Jahren kann eine Betreuung angeboten werden.
Die Anmeldung ist möglich bis zum 25.09.

Veranstaltungsflyer und Anmeldeformular

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Hessen: Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge in 2012

Posted on Juli 25, 2013. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , |

Im Jahr 2012 erfolgten in Hessen 641 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, gab es allerdings eine Untererfassung, die einen Vergleich mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich macht. Damals waren es 730 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge.

Zum Jahresende 2012 lebten 2405 Kinder und Jugendliche in Hessen unter bestellter oder gesetzlicher Vormundschaft der Jugendämter, rund fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In 310 Fällen lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. 2095 Kinder und Jugendliche hatten eine durch Vormundschafts- oder Familiengericht bestellte Amtsvormundschaft (Entzug des Sorgerechts).

Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften betrug 2413 (plus ein Prozent). Dabei werden Teile des Sorgerechts auf das Jugendamt oder andere Personen übertragen.

Für knapp 36 600 Kinder gab es im Jahr 2012 Beistandschaften, zwei Prozent weniger als 2011. Die Beistandschaft hilft Personensorgeberechtigten in bestimmten Bereichen, die Rechte ihrer Kinder zu wahren, zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Dem Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.

Eine Pflegeerlaubnis (nach § 44 SGB VIII) für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege wurde im Laufe des Jahres 2012 für 292 Kinder und Jugendliche erteilt. Fast alle waren in Vollzeitpflege untergebracht.

Quelle:  Hessisches Statistisches Landesamt vom 23.07.2013

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Bayern: 5.509 Maßnahmen des Familiengerichts aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohl

Posted on Juli 9, 2013. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Im Laufe des Jahres 2012 wurden insgesamt 5 509 gerichtliche Maßnahmen eines Familiengerichts für Kinder- und Jugendliche aufgrund einer Gefährdung des Kindeswohls eingeleitet. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren davon 2 742 Buben und 2 767 Mädchen betroffen. Hiervon wurde in 2 249 Fällen die vollständige oder teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder einen Dritten vorgenommen.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch sind in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt. Das Familiengericht hat danach Maßnahmen im Falle einer körperlichen, geistigen oder seelischen Gefährdung des Kindes oder seines Vermögens zu ergreifen, wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn sich die Gefährdung des Kindeswohles nur durch eine gerichtliche Entscheidung abwenden lässt. Das Familiengericht entscheidet dann im Einzelfall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen. Hierzu zählen beispielsweise Gebote, öffentliche Hilfen wie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen oder für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen. Auch Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, können ausgesprochen werden. Ebenso kann verboten werden, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind herbeizuführen. Auch die elterliche Sorge kann teilweise oder vollständig entzogen werden.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung wurden in Bayern im Laufe des Jahres 2012 in insgesamt 5 509 Fällen Entscheidungen des Familiengerichts getroffen, um für Kinder und Jugendliche Maßnahmen einzuleiten.
Von den insgesamt 5 509 Fällen waren Jungen (2 742) in nahezu gleichem Maße betroffen wie Mädchen (2 767).

In 2 249 Fällen wurde der vollständige (707) oder teilweise (1 542) Entzug der elterlichen Sorge entschieden, das heißt die elterliche Sorge wurde auf das Jugendamt oder einen Dritten als Vormund oder Pfleger (gem. § 1666 Abs.3 Nr. 6 BGB) übertragen. Des Weiteren wurde in 1 622 Fällen die Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auferlegt, in 822 Fällen wurden die Erklärungen des Personensorgeberechtigten ersetzt und in 816 Fällen wurden Ge- oder Verbote gegenüber dem Personensorgeberechtigten oder Dritten ausgesprochen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 09.07.2013

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Fachtagung „Pflegeelternrechte im Umbruch“ am 12.10. in Herrieden

Posted on Juli 4, 2013. Filed under: Bayern, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

Die Fachtagung des PFAD FÜR KINDER Landesverband Bayern e.V. beschäftigt sich heuer mit dem Thema „Pflegeelternrechte im Umbruch„. Sie findet am 12.10. in Herrieden im Landkreis Ansbach statt.

Als Hauptreferentin konnte Frau RAin Gila Schindler zum Thema „Pflegekinder und ihre Pflegeeltern – rechtlos, oder?“ gewonnen werden. Am Nachmittag finden weitere Arbeitkreise statt:

  1. Zuständigkeitswechsel der Jugendämter oder von Jugendamt zum Bezirk und Kontinuität der Hilfe zur Erziehung
    Leitung: Gila Schindler, Rechtsanwältin aus Heidelberg
  2. Erbrechtliche Absicherung von Pflegekindern / Elternunterhalt
    Leitung: Karin Meyer-Weber, Rechtsanwältin aus Ansbach
  3. Rückführung / Herausgabeverlangen
    Leitung: Gerd Schneider, Rechtsanwalt aus Metzingen
  4. Sorgerecht / Elterliche Sorge bei Familienpflege / Vormundschaft / Ergänzungspflegschaft
    Leitung: Melanie Weeger, Rechtsanwältin aus Ansbach

Für Kinder bis 14 Jahren kann eine Betreuung angeboten werden.
Die Anmeldung ist möglich bis zum 25.09.

Veranstaltungsflyer und Anmeldeformular

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„Vertretung von Pflegekindern“ am 26.06. in Hannover und am 16.07. in Potsdam

Posted on April 26, 2013. Filed under: Brandenburg, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Niedersachsen, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Die BAG Verfahrensbeistandschaft/ Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche e.V. veranstaltet für Verfahrenbeistände, Vormünder, Ergänzungspfleger sowie Personen, die zu dieser Arbeit professionell Bezug haben (z. B. RichterInnen/ JugendamtsmitarbeiterInnen) zwei Tagesfortbildungen zum Thema: Vertretung von Pflegekindern.

Dr. Martina Cappenberg und Prof. Dr. Ludwig Salgo werden dafür am 26.06. in Hannover und am 16.07. in Potsdam referieren.

In den Gerichtsverfahren, in denen Verfahrensbeistände bestellt sind, geht es um die Fragestellungen: Elterliche Sorge, Rückführung oder Umgang. Dabei vertreten Verfahrensbeistände Kinder, die in Bereitschaftspflege oder Dauerpflege sind. Ergänzungspfleger oder Vormünder sind eingesetzt, wenn die elterliche Sorge oder Teile davon vorläufig oder in der Hauptsache entzogen sind, und die weitere Perspektive für die Kinder geklärt bzw. gesichert werden muss.

Es geht um bisherige Biografien, Besonderheiten, Bedarf an Beziehungen und Bindungen sowie die notwendigen Entwicklungsbelange dieser Kinder, deren Bedürfnisse sich gegenüber Kindern in Trennungs- und Scheidungsverfahren unterscheiden. Besonderes Augenmerk soll auch auf die Folgen langer Aufenthalte der Kinder in der Bereitschaftspflege gelegt werden. Auch soll auf die Relevanz der Herkunftsfamilien für die Kinder eingegangen werden.

Die Veranstaltung soll Workshop-Charakter haben, d.h. es werden Erkenntnisse und Fakten vermittelt, es besteht aber auch Gelegenheit zum Austausch und Diskussion in Kleingruppen.

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Forum Einzelvormundschaft und -pflegschaft am 15.06. in Frankfurt/Main

Posted on April 18, 2013. Filed under: Fortbildung, Hessen, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 15.06. bietet das Institut für Vollzeitpflege und Adoption e.V. mit dem Forum Einzelvormundschaft und -pflegschaft ein Seminarangebot zur Vorbereitung und Fortbildung von (ehrenamtlich tätigen) Vormunden für Pflegekinder in Frankfurt/Main an.

Moderatorin Isabel-Theres Spanke wird Raum zum Austausch über die besonderen Themen und Fragestellungen und Möglichkeiten zur Qualifizierung und Fortbildung geben.

Anmeldeschluss ist der 02.05.

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PAN-Seminare im April in Düsseldorf

Posted on April 5, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , , |

PAN Pflege- und Adoptivfamilien NRW e.V. bietet Ende April in seiner Geschäftsstelle in Düsseldorf zwei interessante Seminare an:

  • 20.04.0213
    Was traumatisierte Kinder uns über Leid, Liebe und Heilung lehren können“ mit Referentin Sylvia Brand
  • 27.04.2013
    Recht“ 

    • Teil 1 „Basiswissen rund ums Pflegekind“ mit Fachanwältin Claudia Marquardt
    • Teil 2 „Erbrecht – rund ums Pflegekind“ mit Rechtsanwalt Wolfgang Bröcker

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Forum Einzelvormundschaft und -pflegschaft am 15.06. in Frankfurt/Main

Posted on April 2, 2013. Filed under: Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Forum Einzelvormundschaft und -pflegschaft des IVA-Instituts will Einzelvormünder/-pfleger für Pflegekinder oder solche, die dies werden wollen, ansprechen.

Am Samstag, den 15.06. bietet es ihnen in Frankfurt/Main Raum zum Austausch über ihre besonderen Themen und Fragestellungen und Möglichkeiten zur Qualifizierung und Fortbildung.

Anmeldeschluss ist der 02.05.

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Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Umsetzung der Neuregelungen des Vormundschaftsrechts erschienen

Posted on Dezember 3, 2012. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

https://i2.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifhttps://i0.wp.com/verlag.deutscher-verein.de/images/E10.jpgDas Präsidium des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat im September dieses Jahres Empfehlungen zur Umsetzung der Neuregelungen des Vormundschaftsrechts verabschiedet.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr einige neue Vorschriften durch das Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts in Kraft getreten sind, gelten seit Juli dieses Jahres nunmehr weitere Neuregelungen, die es umzusetzen gilt.

Die Empfehlungen des Deutschen Vereins sind als Hilfestellung für die Praxis zu verstehen, um Sicherheit bei einer Auslegung und Anwendung des Rechts zu gewinnen, die das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt. Sie richten sich in erster Linie an die unmittelbar im Bereich der Vormundschaft und Pflegschaft tätigen Personen einschließlich ihrer Vorgesetzten und geben dabei Impulse für die Fortentwicklung der Vormundschaft und Pflegschaft in allen ihren Formen – sei es als Amts- oder Vereinsvormundschaft oder vom Einzelvormund geführt, beruflich oder ehrenamtlich, gesetzlich oder bestellt. Darüber hinaus sind die Empfehlungen aber auch hilfreich für weitere Akteure, insbesondere Mitarbeiter/innen der Sozialen Dienste sowie Pflegeeltern und Heimerzieher/innen, die sich Klarheit über die Aufgaben und die Rolle des Vormunds in ihrem Zusammenwirken mit diesem verschaffen möchten. Durch den aufgezeigten Weiterentwicklungsbedarf wird zudem der Gesetzgeber angesprochen, die begonnene Modernisierung des Vormundschaftsrechts im Interesse des Mündels fortzuführen.

Die Empfehlungen sind als Broschüre im Eigenverlag des Deutschen Vereins erschienen.

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Vormundschaft für UMF richtet sich nach Heimatrecht

Posted on September 24, 2012. Filed under: Fachkräfte, International, Jugendhilfe, Politik, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

Das OLG Bremen (Beschluss vom 24.5.2012, Az 4 UF 43/12) hat festgestellt, dass nach Art. 24 EGBGB die Entstehung und das Ende der Vormundschaft, Betreuung und Pflegschaft für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dem Recht des Staates unterliegen, dem der Mündel, Betreute oder Pflegling angehört.

Dies ist für junge Menschen z.B. aus Algerien, Guinea, Liberia, Tunesien und der Elfenbeinküste relevant, da dann die Vormundschaft bis zum 19. bzw. 21. Lebensjahr geführt werden muss.

Quelle: Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. vom 24.09.2012

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12.700 Sorgerechtsentzüge im Jahr 2011

Posted on Juli 19, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , , , |

WIESBADEN – Die Gerichte in Deutschland haben im Jahr 2011 in rund 12 700 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet, weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist das gegenüber dem Jahr 2010 ein leichter Rückgang um knapp 50 Fälle (– 0,4 %). In rund 9 600 Fällen übertrugen die Gerichte das Sorgerecht ganz oder teilweise auf die Jugendämter, in den übrigen Fällen einer Einzelperson oder einem Verein.

Rechtsgrundlage für den Sorgerechtsentzug ist Paragraf 1666 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Bei der Übertragung des teilweisen Sorgerechts an ein Jugendamt wurde in rund 1 900 Fällen (20 %) nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind im Bereich Publikationen unter dem Suchbegriff „Sorgerecht 2011“ verfügbar.

Quelle: Destatis vom 18.07.2012

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Sachsen: Gemeinsam abgegebene Sorgeerklärungen 2011

Posted on Juni 20, 2012. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Sachsen | Schlagwörter: , , , , |

14 843 Sorgeerklärungen bearbeiteten die Jugendämter in Sachsen im Laufe des Jahres 2011. Mit der Abgabe der Sorgeerklärung steht die elterliche Sorge nicht miteinander verheirateten Eltern gemeinsam zu (§ 1626a Abs. 1 Nr. 1 BGB).

Zum Entzug der elterlichen Sorge registrierten die Jugendämter im Laufe des Jahres 2011 insgesamt 832 Anrufungen des Gerichts. Für 492 Kinder und Jugendliche wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen.

Wenn ein Minderjähriger nicht unter elterlicher Sorge steht, aber auch, wenn die Eltern nicht berechtigt sind, weder in den die Person noch das Vermögen betreffenden Angelegenheiten des Minderjährigen als Vertreter zu fungieren, kommt es zur Berufung eines Vormundes. Am Jahresende 2011 übten die sächsischen Jugendämter insgesamt 1 940 Vormundschaften für Minderjährige aus.

Wie das Statistische Landesamt weiter berichtet, betrug die Zahl der bestellten Amtspflegschaften für Kinder und Jugendliche zum gleichen Zeitpunkt 1 202. Insbesondere bei Gefährdung des Kindeswohls sowie nach Scheidung oder bei Getrenntleben der Eltern wird die Personensorge ganz oder teilweise oder auch die Vermögenssorge auf das Jugendamt übertragen.

15 047 Kinder und Jugendliche erhielten zum Jahreswechsel von den Jugendämtern Beistand. Er wird auf Antrag eines Elternteils zur Feststellung der Vaterschaft und bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen geleistet.

Quelle: Medieninformation des Statistischen Landesamtes Sachsen vom 13.06.2012

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Hessen: Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge in 2011

Posted on Juni 20, 2012. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , , |

Im Jahr 2011 erfolgten in Hessen 730 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies rund fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für 488 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, knapp elf Prozent weniger als 2010.

Zum Jahresende 2011 lebten 2531 Kinder und Jugendliche in Hessen unter bestellter oder gesetzlicher Vormundschaft der Jugendämter, knapp ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In 303 Fällen lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. 2228 Kinder und Jugendliche hatten eine durch Vormundschafts- oder Familiengericht bestellte Amtsvormundschaft (Entzug des Sorgerechts).

Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften betrug 2386 (minus 2,6 Prozent). Dabei werden Teile des Sorgerechts auf das Jugendamt oder andere Personen übertragen.

Für knapp 37 500 Kinder gab es im Jahr 2011 Beistandschaften, knapp vier Prozent weniger als 2010. Die Beistandschaft hilft Alleinsorgeberechtigten in bestimmten Bereichen, die Rechte ihrer Kinder zu wahren, zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Dem Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.

Eine Pflegeerlaubnis (nach § 44 SGB VIII) für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege wurde im Laufe des Jahres 2011 für 272 Kinder und Jugendliche erteilt. Fast alle waren in Vollzeitpflege untergebracht.

Für 8196 Kinder und Jugendliche wurde eine Sorgeerklärung abgegeben, sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dabei handelt es sich um die rechtswirksame, begründete gemeinsame Sorge von nicht miteinander verheirateten Eltern.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 12.06.2012

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2. NRW Vormundschaftstag vom 04.-06.06. in Köln

Posted on Mai 4, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Vom 04. bis 06.06.2012 findet in Köln der 2. Nordrhein-westfälische Vormundschaftstag statt.

Seit der ersten Veranstaltung Jahr 2008 hat sich viel bewegt. Mit der Reform des Vormundschafts- und Betreuungsgesetzes gelten verschiedene neue Bestimmungen bereits seit dem Sommer des Jahres 2011, ab dem 05.07.2012 werden weitere gesetzliche Vorschriften der Reform in Kraft treten. Die neuen Regelungen, unter anderem die Besuchspflichten, Fallzahlbegrenzung, Anhörung und die erweiterte Aufsichtspflicht des Familiengerichts, werden die Arbeit der Vormünder verändern und neue Anforderungen an die Jugendämter, freie Träger, ehrenamtliche, Berufsvormünder und die Familiengerichte stellen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen zum wirksamen Schutz von Kindern wird während der dreitägigen Veranstaltung in den Blick genommen.

Der erste Tag wird sich schwerpunktmäßig dem Thema »Zusammenarbeit Vormundschaft und Justiz« widmen, am zweiten Tag steht »Der Vormund im Kontext der Hilfen zur Erziehung« auf der Tagesordnung und der dritte Tag wird den unterschiedlichen Akteuren Raum geben, »Einzel-, Berufs- und Vereinsvormundschaften«. Den Abschluss der Tagung bildet ein Ausblick auf die angestrebte große Reform der Vormundschaft.

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Ausbildung zum ehrenamtlichen Einzelvormund für Pflegekinder in Baden-Württemberg

Posted on Februar 17, 2012. Filed under: Baden-Württemberg, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Einzelvormund für Pflegekinder bieten BAG KiAP, LAG KiAP Baden-Württemberg und LV PFAD Baden-Württemberg e.V. gemeinsam als Pilotprojekt in Dunningen/Seedorf an. Der zeitliche Umfang beträgt eine Informationsveranstaltung am 17.03. sowie vier Tagesseminare am 05.05., 23.06., 20.10. und 10.11.

Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Vormund richtet sich an Pflegeeltern, Personen aus dem Lebensumfeld des Kindes und fachkundige Personen. Neben der Ausbildung sind der Kontakt zu Jugendämtern und Familiengericht sowie die Begleitung der Vormünder vor Ort die Ziele des Projekts.

Nähere Informationen unter: 07441 / 87850 oder kiaplandkreisfds@web.de

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3. Fachtagung der BAG Verfahrensbeistandschaft/ Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche e.V. vom 22.-24.04. in Hofgeismar

Posted on Januar 31, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , , , |

Wir können alles – oder?“ lautet die provokante Frage, mit der die 3. Fachtagung der BAG Verfahrensbeistandschaft/ Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche e.V. vom 22.-24.04. in der Evang. Tagungsstätte Hofgeismar betitelt wurde.

Neben zahlreichen Workshops werden Vorträge mit übergreifenden Themen von Prof. Dr. Oberloskamp, Prof. Dr. Salgo und Pia Heckel geboten.

Am 23.04. sollen auf einer Mitgliederversammlung die neuen Standards zur Verfahrensbeistandschaft und zum Bereich Vormundschaft/Ergänzungspflegschaft verabschiedet werden.

Anmeldungen werden bis zum 31.03. entgegen genommen.

EinladungAnmeldebogen Anfahrtsskizze

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DIJuF gibt „Erste Hinweise zur Umsetzung des Gesetzes zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts“

Posted on Oktober 18, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Seit und auch schon vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts am 06.07.2011 gingen im Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e.V.  zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Problemstellungen bei der Umsetzung der neuen Vorschriften ein.

Das DIJuF veröffentlichte deshalb am 14.10.2011 Erste Hinweise zur Umsetzung des Gesetzes zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts (pdf), die der Praxis Anhaltspunkte bieten sollen für die Diskussion über die Umsetzung des Gesetzes.

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Kleine Anfrage zu den Auswirkungen einer Haft von Eltern auf das Sorgerecht

Posted on Oktober 13, 2011. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Berlin: (hib/TYH) Wenn ein sorgeberechtigter Elternteil inhaftiert wird, kann das unterschiedliche Auswirkungen auf das Sorgerecht haben. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/7231) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/6984) mitteilt, ruht die elterliche Sorge des inhaftierten Elternteils, wenn das Familiengericht feststellt, dass sie tatsächlich nicht ausgeübt werden kann.

Gebe es einen zweiten sorgeberechtigten Elternteil, übt dieser in der Regel das Sorgerecht aus. Ist der inhaftierte Elternteil dagegen alleinsorgeberechtigt, kann das Familiengericht laut Antwort die elterliche Sorge dem anderen Elternteil übertragen oder – falls dies nicht möglich ist – einen Vormund oder Pfleger bestellen. Bestehe die Sorge des alleinsorgeberechtigten Elternteils trotz Haft weiter, hat dieser die Möglichkeit, selbst für die Unterbringung der Kinder in Familienpflege, zum Beispiel bei den Großeltern, zu sorgen.

Der Vollzug reagiere „generell sehr großzügig auf zusätzliche Besuchswünsche von Kindern der Gefangenen“, heißt es weiter. Dies zeige etwa ein von zehn Ländern vorgelegter Musterentwurf für ein Landesstrafvollzugsgesetz. Dort sei unter anderem vorgesehen, die Gesamtdauer von mindestens zwei auf mindestens vier Stunden bei Besuchen von Kindern unter 14 Jahren zu verdoppeln. Darüber hinaus sollen laut Bundesregierung zur Pflege familiärer Kontakte mehrstündige Besuche zugelassen werden können.

Quelle: Heute im Bundestag Nr 397 vom 13.10.2011

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Ländergremium II des PFAD Verbandes „Die Position des Vormundes im Hilfesystem“ am 12.11. in Berlin

Posted on Oktober 12, 2011. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Mein Pflegekind hat einen Vormund – Die Position des Vormundes im Hilfesystem“ ist der Titel des Ländergremium II des PFAD Bundesverbandes am 12.11. in Berlin.

Im Jahr 2009 lebten 57.452 Kinder und Jugendliche in Hilfen zur Erziehung in Vollzeitpflege. Davon gab es bei 26.296 einen vollständigen oder teilweisen Sorgerechtsentzug. Dies bedeutet, dass 46,5 % der in Pflegefamilien lebenden unter 18-Jährigen unter Pflegschaft /Vormundschaft standen.

Die ehrenamtliche Vormundschaft / Pflegschaft von Pflegeeltern für ihre Pflegekinder ist sehr selten. Demzufolge ist es besonders wichtig im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen eine gelingende Kommunikation zwischen Vormund und Pflegeeltern zu entwickeln. Mit dem Gesetzesentwurf zur Vormundschaft wird ein regelmäßiger Kontakt zwischen Vormund und Mündel verbindlich festgelegt. Bisher waren Vormünder in Pflegefamilien oder auch Einrichtungen nach §34 SGB VIII nur selten vor Ort. Das gesamte Hilfesystem steht vor einer neuen Herausforderung.

In einem ersten Part beschäftigen wir uns mit den neuen Herausforderungen. Pflegeeltern und Vormünder berichten über ihre Erfahrungen. Gemeinsam entwickeln wir Kriterien, wie Kommunikation und Zusammenarbeit gelingen kann. Die ehrenamtliche Vormundschaft von Pflegeeltern für Pflegekinder soll ebenfalls in die Diskussion einbezogen werden.

Die PFAD Ländergremien dienen der Kontaktpflege zwischen den PFAD Landesverbänden und Landesgruppen und greifen zur fachlichen Weiterbildung zweimal jährlich ein zentrales Thema auf.

Veranstaltungsflyer

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PFAD Fachinformation zum Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts

Posted on Juli 1, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

In seiner Sitzung vom 27.05.2011 behandelte der Bundesrat auch das Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts. Dieses Gesetz wird am Tag nach seiner Verkündung im Sommer 2011 in Kraft treten (außer 2 Regelungen – diese 12 Monate später).

Die Bestimmungen aus § 1837 Absatz 2 BGB betreffen die Kontrolle des Familiengerichts über die Tätigkeit der Vormünder, speziell die geforderten Kontakte des Vormundes zu seinem Mündel. Der § 55 Absatz 2 und 3 SGB VIII betrifft die Anhörungspflicht von Kindern und Jugendlichen vor Benennung eines Vormundes, die Fallzahlenbegrenzung sowie die Verpflichtung zum regelmäßigen Kontakt.

Es ist sehr zu begrüßen, dass erstmals mit dem Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts eine Fallzahlenbegrenzung als strukturelle Voraussetzung für Qualität gesetzlich geregelt wurde. Damit wird den Entwicklungen in der Jugendhilfe Rechnung getragen und auch den Ergebnisse des Runden Tisches zu den Übergriffen in der Heimerziehung aus den fünfziger und sechziger Jahren entsprochen. Nur Kinder und Jugendliche (Mündel), die ihre Vormünder persönlich kennen, können diese als wichtige Personen für ihre Entwicklung erfahren. In der Hilfeplanung sind die Vormünder als Personensorgeberechtigte die Antragsteller der Hilfen zur Erziehung. Sie haben die Erziehung zu fördern und zu gewährleisten. Damit können sie für die Kinder und Jugendlichen (ihre Mündel), die in den Hilfen zur Erziehung in Vollzeitpflege leben, und deren Pflegeeltern zu wichtigen Partnern werden.

Obwohl es verständlich ist, dass die öffentliche Jugendhilfe Zeit braucht, um sich personell auf diese strukturellen Vorgaben einzustellen, ist es schade, dass mit dem Aufschieben der Fallzahlenfestschreibung auch die Verpflichtung zur Anhörung der Kinder und Jugendlichen auf Sommer 2012 verschoben wurde. Diese gewonnenen 12 Monate kann die öffentliche Jugendhilfe nutzen, um passende Kriterien für eine gute Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Auswahl ihres Vormundes zu erarbeiten.
Bedauerlich ist, dass bei der Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts die ehrenamtliche Vormundschaft sowie die Einzelvormundschaft nicht gestärkt wurden. Vor allem für Pflegekinder, die in ihrer Pflegefamilie einen neuen Lebensort haben, sollte zuerst die Übernahme der Vormundschaft durch die Pflegeeltern geprüft werden.

Dr. Carmen Thiele, Fachreferentin

PFAD Fachinformation zum Gesetz zur Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts vom 01.07.2011 (pdf)

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Hessen: Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge

Posted on Mai 27, 2011. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Rechtliches | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2010 erfolgten in Hessen 769 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies rund fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für 546 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen. Das entspricht einem Minus von knapp sieben Prozent gegenüber 2009.

Zum Jahresende 2010 lebten 2549 Kinder und Jugendliche in Hessen unter bestellter oder gesetzlicher Vormundschaft der Jugendämter; rund vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In 399 Fällen lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. 2150 Kinder und Jugendliche hatten eine durch Vormundschafts- oder Familiengericht bestellte Amtsvormundschaft (Entzug des Sorgerechts).

Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften betrug 2450 (plus 11,6 Prozent). Dabei werden Teile des Sorgerechts auf das Jugendamt oder andere Personen übertragen.

Für gut 38 800 Kinder gab es im Jahr 2010 Beistandschaften, knapp sechs Prozent weniger als 2009. Die Beistandschaft hilft Alleinsorgeberechtigten in bestimmten Bereichen, die Rechte ihrer Kinder zu wahren, zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Dem Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.

Eine Pflegeerlaubnis (nach § 44 SGB VIII) für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege wurde im Laufe des Jahres 2010 für 437 Kinder und Jugendliche erteilt. Alle waren in Vollzeitpflege untergebracht. Für 8729 Kinder und Jugendliche wurde eine Sorgeerklärung abgegeben, 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei handelt es sich um die rechtswirksame, begründete gemeinsame Sorge von nicht miteinander verheirateten Eltern.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 26.05.2011

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Ergebnisse des Bundesforums Vormundschaft und Pflegschaft

Posted on Januar 15, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die Ergebnisse des vom 01.-03.12.2010 in Dresden veranstalteten Bundesforums Vormundschaft und Pflegschaft wurden vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) auf seinen Internetseiten veröffentlicht. Es können dort Berichte, Präsentationen und Begleitmaterialien der vielfältigen Vorträge eingesehen werden. Die Beiträge sind noch nicht vollständig und werden ständig aktualisiert.

Dr. Carmen Thiele, Fachreferentin des PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V. referierte zusammen mit Andrea Dittmann-Dornauf von der Universität Siegen in einer Arbeitsgruppe zum Thema „Gestaltung der Umgangskontakte bei Fremdunterbringung“.

zu den Materialien

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Für ehrenamtliche Vormünder erhöht sich ab 2011 die Steuerfreiheit von Aufwandsentschädigungen

Posted on Januar 13, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Finanzielles, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Zur Stärkung des Ehrenamts bei Betreuungen und Vormundschaften wurde die Befreiung von der Einkommenssteuerpflicht erweitert. Ehrenamtliche Vormünder und Betreuer haben nun den gleichen Steuerfreibetrag wie Übungsleiter, Ausbilder etc.

Mit dem Jahressteuergesetz 2010 werden pauschale Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtliche Vormundschaft, für die ehrenamtliche rechtliche Betreuung und Pflegschaft bis zu einem Jahresbetrag von 2.100,- Euro steuerfrei. Bisher waren es nur 500,- Euro. Die Neuregelung sorgt dafür, dass ehrenamtliche Betreuer steuerlich genauso behandelt werden wie andere ehrenamtlich Tätige, etwa Übungsleiter, Ausbilder oder Erzieher.

Die Steuerbefreiung setzt ein klares Signal zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements. Die wachsende Zahl älterer Menschen und die Zunahme der Vereinzelung gerade im hohen Alter führen zu einem steigenden Betreuungsbedarf. Die Neuregelung ermöglicht gerade ehrenamtlichen Betreuern außerhalb des Familienkreises, mehrere Betreuungen gleichzeitig zu übernehmen, ohne dadurch steuerlichen Aufwand betreiben zu müssen. Der erweiterte Freibetrag bewirkt zugleich eine Stärkung des Ehrenamts bei der Vormundschaft. Ehrenamtliche Vormundschaft gewährleistet den dringend erforderlichen persönlichen Kontakt zwischen Vormund und Kind und leistet damit einen wichtigen Beitrag, Fällen von Kindesmissbrauch und -verwahrlosung besser zu begegnen. Die Gesetzesänderung verbessert die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und vereinfacht die Arbeit von ehrenamtlich tätigen Betreuern und Vormündern. Die Regelung ist erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2011 anzuwenden.

Quelle: PM Bundesministerium der Justiz

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Ab 2011 höhere steuerliche Freibeträge im Bereich Vormundschaft

Posted on Januar 8, 2011. Filed under: Finanzielles, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Das Bundesministerium der Justiz informierte am 30.12.2010 über wichtige Gesetzesänderungen aus dem Bereich des Bundesjustizministeriums:

Stärkung des Ehrenamts bei Betreuung und Vormundschaft
Für ehrenamtliche Vormundschaften, Betreuungen und Pflegschaften wird die Befreiung von der Einkommenssteuerpflicht erweitert. Mit dem Jahressteuergesetz 2010 werden pauschale Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtliche Vormundschaft, für die ehrenamtliche rechtliche Betreuung und Pflegschaft bis zu einem Jahresbetrag von 2.100,- Euro steuerfrei. Bisher waren es nur 500,- Euro. Die Neuregelung sorgt dafür, dass ehrenamtliche Betreuer steuerlich genauso behandelt werden wie andere ehrenamtlich Tätige, etwa Übungsleiter, Ausbilder oder Erzieher.

Die Steuerbefreiung setzt ein klares Signal zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements. Die wachsende Zahl älterer Menschen und die Zunahme der Vereinzelung gerade im hohen Alter führen zu einem steigenden Betreuungsbedarf. Die Neuregelung ermöglicht gerade ehrenamtlichen Betreuern außerhalb des Familienkreises, mehrere Betreuungen gleichzeitig zu übernehmen, ohne dadurch steuerlichen Aufwand betreiben zu müssen.

Der erweiterte Freibetrag bewirkt zugleich eine Stärkung des Ehrenamts bei der Vormundschaft. Ehrenamtliche Vormundschaft gewährleistet den dringend erforderlichen persönlichen Kontakt zwischen Vormund und Kind und leistet damit einen wichtigen Beitrag, Fällen von Kindesmissbrauch und -verwahrlosung besser zu begegnen. Die Gesetzesänderung verbessert die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und vereinfacht die Arbeit von ehrenamtlich tätigen Betreuern und Vormündern. Die Regelung ist erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2011 anzuwenden.

Quelle: Auszug aus der Pressemitteilung des BMJ vom 30.12.210

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1. Vormundschaftstagung des Bundesforums Vormundschaft und Pflegschaft vom 01.-03.12. in Dresden

Posted on Oktober 7, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Das 1. Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft vom 01. – 03.12. in Dresden bietet für alle, die beruflich mit dem Thema Vormundschaft befasst sind, einen zentralen Ort der Information und Diskussion an. Ein wichtiges Thema der diesjährigen Veranstaltung wird die Diskussion über den Reformbedarf des Vormundschaftsrechts sein.

Vorträge ausgewiesener ExpertInnen sowie eine vielfältige Reihe von Foren und Arbeitsgruppen werden sich mit den Fragen rund um die Zukunft von Vormundschaften und Pflegschaften befassen. Die Hauptvorträge werden von Gerrit Stein, Bundesjustizministerium, Katrin Uerpmann, EGMR, Dr. Helmuth Figdor, Familienberater und Psychoanalytiker aus Wien, Prof. Dr. Ludwig Salgo, Goethe-Universität Frankfurt a. M., und Dr. Thomas Meysen, DIJuF, Heidelberg, gehalten.

In der Arbeitsgruppe „Gestaltung der Umgangskontakte bei Fremdunterbringung“ wird die Fachreferentin des PFAD Bundesverbandes, Frau Dr. Carmen Thiele, zusammen mit Herrn Prof. Dr. Werner Freigang von der Hochschule Neubrandenburg/IGfH referieren.

Veranstaltungsflyer

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„Amtsvormundschaft im Wandel“ am 26.10. in Bremen

Posted on September 30, 2010. Filed under: Bremen, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Zum Thema „Amtsvormundschaft im Wandel“ referiert Frau Hella Mechlem, Amtsvormund und Leiterin des Fachdienstes Amtsvormundschaft in Bremen, am 26.10. von 19 bis 21.15 Uhr in der Pflegekinder in Bremen gGmbH.

Pflegeeltern haben ein Pflegekind aufgenommen und die elterliche Sorge oder Teile davon sind einem Vormund bzw. Pfleger übertragen worden. Die personelle Erweiterung im Bereich Amtsvormundschaft des Amtes für Soziale Dienste Bremen ermöglicht, dass Vormünder und Pfleger ihre Aufgaben umfassender wahrnehmen und damit für Pflegeeltern und Pflegekinder präsenter sind.

Diese Veranstaltung will einen aktuellen Überblick über die Rechtslage geben und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Pflegeeltern, PiB und Vormündern ausleuchten.

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Bayern: Anstieg der Sorgerechtsentzüge und Anrufungen des Familiengerichts durch das Jugendamt in 2009

Posted on Juli 15, 2010. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: , , , , , |

Verglichen mit 2008 stieg die Zahl der gerichtlichen Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge um rund 14 Prozent auf 1 649 Kinder und Jugendliche an. Weiterhin teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit, dass auch die Zahl der Anrufungen der Jugendämter zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge im Vergleich zu 2008 zugenommen hat – und zwar um 11 Prozent.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in § 1666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt, dass bei Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohles des Kindes oder seines Vermögens und wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, das Familiengericht Maßnahmen zu treffen hat, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind. Im Laufe des Jahres 2009 wurden in Bayern für 1 649 Kinder und Jugendliche gerichtliche Maßnahmen getroffen, die zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge führten. Hierfür sind immer familiengerichtliche Entscheidungen erforderlich.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren im letzten Jahr von einem ganzen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge 850 Buben und 799 Mädchen betroffen. Gezählt wurden hierbei alle gerichtlichen Maßnahmen, unabhängig davon, auf wen das Sorgerecht übertragen wurde. Verglichen mit dem Vorjahr (1 441 Fälle) stieg damit die Zahl um gut 14 Prozent. Die Entwicklung der letzten fünf Jahre ist in folgender Graphik dargestellt.

Darüber hinaus haben die Jugendämter Bayerns 2009 in 1 948 Fällen das Gericht zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angerufen. Gegenüber 2008 mit 1 755 Anrufungen bedeutete dies eine Zunahme von 11 Prozent. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn es zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung einer gerichtlichen Entscheidung bedarf. Das Familiengericht entscheidet dann je Fall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen.

Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht Kinder- und Jugendhilfe in Bayern, Ergebnisse zu Teil I: Erzieherische Hilfen (Bestellnummer: K51013, Preis der Druckausgabe: 11,90 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesames für Statistik und Datenverarbeitung vom 14.07.2010

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11 322 junge Menschen in NRW unter Vormundschaft der Jugendämter

Posted on Juli 14, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: , , , , |

Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2009 standen in Nordrhein-Westfalen 11 322 Kinder und Jugendliche unter Vormundschaft der Jugendämter. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lag die Zahl der gesetzlichen Amtsvormundschaften mit 1 846 Fällen unter der des Vorjahres (1 949 Fälle). Die Zahl der durch Familien- oder Vormundschaftsgerichte bestellten Amtsvormundschaften ist mit 9 476 Fällen leicht gestiegen (2008: 9 027); die Zahl der bestellten Amtspflegschaften (6 729) stieg gegenüber 2008 (6 338, +6,2 Prozent) ebenfalls.

154 321 Kinder in Nordrhein-Westfalen erhielten Ende 2009 Beistandschaften, das waren 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Eine Beistandschaft wird auf Antrag eines Elternteils gewährt und trägt dazu bei, in bestimmten Bereichen die Rechte des Kindes zu wahren – zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen oder der Feststellung der Vaterschaft.

Eine Pflegeerlaubnis für die Vollzeit- oder Wochenpflege bestand am Jahresende für 140 Kinder und Jugendliche, das waren 26 mehr als 2008. 134 dieser jungen Menschen waren in Vollzeitpflege untergebracht. Pflegeerlaubnisse werden Pflegepersonen im Rahmen erlaubnispflichtiger Pflege erteilt, die ein Kind oder einen Jugendlichen außerhalb des Elternhauses in ihrer Familie regelmäßig betreuen oder ihm Unterkunft gewähren wollen. (IT.NRW)

Ergebnisse für kreisfreie Städte und Kreise finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung (112/10) von Information und Technik Nordrhein-Westfalen vom 14. 07.2010

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Broschüre „Dein Vormund vertritt dich“ neu aufgelegt

Posted on Mai 11, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Die Informationsbroschüre „Dein Vormund vertritt dich“ wurde neu aufgelegt und in hoher Auflage nachgedruckt. Sie wird herausgegeben von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) e. V. und dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e. V.

Die von mehreren ExpertInnen erarbeitete Broschüre gibt Antworten zu vielen Fragen rund um die Vormundschaft und Ergänzungspflegschaft. Sie ist für Kinder und Jugendliche verständlich geschrieben und umfasst auch Informationen für Eltern und für Erzieher/innen und Pflegepersonen.

Die Broschüre sowie das Plakat können – auch in größerer Stückzahl – postalisch, per E-Mail, per Fax oder auch telefonisch über den Publikationsversand der Bundesregierung bezogen werden:

Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 48 10 09
18132 Rostock
Tel.: 0 18 05/77 80 90
Fax: 0 18 05/77 80 94
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de

Unter der Internetadresse www.Dein-Vormund.de kann der Text zudem auch in französischer, englischer, spanischer, türkischer und russischer Übersetzung abgerufen werden.

Quelle: DIJuF

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Stellungnahme des Deutschen Familiengerichtstags zur Vormundschaftsrechtsreform

Posted on April 3, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Die Kinderrechtekommission des Deutschen Familiengerichtstags e.V. äußerte sich am 30.03.2010 in einer differenzierten Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts (pdf).

Die Kommission meint: „Die vorgesehene Korrektur des Vormundschaftsrechts kann zudem nur eine „Vorabreform“ der dringendsten Reformanliegen darstellen; sie sollte den Anstoß dafür bilden, die schon seit Jahren überfällige große Reform des Vormundschafts- und Pflegschaftsrechts nun mit Nachdruck anzugehen.“

Zur Rolle von Pflegeeltern in Dauerpflegeverhältnissen heißt es auf Seite 9:

„Das Potential an (ehrenamtlichen) Einzelvormündern könnte weiter dadurch erhöht werden, dass Pflegeeltern stärker als Vormünder in Betracht gezogen werden, soweit das Kind seit längerer Zeit bei ihnen lebt und dort seine neue Bezugswelt gefunden hat, also in der Situation des § 1632 Abs. 4 (..). Die Vormundschaft der Pflegeeltern böte zudem einen Weg zu größerer rechtlicher Verbundenheit von Pflegeeltern und Pflegekind und dadurch insgesamt zu größerer Sicherheit, dass die Verbindung aufrecht erhalten bleibt (…). Auf diesem Weg könnte auch dem Anliegen von § 37 Abs. 1 S. 4 SGB VIII Rechnung getragen werden, wonach dann, wenn eine Refunktionalisierung der Herkunftsfamilie nicht innerhalb angemessener Zeit gelingt, eine dauerhafte anderweitige Lebensperspektive für das Kind gefunden werden muss (…). Weiter wäre denkbar, mit Hilfe einer Änderung des § 1777, der eine Beschränkung des Benennungsrechts der Eltern auf den Todesfall vorsieht, ein Recht der Pflegeeltern auf Bestellung zum Vormund einzuführen. Nicht zuletzt könnte man darüber nachdenken, die Pflegeeltern nur in den Bereichen, an die sie sich heranwagen, in die Vormundschaft einzubinden und in den übrigen Teilen der elterlichen Sorge eine Ergänzungspflegschaft des Jugendamts vorzusehen.“

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DIJuF gibt Hinweise zum geplanten Vormundschaftsrecht

Posted on März 23, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Am 15.03. veröffentlichte das Deutsche Institut für Jugend- und Familienrecht e.V. (DIJuF) „Hinweise zum Referentenentwurf zum Gesetz zur Änderung des Vormundschaftsrechts vom 4. Dezember 2009“.

Im Fazit heißt es:
Der Intention nach ist der Gesetzentwurf unbedingt zu begrüßen. Es steht außer Frage, dass die unabdingbare Notwendigkeit eines persönlichen Kontakts zwischen Vormund/Pfleger und Mündel gestärkt und auch im Gesetz hervorgehoben werden muss. Die vorgeschlagene Lösung beinhaltet jedoch zu starre Vorschriften, die an der Realität sowohl des Amtsvormunds/Amtspflegers als auch des Berufs- oder Vereinsvormunds vorbeigehen.

Einer erneuten Prüfung bedürfen nach Einschätzung des Instituts daher insbesondere

  • die noch zu hoch angesetzte Fallzahlobergrenze von 50 Mündel pro Vollzeitkraft, ihre Beschränkung auf die Amtsvormundschaft und ihre Verortung im SGB VIII statt im BGB;
  • die Problematik, dass die Umsetzung von Fallzahlobergrenzen im (Amts-)Vormundschaftsbereich ungewünschte Verschiebungen personeller Ressourcen nach sich ziehen könnte;
  • die Notwendigkeit der Aufnahme einer klaren Zielbestimmung für die Kontaktpflege zwischen Vormund und Mündel in den Gesetzentwurf;
  • die Realitätsferne der Vorschriften zur Ausgestaltung des Kontakts zwischen Vormund/Pfleger und Kind/Jugendlichem;
  • der Vorschlag, eine Vorschrift aufzunehmen, die die Vormünder/Pfleger zu kontinuierlicher Weiterbildung sowohl in rechtlichen als auch sozialpädagogischen/psychologischen Fragen anhält;
  • der Vorschlag, die Beteiligungsrechte des Kindes/Jugendlichen bei der Auswahl des Pflegers/Vormunds im Jugendamt zu stärken und auf die Vereins- und Berufsvormundschaft auszuweiten.

Uneingeschränkt wird begrüßt, dass der vorgelegte Gesetzentwurf nur ein erster Schritt zu einer umfassenderen Reform des Rechts der Vormundschaft für Kinder und Jugendliche sein soll. Die vorgezogene Stärkung des persönlichen Kontakts ist ein wichtiger, aber auch nur ein einzelner Baustein von vielen zur Qualifizierung der Vormundschaft/Pflegschaft durch eine Modernisierung der Rechtsgrundlagen.

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AGJ begrüßt weitestgehend die geplanten Änderungen im Vormundschaftsrecht

Posted on März 6, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Zusammenfassung der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ:

Anfang Januar 2010 wurde der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts zur Stellungnahme an Verbände und Institutionen verschickt. Dieser Entwurf sieht u.a. genaue Vorgaben zum persönlichen Kontakt des Vormunds zum Kind bzw. Jugendlichen sowie eine Begrenzung der Fallzahl vor. Vor- und Nachteile sowie Ergänzungsbedarfe des Entwurfs werden derzeit unter den Praktikerinnen und Praktikern im Jugendamt, aber auch bei Einzel- und Berufsvormündern intensiv diskutiert.

Auch die AGJ hat sich zu den geplanten Änderungen im BGB und SGB VIII positioniert. Im Folgenden werden zentrale Aussagen der Stellungnahme, welche im Wortlaut unter www.agj.de zum Herunterladen bereit steht, zusammengefasst .

Allgemeine Bewertung des Referentenentwurfs
Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ stimmt dem Referentenentwurf in seiner grundsätzlichen Zielsetzung bezüglich der Betonung der Bedeutung des persönlichen Kontakts zum Mündel und der sich daraus ergebenden Fallzahlobergrenze zu.

Der „persönliche Vormund“ bzw. die „persönlich geführte Vormundschaft“ ist ebenso wie vernünftige Fallzahlen in der Amtsvormundschaft und eine wirkliche und nicht nur pro forma stattfindende Beteiligung des Mündels an Entscheidungen eine alte, bislang nicht eingelöste Forderung, die in den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten von der Fachlichkeit immer wieder an den Gesetzgeber mit dem Ziel herangetragen wurde, eine längst überfällige Reform anzustoßen.

Kernziel einer Reform der Vormundschaft sollte es sein, Vormünder in die Lage zu versetzen, dass sie ihre Rolle und Funktion für das Mündel angemessen wahrnehmen können. Soll die Stellung der Vormünder verbessert werden, geht es darum, sie in ihren eigenen Aufgaben zu stärken, nicht aber ihren Aufgabenkreis auszuweiten.

Zu einer Reform des Vormundschaftsrechts gehört aus Sicht der AGJ auch die Förderung des gesetzlich vorgesehenen Vorrangs der Einzelvormundschaft von geeigneten Personen aus dem sozialen Umfeld des jungen Menschen oder anderer Bürgerinnen und Bürger. Des Weiteren sollten Vereinsvormundschaften, Vormundschaften in Verantwortung anderer Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe und sog. „Berufsvormundschaften“ ausgebaut werden.

Die AGJ begrüßt, dass mit der vorliegenden Gesetzesinitiative eine Diskussion über die Funktion und Verantwortung von Vormündern vorangetrieben wird. Eine Qualitätsentwicklung darf aber nicht ausschließlich unter kindesschutzintendierten Zielen und der Prämisse einer Stärkung der „Überwachungsfunktion“ von Vormündern betrieben werden. Im Mittelpunkt gesetzlicher Regelungen muss die Verbesserung und Gewährleistung der unabhängigen Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen stehen, die komplexe und vielfältige Aufgaben und Verantwortlichkeiten umfasst.

Ausdrücklich betont werden muss die Kostenintensität der geplanten Neuregelungen, die – auch ausweislich der Anmerkungen im Referentenentwurf zu den finanziellen Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte – nur umgesetzt werden können, wenn auf der kommunalen Ebene zusätzlich erforderliche personelle und finanzielle Ressourcen in der Amtsvormundschaft zur Verfügung gestellt werden.

Bewertung der zentralen Neuregelungen des Referentenentwurfs

Pflicht des persönlichen Kontakts des Vormunds zum Mündel
Der Einführung einer gesetzlichen Pflicht des Vormunds zum regelmäßigen persönlichen Kontakt mit dem Mündel stimmt die AGJ grundsätzlich zu. Die Aufgaben des Amtsvormundes dürfen nicht nur auf die rechtliche Vertretung des Mündels beschränkt sein. Damit der Vormund seiner Erziehungsverantwortung für den Mündel in angemessener Weise gerecht werden kann, ist ein persönliches Kennenlernen und ein kontinuierlicher persönlicher Kontakt zwischen Vormund und Mündel, bei dem sich der Vormund ein genaues Bild von den persönlichen Lebensumständen des Mündels machen kann, unabdingbare Voraussetzung der ordnungsgemäßen Aufgabenerfüllung des Vormunds. Bedenken hat die AGJ auch hinsichtlich des Ausmaßes der vorgesehenen – in der Regel monatlich stattfindende persönliche – Kontakte. Ein solcher regelhafter monatlicher Besuch ist weder fachlich sinnvoll noch in der Praxis realisierbar. Hervorgehoben werden muss daher, dass die Häufigkeit des persönlichen Kontaktes letztlich in der fachlichen Beurteilung des Vormundes liegt („Der persönliche Kontakt soll in der Regel einmal im Monat […] stattfinden.“). Bei der Ausübung der fachlichen Beurteilung sollte der jeweilige individuelle Kontaktbedarf des Mündels berücksichtigt werden, der vor allem abhängig ist von der jeweiligen Lebenssituation und dem Alter des Mündels.

Persönliche Überwachung der Pflege und Erziehung des Mündels
Die vorgesehene Ergänzung unterstreicht den Grundsatz der „persönlichen Vormundschaft“. Die Klarstellung ist sinnvoll, insbesondere vor dem Hintergrund der häufigen Praxis, nach der der Amtsvormund im Wesentlichen lediglich den Entscheidungen der Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) folgt, der vielfach auch den persönlichen Kontakt zum Mündel hält. Betont werden muss an dieser Stelle aber nochmals, dass eine Weiterentwicklung des Vormundschaftsrechts nicht fokussiert auf Kontrolle und Überwachung der Lebenssituation des Mündels sein darf.

Überwachung der persönlichen Kontakte durch das Familiengericht und Pflicht zur Dokumentation der persönlichen Kontakte
Die Klarstellung, dass sich die Aufsicht des Familiengerichts über den Vormund auch auf dessen persönliche Kontakte mit dem Mündel bezieht, da diese Kontakte künftig Teil der ordnungsgemäßen Amtsführung des Vormundes sind, wird ebenso wie die Festschreibung der Dokumentationspflicht gegenüber dem Familiengericht begrüßt.

Anhörung des Mündels zur Auswahl des Vormundes
Die als „Sollvorschrift“ ausgestaltete Anhörung des Mündels vor der Auswahl des Vormundes wird begrüßt. Die Beteiligungsrechte des Mündels, im Verfahren betreffend Auswahl und Wechsel des Vormunds, sind zu stärken. Darüber hinaus sollte der Mündel auch bei allen Entscheidungen über ihn betreffende Angelegenheiten durch den Vormund beteiligt werden.

Fallbegrenzung
Die AGJ begrüßt die beabsichtigte Fallbegrenzung in der Amtsvormundschaft und -pflegschaft. Der Abbau überhöhter Fallzahlen in der Amtsvormundschaft und die damit oftmals einhergehende Überlastung der mit Vormundschaften befassten Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ist eine grundlegende Voraussetzung für die Ausübung der Amtsvormundschaft im Interesse des Mündels. Die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jugendamt zu bewältigenden Vormundschaften müssen angemessen sein. Die gesetzliche Verankerung der beabsichtigten Obergrenze von 50 Fällen je Vollzeitkraft wird jedoch abgelehnt. Zur Orientierung für die Festsetzung einer angemessenen Fallzahl im Einzelfall sollten aber Erläuterungen in die Gesetzesbegründung aufgenommen werden. Aus Sicht der AGJ sollten sich die von einer Vollzeitkraft zu bearbeitenden Vormundschaften in einem Rahmen von 30 – 50 Fällen bewegen. 50 Fälle je Vollzeitkraft sollte die absolute Obergrenze sein.

Abschließend weist die AGJ nochmals auf die bereits in der allgemeinen Bewertung des Referentenentwurfes erwähnte Kostenintensität der Neuregelung hin. Insbesondere die Einführung einer Fallobergrenze in der Amtsvormundschaft wird zusätzliches Personal erfordern und zu Mehrkosten in den Kommunen führen.

komplette Stellungnahme

Quelle: Pressemitteilung der AGJ vom 05.03.10

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Stellungnahme von PFAD FÜR KINDER Baden-Württemberg zum Vormundschaftsrecht

Posted on Februar 26, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Aufgrund vieler Fälle von Kindesmisshandlungen, Vernachlässungen und sogar Todesfällen wurde auch die Arbeit der Amtsvormünder kritisch hinterfragt. Ergebnis ist ein Gesetzentwurf zur Änderung des Vormundschaftsrechts.

Hauptbestandteil ist die Festlegung einer Höchstzahl an Mündeln für einen Vormund und klare Vorgaben zum persönlichen Kontakt zwischen Mündel umd Vormund.

Der Landesverband PFAD FÜR KINDER Baden-Württemberg e.V. hat gemeinsam mit der Pflegeelternschule Baden-Württemberg e.V. und der Landesgruppe KiAP eine Stellungnahme erarbeitet, die dem Bundesministerium für Justiz vorliegt.

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Paritätische Stellungnahme zum Referatsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts

Posted on Februar 23, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Zum Referatsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts des Bundesjustizministeriums hat der Paritätische Gesamtverband eine Stellungnahme erarbeitet.

Autor Norbert Struck begrüßt die Intention des Entwurfs, kritisiert aber auch die Ausgestaltung einzelner Normen.

Paritätische Stellungnahme zum Referatsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts (pdf)

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PFAD befürwortet Reform des Vormundschaftsrechts

Posted on Februar 17, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

In seiner Stellungnahme vom 16.02.2010 zum Referatsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts begrüßt der PFAD Bundesverband e.V. eine Reform des Vormundschaftsrechts in der Vormünder persönliche Kontakte mit ihren Mündeln pflegen müssen und qualifizierte und aktive Vertreter der Interessen der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen sind. Lebt ein Mündel auf Dauer in einer Pflegefamilie, so sind die Pflegeeltern in der Regel geeignete Vormünder.

Stellungnahme des PFAD Bundesverbandes zum Referatsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Vormundschaftsrechts (pdf)

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DIJuF startet Forum zur Änderung des Vormundschaftsrechts

Posted on Februar 1, 2010. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

(pfad/schulz) Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF) geht neue Wege der Meinungsbildung und eröffnet  heute auf seiner Homepage ein Forum, in dem der derzeit vorliegende Referentenentwurf für ein Gesetz zur Änderung des Vormundschaftsrechts (Stand 04.12.2009) diskutiert werden kann.

siehe auch unsere Meldung vom 14.01.10: Justizministerin: Vormund darf Kind nicht nur aus Akten kennen

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