Broschüre: Wege aus der Gewalt – So schützen Sie Ihr Kind

Posted on August 1, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

logocsm_004_br_wege-aus-der-gewalt_2017-06_titelbild-web_4e40a629f4Gewalt von Kindern und Jugendlichen ist ein häufig diskutiertes Thema. Die Broschüre „Wege aus der Gewalt“ informiert über Ursachen von Gewalt. Sie geht dabei besonders auf die Bedeutung von Familie und Erziehung, die Wohn- und Lebensbedingungen, den Einfluss der Gruppe sowie die Wirkung gewalthaltiger Filme und Videospiele auf junge Menschen ein. Die möglichen Folgen von Gewalthandlungen werden zum einen für die Opfer und zum anderen für die Täter aus juristischer Sicht dargestellt.

In der aktualisierten Broschüre „Wege aus der Gewalt“ des Programms „Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ finden Eltern und Erziehungsverantwortliche auf über 30 Seiten Antworten und Tipps, die sie dabei unterstützen können, Konflikte angemessen zu lösen.

Die Broschüre steht auf der Beratungs-Website zum Download zur Verfügung.

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BZgA: Wie Kinder unter Alkoholproblemen der Eltern leiden

Posted on Juni 12, 2017. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Nach Expertenschätzungen leben in Deutschland etwa 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche zeitweise oder dauerhaft mit einem alkoholabhängigen Elternteil zusammen. Diese Kinder wachsen in emotional verunsichernden Familienstrukturen auf. Wie Kinder unter Alkoholproblemen in der Familie leiden und ihre kindliche Widerstandsfähigkeit gestärkt werden kann, ist ein Thema der neuen Ausgabe des Newsletters „ALKOHOLSPIEGEL“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

„Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen es eine Alkoholproblematik gibt, haben einen schweren Start ins Leben – und sie haben ein erhöhtes Risiko, selbst eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Deshalb ist es wichtig, diese Kinder in der Alkoholprävention gezielt und möglichst früh zu erreichen, ihnen Ängste zu nehmen und ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Aber auch die betroffenen Eltern gilt es zu unterstützen und ihnen bei ihrem Weg aus der Sucht Hilfestellung zu geben.“ Im Rahmen der Alkoholpräventionskampagnen ist die BZgA seit vielen Jahren mit zielgruppenspezifischen Angeboten im Themenfeld aktiv. Auch die Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler am 19. Juni in Berlin stellt die Probleme der „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ in den Mittelpunkt mit der Zielsetzung, das bestehende Hil fesystem zu stärken.

Darüber hinaus erläutert der aktuelle „ALKOHOLSPIEGEL“ der BZgA die positiven Trends beim Alkoholkonsum junger Menschen. Die neu veröffentlichte, repräsentative Studie der BZgA zum Alkoholkonsum junger Menschen belegt, dass die Verbreitung des Rauschtrinkens bei männlichen 12- bis 17-Jährigen von 26,3 Prozent im Jahr 2004 auf 16,5 Prozent in 2016 gesunken ist. Bei gleichaltrigen Mädchen reduzierte sich das Rauschtrinken in diesem Zeitraum von 18,7 auf 10,3 Prozent. Der erfreuliche Trend, weniger Alkohol zu konsumieren, setzte sich auch bei jungen Männern und Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren fort. „Rauschtrinken wird aber nach wie vor von zu vielen jungen Menschen praktiziert. Das zeigt, dass Prävention weiterhin unverzichtbar bleibt. Denn der Konsum riskanter Alkoholmengen ist gerade bei jungen Menschen gesundheitlich besonders problematisch“, betont Dr. Thaiss.

Weiterführende Informationen finden Sie unter : www.bzga.de

Quelle: Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 08.06.2017

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Buch-Tipp: „Suchtprävention in der Heimerziehung. Handbuch zum Umgang mit legalen wie illegalen Drogen, Medien und Ernährung“

Posted on Juni 8, 2017. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und das LWL-Landesjugenamt haben gemeinsam ein Handbuch zur Suchtprävention in der Heimerziehung herausgegeben, das sich auch an Pflegeeltern, Leitungs- und Fachkräfte in Jugendämtern, in der Suchtprävention und Suchthilfe sowie weitere Interessierte z.B. aus der Politik oder angrenzenden Systemen wie der Kinder- und Jugendpsychiatrie richtet.

Anliegen des Handbuches ist es, praxisorientierte Vorschläge zu machen, wie Leitungs- und Fachkräfte der Erziehungshilfe tätig werden können – von beispielhaften Vorschlägen, wie sie mit Gier nach Süßigkeiten, Alkoholvergiftung oder riskantem Cannabiskonsum umgehen können, bis hin zu einzelnen Bausteinen, die sich – ggf. zusammen mit bereits existierenden Maßnahmen – zu einem gesundheitsförderlichen Gesamtkonzept zusammenstellen lassen (§45 Abs. 2 SGB VIII).

Interessierte können das Handbuch herunterladen.

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Fetales Alkoholsyndrom: Mehr Aufklärung angemahnt

Posted on Mai 19, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Beratungsstellen und Gynäkologen sollten ausführlicher über die schwerwiegenden Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft informieren. Das forderten Experten bei einer Fachtagung zum Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) in Bad Bent­­heim. „Es gibt keine ungefährlichen Mengen“, betonte der Therapeutische Leiter des Eylarduswerks, Klaus ter Horst. Besonders verheerend ist die Wirkung des Alkohols zwischen der dritten und zwölften Schwangerschaftswoche.

Nach einer aktuellen europaweiten Studie trinken 26 Prozent der Frauen in Deutsch­land in der Schwangerschaft Alkohol. Vorsichtigen Schätzungen zufolge werden jedes Jahr bun­desweit mehr als 5.000 Kinder geboren, die aufgrund des Alkoholkonsums der Mütter in der Schwangerschaft mehr oder weniger stark geistig und körperlich geschä­digt sind.
Sehr viele von ihnen leben in Pflegefamilien oder Kinder- und Jugendheimen. Die meis­ten benötigten lebenslange Betreuung und dürften nicht überfordert werden, betonte ter Horst. „70 Prozent kommen ein Leben lang allein nicht klar. Sie werden kriminell, landen in Sucht oder Obdachlosigkeit.“

Quelle: dpa/aerzteblatt.de vom 18.05.2017

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Verbesserter Schutz vor Gewalt für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung bzw. chronischer Erkrankung – Online-Informations- und Hilfeangebot

Posted on März 27, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Podcast / Online, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

logoMädchen und Frauen mit Behinderung sind besonders häufig Opfer von Gewalt. So werden beispielsweise Frauen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen zwei bis dreimal häufiger Opfer von sexualisierter Gewalt als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung. Im Rahmen eines vom Land NRW geförderten Projekts bietet das bundesweit einzigartige Internetportal www.mädchensicherinklusiv-nrw.de Informationen und Hilfeangebote für Mädchen und junge Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung und vermittelt Beratung per Chat, E-Mail oder Telefon.

Das Portal ist ein leicht zugängliches Hilfe- und Beratungsangebot, dass sehr genau an den Bedürfnissen und Bedarfen der Zielgruppe orientiert ist. Es unterstützt die Selbstbestimmung von Mädchen und jungen Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankungen und trägt zu ihrem verbesserten Schutz vor Gewalt bei. Nicht nur die Inhalte sind auf die Lebenswirklichkeit der Nutzerinnen abgestimmt, sondern auch die verschiedenen Formen der Darstellung. Damit möglichst viele Betroffene das Portal nutzen können, sind die Angebote auch in Leichter Sprache und auf Türkisch beziehungsweise als Videos in Gebärdensprache verfügbar. Ein weiterer wichtiger Baustein des Projekts ist die Beratung per Chat, E-Mail oder Telefon. Damit haben Betroffene einen direkten Draht zu den Hilfeangeboten. Das stärkt ihre Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

www.mädchensicherinklusiv-nrw.de

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„Kinder stark machen“ – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt ihre Mitmach-Initiative zur frühen Suchtvorbeugung auf bundesweiter Tour vor

Posted on April 30, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Gesundheit, Hamburg, Hessen, Kinder-/Jugendinfos, Meckl.-Vorpommern, Netzwerke, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Veranstaltungen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Köln, 29. April 2016. Was kann ich tun, damit mein Kind gesund aufwächst? Wie schütze ich mein Kind vor den Risiken von Tabak, Alkohol oder Drogen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Eltern. Patentrezepte als Antworten gibt es nicht. Aber Erwachsene können viel dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen ein gesundes und suchtfreies Leben zu ermöglichen. Mit ihrer Mitmach-Initiative „Kinder stark machen“ will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weitere Partner für die frühe Prävention gewinnen und beteiligt sich im Rahmen einer bundesweiten Veranstaltungsreihe 2016 an 20 Sport- und Familienveranstaltungen.

„Wenn Kinder frühzeitig in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden, können sie sich zu selbstbewussten Jugendlichen entwickeln, die ihr Leben ohne Suchtmittel genießen wollen“, erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Erwachsene haben die Aufgabe, Kinder bestmöglich zu unterstützen, ihnen Vertrauen zu schenken, sie zu loben und ihnen Freiräume zu bieten, in denen sie sich als stark erleben können.“

Was Kinder alles können, wenn man ihnen diese Freiräume gibt, wird den Eltern im „Kinder stark machen“-Erlebnisland zum Tourstart am 01. Mai beim Kulturvolksfest in Recklinghausen eindrucksvoll vermittelt. An Mitmachstationen wie dem Niedrigseilgarten und dem Vertrauensparcours sowie auf der Spielbühne dreht sich alles um Mut, Anerkennung und Teamgeist. Viele der Herausforderungen können Erwachsene und Kinder gemeinsam meistern und erfahren so, was „stark sein“ alles bedeuten kann.

Das Informationsangebot der BZgA beschränkt sich dabei nicht nur auf das Thema Suchtprävention. Das BZgA-Beratungszelt im Erlebnisland bietet Müttern und Vätern auch Informationen rund um das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder. Hierzu zählen die Untersuchungen zur Vorsorge und Früherkennung, U1 bis U9, ein ausreichender Impfschutz für die ganze Familie sowie gesunde Ernährung oder Medienkonsum.

Nach dem Tour-Auftakt in Recklinghausen ist „Kinder stark machen“ in diesem Jahr an 19 weiteren Stationen vor Ort. Das Finale der BZgA-Tour findet am 25. September beim Weltkindertag in Wettringen statt.

  • 01.05.2016  Recklinghausen, Kulturvolksfest
  • 21.05.2016  Markranstädt, Sächsischer Familientag
  • 22.05.2016  Eisenach, Gesundheitstag
  • 29.05.2016  Pforzheim, Großer Kindertag
  • 05.06.2016  Erfurt, Kinderspielfest
  • 11.06.2016  Merseburg, Merseburger Schlossfest
  • 12.06.2016  Regensburg, KinderBürgerFest
  • 18.06.2016  Altenburg, Familien Spiel- und Sportfest
  • 26.06.2016  Coburg, FamilienTag beim YouCo-Festival
  • 03.07.2016  Bonn, Familienspielefest
  • 09.07.2016  Frankfurt a.M., FamilienSportFest
  • 10.07.2016  Mainz, Kinderfestival
  • 16.07.2016  Neumarkt i.d.OPf., KinderTurnOlympiade
  • 07.08.2016  Bremen, Bremer Kindertag
  • 14.08.2016  Seelze, Tag des Sports
  • 27. & 28.08.2016 Berlin, Tag der offenen Tür der Bundesregierung
  • 04.09.2016  Hannover, Entdeckertag der Region Hannover
  • 18.09.2016  Hamburg, Weltkinderfest
  • 18.09.2016  Köln, Weltkindertag-Fest
  • 25.09.2016  Wettringen, Weltkindertag

Informationen zur „Kinder stark machen“-Tour und weiteren Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Mitmach-Initiative der BZgA finden Sie unter www.kinderstarkmachen.de

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 29.04.2016

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6. Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Posted on Februar 7, 2015. Filed under: Jugendhilfe | Schlagwörter: , |

Vom 08.-14.02.2015 findet die sechste deutsche Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (COA-Aktionswoche) statt. Sie  lenkt die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf die mehr als 2,6 Millionen Kinder, die in Deutschland unter einem Suchtproblemen ihrer Eltern leiden. Initiatoren sind die drei Vereine NACOA Deutschland, Such(t)- und Wendepunkt und Kunst gegen Sucht.

nähere Informationen

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Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss: Konzept gegen Alkoholsyndrom

Posted on Januar 14, 2015. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , , , |

Berlin: (hib/PK) Das Ausmaß schwerer Schädigungen von Kindern durch den Alkoholkonsum von Frauen während der Schwangerschaft wird offenbar noch drastisch unterschätzt. Bei einem Expertengespräch am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Bundestages forderten die Sachverständigen aus Medizin und Praxis die Abgeordneten energisch dazu auf, dieses gravierende Problem mit geeigneter Vorbeugung, Aufklärung, Diagnose und Behandlung systematisch anzugehen.

Nach Auskunft der Experten wurde das sogenannte fetale Alkoholsyndrom (FAS) erstmals 1973 in den USA diagnostiziert und ist seither auch in Deutschland bekannt, allerdings zumeist nur in Fachkreisen, obwohl es mit konservativ geschätzt 200.000 Betroffenen hierzulande kein Randphänomen ist. In Deutschland werden jedes Jahr im Schnitt 2.000 Kinder geboren, die alle Anzeichen eines FAS zeigen und schätzungsweise rund 10.000 Kinder, die einzelne Anzeichen von FAS aufweisen.

Das FAS steht für die schwersten Formen der Schädigung eines Fötus durch Alkohol und umfasst körperliche, geistige sowie Verhaltensstörungen. Das gesamte Spektrum der vorgeburtlichen Alkoholschädigung wird mit dem Begriff Fetal Alcohol Spectrum Disorders (FASD) zusammengefasst. Diese Schädigungen sind irreparabel und bleiben ein Leben lang. Die zahlreichen Formen dieser Schädigung sind nach Angaben der Experten ausgesprochen schwer zu diagnostizieren, weshalb auffällige Kinder oft zu einer ganz anderen Krankheit oder Störung zugeordnet werden.

Viele Ärzte wollten eine solche Diagnose wegen der zahlreichen Unsicherheiten auch nicht stellen. Nur etwa ein Fünftel der Fälle werde überhaupt sofort erkannt, der Rest nicht oder erst mit Verzögerung. Die Experten sprachen von einem „absolut kritischen Zukunftsthema“, weshalb Einrichtungen geschaffen werden sollten, wo Diagnose-Spezialisten ausgebildet und Behandlungen konzipiert werden könnten.

Kinder, die unter FAS oder FASD leiden, hätten große Schwierigkeiten, sich im Alltag zurechtzufinden und scheiterten oft im Leben. Es müsse davon ausgegangen werden, dass zahlreiche Betroffene in die Psychiatrie abgeschoben würden oder im Gefängnis landeten, ohne jemals therapiert worden zu sein. Bei Erwachsenen werde eine solche Diagnose bisher überhaupt nicht gestellt, obwohl natürlich viele Kinder mit FAS-Syndrom inzwischen längst erwachsen seien und immer noch Hilfe benötigten, selbst wenn sie geistig nicht zurückgeblieben sind.

Das FAS-Syndrom ist nach Aussage der Experten keineswegs auf einschlägige Milieus beschränkt. So sei das Trinkverhalten von Frauen mit einem hohen sozialen Status, guten Jobs und breiter Bildung oft ebenso problematisch wie das von Frauen aus sozial niedrigen Schichten. Das Ausmaß des Problems sei auch in den Kreisen von Kinder- und Frauenärzten, Psychologen, Erziehern und Lehrern noch gar nicht angekommen. Hinzu komme erschwerend die breite gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol in quasi allen Lebenslagen und die Unkenntnis darüber, dass auch eine geringe Menge Alkohol den Fötus schon schwer schädigen kann.
Nötig ist nach Ansicht der Experten eine besonders sensible Beratung der Frauen, die keinesfalls stigmatisiert werden dürfen. Auch dürfe es künftig nicht zu einer reinen Abfrage heikler Angaben kommen oder gar zu einer Art „Alkoholpolizei“. Die Erfahrung zeige, dass schwangere Frauen oder Mütter mit kleinen Kindern, die nach ihrem Alkoholkonsum befragt würden, schlicht nicht die Wahrheit sagten. Die Frauen entzögen sich auf diese Weise einer möglichen Diagnose, die aber auch für die Nachsorge von entscheidender Bedeutung sei. Das Problem gehe aber nicht nur die Frauen an, sondern ebenso die Männer, die mit ihrem Trinkverhalten das ihrer Partnerinnen maßgeblich mit beeinflussten. Die Männer müssten somit „auch in die Pflicht genommen werden“.
Die Experten forderten neben spezialisierten Einrichtungen auch geeignete Initiativen, um das Problem in der Bevölkerung bekannt zu machen und auf die Gefahren konkret hinzuweisen. Denkbar wären Warnbotschaften wie bei Zigaretten, Werbekampagnen oder verpflichtende Hinweise von Ärzten und Hebammen zu Beginn einer Schwangerschaft.

Die Sachverständigen waren: Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr, Charité Campus Virchow Klinikum; Prof. Dr. Florian Heinen, Pädiatrische Neurologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital; Gisela Michalowski, 1. Vorsitzende der FASD Deutschland e. V.; Elke Mattern, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft.

Quelle: Heute im Bundestag vom 14.01.2015

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Sexueller Missbrauch: Schwieriges Thema durch interaktives Spiel kindgerecht vermitteln

Posted on Oktober 27, 2014. Filed under: Adoptivfamilie, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Die bundesweite Initiative „Trau dich!“ klärt mit einem interaktiven Online-Spiel acht- bis zwölfjährige Kinder über sexuellen Missbrauch und körperliche Selbstbestimmung auf. Die Initiatoren, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), verfolgen das Ziel, Familien in ihrer Kommunikation zu stärken, Kinder in ihrer Sprachfähigkeit zu fördern und sie über ihre Rechte aufzuklären. Das Spiel unter www.trau-dich.de/deine-staerken#spiel ermutigt Jungen und Mädchen, anderen Kindern in schwierigen Situationen zu helfen. Betroffene Kinder möchte das Spiel motivieren, sich bei einer Vertrauensperson Hilfe zu holen.

„Das Spiel vermittelt, dass Kinder ‚Nein‘ sagen dürfen, dass sie ihren Gefühlen vertrauen können und dass sie ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung haben“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. „Mädchen und Jungen lernen, dass es gute und schlechte Geheimisse gibt und dass sie schlechte Geheimnisse weitersagen dürfen.“ Um Kinder sensibel an das Thema heranzuführen, sind sie nicht selbst Teil der Geschichte, sondern werden von Lina oder Leon „vertreten“. Es werden verschiedene Formen von Grenzüberschreitungen aufgegriffen.

Eltern sollten das Spiel gemeinsam mit ihren Kindern spielen, empfiehlt Prof. Dr. Elisabeth Pott. Es könne so als behutsamer Einstieg in ein schwieriges, aber wichtiges Gesprächsthema dienen. „Wir begreifen das Spiel als aktive Hilfestellung für Familien und pädagogische Fachkräfte. Es soll weder Ängste noch Unsicherheiten schüren, sondern soll Wissen und Selbstbewusstsein vermitteln – und dabei noch Spaß machen.“

Die Kinder schlüpfen wahlweise in die Rolle der Spielfiguren Lina oder Leon. Sie können vier Geschichten durchspielen. In jeder Szene erzählt ein Kind von einem grenzüberschreitenden Erlebnis: In „Anna und ihr Onkel Karl“ erzählt Anna, dass sie es nicht mag, wenn der Onkel ihr zu nahe kommt und sie sogar auf den Mund küsst. In „Emir beim Fußballtraining“ berichtet Emir von seinem zudringlichen Trainer. Als Lina oder Leon geben die spielenden Kinder Tipps, wie Anna und Emir sich verhalten können. Dabei gibt es keine falschen oder richtigen Antworten. Die Mädchen und Jungen lernen jedoch, welche Konsequenzen ihre Tipps haben. Denn je nach gewählter Antwort nimmt die Geschichte einen anderen Verlauf. Nach jedem Spiel fasst eine Pädagogin in einem kurzen Video die Geschichte zusammen und gibt weitere Ratschläge.

Neben dem interaktiven Spiel bietet www.trau-dich.de weitere kindgerechte Informationen und Angebote: zum Beispiel eine Datenbank mit regionalen Beratungsstellen, ein „Geheimnis-Quiz“, ein „Küsschen-Test“ und das Beratungstelefon „Nummer gegen Kummer“. Für Eltern und pädagogische Fachkräfte hat die Initiative unter www.multiplikatoren.trau-dich.de ein Online-Angebot eingerichtet. Hier finden Erwachsene unter anderem Ratgeber und Broschüren.

weitere Informationen und Screenshots des Spiels

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 27.10.2014

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Teilnehmer gesucht für Online-Befragung zu Studie über Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen 

Posted on Oktober 26, 2014. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

„Ich bin sicher!“ – Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Hildesheim, der Hochschule Landshut und des Universitätsklinikums Ulm, in dem es um den besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in pädagogischen Einrichtungen (z.B. Wohngruppen, Internaten oder Kliniken) geht. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert

Für die Teilnahme an einer Online-Befragung werden Jugendliche und Betreuungspersonen gesucht. Ihre Meinungen zum Thema Sicherheit und Schutz in pädagogischen Kontexten ist gesucht.

Die Teilnahme an der Online-Befragung ist für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren und Betreuungspersonen bis zum 30.11.2014 unter www.projekt-ichbinsicher.de möglich.

Nachfragen kann man richten an: fragen@projekt-ichbinsicher.de

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Kristina Schröder startet bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs

Posted on November 21, 2012. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Bundesfamilienministerium verstärkt gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Fachkräften den Schutz von Kindern

Aufwachsen ohne Gewalt – dieses Recht soll jedes Kind in Deutschland haben. Um Kinder und Jugendliche besser vor Übergriffen zu schützen, startet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heute (Mittwoch) eine bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs. Hintergrund: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 zeigt einen Anstieg auf mehr als 12.000 Fälle sexuellen Missbrauchs. Zudem ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen, da es in den meisten Fällen gar nicht erst zu einer Strafanzeige kommt.
„Jeder Fall von Missbrauch ist einer zu viel“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, in Berlin. „Gemeinsam wollen wir Kinder vor Gewalt und Missbrauch bewahren und sie behutsam und vertrauensvoll unterstützen. Damit das gelingt, müssen wir alle Menschen und alle Institutionen, die mit Kindern zu tun haben, sensibilisieren und dafür sorgen, dass sie eng zusammenarbeiten. Nur wenn wir alle genau hinschauen und sich Mädchen und Jungen jederzeit an eine Vertrauensperson wenden können, geben wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich vor Missbrauch zu schützen und dagegen zu wehren.“

Ziel der Initiative ist es, Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 12 Jahren über ihre Rechte zu informieren, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie zum Thema Missbrauch aufzuklären. Lehrer und Fachkräfte sollen Schutzkonzepte mitentwickeln, um so die Möglichkeiten für Übergriffe von Tätern zu verringern.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist verantwortlich für die Konzeption und setzt die Initiative federführend um. Hier sind jahrelanges Wissen und Erfahrung aus dem Gesundheitswesen und aus der Kinder- und Jugendhilfe vereint.

„Die Initiative besteht aus einer Fülle von Maßnahmen, die systematisch miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt steht ein Theaterstück zum Thema Kinderrechte und sexueller Missbrauch, das Kinder aktiv einbezieht“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. „Wir wollen nicht nur kindgerecht informieren, sondern Kinder ermutigen, ihren Gefühlen zu vertrauen, Nein zu sagen, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe anzunehmen. Das Theaterstück ist eingebettet in Qualifizierungsmaßnahmen für schulische Fachkräfte und Veranstaltungen für Eltern, um deren Handlungskompetenzen im Falle von sexuellem Missbrauch zu verbessern.“

Die bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs beinhaltet folgende verschiedene Angebote:

  • Ein zentrales Hilfsangebot wird ab Anfang 2013 eine Webseite sowie eine telefonische Beratung bei der bekannten kostenfreien Nummer gegen Kummer sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nummer gegen Kummer werden speziell für die Initiative zur Prävention zum Thema sexueller Missbrauch geschult.
  • Neu und innovativ ist die Aufführung des interaktiven Theaterstücks „Sag mal?“ der deutsch-schweizerischen Künstlergruppe „Kompanie Kopfstand“ zum Thema Kinderrechte und Missbrauch. Das Theaterstück soll Schülerinnen und Schüler informieren und motivieren, sich im Falle eines Missbrauchs an Personen ihres Vertrauens zu wenden.
  • Ergänzend dazu bietet die Initiative Materialien und Fortbildung für alle Erziehungsberechtigten an. Dazu gehören Elternabende wie Informationsmaterialien. Lehrer und Fachkräfte erhalten Fortbildungen auf institutioneller Ebene. Ziel ist eine Unterstützung des Hilfesystems durch die Vernetzung aller Akteure – darunter Beratungsstellen und Jugendamt.

Die Umsetzung des Konzeptes erfolgt in Abstimmung mit dem jeweiligen Bundesland. Die Pilotphase startet 2013 in Schleswig-Holstein – geplant sind mindestens zwei Landestouren mit 20 Städten und insgesamt 40 Aufführungen. Uraufgeführt wird das Theaterstück am 1. März 2013 in Berlin. 2014 wird die Tour in mindestens drei weiteren Bundesländern fortgesetzt. Die Laufzeit des Projekts ist zunächst bis Ende 2014 vorgesehen. Die Kosten betragen rund vier Millionen Euro.

Als ein Teil des Aktionsplans 2011 der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung beruht die Entwicklung der Initiative auf den Erkenntnissen der Mitglieder des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ und den Empfehlungen der ehemaligen Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann. Der Runde Tisch trifft sich Mitte Dezember zu einer Bilanzsitzung.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.sag-mal-theater.de
www.bmfsfj.de
www.bzga.de

Quelle: Pressemitteilungen des BMFSFJ vom 21.11.2012

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Gefährdungen für Kinder: neue Ausgabe „frühe Kindheit“ erschienen

Posted on September 19, 2012. Filed under: Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Zu dem Themenschwerpunkt „Gefährdungen für Kinder“ ist die neue Ausgabe der Zeitschrift „frühe Kindheit“ erschienen. Das Heft enthält Beiträge u. a. von

  • Martina Abel („Höchste Zeit für Kindersicherheit! Kinderunfälle in Heim und Freizeit: Schwerpunkte, Herausforderungen und Aussichten“),
  • Andreas Bergmeier („Verkehrssicherheit von Kindern im Vorschulalter – Unfallrisiko – Maßnahmen – Angebote“),
  • Jörg M. Fegert und Hubert Liebhardt („Sexuellem Missbrauch aktiv begegnen – Gefährdungen durch Aufmerksamkeit und Achtsamkeit reduzieren“),
  • Thomas Meysen („Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – Rechte einräumen und anhören = beteiligen?“),
  • Ursula Enders („Schutz vor sexualisierter Gewalt in Kindertagesstätten“),
  • Christine Gerber und Jörg Backes („Fehlerquellen erkennen – Risiken verringern – Risiko- und Fehlermanagement im Kinderschutz“),
  • Jörg Maywald („Kindeswohlgefährdung ja oder nein? Neue Instrumente helfen Erzieherinnen und Erziehern bei der Einschätzung“),
  • sowie ein Interview mit Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs („Es ist ein gutes Zeichen, wenn über Missbrauch gesprochen wird“).

Außerdem enthält das Heft folgende Praxisbeiträge:

  • „Erlebnisausstellung „Kinder im Haus!?“ Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Verhütung von Kinderunfällen in Heim und Freizeit“,
  • „Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) e.V. – Ein Forum für den Fachaustausch“ und
  • „Die Kinderschutz-Zentren im deutschen Hilfesystem“.

Das Heft kann bei der Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind zum Preis von 6,- Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.
Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin
Tel.: 030 – 28 59 99 70, Fax: 030 – 28 59 99 71, E-Mail: post@liga-kind.de, www.fruehe-kindheit-online.de

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Online-Hilfeportal für Betroffene von Kindesmissbrauch wird eingerichtet

Posted on März 7, 2012. Filed under: Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Berlin: (hib/AW) Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, plant für dieses Jahr die Einrichtung eines Online-Hilfeportals für Betroffene und Helfer. Dies teilte Rörig am Mittwoch vor dem Familienausschuss mit. Das Online-Portal soll „eine Lotsenfunktion“ übernehmen, um Hilfesuchende zu unterstützen. An der Erstellung würden auch Fachleute zur Rechtsberatung und Therapie beteiligt.

Rörig, der das Amt des Unabhängigen Beauftragten am 1. Dezember vergangenen Jahres von seiner Vorgängerin Christine Bergmann übernommen hatte, informierte den Ausschuss über seine Arbeitsschwerpunkte bis zum Ende der Legislaturperiode und stellte sich den Fragen der Abgeordneten. Die Arbeit des Runden Tischs zum Kindermissbrauch könne nicht das Ende der Aufarbeitung sein, betonte Rörig. Zu seinen Aufgaben gehöre es unter anderem, die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tischs zu begleiten und zu koordinieren. Rörig informierte den Ausschuss über die Einsetzung eines Fachbeirats im Februar dieses Jahres, dem neben Experten aus Wissenschaft, Gesellschaft, und Kirchen auch die ehemalige Beauftragte Bergmann und vier Betroffene angehören. Zudem habe er drei feste Treffen mit den elf Betroffenen-Initiativen für dieses Jahr anberaumt. Das erste Treffen habe am 27. Januar stattgefunden, bei dem die Initiativen ihren Forderungskatalog übergeben hätten zu den Themen Aufarbeitung, Wiedergutmachung und Verjährungsfristen. Dieser Forderungskatalog sei auch auf der Homepage des Beauftragten (http://beauftragter-missbrauch.de) einsehbar.

Zu den vorrangigen Aufgaben Rörigs gehört es laut eigener Aussage, die Empfehlungen des Runden Tischs zur Prävention und Intervention in allen Bereichen der Jugend- und Bildungsarbeit sowie des Gesundheitswesens umzusetzen. Er habe deshalb unter anderem Treffen mit den Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, der Landesjugendverbände, der Kirchen, des Sportbundes, des Bundesjugendrings, der Deutschen Krankenhausgesellschaft anberaumt beziehungsweise schon abgehalten.

Alle Fraktionen im Ausschuss signalisierten Rörig ihre Unterstützung für seine Arbeit. Positiv bewerteten sie unter anderem seinen Plan, mit einer weiteren Öffentlichkeitskampagne für einen offeneren Umgang in der Gesellschaft beim Schutz vor Kindesmissbrauch zu werben.

Quelle: Heute im Bundestag vom 07.03.2012

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Hamburg: Sozialsenator Scheele zieht strukturelle Konsequenzen aus dem Fall Chantal

Posted on Januar 31, 2012. Filed under: Hamburg, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Am 30. Januar 2012 hat Hamburgs Sozial- und Familiensenator Detlef Scheele neue Regelungen für die Vermittlung von minderjährigen Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien angeordnet, die mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres gelten.

Bevor die zuständigen Bezirke eine geeignete Pflegefamilie auswählen können, müssen angehende Pflegeeltern und alle Hausangehörigen künftig nicht nur ein Führungszeugnis, sondern auch ein Gesundheitszeugnis vorlegen, damit die Behörden Suchterkrankungen und andere relevante Krankheiten zweifelsfrei ausschließen können.

„Mit diesen Maßnahmen möchte ich zunächst sicherstellen, dass sich der Tod eines Kindes in einer Hamburger Pflegefamilie nicht wiederholt“, betont Familiensenator Detlef Scheele. Die Jugendämter in den Bezirken sind angewiesen, künftig verstärkt präventiv zu arbeiten, damit es nicht gar nicht erst dazu kommen kann, dass ein Kind bei drogenabhängigen Pflegeeltern aufwächst.“

Künftig müssen angehende Pflegeeltern ein Führungszeugnis vorlegen, das im Rahmen einer so genannten Eignungsfeststellung (§ 33 SGB) nicht nur auf einschlägige Straftaten wie Gewalt gegen Kinder oder Kindesmissbrauch hin überprüft werden soll, sondern auf alle Straftaten, die bis dahin vorliegen. Jeder Eintrag in ein Führungszeugnis ist somit künftig ein Ausschlusskriterium für Pflegeeltern, die ein Kind bei sich aufnehmen wollen.

Eine weitere verbindliche Voraussetzung für angehende Pflegeeltern und deren Hausangehörigen ist der Nachweis eines aktuellen Gesundheitszeugnisses, das auch einen Drogentest beinhaltet, den die Gesundheitsämter der Stadt durchführen. Die Kosten für diese Drogentests übernimmt die Sozialbehörde.

Darüber hinaus hat Senator Scheele die Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg dazu aufgefordert, ihre jeweiligen Jugendämter anzuweisen, alle 1300 Hamburger Pflegefamilien und deren Hausangehörigen bis zum 15. Februar 2012 genau zu überprüfen, ob Hinweise auf Suchterkrankungen und/oder Straftaten vorliegen.

Sozialsenator Scheele bittet alle Hamburger Pflegeeltern, die hervorragende Arbeit leisten, um Verständnis für diese Maßnahmen.

Außerdem beabsichtigt die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) die bestehenden Regelungen zum Pflegewesen in Hamburg detailliert zu überprüfen und konkreter zu fassen.

Hintergrundinformationen:

Eltern, die bereits ein Kind oder mehrere Kinder in Pflege genommen haben, müssen aufgrund der vorläufigen neuen Regelungen kein Gesundheitszeugnis vorweisen. Außerdem werden in diesen Familien rückwirkend keine Drogentests durchgeführt.

Behörden können grundsätzlich in ein bestehendes Pflegeverhältnis nur dann mit neuen Auflagen eingreifen, wenn es konkrete Hinweise dafür gibt, dass das Kindeswohl gefährdet ist. Deshalb hat die Sozial- und Familienbehörde die Bezirke lediglich dazu aufgefordert, bereits bestehende Pflegeverhältnisse in Pflegefamilien nach Aktenlage zu prüfen.

Falls bei dieser Akteneinsicht Zweifel bestehen, liegt es im Ermessen der zuständigen Jugendämter, die jeweiligen Pflegefamilien im Einzelfall zu besuchen, um offene Fragen zu möglichen Suchterkrankungen und/oder Straftaten zu klären.

Quelle: Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg vom 31.01.2012

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Kommunen setzen beim Kinderschutz verstärkt auf „Frühe Hilfen“

Posted on September 10, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , |

Nationales Zentrum Frühe Hilfen legt Ergebnisse der „Bestandsaufnahme Kommunale Praxis Früher Hilfen“ vor

Die Mehrheit der Kommunen in Deutschland hat ihre Anstrengungen im Bereich „Frühe Hilfen“ deutlich verstärkt. Wie aus einer Bestandsaufnahme des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) hervorgeht, haben zwei Drittel der Kommunen in den vergangenen Jahren durch politischen Beschluss frühzeitige Hilfsangebote für Familien ausgebaut. Viele Kommunen haben hierfür dauerhaft zusätzliche Mittel bereitgestellt. Für die Bestandsaufnahme des NZFH wurden deutschlandweit die Jugend- und Gesundheitsämter befragt.

Nach Aussage fast aller Ämter tragen „Frühe Hilfen“ zur frühzeitigeren Erkennung von familiären Problemlagen bei. Insgesamt halten die Kommunen eine breite Palette von frühen Hilfsangeboten für werdende und junge Eltern bereit. Sie reichen von Präventionsangeboten, die alle Familien erreichen – beispielsweise Begrüßungspakete und -besuche -, über Maßnahmen für spezifische Situationen wie die Frühförderung von behinderten Kindern, bis zu stationären Hilfen für jugendliche Mütter – dazu gehören etwa Mutter-Kind-Einrichtungen.

„Frühe Hilfen sind unverzichtbar, um Fälle von Kindeswohlgefährdung möglichst von Anfang an zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Die Mehrheit der Kommunen hat das erkannt. Für besonders wichtig und erfolgreich halten Kommunen den Einsatz von Familienhebammen und Beratungsangeboten für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern wie etwa `Schreibaby-Sprechstunden`. Von diesen Hilfen profitieren vor allem Familien mit hohen Belastungen. Ziel sollte daher sein, diese Angebote flächendeckend auszubauen.“

„Die zunehmende Bedeutung, die ‚Frühe Hilfen’ erfahren, ist auch ablesbar an einer besseren personellen Ausstattung. Fast die Hälfte der Jugendämter hat im Bereich Früher Hilfen bei sich oder bei den freien Trägern zusätzliche Stellen geschaffen. Die Notwendigkeit, Ressourcen auszubauen statt umzuverteilen, scheint erkannt worden zu sein“, erklärt Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor und Vorstand des Deutschen Jugendinstituts.

Die Bestandsaufnahme des NZFH, die vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) durchgeführt wurde, hat zudem gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Kommunen Koordinierungsstellen eingerichtet hat, um die verschiedenen Anbieter Früher Hilfen miteinander zu vernetzen und dadurch deren Effektivität zu erhöhen. Dennoch werden seitens der Jugend- und Gesundheitsämter weitere Entwicklungsbedarfe gesehen. Zum einen fehlen ihnen bessere Instrumente zur Einschätzung von familiären Belastungen, um noch passgenauere Hilfen anbieten zu können. Zum anderen werden mehr interdisziplinäre Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Fachkräfte benötigt.

Das NZFH hat begonnen, die Ergebnisse der Bestandsaufnahme in konkrete Maßnahmen umzusetzen: So werden inzwischen Materialien zur Unterstützung von Fachkräften in der Arbeit mit Eltern sowie Instrumente zur Einschätzung familiärer Belastungen entwickelt. Außerdem erarbeitet das NZFH Arbeitshilfen für die sektorenübergreifende Fort- und Weiterbildung.

Der Kurzbericht „Bestandsaufnahme zur Entwicklung der kommunalen Praxis im Bereich Früher Hilfen“ (zweite Teiluntersuchung) ist beim Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) als Download zu beziehen. Durchgeführt wurde die Befragung vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin im Auftrag des NZFH.

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) / Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) vom 09.09.2011

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Familienministerium NRW stellt Ratgeber „Kindesmissbrauch. Erkennen – helfen – vorbeugen“ zur Verfügung

Posted on Januar 9, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ein einfühlsamer und zugleich sehr praktischer Ratgeber zum Umgang mit Kindesmissbrauch kann ab jetzt beim nordrhein-westfälischen Familienministerium bestellt werden. Darauf wies Familienministerin Ute Schäfer hin. Das Ministerium hat das Buch „Kindesmissbrauch. Erkennen – helfen – vorbeugen“ von Prof. Dr. Günther Deegener angekauft und stellt es Interessenten kostenlos zur Verfügung. „Wir stellen diesen wertvollen Ratgeber zur Verfügung, weil er sehr konkret über Vorbeugung informiert“, sagte Familienministerin Ute Schäfer. „Auch wenn Kindesmissbrauch heute in der öffentlichen Debatte nicht mehr verschwiegen wird, so ist doch der Bedarf an sachlichem und wirklich hilfreichem Informationsmaterial zu Prävention und Hilfe groß. Dass Eltern und alle, die mit Kindern arbeiten, jetzt das Buch von Professor Deegener bei uns bestellen können, ist ganz praktischer Kinderschutz.“

Der Autor gilt bundesweit als einer der bedeutendsten Experten zum Thema Gewalt in der Familie. Er war langjährig als Psychologe und psychologischer Psychotherapeut an der Universitätsklinik in Homburg/Saar tätig und ist Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Saarland.

In der aktuellen Neuauflage seines Buches gebe der Autor wichtige Hinweise darauf, wie Kinder in der Familie, in Einrichtungen und in der Freizeit vor Missbrauch geschützt werden könnten. Dabei gehe er sachlich und sensibel auf die Situation des Kindes und der Familie sowie auf die Strategien der Täter ein und beantworte rechtliche Fragen wie Anzeige und Strafverfolgung, so die Ministerin.

Der vom Deutschen Kinderschutzbund empfohlene Ratgeber ist im Beltz-Verlag erschienen. Das Taschenbuch kann unter der Veröffentlichungsnummer 2003 auf den Internetseiten des Ministeriums unter www.mfkjks.nrw.de (Menüpunkt Service) bestellt werden. Pro Bestellerin und Besteller wird nur ein Exemplar abgegeben.

Die Broschüre kann auch online eingesehen werden bei Google Books. (die Red.)

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Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern

Posted on Januar 1, 2011. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Niedersachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 01.02.2011 findet in Hannover in der Zeit von 11 – 16 Uhr ein Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern statt. An diesem Gespräch nehmen VertreterInnen der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens teil.

Der Bundesverband für Erziehungshilfe (AFET) beschäftigt sich seit über einem Jahr intensiv mit der Situation von Kindern psychisch kranker Eltern.
Ausgehend von der Fragestellung

  • Welchen Betreuungs-/Unterstützungsrahmen brauchen diese Kinder?
  • Wie gestalten sich aktuell die Zugänge zu den betroffenen Kindern?
  • Welche Hilfen brauchen die Eltern und von wem?
  • Wie ist ein verlässlicher und vertrauensvoller Kontakt zu den Eltern möglich?
  • Wie müssen kooperative Hilfen funktionieren, damit die Kinder und die Eltern in   Krisensituationen unterstützt werden?

beschloss der AFET-Fachausschuss „Theorie und Praxis der Erziehungshilfe“, sich mit erprobten Unterstützungsmöglichkeit für Familien mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil unter den Aspekten der Prävention, Kindeswohlsicherung bis hin zu kooperativen Ansätzen zwischen der Erziehungshilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie zu befassen.

Gerade die kooperativen Hilfen und die Schnittstellenproblematik zwischen den Betreuungs- und Hilfesystemen bedürfen einer fachlichen Vertiefung, um die betroffenen Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren und ihnen rechtzeitig adäquate Förderung anzubieten.
Aus diesem Grund möchte sich der AFET mit dieser Thematik zukünftig interdisziplinär befassen und mit Fachkräften vor allem aus der Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie intensiv im Rahmen des Expertengesprächs und in der darauf folgenden Arbeitsgruppe austauschen.

Quelle: AFET

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Bundesfamilienministerin eröffnet Bundeskongress des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen

Posted on Oktober 14, 2010. Filed under: Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NFZH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 13.10.2010

Kristina Schröder: „Bundeskinderschutzgesetz soll Frühe Hilfen für Kinder und Familien sicherstellen“

Kinder müssen gesund und gewaltfrei aufwachsen können und vor Vernachlässigung und Misshandlung geschützt werden. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vor vier Jahren das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ gestartet. Mit Erfolg – wie die Ergebnisse der Arbeit des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) und der Modellprojekte in den Bundesländern zeigen, die am 13. und 14. Oktober auf dem Kongress „Von Anfang an. Gemeinsam.“ vorgestellt werden.

„Es ist beeindruckend, was in den Modellprojekten des Bundes zu den Frühen Hilfen geleistet wurde: Gut 2000 Familien haben wir in den vergangenen vier Jahren mit frühen Hilfsangeboten erreicht“, sagte Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder bei der heutigen Eröffnung des Kongresses. „Unsere Initiative hat gezeigt: Wir müssen den Familien so früh wie möglich Hilfsangebote machen. Der Staat darf nicht erst aktiv werden, wenn das Wohl des Kindes bereits gefährdet ist. Prävention und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten vor Ort können Schlimmeres verhindern. Dafür ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen: beispielsweise die Jugendämter, Schulen, Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Hebammen, Ärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen und die Polizei. Die große Herausforderung wird nun darin bestehen, die wertvollen Ansätze Früher Hilfen deutschlandweit in die Praxis zu überführen. Deshalb werde ich noch in diesem Jahr ein neues Bundeskinderschutzgesetz auf den Weg b  ringen.“

Im Rahmen seines Aktionsprogramms hat das BMFSFJ im Frühjahr 2007 das NZFH in gemeinsamer Trägerschaft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) gegründet. Aufgabe des NZFH ist es, die Praxis dabei zu unterstützen, Familien mit Problemen frühzeitig zu erreichen und ihnen passende Hilfen anzubieten – möglichst schon ab der Schwangerschaft. Für die kommenden vier Jahre hat das BMFSFJ dem NZFH eine Weiterförderung in Höhe von acht Mio. Euro zugesagt.

Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg Früher Hilfen ist, dass Jugendhilfe und Gesundheitsdienste heute viel besser systemübergreifend und vor allem verbindlich zusammenarbeiten, als dies noch vor vier Jahren der Fall war. Die Modellprojekte zeigen, dass Jugendämter, Schwangerschaftsberatungsstellen und Hebammen besonders gut kooperieren. Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssen wir noch stärker die Voraussetzungen schaffen, dass sie an Netzwerken Früher Hilfen teilnehmen können.“

In allen Bundesländern wurden Modellprojekte durchgeführt und vom NZFH wissenschaftlich begleitet. Insgesamt 2.000 Familien nahmen an den Erhebungen teil. Die endgültige Auswertung wird 2011 abgeschlossen sein, doch schon heute zeichnen sich sichtbare Erfolge ab: So tragen Frühe Hilfen in einem Projekt dazu bei, dass Mütter weniger unter Depressionen leiden und sich weniger stressbelastet fühlen. In einem anderen Projekt verbessern Frühe Hilfen die Qualität der Mutter-Kind-Beziehung, indem sich zum Beispiel die Feinfühligkeit der Mütter im Umgang mit ihrem Säugling erhöht. In einem weiteren Modellprojekt zeigt sich, dass Frühe Hilfen Kinder insbesondere hinsichtlich ihrer sozialen und kognitiven Entwicklung unterstützen.

Die Kommunen haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass Frühe Hilfen einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung leisten. Mindestens jede zweite Kommune in Deutschland ist im Bereich Frühe Hilfen aktiv. Das geht aus einer Befragung von über 950 Jugend- und Gesundheitsämtern in Deutschland hervor, die das NZFH zu Kooperationsformen im Bereich Früher Hilfen durchführte. Ein weiteres Ergebnis dieser bundesweiten Bestandsaufnahme ist, dass fast alle der befragten Ämter (98 Prozent) angeben, dass der Ausbau Früher Hilfen zu einer verbesserten Früherkennung von Problemlagen in Familien führt.

Für manche Familien ist die Begleitung und Unterstützung durch eine sozialpädagogische Familienhilfe die geeignete Hilfeform. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes gewährten Jugendämter im Jahr 2008 für mehr als 17.000 Kinder im Alter von 0-3 Jahren diese Form der Hilfe (neu begonnene Hilfen). Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fast einem Viertel (23 Prozent). Die Steigerung spricht gleichermaßen für einen erhöhten Unterstützungsbedarf der Familien sowie für eine gestiegene Bereitschaft, diese Hilfen auch in Anspruch zu nehmen.

Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, resümiert: „Den Anfang haben wir gemacht. Nun müssen wir intensiv daran arbeiten, Erfolg versprechende Konzepte weiter zu verbessern. Zugleich muss es gelingen, die Frühen Hilfen im Regelsystem zu verankern. Beides zusammen ist für eine nachhaltige Wirkung erforderlich.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.fruehehilfen.de und www.bmfsfj.de.

Quelle: BZgA-Newsletter vom 13.10.2010

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Bundesweite Fortbildungsoffensive des DGfPI 2010 – 2014 zur Stärkung der Handlungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt

Posted on Oktober 6, 2010. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke | Schlagwörter: , |

Das vom Bundesfamilienministerium mit 3 Mio. Euro geförderte Modellprojekt richtet sich sowohl an Fachkräfte (z.B. ErzieherInnen und PädagogInnen) und ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die in (teil-)stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind als auch an die Leitungskräfte dieser Institutionen. Selbstverständlich berücksichtigt werden Einrichtungen für geistig und/oder körperlich behinderte Kinder und Jugendliche mit ihren spezifischen Bedürfnissen und einem besonders hohen Gefährdungspotential, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden.

Die MitarbeiterInnen und die Einrichtungsleitungen werden umfassend zum Themenschwerpunkt sexualisierte Gewalt fortgebildet.

Ziele der Fortbildungsoffensive:

  • Nachhaltiger Schutz von Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt,
  • Umfassende Qualifizierung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe im gesamten Bundesgebiet,
  • Sicherstellung von institutionellen Bedingungen, die das Auftreten sexualisierter Gewalt erschweren,
  • Etablierung eines Beschwerdemanagements unter Einbindung von externen Fachberatungsstellen (für Kinder/Jugendliche und MitarbeiterInnen/Leitungsebene),
  • Institutionalisierung eines Kooperationsbündnisses zwischen Fachberatungsstellen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe,
  • Unterstützung bereits etablierter Fachberatungsstellen und Förderung der Vernetzung untereinander.

Durchgeführt wird dieses Modellprojekt von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.

Quelle: Pressemitteilung der der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. vom 01.10.2010

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Buch-Tipp: „Hände weg von Han Schu“

Posted on April 9, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Der Bundesverein zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen e.V. hat mit dem Hörbuch „Hände weg von Han Schu“ von Britta Vollmer eine gute Information für Mädchen und Jungen ab sechs Jahre zum Thema Thema „Grenzverletzungen, Übergriffe und sexueller Missbrauch – Risiken und Prävention“ herausgebracht. Ergänzt wird das Hörbuch durch ein Bilderbuch und didaktische Begleitmaterialien.

Zielgruppen dieser kombinierten Medien sind Schulen, Familien, Kinder- und Jugendarbeit, Anlauf- und Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen.

nähere Informationen

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Abschlussbericht der Expertenkommission „Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen“

Posted on März 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: , |

Die im Mai 2007 von Kinder- und Jugendminister Armin Laschet einberufene Expertenkommission „Kinderschutz“ hat am 27. Januar 2010 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Kommission bestand aus 21 Expertinnen und Experten aus dem Kinderschutz, der Ärzteschaft, der Jugend-, Familien- und Gesundheitshilfe, den Schulen, Kommunalen Spitzenverbänden, den Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden, der Polizei, Kirchen und Justiz. Das Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) wurde in der Kommission durch Dr. Erwin Jordan vertreten.

Dabei sieht die Kommission in der unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen allerdings ein großes Problem für den flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau präventiver Hilfen. Vor allem Städte und Kreise in der Haushaltssicherung könnten über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus zumeist keine zusätzlichen Hilfen für Kinder und Familien anbieten, beklagt die Kommission in ihrem Abschlussbericht. Daher sei es dringend erforderlich, dass der vorbeugende Kinderschutz in einem Kinderschutzgesetz des Bundes oder in entsprechenden landesrechtlichen Vorgaben stärker und verbindlicher abgesichert werde.

Positiv hoben die Fachleute hervor, dass in vielen Jugendämtern im Feld des intervenierenden Kinderschutzes, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliege oder drohe, die diesbezüglichen Anstrengungen und auch personelle Ausstattungen verstärkt worden seien. Dennoch bestehe auch hier Anlass zur Sorge, dass in nicht wenigen Jugendämtern die Fachkräfte überlastet seien und darunter die Zusammenarbeit mit den Familien leide.

Die Empfehlungen der Expertenkommmission beziehen sich vor allem auf die Themen: Prävention, Frühe Hilfen, Professionalisierung der Fachkräfte, Weiterentwicklung der Vernetzung und das Bereitstellen von Wissen für alle Berufsgruppen, die mit dem Kinderschutz befasst sind. Das sind vor allem Ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Lehrkräfte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Polizeibedienstete, Richter und Staatsanwälte.

Minister Laschet sicherte zu, dass der Bericht der Expertenkommission sorgfältig ausgewertet werde. „In drei Jahren wollen wir überprüfen, ob sich der Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen durch die Empfehlungen nachhaltig verbessert hat“, so der Minister.

Der Bericht der Expertenkommission kann unter www.mgffi.nrw.de oder www.kindesschutz.de heruntergeladen werden.

Quelle: ISA-Newsletter-Ausgabe 1/2010

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Bundesfamilienministerin gibt den Startschuss für ein umfassendes Kinderschutzgesetz

Posted on Januar 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik | Schlagwörter: , , , , , |

Die Bundesregierung will den Schutz von Kindern in Deutschland umfassend und wirksam verbessern. Dazu wird die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Köhler, ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das Prävention und Intervention gleichermaßen stärkt. Auf Einladung von Kristina Köhler treffen sich am 27. Januar 2010 gut 50 Kinderschutz-Experten und -Expertinnen aus Ländern, Kommunen und von Fachorganisationen zu einem ersten Fachgespräch, um die Rahmenbedingungen für das neue Kinderschutzgesetz abzustecken.

„Der Schutz unserer Kinder vor Misshandlungen und Vernachlässigung hat für mich höchste Priorität“, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Köhler. „Ich werde ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in einem umfassenden Sinne voranbringt. Das Fachgespräch ist der Auftakt für einen intensiven Austausch mit allen relevanten Akteuren. Nur gemeinsam können wir die Gesetzeslücken schließen, die unseren Kindern unendliches Leid zufügen und zum Tode führen können“, so Köhler weiter.

Das neue Kinderschutzgesetz fußt auf den zwei Säulen: Prävention und Intervention.

Prävention ist der beste Weg, um Kinder effektiv vor Gefährdungen zu schützen. In den letzten Jahren haben Bund, Länder und Kommunen gerade im präventiven Bereich wichtige Schritte für einen aktiven Kinderschutz unternommen. Hierzu zählen vor allem das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“, die Einrichtung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und die vielfältigen Anstrengungen und Programme in Ländern und Kommunen. Jetzt gilt es, die Nachhaltigkeit dieser Anstrengungen bundesweit zu sichern. Schwerpunkte der Säule „Prävention“ sind:

  • Ein neuer Leistungstatbestand „Frühe Hilfen“ soll flächendeckend niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien in belastenden Lebenslagen sicherstellen.
  • Wir werden niederschwellige und frühe Hilfsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen schaffen, noch während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Dazu zählt auch eine Verbesserung der Rechtsgrundlagen für Hebammen und Familienhebammen.
  • Wir werden die Zusammenarbeit im Kinderschutz für alle damit befassten Berufsgruppen und Institutionen stärken und die Grundlagen für verbindliche Netzwerke schaffen.
  • Alle kinder- und jugendnah Beschäftigten müssen in Zukunft ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das über alle einschlägigen Straftaten auch im Bagatellbereich informiert.

Auch die beste Prävention macht die Intervention nicht überflüssig – so wie auch bei bestem Brandschutz nicht auf die Feuerwehr verzichtet werden kann. Schwerpunkte der Säule „Intervention“ sind:

  • Eine bundeseinheitliche Befugnisnorm zur Weitergabe von Informationen für Berufsgeheimnisträger. Sie soll die von Ärzten wiederholt geforderte Rechtssicherheit bei der Abwägung der Schweigepflicht von Berufsgeheimnisträgern erhöhen.
  • Wir werden den staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung qualifizieren. Durch klare Vorgaben zu Handlungsbefugnissen und -pflichten werden wir mehr Handlungs- und Rechtssicherheit für die mit dem Kinderschutz befassten Professionen schaffen. So sorgen wir dafür, dass die Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, nicht zu groß wird.
  • Mit einer Verpflichtung des bisher zuständigen Jugendamtes zur Übermittlung notwendiger Informationen an das Jugendamt am neuen Wohnort der Familie werden wir dem sog. „Jugendamts-Hopping“ wirksam begegnen. Denn manche Eltern, die das Wohl ihres Kindes nicht im Blick haben, versuchen sich dem Zugang des Jugendamtes durch Wohnortswechsel zu entziehen.

Bundesfamilienministerin Kristina Köhler will das neue Gesetz mit allem Nachdruck, aber auch mit der gebotenen Gründlichkeit, Sorgfalt und Umsicht in intensivem Austausch mit Ländern, Kommunen und der Fachwelt auf den Weg bringen. „Die SPD hat dem Kinderschutz mit ihrer Blockadehaltung in der vergangenen Legislaturperiode keinen guten Dienst erwiesen. Mit der Expertenrunde nehmen wir jetzt den Gesprächsfaden wieder auf. Gemeinsam mit Ländern und Kommunen, aber auch den Kinderschutz-Experten möchte ich einen Entwicklungsprozess in Gang setzen, an dessen Ende ein Gesetz steht, das uns hilft, die vorhandenen Lücken beim Kinderschutz zu schließen“, so Kristina Köhler.

Weitere Informationen zum Thema Kinderschutz finden Sie auch im Internet unter www.bmfsfj.de

Quelle: Pressemitteilungen des BMFSFJ von 26.01.10

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13. Kinder- und Jugendbericht „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen – Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“

Posted on Juli 31, 2009. Filed under: Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: |

(pfad/schulz) Der 13. Kinder- und Jugendbericht mit dem Titel „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen – Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ liegt nun vor. Er wurde von einer Sachverständigenkommission unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Keupp erstellt und verlangt vor allem eine bessere Vernetzung der vorhandenen Angebote und Strukturen.

Leider wurde der Pflegekinderbereich in den umfangreichen Untersuchungen nicht berücksichtigt. Auf Seite 217 wird jedoch allgemein konstatiert:

„Die Kinder und Jugendlichen in Erziehungshilfen sind in aller Regel gesundheitlich überdurchschnittlich stark belastet, wobei psychosoziale Auffälligkeiten wie Aggressivität und Delinquenz, zudem Teilleistungsstörungen sowie psychosomatische Beeinträchtigungen wie u. a. Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten oder Suchtmittelmissbrauch im Vordergrund stehen, aber teilweise auch (drohende) seelische Behinderungen im Sinne von § 35a SGB VIII festgestellt wurden. Diese geschlechtstypisch unterschiedlich ausgeprägten Auffälligkeiten werden in engem Zusammenhang mit psychosozialen Risikofaktoren gesehen, die oft den Anlass für die gewährten Hilfen bilden, wie die Erfahrung von Vernachlässigung und (sexueller) Gewalt, psychischen und Suchterkrankungen der Eltern, dysfunktionalen Familienbeziehungen sowie von weiteren Belastungen in Familie, Schule und sozialem Umfeld.“

Der 13. Kinder- und Jugendbericht kann heruntergeladen (pdf , 2,7 MB) oder unter www.edrucksachen.de/kijubericht kostenpflichtig erworben werden.

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Frühe Hilfen für Eltern und Kinder: Immer mehr Kommunen sind aktiv

Posted on Juli 3, 2009. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke | Schlagwörter: , |

Nationales Zentrum Frühe Hilfen veröffentlicht Ergebnisse einer bundesweiten Bestandsaufnahme

In den Kommunen der Bundesrepublik gibt es vielfältige Aktivitäten im Bereich Früher Hilfen. Mindestens 50 Prozent der Jugend- und Gesundheitsämter in Deutschland sind in diesem Thema bereits aktiv. Das ist das Ergebnis einer ersten bundesweiten Bestandsaufnahme des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), das in Trägerschaft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) steht. Frühe Hilfen sind Angebote, die Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in schwierigen Lebenslagen bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben unterstützen und so zur Prävention von Vernachlässigung und Misshandlung beitragen.

An der Befragung haben 573 Jugend- und Gesundheitsämter teilgenommen. Das entspricht einer Rücklaufquote von über 59 Prozent. Nahezu jedes der teilnehmenden Jugendämter (96 Prozent) und ein Großteil der Gesundheitsämter (79 Prozent) gaben an, sich im Bereich Früher Hilfen zu engagieren. „Es ist erfreulich, dass sich schon so viele Kommunen auf den Weg gemacht haben. Eine Herausforderung aber ist es vielerorts noch, die Angebote zu Frühen Hilfen dauerhaft zu etablieren. Darüber sind einige der Fachleute vor Ort in Sorge – das war in den Antworten auf unsere Fragen spürbar“, betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Mit dem Begriff Frühe Hilfen verbinden die Fachleute in den Kommunen vorwiegend Prävention und frühzeitige Hilfen für Familien in Problemlagen und weniger Intervention im Kontext von Kindeswohlgefährdung. „Dieses Ergebnis der Studie verdeutlicht, dass der Begriff viele Diskussionen ausgelöst hat. Das Allerwichtigste jedoch ist, dass mit dem Angebot der Frühen Hilfen nun verstärkt auch das Augenmerk auf die Allerkleinsten gerichtet wird, die zuvor für die Öffentlichkeit quasi ’unsichtbar’ in ihren Familien waren, und erst mit dem Kindergarteneintritt im vierten oder fünften Lebensjahr in öffentlichen Einrichtungen auftauchten“, unterstreicht Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts.

Der Stand der Umsetzungen einzelner Maßnahmen im Bereich Früher Hilfen ist noch uneinheitlich. In den Kommunen geht es bisher vor allem darum, interdisziplinäre Netzwerke aufzubauen (55 Prozent der befragten Ämter melden hier: „bereits umgesetzt“), niedrigschwellige Angebote für Familien bereitzustellen (56 Prozent) und die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe zu intensivieren (72 Prozent).

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme bestärken die Fachleute auf ihrem Weg, engmaschige Netze für Familien in belastenden Lebenssituationen zu knüpfen: Die Netzwerkarbeit führte bereits zu besserem Kommunikationsfluss (81 Prozent) und zu besserer Kenntnis der Angebote anderer Institutionen (89 Prozent). Gleichzeitig unterstreichen die Befragungsergebnisse die Notwendigkeit, Frühe-Hilfe-Netzwerke mit ausreichenden Ressourcen auszustatten.

Die Bestandsaufnahme wurde vom Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführt. Difu-Projektleiter Detlef Landua stellt klar: „Netzwerke mit fester Koordinierungsstelle, Zielvereinbarungen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung erreichen bessere Wirkungen als unverbindliche Netzwerke. Die Verbesserungen betreffen nicht nur die Netzwerkstrukturen, sondern auch die Akzeptanz Früher Hilfen seitens der Familien. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme zeigen klar, dass sich Investitionen in diesem Bereich lohnen.“

Die befragten Ämter wünschen sich mehr Beratung zur Finanzierung Früher Hilfen, die Bereitstellung von Einschätzungshilfen zur Früherkennung von familiären Belastungen sowie Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Insbesondere die Gesundheitsämter weisen auf einen Unterstützungsbedarf in Fragen des Datenschutzes hin – hier geht es zum Beispiel um die Weitergabe personenbezogener Daten an andere Akteure in einem Netzwerk Frühe Hilfen.

Der ausführliche Ergebnisbericht der Bestandsaufnahme ist verfügbar auf der Internetseite des NZFH unter www.fruehehilfen.de.

Das NZFH wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Bestandsaufnahme wurde im Rahmen des Aktionsprogramms der Bundesregierung „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ durchgeführt.

Quelle: Pressemitteilung der BZgA vom 02.07.09

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Stellungnahmen der Parteien zum Scheitern des Kinderschutzgesetzes

Posted on Juni 29, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Pressemitteilungen der Bundestagsfraktionen vom 29.06.09:

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Saarland: Landesweites Präventionsprojekt ist wesentliche und fachlich anerkannte „Frühe Hilfe“

Posted on Mai 14, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Saarland | Schlagwörter: , , |

Das landesweite Präventionsprojekt „Keiner fällt durchs Netz“ (KFDN) ist eine wesentliche und fachlich anerkannte frühe Hilfe, betonte Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am 13.05.2009 auf der Jahresfeier.  „Die erste Jahresbilanz kann sich sehen lassen und bestätigt die Arbeit aller Akteure, so die Ministerin. „Keiner fällt durchs Netz“ ist Bestandteil der „Frühen Hilfen“ im Saarland.

Es umfasst die Netzwerkbildung („Netzwerk für Eltern“) für einen verbesserten Kinderschutz in allen saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband, ein Elternkursangebot („Das Baby verstehen“) zur gelingenden Kommunikation mit dem Säugling sowie, als Hilfe für besonders belastete Familien, die aufsuchende Arbeit durch Familienhebammen.

zur Pressemitteilung des saarländischen Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur vom 13.05.2009

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Neues Fortbildungsprogramm des Familienzentrums Potsdam

Posted on November 10, 2008. Filed under: Brandenburg, Fachkräfte, Fortbildung | Schlagwörter: , |

Die Elternberatung im Familienzentrum an der Fachhochschule Potsdam legt ihr Fortbildungsprogramm 2009 vor. Die Kurse dienen der Qualifizierung von Fachkräften im Arbeitsschwerpunkt Säuglings-/Kleinkind-Eltern-Beziehung – Prävention und Intervention in Beratung.

„Vom Säugling zum Kleinkind“ – Elternberatung, Bildung & Prävention ist ein Projekt in Trägerschaft des Institut für Fortbildung, Forschung und Entwicklung (IFFE) e.V. und hat folgende Ziele: berufliche Fort- und Weiterbildung von Fachkräften inklusive deren Beratung, praxisorientierte Forschung und Entwicklung von Berufsfeldern.

Fortbildungsprogramm 2009

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Erster Elternordner „Gesund groß werden“ wird an den Landrat des Saale – Holzland – Kreises übergeben

Posted on Oktober 17, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: , |

Gemeinschaftsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Thüringer Gesundheitsministeriums

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit jungen Eltern einen Elternordner mit dem Titel „Gesund groß werden“ zur Verfügung.

Der Elternordner wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt und vom Thüringer Gesundheitsministerium um zentrale Informations- und Anlaufstellen in Thüringen ergänzt. Der Ordner soll gemeinsam mit dem „Gelben Kinderuntersuchungsheft“ allen Eltern in Thüringen bei der Geburt ihres Kindes übergeben werden. Ziel ist es, den Eltern wichtiges Gesundheitswissen zu vermitteln und die Elternkompetenz zu stärken. Insbesondere sollen die Eltern motiviert werden, das gesamte Früherkennungsprogramm für Kinder U 1 bis U 9 und J 1 und die von der Ständigen Impfkommision empfohlenen Impfungen wahrzunehmen.

„Information ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Eltern sich in Fragen der Entwicklung, Gesundheitsförderung und Erziehung kompetent fühlen und kompetent handeln“, so Frau Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Eltern und diejenigen, die Eltern betreuen und beraten, finden im Elternordner Wissenswertes zur gesunden Entwicklung und zur Vorbeugung und Früherkennung von Entwicklungsstörungen und Krankheiten. Viele praktische Tipps zur  Gesundheitsförderung und zum Alltag mit Kindern runden die Materialien ab.

Der modulartige Aufbau des Ordners, eine verständliche Sprache und auf das Alter des Kindes zugeschnittene Informationen berücksichtigen unterschiedliche Lesegewohnheiten von Eltern. Der Ordner bietet noch einen weiteren Vorteil: alle wichtigen Unterlagen und ärztlichen Dokumente – z.B. gelbes Kinderuntersuchungsheft, Impfpass, Mutterpass – können eingeheftet werden und sind dann auch zur Hand, wenn man sie braucht.

Eine kürzlich abgeschlossene wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass Eltern aller sozialen Schichten den Ordner gewinnbringend nutzen und sich ihre Präventionswissen erhöht.

Pressemitteilung der BzgA vom 09.10.08

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Zypries: Prävention gegen Kindesmissbrauch bundesweit anpacken!

Posted on Oktober 2, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Kinderschutz, Pflegefamilie, Rechtliches | Schlagwörter: , |

Mit der Förderung des im Jahr 2004 an der Charité in Berlin initiierten „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ setzt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auf erfolgreiche Präventionsarbeit als besten Opferschutz.

Ziel dieses seit 2008 vom Bundesministerium der Justiz finanziell geförderten Projekts ist es, Männern mit pädophiler Neigung präventive therapeutische Maßnahmen anzubieten, um einen sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhindern.

„Es ist vor allem das Schicksal betroffener Kinder, das ganz entschieden für ein solches Projekt spricht. Aus der kriminologischen Forschung und Praxis wissen wir, welch traumatisierende und lang anhaltende Auswirkungen sexueller Kindesmissbrauch auf die Betroffenen hat. Wir müssen deshalb alles tun, um solche Taten zu verhindern“, sagte Zypries.

Eine Fortführung des Projekts in den Jahren 2008 bis 2010 ist nur möglich, weil sich das Bundesjustizministerium mit Unterstützung des Deutschen Bundestages als zusätzlicher Geldgeber zur Verfügung gestellt hat.

Gesamte Pressemeldung des BJM vom 01.10.08

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Kindesmisshandlung und -vernachlässigung – Das Ziel: Ein flächendeckendes Netz früher Hilfsangebote

Posted on September 29, 2008. Filed under: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Hamburg, Hessen, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Netzwerke, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Politik, Rechtliches, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen | Schlagwörter: , , |

Das Aufsehen in den Medien um die besonders tragischen Fälle von Kindesmisshandlung hat einiges bewirkt. Verbindliche Früherkennungsuntersuchungen wurden eingeführt, Frühwarnsysteme und bessere Vernetzung auf den Weg gebracht.

Die Online-Version des Artikels aus dem Deutschen Ärzteblatt (Ausgabe Juni 2008, Seite 257) gibt einen Überblick über die verschiedenen Strategien der Länder beim Kinderschutz .

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CDU/CSU zum Tag des alkoholgeschädigten Kindes: Kein Alkohol während der Schwangerschaft

Posted on September 9, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , |

Anlässlich des Tages des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September 2008 erklären die Vorsitzende der Gruppe der Frauen, Ingrid Fischbach MdB und die Drogenbeauftragte, Maria Eichhorn MdB der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

Frauen, die während der Schwangerschaft Alkohol auch nur in geringen Mengen zu sich nehmen, gefährden die Gesundheit und die Entwicklung der ungeborenen Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung. Dem Bericht zufolge sollen von rund 700.000 jährlich geborenen Kindern 10.000 bereits alkoholgeschädigt sein. Rund 4000 davon weisen das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD= Fetal Alcohol Spectrum Disorders) auf. Wachstumsstörungen, körperliche Deformierungen sowie geistige und seelische Behinderungen prägen das Krankheitsbild von FASD. FASD tritt doppelt so häufig auf wie das Down- Syndrom und wäre durch den Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft komplett vermeidbar. Obwohl FASD nicht heilbar ist und die Kinder ein Leben lang unter den Folgen des Alkoholmissbrauchs ihrer Mütter zu leiden haben, sind sich viele werdende Mütter der gesundheitlichen Risiken von Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft nicht bewusst.

Wir appellieren an alle Schwangeren, Früherkennungs- und Beratungstermine wahrzunehmen. Breit angelegte Kampagnen müssen über die Gefahren des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft informieren. Sie sind daher wertvolle Hilfen bei der Bekämpfung von Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft.

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Gefahr des exzessiven Alkoholgenusses bei Jugendlichen und Kindern aus suchtbelasteten Familien

Posted on Juli 18, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In Heft 28/2008 Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) der Bundeszentrale für politische Bildung, beschäftigen sich verschiedene Aufsätze mit der Droge Alkohol.

Zwei Beiträge sind dabei von besonderem Interesse im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen:

Sie können die Artikel einzeln online lesen oder das gesamte Heft herunterladen (pdf, 4.4441 KB).

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