TV-Tipp: „Mein verrücktes Leben – Von starken Kindern und kranken Müttern“

Posted on Juli 3, 2012. Filed under: Gesundheit, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Heute (03.07.) um 22.15 Uhr läuft im ZDF aus der Reihe „37 Grad“ die Reportage „Mein verrücktes Leben – Von starken Kindern und kranken Müttern„.

Was geschieht mit einem Kind, wenn seine Mutter plötzlich ganz anders wird, stundenlang auf der Couch liegt oder unter panischen Ängsten leidet? Wie verarbeitet es ein Kind, wenn sich ein Elternteil das Leben nehmen will? Wie groß ist die Gefahr, dass ein Kind in solch schwierigen Situationen zu viel Verantwortung übernimmt und durch die ständige Überforderung selbst krank wird? Von der Belastung von Kindern psychisch kranker Mütter, aber auch von den Möglichkeiten, ihnen zu helfen und sie zu stärken, erzählt diese 37 Grad-Dokumentation.

Im Anschluss an die Ausstrahlung kann der Beitrag in der ZDF Mediathek angesehen werden.

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„Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Eltern, Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie: Kann Kooperation gelingen?“ am 11./12.06. in Augsburg

Posted on April 24, 2012. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Systemische Institut Augsburg lädt am 11./12.06. zu einem 2-Tages-Seminar mit Dr. Wilhelm Rotthaus zum Thema „Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Eltern, Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie: Kann Kooperation gelingen?“ nach Augsburg ein.

Zielgruppe sind alle psychosozialen Fachkräfte in den Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe (stationär, teilstationär, ambulant, aufsuchende Familienberatung/-therapie, Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistände, Erziehungsstellen, soziale Dienste, Jugendämter, etc.) und der Kinder- und Jugendpsychiatrie (stationär, teilstationär, ambulant, etc.)

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„Leise und laute Krisen – (Aus)Wege für Kinder und Jugendliche mit depressiven und aggressiven Belastungen“ am 18./19.06. in Mainz

Posted on April 21, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

In Mainz veranstalten die Kinderschutz-Zentren am 18./19.06. die Fortbildung „Leise und laute Krisen – (Aus)Wege für Kinder und Jugendliche mit depressiven und aggressiven Belastungen„.

Der Fachkongress richtet sich an Mitarbeiter(innen) aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die mit Jugendlichen und ihren Eltern in verschiedenen Zusammenhängen zu tun haben.

Inhalte und Fragestellungen:
Im Zentrum der Kinderschutzdebatte der letzten Jahre standen insbesondere die Entwicklungsbedürfnisse kleiner Kinder und entsprechende frühe Hilfeansätze. Mit dem diesjährigen Kongress in Mainz richten die Kinderschutz-Zentren den Fokus auf Jugendliche in der Absicht, diese Zielgruppe mehr in den Blickpunkt zu rücken. Dabei geht der Blick sowohl auf die Lebenswelten und unterschiedlichen Problemlagen von Jugendlichen als auch auf ihre unterschiedlichen Bewältigungsstrategien. Während die einen auf „ihre Krisen“ mit psychischen Störungen reagieren, sich selbst verletzen, depressiv werden und sogar suizidale Wünsche entwickeln, reagieren andere aggressiv und gewalttätig ihrer Umwelt gegenüber. In beiden Fällen fühlen sich Eltern und häufig auch die Jugendhilfe hilflos und überfordert, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen und ihnen Unterstützung anzubieten.

Der Kongress beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragestellungen:

  • Was unterscheidet die heutige Jugend von früheren Generationen?
  • Welche Veränderungen/Risiken ergeben sich durch das „Leben im Netz“?
  • Wie kommt es zu suizidalen Krisen im Jugendalter?
  • Was steckt hinter selbstverletzendem Verhalten von Jugendlichen?
  • Wie kann der Kontakt zu belasteten Jugendlichen durch Eltern und Helfer(innen) gelingen? Wie können wirksame Hilfen- und Unterstützungsangebote aussehen?
  • Wie verarbeiten Jugendliche erlebte Gewalt?
  • Warum werden Jugendliche gewalttätig und aggressiv?

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Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ am 11.05. in Göttingen

Posted on März 24, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Niedersachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 11.05. trifft sich die Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ zu ihrer Jahrestagung in Göttingen.

Das Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern im Spannungsfeld Erwachsenenpsychiatrie – Jugendhilfe“ hat heuer die Schwerpunkte „Kinder in BorderlineBeziehungen“, „Klient-Helfer-Dynamik“ sowie „Case-Management“

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7 Jahre AMSOC Patenschaften – Ausstellung zum Thema „Verlässlichkeit“

Posted on März 24, 2012. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Anlässlich des 7-jährigen Bestehens des Patenschaftsangebots für Kinder psychisch erkrankter Eltern von Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg e.V. (AMSOC) wird eine Wanderausstellung unter dem Titel „Verlässlichkeit für Kinder“ gezeigt. Es handelt sich um die gelungensten Bilder Berliner Kinder und Jugendlicher von fünf bis 16 Jahren, die an einem Malwettbewerb zum Thema „Verlässlichkeit“ teilgenommen haben. Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, den 25.03. von 13 – 18 Uhr am Kaiserdamm 21, 14057 Berlin, U Kaiserdamm.

Ehrengast wird Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie, sein. Sie wird drei Teilnehmer des Wettbewerbs mit Sonderpreisen des Patenschaftsangebots auszeichnen.

Weitere Informationen zum Malwettbewerb

Flyer zur Wanderausstellung „Verlässlichkeit für Kinder“

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„Kinder psychisch kranker Eltern – ein offener Gesprächsabend“ am 17.04. in Künzelsau


Posted on März 6, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Zu einem offener Gesprächsabend über „Kinder psychisch kranker Eltern“ mit Dr. Leni Schwarz bittet die Pflegeelternschule Baden-Württemberg am 17.04. nach Künzelsau.

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Fachtagung „Verrückte Kindheit“ am 15.02. in Magdeburg

Posted on Februar 1, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Sachsen-Anhalt, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Familienhaus Magdeburg gGmbH veranstaltet mit dem PARITÄTISCHEN Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. die Fachtagung „Verrückte Kindheit“ am 15. Februar 2012 in der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Der Themenschwerpunkt der Fachtagung ist auf Unterstützungsangebote, Interventionen und methodischen Vorgehensweisen in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgerichtet, deren Eltern psychisch erkrankt und/ oder von einer psychischen Krankheit bedroht sind. Die Schnittstellen des Gesundheitswesens, Kinder- und Jugendhilfe sowie der stationären Psychiatrie und Gemeindepsychiatrie werden in verschiedenen Facetten sowohl rechtlich, wissenschaftlich als auch aus in der Praxis erprobten Projekten und Erfahrungen aufbereitet. In den fünf Workshops werden ressourcenorientierte Interventionsformen vorgestellt, erfolgreich praktizierte Kooperationsformen zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie präsentiert, wichtige Fragen im Finanzierungsdschungel für Träger erörtert, bedeutsame Aspekte der Netzwerkarbeit zwischen Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie in einem Gemeinwesen beraten und die Arbeit mit Angehörigen von psychisch erkrankten Menschen vorgestellt. Die Workshops stellen aus der Praxis bestehende Modelle, Erfahrungen und Vorgehensweisen zur Diskussion.

Zielgruppe dieser Tagung sind Mitarbeiter/-innen von Jugendhilfeträgern, Psychiatrien, psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen, Jugendämtern, Gesundheitsämtern, Beratungsstellen, Sozialpsychiatrie, Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen sowie alle Interessierten.

Anmeldeschluss ist der 07.02.2012. Die Tagungsgebühr beträgt 30,- Euro und ist vor Ort zu entrichten. Das Anmeldeformular und den Tagungsflyer finden Sie unter http://www.familienhaus-magdeburg.de/content/fachveranstaltung-von-uns

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„Psychisch kranke Herkunftseltern – Auswirkungen auf die Adoptiv- und Pflegekinder“ am 07.02. in Starnberg

Posted on Januar 29, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am Dienstag, den 07.02. um 20 Uhr findet in der Familienberatungsstelle im Landratsamt Starnberg ein Informationsabend für Pflege- und Adoptiveltern statt. Ludmilla Asen und Annemarie Renges, beide Mitarbeiterinnen der Familienberatungsstelle informieren über das Thema „Psychisch kranke Herkunftseltern – Auswirkungen auf die Adoptiv- und Pflegekinder“.

Viele Pflegekinder haben Eltern mit psychischen Erkrankungen. Für Pflegeeltern ist dies eine besondere Herausforderung im Umgang mit dem Pflegekind und dessen Herkunftseltern. Ähnliches trifft auch auf manche Adoptivkinder zu.

  • Welche psychischen Erkrankungsbilder gibt es?
  • Wie wirken sie sich auf Kinder aus?
  • Wie können Pflege- und Adoptiveltern ihr Kind unterstützen?
  • Was bedeutet das für den Umgang mit den Herkunftseltern?
  • Welche Unterstützungen brauchen hier Pflege- und Adoptiveltern?

Die Referentinnen geben Tipps und Hinweise. Die Teilnehmer können konkrete Beispiele einbringen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nähere Informationen gibt es unter 08151 148-388.

Quelle: Landratsamt Starnberg vom 27.01.2012

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„Familien mit psychisch kranken Elternteilen – Schwerpunkt Borderline-Persönlichkeitsstörung“ am 26.-27.04. in Frankfurt/Main

Posted on Januar 22, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Hessen, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Das Paritätische Bildungswerk organisiert für den 26.-27.04. in Frankfurt/Main das Seminar „Familien mit psychisch kranken Elternteilen – Schwerpunkt Borderline-Persönlichkeitsstörung“ mit dem Dipl.-Psych. und Psych. Psychotherapeuten Bernd Abendschein. Er ist Stationsleiter der Eltern-Kind-Station des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden in Wiesloch und erfahren im Kontakt mit der Jugendhilfe.

Das Seminar will informieren und sensibilisieren für das Störungsbild der Persönlichkeitsstörungen, insbesondere der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (Borderline-Persönlichkeitsstörung). Es werden die typische Symptomatik der betroffenen Menschen herausgearbeitet, welche vor allem verschiedene Bereiche der Emotionsregulierung, der Impulsivität und des Beziehungsverhaltens betreffen. Das häufig spezifisch beeinträchtigte und auffällige Interaktionsverhalten des betroffenen Elternteils gegenüber den eigenen Kindern, mögliche Gefährdungen und sich häufig daraus ergebenden Verhaltensauffälligkeiten der Kinder in den verschiedenen Altersstufen werden ebenso Thema sein. Es werden, bezogen auf die Jugendhilfe, praxisnah und ausführlich mögliche Hilfe- und Beratungsansätze für die betroffenen Familien dargestellt. Dabei werden den spezifischen Herausforderungen wie „Fallen“ in der Kommunikation und „Einladungen“ der betroffenen Klientengruppe zum „Mitagieren“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Es können eigene Fallanliegen eingebracht werden. Als Methoden werden Impulsvorträge, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele, Falldarstellungen und Supervision zum Einsatz kommen.

Anmeldeschluss ist der 22.03.

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Depressionen in der Pubertät: Verhaltensänderungen und körperliche Symptome sind Anzeichen

Posted on Januar 3, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Für Eltern ist es meist nicht einfach zu erkennen, ob ihre pubertierenden Kinder ernsthafte psychische Probleme haben, die möglicherweise einer ärztlichen Abklärung und Behandlung bedürfen, oder ob es sich um Stimmungsschwankungen handelt, die als Begleiterscheinung einer normal verlaufenden Pubertät auftreten. Damit eine mögliche ernsthafte Störung nicht unentdeckt bleibt, können Eltern verschiedene Dinge abklären. „Es ist grundsätzlich wichtig bei Jugendlichen, die vielleicht Probleme haben, die verzweifelt sind oder gar ein selbstgefährdendes Verhalten zeigen, zunächst ein ruhiges Gespräch unter vier Augen zu führen“, rät Prof. Frank Häßler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin. „Besorgte Eltern können ihr Kind dann fragen, ob es sich manchmal einsam oder unglücklich fühlt, ob oft Tränen fließen, ob nur noch an wenigen Dingen Freude besteht oder auch, ob es schon mal daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen. Werden einzelne dieser Fragen bejaht, sollten Eltern unbedingt einen Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate ziehen.“ Eine tatsächliche Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit können nur diese Fachärzte treffen.

Typische Symptome, die im Pubertäts- und Jugendalter bei einer depressiven Erkrankung auftreten, sind Ein- und Durchschlafstörungen, körperliche Beschwerden wie Appetit- und Gewichtsverlust sowie tageszeitliche Schwankungen des Befindens mit einem „Tief“ am Morgen. Aber auch Verhaltensveränderungen wie Stimmungsanfälligkeit, Lustlosigkeit, Interessenverlust, Rückzug, vermindertes Selbstvertrauen oder auch Drogenkonsum können darauf hinweisen. „Während der Pubertät ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass bei Jugendlichen zuweilen die innere Balance verloren geht und unmotivierte Stimmungsschwankungen oder auch Teilnahmslosigkeit auftreten. Kommen jedoch körperliche Anzeichen, wie Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen hinzu oder halten die problematischen Verhaltensweisen über einen längeren Zeitraum an, sollten Eltern einen Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate ziehen“, ergänzt der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universität Rostock.

Aus Gesprächen mit Jugendlichen, die an einer Depression erkrankt sind, weiß man, dass bestimmte Lebensumstände den Ausbruch einer depressiven Erkrankung fördern können. „Zu Risikofaktoren gehören unter anderem ausgeprägte familiäre Probleme, schulisches Versagen, der Verlust des Arbeitsplatzes, eine unerwünschte Schwangerschaft sowie auch Alkohol- und Drogenmissbrauch“, ergänzt der Experte. Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter. Etwa 5 Prozent der Jugendlichen leiden an behandlungsbedürftigen Depressionen. Fast alle depressiven Kinder- und Jugendliche können ambulant behandelt werden. Im Vordergrund der Therapie stehen psychotherapeutische Maßnahmen.

Quelle: Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) vom 20.12.2011

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Landesjugendamt Rheinland-Pfalz: „Zwischen Heim und Psychiatrie“

Posted on November 16, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Aktuelle Ergebnisse der Forschung zur psychischen Gesundheit von Heimkindern sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion unterstreichen die Bedeutung einer guten und kompetenten Kooperation der Systeme Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP).

Das Landesjugendamt Rheinland-Pfalz hat sich diesem in zwei interdisziplinären Fallseminaren gewidmet, in denen eine Runde von ca. 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den Arbeitsbereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe in den Jahren 2007 und 2008 im Rahmen von zwei Treffen zentrale Aspekte guter Kooperationsbeziehungen diskutiert hat. Ein Ergebnis dieser Fallseminare war der Wunsch an das Landesjugendamt, eine landesweite Fachtagung zur Kooperation von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe zu veranstalten.

Diese Tagung fand am 2. November 2011 unter dem Titel „Aufwachsen zwischen Heim und Psychiatrie“ als Kooperationsveranstaltung von Referat 35 „Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen“ des Landesjugendamtes und des Sozialpädagogischen Fortbildungszentrums mit Unterstützung des Pfalzinstituts Klingenmünster im Tagungszentrum Erbacher Hof in Mainz statt.

Teilgenommen haben 130 Fachkräfte aus der Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aus ganz Rheinland-Pfalz.

In seinem Grußwort ging Herr Klaus Peter Lohest, Abteilungsleiter im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, auf zentrale Aspekte der Kooperationsbeziehung beider Systeme ein. Den beiden Referenten, Herrn Prof. Dr. Dipl.-Psych. Michael Huss (Universitätsmedizin Mainz) und seinem Kollegen, Herrn Prof. Dr. Christian von Wolffersdorff (Universität Leipzig em.), gelang es in ihren Vorträgen, einen Blick auf den aktuellen Stand der Diskussion in Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie zu werfen und die neue und alte Frage nach der Kooperation zwischen beiden Systemen aus der Sicht ihrer jeweiligen Profession zu stellen, ohne dabei jedoch die Perspektive der jeweils anderen zu vernachlässigen. Prof. Huss brachte dies mit seinem Statement „Interdisziplinarität fängt in den Köpfen an und spiegelt sich in den Institutionen“ auf den Punkt.

Am Nachmittag gab es für die Teilnehmenden Gelegenheit, in 6 interdisziplinär besetzten Workshops erfolgreiche regionale Kooperationsmodelle von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in Rheinland-Pfalz kennen zu lernen und deren Ansätze und Erfahrungen kritisch zu diskutieren.

Im Abschlussgespräch diskutierte Frau Birgit Zeller, Leiterin des Landesjugendamtes, anhand der 6 Ks guter Kooperation (Kennenlernen, Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Kontinuität, Kommunalität, Koordination) in anregender Weise die in den Workshops erarbeiteten Inhalte, wobei auch noch ein siebtes K, die Kreativität angeregt wurde. Insgesamt zeigte sich trotz hier und dort vorhandener Potentiale zur Optimierung, dass die Kooperation von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in vielen Regionen von Rheinland-Pfalz auf hohem Niveau stattfindet.

Quelle: Aktuelle Meldung des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz vom 14.11.2011

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Neue Veröffentlichung des LWL-Landesjugendamts: Kinder psychisch kranker Eltern – Wege zur besseren Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie

Posted on November 6, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Wenn Eltern psychisch erkranken, ist diese Situation sowohl für die erwachsenen Familienmitglieder als auch für die Kinder mit vielfältigen Sorgen, Ängsten und Problemen verbunden. Klar ist: Eine effektive Hilfe kann nur im abgestimmten Miteinander von Psychiatrie und Kinder- und Jugendhilfe gelingen. Die neueste Veröffentlichung aus der Reihe „Ideen und Konzepte“ (Heft 50) des LWL-Landesjugendamts Westfalen greift das Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ auf und zeigt am Beispiel eines Praxisentwicklungsprojekts auf, wie Wege zu einer besseren Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe auf regionaler Ebene geebnet werden können.

Das LWL-Landesjugendamt Westfalen hat das Projekt während der gesamten Laufzeit fachlich begleitet und in der Zeit von September 2009 bis Dezember 2010 die wissenschaftliche Evaluation durch das Institut für Praxisentwicklung und Evaluation (IPE) an der Fachhochschule Münster finanziell gefördert. Dieser Bericht präsentiert die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und nimmt diese zum Anlass ein Resümée aus Sicht der Beteiligten zum Zwischenstand des Projektes zu ziehen, das auch über das Ende der wissenschaftlichen Evaluation hinaus fortgeführt werden wird. Mit Beiträgen u.a. von Martina Kriener und Reinhold Schone, Rainer-Hartwig Clasmeier und Irmhild Schmidt, Michael Hipp und Klaus-Thomas Kronmüller.

Die Bestelladresse für diese Broschüre lautet: Alicja Schmidt, alicja.schmidt@lwl.org, Fax 0251 591-275.

Auch abrufbar unter: www.lwl.org/lwl-landesjugendamt-shop, Schutzgebühr 6 €

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„Behinderung und Trauma – doppelte Herausforderung für Pflegeeltern“ am 28.11. in Hamburg

Posted on November 1, 2011. Filed under: Fortbildung, Gesundheit, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Am Montag, den 28.11. von 19.30 bis 22.00 Uhr findet bei der PFIFF Pflegeelternschule in Hamburg der Kurs „Behinderung und Trauma – doppelte Herausforderung für Pflegeeltern“ statt.

Fällt Ihnen auf, dass Ihr behindertes Pflegekind sich im Verhalten von anderen behinderten Kindern in Schule und KITA deutlich unterscheidet? Oft zeigen sich in Anforderungssituationen zusätzlich Traumafolgesymptome und Bindungsstörungen.

Oder ist Ihr Pflegekind stark traumatisiert, so dass sein Verhalten an eine (psychische) Behinderung denken lässt? Dann entsteht für die Familie und das Kind ein besonderer Hilfebedarf.

Dieser Abend beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragen: Wie kann ein Verständnis für die Besonderheiten dieser Kinder entwickelt werden? Wie gestaltet sich der Familienalltag und welche Hilfen zur Entlastung der Eltern sind möglich?

Die Referentin Claudia Riff ist Sonderpädagogin, systemische Familientherapeutin und selbst ehemalige Pflegemutter.

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Symposium „Kinder psychisch kranker Eltern zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie“ am 24.11. in München

Posted on Oktober 8, 2011. Filed under: Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Der SkF Landesverband Bayern und die Hanns-Seidel-Stiftung veranstalten das Symposium „Kinder psychisch kranker Eltern zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie“ für Fachkräfte aus Kinder- und Jugendhilfe und Psychiatrie am 24.11. in der Hanns-Seidel-Stiftung in München.

Psychische Erkrankung ist ein gesellschaftliches Tabuthema und belastet die gesamte Familie in besonderer Weise, wenn ein Elternteil erkrankt ist. Oft gerät hierbei die Perspektive der Kinder in den Hintergrund und ihre Überlastung wird nicht ausreichend berücksichtigt. Um sowohl die Kinder als auch die gesamte Familie rechtzeitig zu unterstützen, sind Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe, aber auch die Schule, gefordert.

Ziel des 3. Symposiums des SkF Landesverbandes zum Thema psychische Erkrankung ist es, den aktuellen Forschungsstand vorzustellen sowie Kooperationsmöglichkeiten und gelingende praktische Hilfen aufzuzeigen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Markus Sackmann, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, und Joachim Unterländer, MdL, den Referenten und Vertretern von Angehörigenverbänden sollen notwendige Weiterentwicklungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Familien mit psychisch kranken Mitgliedern diskutiert werden.

Anmeldeschluss ist der 27.10.

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„Umgang mit und Hilfe für Kinder und Jugendliche mit depressiven Problemen oder Störungen“ am 26.-28.09. in Eisenach

Posted on August 28, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Netzwerke, Thüringen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Über den „Umgang mit und Hilfe für Kinder und Jugendliche mit depressiven Problemen oder Störungen“ können sich MitarbeiterInnen der Jugendhilfe  bei einer Fortbildung des Evangelischen Erziehungsverbandes am 26.–28.09. in Eisenach informieren.

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„Familien mit psychisch auffälligen Eltern(teilen) – Sensibilisierung für die Störungsbilder der Eltern und Problemlagen der Kinder“ am 29./30.09. in Frankfurt/Main

Posted on August 10, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Hessen, Jugendhilfe, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Für MultiplikatorInnen der Familienbildung und Fachkräfte aus Familienbildungsstätten, SPFH, Pflegekinderwesen, Heimen, Kinderdörfern und Jugendämtern bietet das Paritaetische Bildungswerk vom 29.09. – 30.09.2011 in Frankfurt am Main die Fortbildung „Familien mit psychisch auffälligen Eltern(teilen)“ an.

Ziel des Seminars ist es, sicherer in der Beurteilung der Indikatoren zu werden, die auf eine psychische Störung bei Eltern(teilen) hinweisen. Anhand von Fallbeispielen werden Zusammenhänge zwischen elterlicher psychischer Störung und der erforderlichen „Hilfe zur Erziehung“ für das Kind erarbeitet. Konsquenzen aus den Problemlagen der Eltern und Kinder sollen gemeinsam entwickelt und erörtert werden. Wege der Kooperation mit den entsprechenden Fachdisziplinen werden aufgezeigt.

Inhalte:

  • Empirische Erfahrungen über die Zusammenhänge von elterlicher psychischer Störung und kindlicher (Risiko)Entwicklung
  • Exemplarische Fallbetrachtung zu den wichtigsten Störungsbildern nach DSM IV
  • Elterliche psychische Störung vom Kinde aus gesehen
  • Erarbeitung von „Psychosozialen Diagnosen“ anhand des ICD 10 der WHO

Eigene Fallbeispiele können eingebracht werden.

Anmeldeschluss ist der 22.08.

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BVkE Fachtagung „Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten: Wahrnehmen – verstehen – stärken“ am 20.09. in Ludwigshafen

Posted on August 6, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. (BVkE) lädt Fachkräfte aus Erziehungsberatungsstellen und aus ambulanten Diensten der Erziehungshilfe sowie Fachreferenten der Erziehungshilfe am 20.09. nach Ludwigshafen ein zu seiner Fachtagung „Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten: Wahrnehmen – verstehen – stärken„.

Kinder und Jugendliche leiden immer häufiger unter psychischen und psychosomatischen Störungen. Aktuelle Studien belegen, dass inzwischen bei 21 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Symptome für psychische Auffälligkeiten vorliegen. Ängste, Depressionen und Hyperaktivität zählen dabei zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten. Zudem werden immer häufiger Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.

Besondere Risikofaktoren beeinflussen das Auftreten psychischer Probleme. Kinder und Jugendliche, die in unsicheren und konfliktbehafteten Familienverhältnissen oder in einem sozial schwachen Elternhaus aufwachsen sind potenziell häufiger von psychischen Auffälligkeiten betroffen. Diese Kinder erleben zusätzlich zu der psychischen Belastung erhebliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität in ihrem Umfeld Schule, in der Familie und in Freundesbeziehungen.

Die ambulante Dienste der Erziehungshilfe und die Erziehungsberatungsstellen sind immer öfter mit psychisch kranken Kindern und Jugendliche und deren Eltern konfrontiert. Die Tagung möchte anregen, diese Zielgruppe stärker wahrzunehmen. Ausgehend von verschiedenen Krankheitsbildern werden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vorgestellt.

Anmeldungen sind bis zum 23.08.2011 möglich.

Veranstaltungsflyer und Anmeldeformular

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Universitätsklinik Ulm führt erfolgreiche Gruppentherapie für depressive Jugendliche durch

Posted on Juni 23, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , , |

Um Depressionen bei Jugendlichen erfolgreich zu behandeln braucht es nicht immer eine monatelange Therapie. Dass auch ein vergleichsweise kurzes ambulantes Trainingsprogramm Jugendlichen helfen kann, einen Weg aus der Depression zu finden, zeigt das Gruppentherapiekonzept MICHI der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. MICHI, japanisch für „der Weg“, läuft seit 2009 als Studie. „Es ist wichtig, dass Depressionen bei Jugendlichen frühzeitig erkannt, und dass sie gezielt behandelt werden. Mit unserem Behandlungskonzept können wir Jugendliche effektiv erreichen, und zwar flexibel und kurzfristig – aber mit langfristigem Erfolg. Es hat das Potential, eine der Standardtherapien bei Depressionen von 13- bis 18-Jährigen zu werden“, sagt Dr. Nina Spröber, leitende Psychologin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und betont einen weiteren Vorteil: „Die Gruppentherapie lässt sich auch problemlos in niedergelassenen Praxen durchführen, wodurch noch wesentlich mehr Patienten effektiv behandelt werden können. Das ist unsere Idee für die Zukunft.“ Im Juli startet MICHI auch in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Depressionen frühzeitig erkennen und gezielt behandeln
Anna ist 13. In letzter Zeit ist sie ständig gereizt, hat schlechte Laune, hängt trüben Gedanken nach, zweifelt an sich selbst. „Die ist halt in der Pubertät“, denkt sich ihr Umfeld. Wer käme schon auf die Idee, dass Anna auch eine Depression haben könnte? Wäre das nicht maßlos übertrieben?

„Nein“, sagt Dr. Nina Spröber, „nicht unbedingt. Ein starkes Anzeichen für eine Depression ist es, wenn solche Stimmungen konstant über mindestens zwei Wochen anhalten. Dazu kommt häufig körperliche Erschöpfung, der Jugendliche hat keine Energie mehr, ist lustlos, zieht sich immer mehr von Familie und Freunden zurück. Eine Depression geht über das ‚Normalmaß‘ einer pubertären Stimmungsschwankung hinaus.“ Langzeitbeobachtungen haben ergeben, dass jeder vierte Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren mindestens eine depressive Episode hat. Suizid ist eine auffallend häufige Todesursache in der betroffenen Altersgruppe. „Es ist ein großes Problem, dass Depressionen bei Jugendlichen häufig nicht oder zu spät erkannt werden, und dass deshalb kaum Hilfe in Anspruch genommen wird. Dabei kann man Depressionen gerade bei Jugendlichen sehr gut und effektiv therapieren. Bleiben sie aber unbehandelt, können sie chronisch werden oder im Erwachsenenalter wieder kommen“, sagt Psychologin Joana Straub, die im Team um Dr. Nina Spröber und Oberarzt PD Dr. Michael Kölch an der Konzeption von MICHI beteiligt war und nun auch die Durchführung der Gruppentherapie mit begleitet.

Kurze Therapie, die schnell Erfolge zeigt
Zudem scheitert der Schritt, sich Hilfe zu suchen oft daran, dass Therapieplätze schwer zu bekommen sind. Auch die lange Therapiedauer von durchschnittlich zwölf Wochen bei Gruppentherapieprogrammen schreckt viele ab. „Jugendliche sind heute einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt; Zeit wird z.B. bei G8-Schülern zu einem immer wichtigeren Kriterium“, erklärt Dr. Nina Spröber.

„In einer amerikanischen Studie hat man herausgefunden, dass bei depressiven Jugendlichen auch schon kurze Interventionen zu einer eindeutigen Verbesserung des seelischen Gleichgewichts führen können. Das haben wir zum Anlass genommen, ein Konzept für eine vergleichsweise kurzes, niederschwelliges Trainingsprogramm zu entwickeln, das die Teilnehmer in ihren Alltag integrieren können.“

Mit hilfreichen Strategien den Alltag wieder bewältigen
In fünf Gruppensitzungen, Dauer etwa 75 Minuten, treffen sich die vier bis sechs Teilnehmer wöchentlich mit den Therapeuten. „MICHI orientiert sich an bewährten kognitiv-verhaltenstherapeutischen Programmen.  An deren effektive Bausteine angelehnt haben wir ein eigenes Therapiekonzept erstellt. Es geht uns darum, dass die Jugendlichen hilfreiche Strategien lernen, die ihnen helfen, ihr Leben besser zu meistern. In unseren Sitzungen sollen die Teilnehmer wieder lernen, positive Dinge an sich und der Welt wahrzunehmen. Sie sollen wieder in der Lage sein, selbst aktiv zu werden, Probleme zu lösen und ein soziales Netzwerk aufzubauen bzw. zu erhalten. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass unser Training interaktiv abläuft, dass die Jugendlichen sich vieles selbst erarbeiten und alles ausprobieren. Dafür bekommen sie auch Hausaufgaben. In einer Auffrischungssitzung nach fünf Wochen sprechen wir dann darüber, wie es den Teilnehmern im Alltag ergangen ist“, erzählt Joana Straub und fügt hinzu: „Die Erfahrungsberichte der bisherigen Teilnehmer motivieren uns sehr, das Projekt weiter voranzutreiben, denn sie zeigen, dass die Jugendlichen wirklich von der Therapie profitiert haben – teilweise auch durch ganz einfache Tricks und Kniffe, die ihnen helfen, Probleme anders anzupacken oder sich einfach mal etwas Gutes zu tun.“

Zusammen ist man weniger allein
Dabei zeigt sich auch die Gruppen- im Vergleich zur Einzeltherapie als ein Vorteil des Konzepts. Dazu Dr. Nina Spröber: „Zum einen kann dadurch eine schnelle Behandlung angeboten werden. Zudem merken die Teilnehmer, dass es anderen genau so geht, wie ihnen – oder sogar noch schlechter. Für Jugendliche ist der Vergleich mit anderen sehr wichtig. In der Gruppe können sie sich gegenseitig unterstützen. Die soziale Isolation wird aufgehoben, die Jugendlichen können sich in vielen Bereichen Modell gelungener Bewältigung des Alltags sein.“

Weitere Informationen bei Joana Straub (M.Sc.-Psychologin)
Email: Joana.Straub@uniklinik-ulm.de
Tel.: 0731-500 62630

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Ulm vom 16.06.2011

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Fachkongress „Auswege aus der Krise?! Depressive und psychisch belastete Mädchen und Jungen“ am 04.-05.07. in Essen

Posted on Mai 8, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Zum Fachkongress 2011 „Auswege aus der Krise?! Depressive und psychisch belastete Mädchen und Jungen“ am 04.-05.07. in Essen laden die Kinderschutz-Zentren ein. Der Fachkongress richtet sich an interessierte Fachleute unterschiedlicher Professionen aus Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Zahl psychisch belasteter Jungen und Mädchen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Zwei bis drei Prozent der Kinder und fünf Prozent der Jugendlichen leiden nach Angaben von Jugendpsychiater(inne)n an Depressionen.

Der Kongress will einen Beitrag zum besseren Verständnis psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen leisten und beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragestellungen:

  • Welches Verhalten bei Kindern und Jugendlichen deutet auf eine depressive Erkrankung hin?
  • Wie können suizidale Gedanken und Phantasien verstanden werden und wie kann ich als Helfer(in) damit umgehen?
  •  Welche Funktion haben Essstörungen für die Betroffenen? Welche Rolle spielen Familie und Gleichaltrige?
  • Was hat soziale Ausgrenzung mit psychischer Erkrankung zu tun?
  • Wie sind Borderline-Störungen einzuordnen und wie gehe ich im Rahmen der institutionellen Jugendhilfe damit um?
  • Welche Rolle spielen Computerspiele und Internet bei der Zunahme psychischer Erkrankungen?
  • Welche Risiken und Gefährdungen liegen im jugendlichen Drogenkonsum?
  • Was schützt bzw. stärkt Kinder, psychische Belastungen gut zu bewältigen?

nähere Informationen

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Dokumentation der Tagung „Psychisch gestört oder ’nur‘ verhaltensauffällig?“

Posted on März 20, 2011. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In der Schriftenreihe „Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe“ wird demnächst als Band 79 die Dokumentation der Tagung „Psychisch gestört oder ’nur‘ verhaltensauffällig? Kooperation von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem schwierigen Dunkelfeld„, die am 11./12. 11.2010 in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm stattfand, erscheinen.

Die Broschüre kann zum Preis von 17 Euro bestellt werden bei:

Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik
Telefon: 030/39001-136; Fax: 030/39001-146; E-Mail: agfj@difu.de

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Jahrestagung der BAG „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ am 06.05. in Bremen

Posted on März 7, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bremen, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die Jahrestagung 2011 der BAG „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ wird am 06.05. in Bremen stattfinden.

Die Organisation hat Prof. Dr. Sabine Wagenblass von der Hochschule Bremen, Studiengang Soziale Arbeit in Kooperation mit dem Bremer Netzwerk Kinder psychisch kranker Eltern, der Bremer Werkgemeinschaft, der Caritas-Erziehungshilfe gGmbH und PiB Pflegekinder in Bremen gGmbH übernommen.

Einladungsflyer mit Anmeldung

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Ergebnisse des AFET-Expertengesprächs zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern

Posted on Februar 21, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , |

„Für eine gelingende Zusammenarbeit brauchen wir ressortübergreifende Finanzierung und ressortübergreifendes Handeln“

Am 01. Februar 2011 fand in Hannover ein Expertengespräch des Bundesverbandes für Erziehungshilfe (AFET) zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern statt. Daran nahmen ExpertInnen aus der Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie, Kinder- und Jugendhilfe sowie VertreterInnen der Familienhebammen, des Sozialpsychiatrischen Dienstes, der Psychotherapeuten und der Betreuer von psychisch Kranken teil.

Die Gesprächsinhalte bezogen sich auf drei wesentliche Themenfelder:

  • auf die Einschätzung der Kindeswohlgefährdung und des daraus resultierenden Hilfebedarfs,
  • auf die Rolle der Elternschaft in den Behandlungs- und Hilfesettings und
  • auf die Gestaltung der regionalen Kooperationen zwischen dem Gesundheitswesen und der Kinder- und Jugendhilfe.

Im Laufe der Veranstaltung entstand Konsens darüber, dass der Unterstützungsbedarf von Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil oftmals auf verschiedenen Unterstützungsebenen – bei der Krankheitsbewältigung, bei Erfüllung der elterlichen Pflichten oder bei der Förderung der Kindesentwicklung – liegt. Diese Hilfen werden durch unterschiedliche Leistungserbringer (öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe, medizinische Institutionen, niedergelassene Praxen etc.) und häufig versäult angeboten. Die strukturell versäulten Leistungsbereiche stellen aktuell, so die ExpertInnen, eine der größten Hürden bei der Initiierung und Etablierung systematischer leistungsbereichsübergreifender Zusammenarbeit dar. Das bezieht sich sowohl auf die Abstimmung der Gewährung von Hilfen als auch auf ihre Finanzierung.

Die inhaltlichen Ergebnisse des gesamten Expertengesprächs in Form einer Dokumentation erscheinen voraussichtlich Ende Mai. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass dem AFET gelungen ist, verbindliche KooperationspartnerInnen für weitere Bearbeitung dieses komplexen Themas durch das Expertengespräch gewinnen zu können.

Als Reaktion auf dieses erste Gespräch und als Vorbereitung auf die interdisziplinäre Weiterbearbeitung dieses Themas hat der AFET-Fachausschuss Theorie und Praxis der Erziehungshilfe ein Diskussionspapier erarbeitet, dass mit der nächsten Ausgabe des Dialoges Erziehungshilfe veröffentlicht wird.

Quelle: AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e. V.

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„Resilienz-Landkarte“ zur Arbeit mit Kinder und Jugendlichen psychisch erkrankter Eltern

Posted on Februar 1, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, International, Jugendhilfe, Netzwerke | Schlagwörter: , |

Das europäische KIDS STRENGTHS Projekt fördert Resilienzprozesse bei Kindern und Jugendlichen im Kontext von psychisch verletzlichen Eltern. Deutscher Partner ist Netz und Boden, die Initiative für Kinder psychisch kranker Eltern.

Seit kurzem ist ein Hauptprodukt des KIDS STRENGTHS Projekts, die „Resilienz-Landkarte„, auf Deutsch verfügbar und bis 30.09.2011 unentgeltlich nutzbar. Eingesetzt werden kann sie zur fachlichen Bildung und zum Empowerment für SozialarbeiterInnen, (Fach-)ÄrztInnen, LehrerInnen und ErzieherInnen.

Die ‚Resilienz-Landkarte’ ist ein klinisches Screening-Einschätzungs- sowie Berichts- und Dokumentationssystem zur Erfassung von Stärken/Ressourcen und Belastungen von Kindern im Kontext psychischer Verletzlichkeit/Erkrankung der Eltern.

Die ‚Resilienzlandkarte’ ermöglicht dabei

  • die Verwaltung von Daten und Terminen im Sinne eines Dokumentationssystems
  • die Zuordnung von erhobenen Informationen zu jeweiligen evidenzbasierten Resilienzkonstrukten
  • die Einschätzung dieser Information als ‚Ressource’ oder ‚Belastung’ durch insgesamt 3 Personen (Teammitglieder z.B. gemeinsam mit Eltern)
  • Die graphische Darstellung der Stärken/Belastungssituation jeweiliger Kinder durch die ‚Resilienzlandkarte’
  • Eine ‚Berichtsfunktion’ zur Erstellung offizieller Dokumente
  • Eine Evaluationsfunktion durch die Möglichkeit mehrerer zeitlicher Vergleiche des Betreuungsprozesses

Daneben unterstützen Hilfe-Dateien die Verwendung bzw. geben inhaltliche Hinweise zu den Konstrukten.

Quelle: Netz und Boden – Newsletter vom 31.01.2011

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Fachtagung „Das Alkohol-Monster“ am 02.03. in Augsburg

Posted on Januar 23, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Das Bezirkskrankenhaus Augsburg lädt ausdrücklich auch interessierte Pflege- und Adoptiveltern ein zu seiner Fachtagung „Das Alkohol-Monster“ am Mittwoch, den 02.03. von 11 bis 15.30 Uhr.

2,6 Mio Kinder in Deutschland wachsen in einer suchtbelasteten Familie auf. Das familiäre Umfeld ist gekennzeichnet von Alkoholkonsum, Vernachlässigung, Tabuisierung, Wut und oftmals auch Gewalt. Häufige Trennungen oder Scheidung, zahlreiche Umzüge und Beziehungsabbrüche sowie finanzielle Schwierigkeiten verschlimmern zusätzlich die soziale Situation.

Kinder aus solchen Familien zeigen auffällige Verhaltensweisen, weil sie im Umgang mit ihren suchtkranken Eltern eigene „Überlebensstrategien“ entwickeln mussten. Sie sind entweder der Sündenbock, der Clown, der kleine Held oder ziehen sich ganz zurück. Und über allem steht das oberste Gebot, dass „keiner merken soll, was bei uns los ist“.

Bei der 4. Fachtagung zum Themenkomplex „Kinder psychisch kranker Eltern“ will sich die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit diesem brisanten Thema beschäftigen und die Haltung im Umgang mit betroffenen Familien
reflektieren.

Als Referent wurde Prof. Dr. Michael Klein gewonnen, einer der führenden Experten im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema. Im Anschluss an den Vortrag ist ein gesonderter Block für „Diskussion und Fragen“ vorgesehen.

Um Anmeldung bis zum 20.02. wird gebeten.

Tagungsflyer

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Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern

Posted on Januar 1, 2011. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Niedersachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Am 01.02.2011 findet in Hannover in der Zeit von 11 – 16 Uhr ein Expertengespräch zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern statt. An diesem Gespräch nehmen VertreterInnen der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens teil.

Der Bundesverband für Erziehungshilfe (AFET) beschäftigt sich seit über einem Jahr intensiv mit der Situation von Kindern psychisch kranker Eltern.
Ausgehend von der Fragestellung

  • Welchen Betreuungs-/Unterstützungsrahmen brauchen diese Kinder?
  • Wie gestalten sich aktuell die Zugänge zu den betroffenen Kindern?
  • Welche Hilfen brauchen die Eltern und von wem?
  • Wie ist ein verlässlicher und vertrauensvoller Kontakt zu den Eltern möglich?
  • Wie müssen kooperative Hilfen funktionieren, damit die Kinder und die Eltern in   Krisensituationen unterstützt werden?

beschloss der AFET-Fachausschuss „Theorie und Praxis der Erziehungshilfe“, sich mit erprobten Unterstützungsmöglichkeit für Familien mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil unter den Aspekten der Prävention, Kindeswohlsicherung bis hin zu kooperativen Ansätzen zwischen der Erziehungshilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie zu befassen.

Gerade die kooperativen Hilfen und die Schnittstellenproblematik zwischen den Betreuungs- und Hilfesystemen bedürfen einer fachlichen Vertiefung, um die betroffenen Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren und ihnen rechtzeitig adäquate Förderung anzubieten.
Aus diesem Grund möchte sich der AFET mit dieser Thematik zukünftig interdisziplinär befassen und mit Fachkräften vor allem aus der Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie intensiv im Rahmen des Expertengesprächs und in der darauf folgenden Arbeitsgruppe austauschen.

Quelle: AFET

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Berlin: Informationsveranstaltung für Fachkräfte zum Angebot “Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern“

Posted on Dezember 18, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Seit fünf Jahren vermittelt und begleitet AMSOC berlinweit Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern. Die ehrenamtlichen Paten begleiten langfristig betroffene Kinder und nehmen sie bei Bedarf auch befristet bei sich zu Hause auf. Als emotional stabile und kontinuierliche Bezugspersonen der Kinder sind Paten ein entscheidender Faktor für eine emotional gesunde Entwicklung der Kinder und entlasten gleichzeitig die psychisch erkrankten Eltern – in der Regel allein erziehende Mütter.

Da noch immer Fachkräfte, die mit Familien, in denen Eltern psychisch erkrankt sind, nichts oder zu wenig von diesem Angebot wissen, um es betroffenen Familien empfehlen zu können, bietet AMSOC Informationsveranstaltungen für Fachkräfte an. Die Veranstaltung ist von der Psychotherapeutenkammer Berlin zertifiziert worden. Teilnehmer erhalten zwei Fortbildungspunkte.

Die Informationsveranstaltung bietet Gelegenheit, Details über das Patenschaftsangebot und das zugrunde liegende Konzept zu erfahren, Informationen über die genauen Konditionen für teilnehmende Familien zu bekommen, den Träger des Angebots und sein Patenschafts-Team näher kennen zu lernen sowie mit einem Paten ins Gespräch zu kommen.

Wann?
Mi, 19. Januar 2011 von 15.30 bis 17.30 Uhr oder Mi, 23. März 2011 von 10.00 bis 12.00 Uhr

Wo?
AMSOC e.V., Kaiserdamm 21 (Höhe Rognitzstr.), 4. OG, 14057 Berlin-Charlottenburg

Bitte melden Sie sich spätestens eine Woche vorher verbindlich an und nutzen Sie dafür dieses Formular.
Die Plätze sind auf max. 30 Personen begrenzt.

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Elternfragebogen für Studie zur bedarfsgerechten Unterstützung von Familien mit psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen

Posted on Dezember 6, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Forschung, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , , |

Der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) hat in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg einen Elternfragebogen entwickelt, mit dem die Bedürfnisse von Familien mit psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen ermittelt werden sollen, um geeignete Informationsmaterialien zu erstellen sowie entsprechende Hilfsangebote zu identifizieren und einfordern zu können.

Auf Anregung von PFAD wurde der Online-Fragebogen nun auch für die Befragung von Pflege- und Adoptiveltern angepasst.

zur anonymen Befragung für Eltern psychisch auffälliger Kinder und Jugendlicher (Dauer ca. 15 min)

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Ferienlager oder „Klapse“? – Einzigartiger Bilderbuchcomic erklärt Kindern, was in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie passiert

Posted on November 15, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

Ferienlager oder „Klapse“? – Einizigartiger Bilderbuchcomic erklärt Kindern, was in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie passiert

Tom trägt einen blauen Kapuzenpulli und weiß, was alle denken: Er war in der „Klapse“ – vollgepumpt mit Medikamenten, in Zwangsjacke und Gummizelle… So stellen sich viele die Kinder- und Jugendpsychiatrie vor. Auch Tom wusste nicht, was ihn erwartet, als er wegen seiner Wut- und Angstattacken in die Klinik kam. Damit es anderen Kindern nicht so geht, erklärt Comicfigur Tom in dem einzigartigen Comicbilderbuch anderen Kindern, was die Kinder- und Jugendpsychiatrie eigentlich ist und was er dort gemacht hat.

Bild: Universitätsklinik Ulm

„Wir haben in unserer täglichen Arbeit und einer daraufhin angefertigten Studie festgestellt, dass Kinder, die zu uns kommen, oft keine oder falsche Vorstellungen davon haben, was in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geschieht“, beschreibt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie die Motivation für die Erstellung des Comicbuches. „Zum Teil wird den Kindern erzählt, es sei wie auf einer Ferienfreizeit, um sie zur Therapie zu motivieren, zum Teil wird ihnen aber auch mit einem stationären Aufenthalt gedroht. Beides macht es Kindern schwer, sich auf ihre Therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einzustellen.“ Das Buchprojekt ist deshalb so ungewöhnlich, weil die meisten Informationsbroschüren über psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung von Kindern für Erwachsene geschrieben sind.

In dem Comicbilderbuch „Was ist denn schon normal?“ erklärt die Figur Tom, wer ihm in der Klinik geholfen hat, seine Wut- und Angstattacken zu überwinden, wie sein Tagesablauf war, was eine Musik- oder Ergotherapie ist, wie er sich mit Sophie angefreundet hat, wo er zur Schule gegangen ist und – für viele Kinder eine ganz wichtige Frage: Wann er seine Eltern sehen konnte.

„Wir haben die Texte geschrieben und von Kindern aus Ulmer Schulklassen probelesen lassen“, berichten die Autorinnen Corinna Piontkowski und Corinna Mors. „Das Buch soll Kindern ermöglichen, ihre eigene Situation zu verstehen, ihre Rechte zu kennen und so die Chance zu haben, an der Lösung der eigenen Probleme mitzuarbeiten.“ Die Berliner Grafikerin Annette Köhn setzte die kindgerechten Texte in einer Mischung aus Bilderbuch und Comic, Zeichnung und Foto spielerisch um.

In Deutschland steigt die Zahl der psychisch auffälligen Kinder stetig an. Der KIGGS-Survey des Robert-Koch-Instituts zeigte, dass 20 Prozent der Kinder in Deutschland wahrnehmbar verhaltensauffällig und 5 bis 10 Prozent klinisch behandlungsbedürftig sind. Die häufigsten psychischen Erkrankungen sind das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ADHS, emotionale Probleme, Depression, Angst, Störung des Sozialverhaltens – neben Krankheitsbildern, die auch im Erwachsenenalter vorkommen wie Schizophrenie oder Essstörungen.

Das Heft wird auf den Seiten der Uniklinik Ulm zum Download angeboten.

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„Was sind Borderline-Störungen? Wie geht man mit „Borderline-Eltern“ um?“ am 24.11. in Hamburg

Posted on Oktober 24, 2010. Filed under: Fortbildung, Gesundheit, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Was sind Borderline-Störungen? Wie geht man mit „Borderline-Eltern“ um?. Dies fragt das Seminar mit Diplom Psychologin, Familientherapeutin und Supervisorin Elisabeth Onnasch, das die PFIFF gGmbH Hamburg am Mittwoch, den 24.11. von 19.30-22 Uhr anbieten wird.

Borderline-Störungen sind gekennzeichnet durch Symptome wie Impulsdurchbrüche, instabile Beziehungsmuster, Selbstverletzungen, Gefühle innerer Leere, Suizidgedanken und -versuche und ausgeprägte Verlassenheitsängste. Diese können dazu führen, dass Borderline-Betroffene nicht in der Lage sind, sich angemessen um ihre Kinder zu kümmern. Es besteht die Gefahr, dass an den Kindern unbewusst die Traumatisierungen wiederholt werden, die die Eltern in ihrer Kindheit selbst erfahren haben (z.B. durch Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung).

  • Wie wirkt sich die Borderline-Störung auf die Beziehung zu Kindern aus?
  • Wie sieht die „Innenwelt“ von Borderline-Betoffenen aus?
  • Wie können im Kontakt Eskalationen vermieden werden?

Nach einer theoretischen Einführung sollen an diesem Abend Antworten auf diese und andere Fragen gefunden werden.

Anmeldung

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Seminar „Kinder psychisch kranker Eltern“ am 13.11. in Ludwigsburg

Posted on Oktober 2, 2010. Filed under: Baden-Württemberg, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am Samstag, den 13.11. von 10 – 16 Uhr findet unter dem Titel „Kinder psychisch kranker Eltern“ ein Tagesseminar für Pflegeeltern mit M.-Luise Hepp und Dr. Leni Schwarz in Ludwigsburg statt. Veranstalter ist die Pflegeelternschule Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Jugendamt Ludwigsburg. Kinderbetreuung wird angeboten.

Eine psychische Erkrankung in einer Familie bedeutet ein erhebliches Maß an Geduld, zusätzlicher Struktur und Organisation für alle Familienmitglieder.

Kinder in einer solchen Familie haben die große Schwierigkeit, das instabile Verhalten des kranken Elternteils zu erleben, sich trotzdem daran orientieren zu müssen, die Verunsicherungen und Schwankungen auszuhalten und sich ständig darauf einstellen zu müssen. Diese Anpassung ist eine hohe Anforderung für die Kinder, da Erwachsene für sie Richtung gebend sind und Orientierung bedeuten. Der gesunde Elternteil kann dabei ein sehr guter und hilfreicher Ausgleich sein.

Diese Problematik wird bei unseren Pflegekindern besonders deutlich, müssen sie sich doch mit diesen schweren Erfahrungen der ständigen Tagesschwankungen nun auch noch in eine neue Familie integrieren, wo eine ganz andere, nämlich sehr klare Struktur besteht und sehr regelmäßige Tagesabläufe stattfinden und Stimmungsschwankungen  eher eine Seltenheit sind.

Das alte Muster von Verunsicherung und Bindungsproblematik kann nur mühsam in der neuen Familie abgelegt werden – immer erst dann, wenn eine Beheimatung und erste Bindungen und Vertrauen entstanden sind. Dann kann eine gesunde Entwicklung beginnen und die Kontakte mit dem kranken Elternteil können in geschütztem Rahmen ohne Verunsicherung als gut erlebt werden.

Dieses Seminar findet im Rahmen des Programms STÄRKE statt. Für teilnehmende Familien aus dem Landkreis Ludwigsburg sind die Fortbildung sowie die Kinderbetreuung kostenlos. Die entsprechenden Anträge sind bei der Pflegeelternschule zu stellen.

zur Anmeldung

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Tagung: „Seelische Gesundheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen braucht Hilfe!“ am 08./09.11. in Kassel hat noch Plätze frei

Posted on September 27, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Die Jahrestagung der Aktion Psychisch KrankeSeelische Gesundheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen braucht Hilfe!“ findet am 08. und 09.11. in der Stadthalle Kassel statt.

Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben (laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts) psychische Probleme, über sieben Prozent davon leiden an manifesten psychischen Störungen.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Rahmenbedingungen für ein seelisch gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie Hilfen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche im Hinblick auf die Lebenssituation, spezielle Problemlagen, sozialrechtliche Unklarheiten und eine verlässliche Finanzierung.

Tagungsprogramm und online-Anmeldung

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Fachtagung „Kinder psychisch kranker Eltern“ – WEGE zwischen Schatten und Licht“ am 22.10. in Leipzig

Posted on September 23, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Sachsen, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker veranstaltet in Kooperation mit der Beratungsstelle AURYN, der Stadt Leipzig und dem BKK Landesverband Mitte am 22.10. in Leipzig die Fachtagung „Kinder psychisch kranker Eltern“ – WEGE zwischen Schatten und Licht„.

Zielgruppe der Fachtagung sind MitarbeiterInnen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Kinderbetreuung, Geburtshilfe, Bildung sowie betroffene Familienmitglieder und alle an der Thematik Interessierten.

Um Anmeldung bis zum 08.10. wird gebeten.

nähere Informationen

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„Wenn Mama nicht mehr Mama ist – psychische Erkrankungen und ihr Erscheinungsbild“ am 07.10. in Bremen

Posted on September 6, 2010. Filed under: Bewerber, Bremen, Fortbildung, Gesundheit, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Über das Thema „Wenn Mama nicht mehr Mama ist – psychische Erkrankungen und ihr Erscheinungsbild“ informiert die Dipl. Psychologin und Psychotherapeutin Christine Thies interessierte Pflegeltern, Bewerber und Patenfamilien am Donnerstag, den 07.10. von 19 bis 21.15 Uhr in der Pflegeelternschule der Pflegekinder in Bremen gGmbH.

»Du bist echt paranoid!« … »Das ist ja schizophren!« … »Der ist total depri!« – diese Ausdrücke begegnen uns fast täglich. Im coolen Sprachgebrauch der Jugend ist das alles nicht so gemeint und wir nehmen es nicht ernst – doch wie sieht die Realität hinter diesen Sprüchen tatsächlich aus?

Psychische Erkrankungen sind oft schwer zu begreifen. Sie rufen in uns Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Unsicherheit hervor. Wie kaum eine andere Erkrankung bringen sie auch Personen im unmittelbaren Umfeld »aus dem Konzept«. Für Paten, die sich in Krisenzeiten um das Kind eines psychisch erkrankten Elternteils kümmern, ist eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema von besonderer Bedeutung.

An diesem Abend soll den TeilnehmerInnen die Welt der psychischen Erkrankungen verständlicher gemacht werden.

nähere Informationen

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AGJ: Diskussionspapier „Kinder von psychisch erkrankten und suchtkranken Eltern“

Posted on Mai 14, 2010. Filed under: Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Ausgehend von den Ergebnissen des 13. Kinder- und Jugendberichts „Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen – Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“, der sich auch mit der Situation von Kindern mit psychisch erkrankten und suchtkranken Eltern befasst, möchte die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ den Ausbau und die Qualifizierung von Unterstützungsangeboten für die betroffenen Mädchen und Jungen in den Fokus einer breiten interdisziplinären Fachdebatte stellen.

Das vom Vorstand der AGJ am 27. April 2010 beschlossene Diskussionspapier „Kinder von psychisch erkrankten und suchtkranken Eltern“ soll Impulse für (präventive) Hilfen und systemübergreifende Vernetzungen geben und zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Hilfesystemen, insbesondere der Suchtkrankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Erwachsenenpsychiatrie und anderen medizinischen Diensten anregen. Um wirkungsvolle Hilfen zu erreichen, muss aus Sicht der AGJ arbeitsfeldübergreifend kooperiert werden. Lehrer, Erzieherinnen, Ärzte, Sozialarbeiterinnen, Psychologen und Pädagoginnen, aber auch Familienrichterinnen sowie die Polizei müssen verbindlich zusammenarbeiten und die jeweils anderen Hilfesysteme im Blick haben. Besondere Beachtung sollte aus Sicht der AGJ ferner der Errichtung niedrigschwelliger Angebote, der Öffentlichkeitsarbeit, der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Hilfesystemen und den Möglichkeiten der Finanzierung der Hilfen zuteilwerden.

Quelle: Presseinformation der AGJ vom 14.05.10

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PFIFF feiert „10 Jahre Patenschaften“

Posted on Mai 2, 2010. Filed under: Gesundheit, Hamburg, Jugendhilfe, Netzwerke | Schlagwörter: , |

Als Modellprojekt der PFIFF gGmbH Hamburg im Jahr 2000 gestartet, sind die Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern als Regelangebot der Jugendhilfe in Hamburg nicht mehr wegzudenken.

Am Freitag, 28.05.2010, feiert PFIFF im NH-Hotel Hamburg-Altona „10 Jahre Patenschaften“ mit einer Fachveranstaltung, für die Dr. Heidemarie Rose, Mitverfasserin des 13. Kinder- und Jugendberichtes, und Dr. Christiane Deneke, Vorsitzende des Vereins SeelenNot, als Referentinnen gewonnen werden konnte.

Quelle: PFIFF

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Artikel „Die vergessenen Kinder“ über Kinder psychisch kranker Eltern

Posted on April 13, 2010. Filed under: Berlin, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen, Rheinland-Pfalz, Sachsen | Schlagwörter: , , |

Im Artikel „Die vergessenen Kinder“ berichtet Petra Bühring im Ärzteblatt Heft 14 vom 09.04. von drei beispielhaften Projekte in Rheinland-Pfalz, Berlin und Leipzig, die die Versorgung und Betreuung von Kindern psychisch kranker Eltern verbessern.

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Kinder psychisch kranker Eltern – (auch) ein Thema für die Politik

Posted on März 22, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , |

In Deutschland wachsen zwischen drei und vier Millionen Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken Eltern auf. Damit diese Kinder nicht vergessen werden, haben der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK e.V.), der BKK Bundesverband und der Verein für gemeindenahe Psychiatrie in Rheinland-Pfalz Aufklärungsmaterial entwickelt. Diese sind Ergebnis des Kooperationsprojektes „Die vergessenen Kinder – Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern“ und wurden am 9. März in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz vorgestellt.

Die zielgruppenspezifischen Informationsmaterialien richten sich an betroffene Familien und ihre Helfer, aber auch an das Umfeld der Familien wie Schulen und Nachbarschaft. Sie sollen die Aufmerksamkeit für die Belange der betroffenen Kinder und Jugendlichen stärken. Dass diese Kinder in unserer Gesellschaft und auch von der Politik bisher noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren, betonte Roswitha Beck, Vorsitzende des Kuratoriums des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V. „Das Gesundheitswesen vergisst sie, weil es für den psychisch kranken Elternteil zuständig ist. Die Jugendhilfe kennt diese Kinder oftmals nicht“, so Roswitha Beck.

Auch Gudrun Schliebener, Vorsitzende des BApK, sieht einen „blinden Fleck“ in der Angehörigenarbeit in der Psychiatrie: „Damit die betroffenen Kinder nicht die psychisch Kranken von morgen werden, müssen alle Akteure der verschiedenen Hilfesysteme gut zusammenarbeiten.“ Dafür setzt sich die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie des Bundesverbandes seit mehr als 15 Jahren ein.

Der BKK Bundesverband hat das Projekt, das auch das Bundesgesundheitsministerium unterstützte, finanziell gefördert. Heinz Kaltenbach, Geschäftsführer des BKK Bundesverbandes, bekräftigt das Engagement: „Es ist wichtig, dass wir die Kinder als schwächste Glieder der Kette unterstützen, damit die gesundheitliche Belastung der Eltern nicht zu einer Überlastung der Kinder führt. Die Betriebskrankenkassen fördern übrigens seit 2003 mit der Initiative ‚Mehr Gesundheit für alle‘ über 60 regionale und überregionale Projekte und Strukturmaßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention.“

Welche Aufmerksamkeit, Information und Unterstützung die Familien brauchen, ist inzwischen gut erforscht und zum Teil auch in der Praxis umgesetzt. In Rheinland-Pfalz wurden zum Beispiel an drei Standorten im Rahmen eines mehrjährigen Modellprojekts Handlungsansätze entwickelt und erprobt. „Patenschaftsmodelle“, wie von Katja Beeck in Berlin initiiert, fördern ehrenamtliches Engagement. In Leipzig ist es dem Angehörigenverein WEGE e.V. mit der Beratungsstelle „AURYN“ gelungen, ein verlässliches Angebot für die betroffenen Familien fest – und regelfinanziert – im Hilfesystem der Messestadt zu etablieren.

Was fehlt, ist die flächendeckende, verlässliche Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und Hilfe dort, wo es Not tut. Außerdem müssen Strukturen einer belastbaren Kooperation geschaffen und die unterschiedlichen Hilfesysteme und Fachleute vernetzt werden. Eine Podiumsdiskussion mit Betroffenen, Krankenkassenvertretern, Fachleuten aus Praxis und Forschung sowie mit Vertretern des Gesundheits- und Familienministeriums widmet sich der Frage, welche Aufgaben sich hieraus ergeben. Es kommt darauf an, belastete Familien frühzeitig zu unterstützen, um Risiken zu verringern und nicht erst dann zu handeln, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist.“

Informations- und Aufklärungsmaterial kann unter www.bkk.de und www.bapk.de bestellt und heruntergeladen werden.

Die Risikoforschung bestätigt: Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind in vielfältiger Weise davon betroffen. Für sie ist das Risiko erhöht, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Zahlreiche Untersuchungen schätzen, dass diese Kinder etwa zwei bis drei Mal so oft psychisch erkranken als andere Kinder. Ein Drittel der untersuchten Kinder aus betroffenen Familien weisen keine Beeinträchtigungen auf, ein weiteres Drittel lediglich vorübergehende Auffälligkeiten, beim restlichen Drittel der Kinder zeigen sich fortdauernde seelische Störungen.

Kinderpsychiater konnten belegen, dass ein Drittel der Kinder in stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung mindestens einen psychisch kranken Elternteil haben. Eine genetische Prädisposition gilt besonders für Kinder von schizophren Erkrankten als wahrscheinlich. Während das generelle Lebenszeitrisiko einer psychischen Erkrankung ein Prozent beträgt, liegt die Wahrscheinlichkeit für Kinder schizophrener Eltern bei 10 bis 15 Prozent, und zwar nicht nur für eine eigene Schizophrenie, auch für andere seelische Störungen.
Das Risiko für eine affektive Störung, also Gemütsstörung wie Depression und/oder Manie, ist etwa drei bis sechs Mal höher als bei unauffälligen Eltern. Sind beide Elternteile depressiv erkrankt, liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent. Noch problematischer wird es offenbar bei Eltern mit einer Persönlichkeitsstörung in Kombination mit einer Suchterkrankung. Auch bei Angststörungen liegt das Risiko um das Siebenfache über dem Durchschnitt.

Quelle: Pressemeldung des BKK Bundesverband GbR vom 09.03.10

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Bremen: Evaluationsbericht zum Modell „Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern“ vorgestellt

Posted on März 15, 2010. Filed under: Bremen, Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie | Schlagwörter: , , |

„Die Patenschaft gibt mir einfach Sicherheit (…) und das nimmt mir die Last von den Schultern, dass wenn was ist, die Kinder eben gut versorgt sind“, diese Aussage einer psychisch kranken Mutter findet sich im Evaluationsbericht des Bremer Modells „Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern“ und beschreibt gut, wie es durch Patenschaften immer wieder gelingt, den „Teufelskreislauf“, in dem sich psychisch kranke Eltern befinden, zu durchbrechen. Denn oft ist es gerade die Sorge um das Kind, die Eltern davon abhält, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber genau das kann dazu führen, dass sich der Gesundheitszustand weiter verschlechtert.

Derzeit bestehen in Bremen 12 Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern. In der Regel ist das Kind ein bis zwei Mal pro Woche und ein Wochenende pro Monat bei der Patenfamilie. Ist eine stationäre Behandlung der Eltern im Fall von Krisen notwendig, dann kann das Kind während dieser Zeit ganz bei seiner vertrauten Patenfamilie wohnen. Die Eltern, Kinder und auch die Patenfamilie werden dabei durch ein professionelles System unterstützt. Einfach ist die Patenschaft nicht immer. Der Evaluationsbericht zeigt deutlich, welche Schwierigkeiten in einer solchen Patenschaft aufkommen können. Diese reichen von Ängsten der Eltern, das Kind zu verlieren bis hin zu unterschiedlichen Erziehungsstilen. Nicht immer ist es einfach, da den richtigen Weg und die passende Grenze zu finden. Deshalb werden die Patenfamilien durch den erfahrenen Träger „PiB – Pflegekinder in Bremen“ gut auf diese Aufgabe vorbereitet und während der Patenschaft begleitet.

„Ich danke allen Paten ganz herzlich, die dieses neue Modell der Unterstützung in der Entwicklungsphase mitgetragen haben. Sie haben eine Aufgabe übernommen, die mit einer hohen Verantwortung und Verbindlichkeit einhergeht“, sagte Bremens Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter im Rahmen der Vorstellung des Evaluationsberichtes zum Patenschaftsmodell für Kinder psychisch kranker Eltern. Sie fuhr fort: „Wir haben hier ein Modell entwickelt, das für bestimmte Familien und deren Kinder, sehr hilfreich ist. Manchmal eröffnet ein solches Auffangnetz überhaupt erst die Möglichkeit, dass ein Kind in seiner eigenen Familie dauerhaft verbleiben kann. Wir würden uns deshalb wünschen, dass sich noch mehr Bremerinnen und Bremer bereit erklären, eine solche Patenschaft zu übernehmen.“

Rosenkötter wies aber auch darauf hin, dass dieses Modell die professionelle Unterstützung nicht ersetze. Außerdem seien Patenschaften nur in bestimmten Konstellationen möglich. „Wir gehen davon aus, dass in Bremen jährlich deutlich über 2.000 Kinder von einer stationären Unterbringung eines Elternteils aufgrund einer psychischen Erkrankung betroffen sind. Tragfähige Patenschaften können wir bisher erst einzelnen betroffenen Familien anbieten. Aber auch wenn wir uns hier bisher noch in einer Nische bewegen, so ist das Modell absolut hilfreich und sollte weiter ausgebaut werden“, so Rosenkötter weiter.

Quelle: Meldung der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales des Landes Bremen auf Fachkräfteportal der Jugendhilfe vom 15.03.10

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Gesundheitsministerin Schwesig setzt sich für gute psychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ein

Posted on Dezember 19, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , |

„Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen darf man nicht allein lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass ihnen möglichst schnell und in der Nähe geholfen wird“, sagte Gesundheitsministerin Manuela Schwesig heute anlässlich der feierlichen Eröffnung einer psychiatrischen Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Ludwigslust.

Der Vorteil einer solchen Tagesklinik bestehe vor allem darin, dass sie einem Kind oder Jugendlichen optimale Förderung und Behandlung ermögliche, ohne dass die jungen Patienten gleichzeitig ihre sozialen Beziehungen komplett aufgeben müssen, so die Ministerin. Der Einschnitt in die normale Lebensgestaltung sei geringer als bei einer stationären Therapie. Das habe sich auch in Ludwigslust gezeigt.

Mecklenburg-Vorpommern steht im bundesweiten Vergleich in Sachen psychiatrischer Versorgung gut da, machte Schwesig deutlich. „Wir liegen an dritter Stelle, wenn es um die Anzahl tagesklinischer Plätze für Kinder und Jugendliche pro Einwohner geht. Diese Zahl hat sich seit dem Jahr 2005 verdoppelt. Und wir liegen an zweiter Stelle, was die Anzahl stationärer psychiatrischer Plätze pro Einwohner betrifft.“ Das alles dürfe aber nicht dazu beitragen, sich auf dem Erreichten auszuruhen. „Deshalb wird in Kürze eine weitere Tagesklinik in Wismar die Arbeit aufnehmen, damit wir auch den Kindern und Jugendlichen dort eine wohnortnahe Behandlung ermöglichen“, sagte die Ministerin.

Träger der Tagesklinik mit 12 Plätzen ist die Carl Friedrich Flemming Klinik in Schwerin, die ihrerseits Teil der Helios Kliniken ist.

Quelle: Pressemeldung des Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern vom 09.12.09

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Hessen: Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen psychiatrische Hilfe

Posted on September 21, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Hessen, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , |

Herborn. Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, hat anlässlich der 20. Fachtagung Schule und Psychiatrie gestern in Herborn eine neue Bedarfserhebung der Landesregierung für den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie angekündigt.

„Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen therapeutische Hilfe. Die Fallzahlen steigen“, erklärte die Staatssekretärin. Es sei deshalb sinnvoll, ausreichend Plätze in den Kliniken zur Verfügung zu stellen. In Hessen gibt es insgesamt 392 Betten und 145 teilstationäre Plätze (Tageskliniken) an insgesamt 12 Standorten. Darüber hinaus verfügt Hessen über 22 psychiatrische Institutsambulanzen.

Die angemessene Behandlung und Versorgung der jungen Patienten hat aber nicht nur medizinische, sondern auch soziale Aspekte. „Ein qualifizierter Unterricht für Kinder und Jugendliche während ihres stationären Aufenthaltes in der Psychiatrie ist ein unverzichtbares Angebot, ohne das die sonstigen therapeutischen Maßnahmen nicht vollständig wären“, gab Petra Müller-Klepper zu bedenken. Der Schulbesuch auch während der Therapie sei eine Voraussetzung, damit die Kinder und Jugendlichen nach ihrer Entlassung wieder in ihrem Umfeld weiterleben können.

„Hilfen für Kinder und Jugendliche müssen gut koordiniert sein, wenn sie Wirksamkeit entfalten sollen“, betonte die Staatssekretärin und lobte die Arbeit der örtlichen Rehbergschule und des Arbeitskreises Schule und Psychiatrie.

Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit vom 17.09.09

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PFAD Aufbaukurs „Pflege- und Adoptivkinder psychisch kranker Eltern“ am 14.11. in Potsdam

Posted on September 16, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Berlin, Brandenburg, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Der Grundkurs „Pflege- und Adoptivkinder psychisch kranker Eltern – Der Alltag in der Familie und die Bearbeitung der Umgangskontakte“ vom 05. September in Neuzelle wird fortgesetzt mit einem Aufbaukurs am 14. November in Potsdam. Das Seminar knüpft an die Kenntnisse des Grundkurses an.

Wieder lädt der PFAD Bundesverband in Kooperation mit seinem Landesverband PFAD FÜR KINDER Berlin-Brandenburg dazu ein. Als Referentin wird erneut Dipl. Psych. Birgit Schwartländer fungieren.

Während der Fortbildungsveranstaltung wird eine Kinderbetreuung angeboten.
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um baldige Anmeldung.

Informationsflyer mit Anmeldung

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Artikel über den Alltag auf einer psychiatrischen Kinderstation

Posted on August 27, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

MENSCHEN. das magazin gibt in seiner aktuellen Ausgabe 03/2009 mit dem Artikel „Auszeit und Neubeginn“ einen Einblick in den Alltag auf der psychiatrischen Kinderstation.

„Mein Kind ist in der Psychiatrie.“ Das ist ein Satz, den Eltern fürchten. Doch manchmal ist eine stationäre Behandlung das richtige Mittel für einen neuen Anfang.

zum Artikel

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Borderline: Schwarz-Weiß-Denken durch intensive Gespräche überwinden

Posted on Juli 24, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Eines der größten Probleme bei Patienten mit einer Borderline-Störung sind deren plötzliche Stimmungseinbrüche sowie deren Neigung zu Schwarz-Weiß-Denken. „Die Betroffenen können ihre Meinung über einen Menschen sehr schnell ändern. Wer eben noch angehimmelt wurde, kann kurze Zeit später verabscheut werden. Diese für Außenstehende meist nicht nachvollziehbaren extremen und unberechenbaren Gefühlsschwankungen der Borderline-Patienten lassen Angehörige, Partner oder Freunde oft verzweifeln“, erläutert Prof. Sabine Herpertz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. „Es ist aber wichtig, dass die Patienten gerade aus ihrem persönlichen Umfeld unterstützt werden. Hören Sie zunächst aufmerksam und vorurteilsfrei zu und versuchen Sie dann, mit dem Patienten ins Gespräch zu kommen“, empfiehlt die Psychiaterin. „Hilfreich ist dabei, die Äußerungen des Patienten in eigene Wort zu fassen und ihn zu fragen, ob man ihn richtig verstanden hat. Dies signalisiert ihm Verständnis und Interesse an seiner Krankheit, unter der die Betroffenen in der Regel sehr leiden. Häufig dauert es eine gewisse Zeit, bis eine gut funktionierende Verständigung erzielt wird. Geduld und Einfühlungsvermögen sind dabei unerlässlich.“ Selbst wenn die bei Borderline-Patienten häufig vorkommenden Selbstverletzungen oder anderes selbst schädigendes Verhalten zur Sprache kommen, sind Unverständnis und aufbrausendes Verhalten fehl am Platze.

Gerade denjenigen Personen gegenüber, die ihnen besonders nah sind, entwickeln Borderline-Patienten oft zwiespältige Gefühle. So kann etwa die Sehnsucht nach Nähe zu einer Person gepaart mit der Angst, sie zu verlieren, mit starken Schuld- und Schamgefühlen einhergehen. Auch sind Borderline-Patienten kaum in der Lage, Menschen in Abstufungen mit ihren stärken und Schwächen, ihren guten und schlechten Seiten wahrzunehmen. Auch die eigene Wahrnehmung der seelischen Grenzgänger ist häufig beeinträchtigt. Oft unterstellen sie anderen, sie nicht zu mögen. Die meisten Menschen reagieren darauf mit Unverständnis und verstärken so die Fehleinschätzung der Borderline-Patienten. Durch die emotionalen Achterbahnfahrten der Betroffenen sind stabile Zweierbeziehungen selten.

Auf die heilsame Wirkung von Gesprächen setzt auch ein neues Therapieprogramm aus den USA. Mit dem STEPPS-Programm soll der Patient lernen, seine Gefühle zu kontrollieren und Probleme zu lösen. Im ersten Schritt geht es zunächst darum, die eigene Krankheit als solche zu akzeptieren. Anschließend werden der Umgang mit den eigenen Gefühlen trainiert und Verhaltensänderungen entwickelt. Entscheidend ist, dass die Patienten dabei ihren Therapieverlauf beschreiben und so im ständigen Austausch mit ihrer engsten Umgebung bleiben.

An einer Borderline-Störung leiden über 1,5% der Bevölkerung. Die ersten Anzeichen der Erkrankung treten meist schon im Jugendalter auf. Weibliche Betroffene fallen vor allem durch selbstverletzendes Verhalten auf, während Männer häufig eher zu aggressivem Verhalten gegen andere neigen.

Quelle: Neurologen & Psychiater im Netz vom 22.07.09

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PFAD-Seminar „Pflege- und Adoptivkinder psychisch kranker Eltern“ am 05.09. in Neuzelle/Brandenburg

Posted on Juni 26, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Berlin, Brandenburg, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Zum Grundkurs „Pflege- und Adoptivkinder psychisch kranker Eltern – Der Alltag in der Familie und die Bearbeitung der Umgangskontakte“ lädt der PFAD Bundesverband e.V. in Kooperation mit seinem Landesverband PFAD FÜR KINDER Berlin-Brandenburg e.V. am 05.09.09 nach Neuzelle ein.

Als Referentin konnte Dipl. Psych. Birgit Schwartländer gewonnen werden. Sie wird auch den an dieses Seminar anschließenden Aufbaukurs am 14.11.09 in Potsdam leiten.

Informationsflyer mit Anmeldung

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Buchtipp: Tanya Wegbert „Memory Error“

Posted on Juni 9, 2009. Filed under: Kinder-/Jugendinfos, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Tanya Wegbergs Debüt hat Gedächtnislücken, ein Mangel ist das nicht

NEURUPPIN – Schon mal von Kevelear gelesen? Nein? Kein Problem, Jordan hat den Ort auch vergessen. Seitdem er in Berlin aufgewacht ist, sucht er nach seiner Vergangenheit. Doch der Kopf streikt. „Memory Error“ (Gedächtnislücke) heißt das Debüt der Neuruppinerin Tanya Wegberg, ein Jugendroman, der ernst und lustig zugleich ist.

Gedruckt hat das Buch der Rowohlt-Verlag, eine renommierte Adresse für den Erstling der 45-Jährigen, die – wie ihr Held – aus Nordrhein-Westfalen stammt. „Ich freue mich wahnsinnig. Die haben sich so schnell gemeldet, nachdem ich mein Manuskript eingeschickt hatte.“

Tanya Wegberg ist seit acht Jahren Neuruppinerin. Ihr Ehemann betreibt einen kleinen Laden im Stadtzentrum, die inzwischen elfjährige Tochter geht auf die Montessori-Schule, die Mutter arbeitet als Übersetzerin für Verlage im In- und Ausland und besorgt nebenbei die Korrespondenzen des Lions-Frauenclubs, der so heißt, wie die selbstbewusste Romanheldin des Stadtsohns Theodor Fontane: Effi Briest.

Protagonist in Tanya Wegbergs Geschichte ist der 17-jährige Jordan, auf dessen Namen der Untertitel des Buchs anspielt: Wie mein Vater über den Jordan ging. Die Doppeldeutigkeit ist gewollt und begleitet die Erzählung als roter Faden. Zunächst verliert Jordan die Mutter. Während er stumm trauert, sucht sein Vater Zuflucht im Alkohol. Er missbraucht Jordans Schwester – die daraufhin Selbstmord begeht – und schlägt den Sohn. Dann gibt es noch einen älteren Bruder, der auf mysteriöse Weise verschwindet. Eines Morgens findet sich Jordan in Berlin wieder, die Strickjacke seiner toten Schwester in der Hand. Sonst erinnert er sich an nichts. Von der Polizei hört er, dass sein Elternhaus in der Nacht seiner Flucht abgebrannt ist. Der Vater kam ums Leben.

Nach einem spaßigen Roman klingt das nicht, doch wollte Tanya Wegberg bewusst „die Geschichte lustig aufziehen, obwohl sie traurig ist“. Sie hat sich ein Wörterbuch der Jugendsprache gekauft und lässt ihren Helden samt Clique – Jordan bezieht eine WG im Berliner Westend, dem Stadtteil, in dem Tanya Wegberg selbst einige Zeit lebte – „krass loslabern“: „Du Milchbrötchen, ohne mich kriegst du nichts auf die Kette“, meckert etwa Jordans Kumpel. Es geht schlicht darum, ein Mädchen anzurufen.

„Jordans Gedächtnislücke ist eine Reaktion auf das, was er erlebt hat“, schildert Wegberg. Die Pathologie des Traumas, das, was Jordan lapidar mit „meine Software hat sich aufgehängt“ kommentiert, hat sie ausgiebig recherchiert: Dissoziative Störung heißt die Krankheit. Jordan nimmt seine Aussetzer gelassen, bis ihn sein Schwarm Natalie zur Rede stellt. Sie spürt, dass er ein Geheimnis hat, und verlangt eine Entscheidung: Reden oder Schlussmachen. Jordan wird so mit dem tatsächlichen Auslöser seines Verhaltens konfrontiert.

Ihr Buch hat Tanya Wegberg größtenteils in Berlin recherchiert. Sie hat Fachbücher gewälzt, psychotherapeutische Einrichtungen besucht, mit Ärzten und Patienten gesprochen. Jordans lakonischer Erzählstil, der den Leser durch die Geschichte führt und ihm hie und da einen Wissensvorsprung gibt, verleugnet die Problemfelder, die das Buch anspricht, nicht. Trotz Filmriss des Protagonisten bleibt das Leben echt. „Der Doc gibt uns das Gefühl, dass das alles völlig normal ist, saufende Mütter, die nur im Bett liegen, Kinder, die in ihrem Leben durch acht verschiedene Pflegefamilien gereicht wurden, 14-Jährige, die ihre kleine Schwester klöppeln.“ Fälle von Gewalt in Familien flicht Tanya Wegberg ein, mutet ihren Lesern aber keine zu schmerzhaften Szenen zu: „Man kann sich vorstellen, was passiert ist, aber die Erzählung geht nie bis ins Detail.“

Dass ihr Debüt ein Jugendbuch wird, hat die Autorin anfangs angezweifelt. Ihre Lektorin konnte sie schließlich überzeugen. Und trotzdem fühlte sich Wegberg von der Mehrzahl erwachsener Besucher bei ihren ersten Lesungen bestätigt. Ein Zuhörer vertraute ihr sogar an, dass er unter derselben psychischen Störung leidet wie Jordan und lobte das authentische Buch. „Das hat mir viel bedeutet“, sagt sie, „meine größte Sorge war, dass es unrealistisch wird.“ Weil sie Jordan „lange nicht recht loslassen konnte“, wird es eine Fortsetzung der Geschichte geben. Am 1. April – und das ist kein Scherz – hat Tanya Wegberg erst einmal ihr neuestes Werk an den Verlag geschickt, in dem es um eine Familie geht, die ein Pflegekind aufnimmt. Schauplatz ist Neuruppin.

Quelle: Artikel von Tanja Kasischke in Märkische Allgemeine vom 05.06.09

Mit dem Kauf dieses Buches im PFAD-AMAZON-Partnershop unterstützen Sie die Arbeit von PFAD.

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Gesundheitswesen: 26,7 Milliarden Euro durch psychische Erkrankungen

Posted on März 11, 2009. Filed under: Forschung, Gesundheit, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

WIESBADEN – Im deutschen Gesundheitswesen sind die Krankheitskosten von psychischen und Verhaltensstörungen im Jahr 2006 auf 26,7 Milliarden Euro angestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lagen die Kosten durch diese Erkrankungen damit um 3,3 Milliarden Euro höher als bei ihrer erstmaligen Berechnung im Jahr 2002 – verglichen mit allen anderen Krankheitsarten war das der höchste Anstieg in diesem Zeitraum.

Das ist ein Ergebnis der Krankheitskosten­rechnung des Statistischen Bundesamtes. Zu den Krankheitskosten zählen in der amtlichen Statistik  sämtliche Gesundheitsausgaben für medizinische Heilbehandlungen und für Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahmen.

Insgesamt hatten sich die Krankheitskosten im genannten Zeitraum um 17,2 Milliarden Euro auf 236 Milliarden Euro erhöht. Psychische und Verhaltensstörungen zählten dabei zu den besonders kostenintensiven Erkrankungen: Ihr Anteil an den Gesamtkosten des Jahres 2006 lag bei 11,3%. Noch höher waren zu diesem Zeitpunkt lediglich die Kosten durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 35,2 Milliarden Euro (14,9%) und durch Krankheiten des Verdauungssystems (einschließlich Zahnbehandlungen und Zahnersatz) mit 32,7 Milliarden Euro (13,8%).

Weitere statistische Ergebnisse zum Gesundheitswesen stehen kostenlos im Publikationsservice von Destatis zum Download bereit oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE).

Statistisches Bundesamt „Zahl der Woche“ Nr.010 vom 10.03.2009

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Kassen verweigern Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher

Posted on Februar 19, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Brandenburg, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Finanzielles, Gesundheit, Jugendhilfe, Netzwerke, Niedersachsen, Pflegefamilie, Politik, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Stellungnahmen, Versicherungen | Schlagwörter: , |

Der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) weist darauf hin, dass in einigen Regionen Deutschlands die eigentlich gesetzlich geforderte sozialpsychiatrische Versorgung von seelisch kranken Kindern und Jugendlichen weiterhin blockiert und verweigert wird. Aufgrund der fehlenden Sozialpsychiatrievereinbarung beginnen die Praxen in den betroffenen Regionen jetzt damit, ihre langjährigen hochqualifizierten therapeutischen Mitarbeiter zu kündigen. Die sozialpsychiatrischen Strukturen in den betroffenen Regionen werden damit langfristig beschädigt oder gar zerstört.

Die Handlungsunfähigkeit des Spitzenverbandes der Krankenkassen führt seinen Auftrag zur Versorgungsgerechtigkeit ad absurdum und droht etwa 50.000 seelisch kranke Kinder zukünftig unbehandelt zu lassen! Dies betrifft derzeit Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zum Teil werden gar keine sozialpsychiatrischen Leistungen bezahlt, zum Teil nur die Diagnostik und keine Therapie. Das ist ein umso skandalöserer Zustand, als die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds gerade für Patienten mit psychischen Störungen wie z. B. Psychosen, ADHS oder Anorexie erhebliche Zusatzsummen erhalten.

„Kassieren und keine Leistung bieten – soll das der neue Wettbewerb der Krankenkassen sein?“, fragt Dr. Maik Herberhold, Vorsitzender des BKJPP. „Sozialpsychiatrie ist keine Wettbewerbsmedizin, sondern Basisversorgung und muss allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von der Krankenkasse ihrer Eltern zur Verfügung stehen!“

Quelle: Pressemitteilung der Geschäftsstelle des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP) e. V. vom 16.2.2009

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Jugendamt Heidelberg sucht Patenfamilien für Kinder psychisch kranker Eltern

Posted on Februar 8, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Bewerber, Gesundheit, Pflegefamilie, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg sucht Familien, Paare oder Einzelpersonen, die grundsätzlich bereit sind, die Patenschaft für ein Kind psychisch kranker Eltern zu übernehmen.

In der Regel können die Kinder psychisch kranker Eltern zu Hause mit ihren Eltern leben. Es kommt jedoch auch vor, dass die Eltern oder der alleinerziehende Elternteil sich in wiederkehrenden Abständen stationär in einer Klinik aufhalten müssen. Für diese Zeit ist es für die betroffenen Kinder wünschenswert, einen vertrauten Platz und Menschen um sich zu haben, die sie bei sich aufnehmen und versorgen können.

Die Familie und die „Paten“ sollten sich im Vorfeld kennen gelernt haben und Kontakt halten, damit das Kind im Fall einer Krise nicht zu fremden Menschen gehen muss.

Wer Kraft und Lebensfreude hat und sich näher über diese Aufgabe informieren möchte, kann sich bei Brigitte Thormann im Jugendamt unter Telefon 5837770 melden.

Die Paten werden vom Jugendamt fachlich begleitet und finanziell honoriert. Da die Kinder in Heidelberg den Kindergarten oder die Schule besuchen, sind insbesondere Paten aus der Stadt erwünscht.

Quelle: Heidelberg Aktuell vom 18.01.09

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Dokumentation der Fachtagung „Was Kinder stärkt – Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“

Posted on Februar 3, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

Die Dokumentation der Fachtagung

„Was Kinder stärkt –
Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“,

die am 21. November 2008 in München stattfand, stellt der Kinderschutzbund Bayern e.V. zum Download zur Verfügung:

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Buchtipp: „Sonnige Traurigtage“ in 3. Auflage erschienen

Posted on Dezember 10, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: |

In 3. Auflage erschien 2008 das Buch „Sonnige Traurigtage“ von Schirin Homeier. Es ist ein ab dem Grundschulalter geeignetes, illustriertes Kinderfachbuch für Kinder psychisch kranker Eltern und deren Bezugspersonen. Das Vorwort schrieb Prof. Dr. Fritz Mattejat.

Inhalt:
In letzter Zeit ist mit Mama etwas anders: sie ist so kraftlos und niedergeschlagen.
Auf diese „Traurigtage“ reagiert Mona wie viele Kinder psychisch kranker Eltern: Sie unterdrückt Gefühle von Wut oder Traurigkeit, übernimmt immer mehr Verantwortung und sehnt sich nach glücklichen „Sonnigtagen“. Erst als sich Mona einer Bezugsperson anvertraut, erfährt sie, dass ihre Mutter unter einer psychischen Krankheit leidet und fachkundige Hilfe benötigt.

»Kinder, die Sonnige Traurigtage in Einzelberatung oder Gruppenarbeit kennen lernten, fanden sich darin mühelos wieder und erhielten qualifizierte Antworten. Nicht nur für betroffene Familien, es gehört in jede Beratungsstelle, jede psychiatrische Praxis.« (Andreas Schrappe, Psychol. Psychotherapeut, Evangelische Beratungsstelle Würzburg)

»Sonnige Traurigtage ist nicht nur ein unterhaltsames Kinderbuch mit ansprechenden Illustrationen. Es ist ein konkreter Beitrag zur Überwindung der Tabuisierung psychischer Erkrankungen. Es ist auch ein wissenschaftlich qualifizierter Text, in dem der aktuelle Erkenntnisstand verarbeitet und in vorbildlicher Weise umgesetzt ist.« (Prof. Dr. Fritz Mattejat)

Autorin:
Schirin Homeier, geb. 1982, angehende Diplom-Sozialpädagogin (FH), mehrjährige praktische Erfahrungen mit Kindern psychisch kranker Eltern

Daten:
Mabuse-Verlag, 128 Seiten, ISBN: 3-938304-16-2, 19.80 €

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