Auskunft über die eigene Abstammung

Posted on Februar 28, 2017. Filed under: Kinder-/Jugendinfos, Politik, Publikationen, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Mit der Einrichtung eines zentralen Registers für Samenspender sollen Kinder aus künstlicher Befruchtung künftig jederzeit Auskunft über ihre Abstammung erhalten können.

Das sieht ein Gesetzentwurf (BT-Drs. 18/11291 – PDF, 1,4 MB) der Bundesregierung vor, der dem Bundestag zur Beratung vorliegt. Mit dem Gesetzentwurf wird nach Angaben der Regierung ein Auskunftsanspruch für jene Personen festgelegt, die durch eine Samenspende und künstliche Befruchtung gezeugt worden sind. Das bundesweite Samenspenderregister wird beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) eingerichtet. Dort sollen für eine Zeitspanne von 110 Jahren Angaben über die Samenspender und Empfängerinnen einer Samenspende gespeichert werden.

Geregelt werden die nötigen Aufklärungs-, Dokumentations- und Meldepflichten. So können künftig Personen, die meinen, durch eine Samenspende gezeugt zu sein, bei der Registerstelle eine Auskunft beantragen. Zugleich wird dem Entwurf zufolge durch eine Ergänzung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die gerichtliche Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders ausgeschlossen. So soll verhindert werden, dass an Samenspender im Sorge-, Unterhalts- und Erbrecht Ansprüche gestellt werden.

Das Gesetz soll 2018 in Kraft treten und bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates.

Quelle: Heute im Bundestag vom 28.02.2017

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Gesetzentwurf zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei Samenspende beschlossen

Posted on Dezember 22, 2016. Filed under: Kinder-/Jugendinfos, Politik, Publikationen, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Das Bundeskabinett hat am 21.12.2016 den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen beschlossen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sagte, dass jeder Mensch das Recht habe zu erfahren, von wem er abstamme. Mit dem am 21.12.2016 beschlossenen Gesetzentwurf und der Einrichtung eines bundesweiten Samenspenderregisters werde das Recht von Kindern auf Kenntnis ihrer Herkunft gestärkt und zugleich für den Schutz der gespeicherten persönlichen Daten gesorgt. Mit dem Gesetzentwurf werde ein einfachgesetzlicher Auskunftsanspruch für Personen festgelegt, die durch Samenspende im Rahmen einer ärztlich unterstützten künstlichen Befruchtung gezeugt worden seien.

Zur Umsetzung dieses Anspruchs werden die rechtlichen Voraussetzungen für ein bundesweites zentrales Samenspenderregister beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) geschaffen. In diesem Register sollen die personenbezogenen Angaben von Samenspendern und Empfängerinnen einer Samenspende in Zukunft für die Dauer von 110 Jahren gespeichert werden. Umfassende Regelungen wie die Zweckbindung der Verwendung der personenbezogenen Daten und die klar geregelten Übermittlungswege sollen einen hohen Datenschutzstandard gewährleisten. Ergänzend zu den bestehenden geweberechtlichen Regelungen enthalte der Gesetzentwurf außerdem die notwendigen verpflichtenden Aufklärungs-, Dokumentations- und Meldepflichten.

Nach Inkrafttreten des Gesetzes könne jede Person, die vermute, mittels einer Samenspende gezeugt worden zu sein, auf Antrag Auskunft aus dem Samenspenderregister über die dort gespeicherten Daten des Samenspenders erhalten. Habe der oder die Betroffene das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet, könne der Anspruch durch den gesetzlichen Vertreter geltend gemacht werden.

Durch eine ergänzende Regelung im BGB werde die gerichtliche Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders in diesen Fällen ausgeschlossen. Damit werde der Samenspender insbesondere von Ansprüchen im Bereich des Sorge-, Unterhalts- und Erbrechts freigestellt.

Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung durch den Bundesrat. Es tritt zwölf Monate nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft (voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018).

Quelle: Pressemitteilung des BMinG v. 21.12.2016

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Dokumentarfilm „Future Baby“ startet

Posted on April 15, 2016. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Podcast / Online, Politik, Publikationen, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , |

Heute startet in Österreich der Dokumentarfilm „FUTURE BABY“ in den Kinos. Die österreichische Regisseurin Maria Arlamovsky ist selbst Adoptiv- und Pflegemutter.

FUTURE BABY beleuchtet das komplexe Feld medizinisch-technisierter Geburtenkontrolle aus unterschiedlichen Perspektiven. Rund um den Globus besucht Maria Arlamovsky MedizinerInnen, WissenschafterInnen und TechnikerInnen in Kliniken und sterilen Laboratorien, begleitet Paare mit Kinderwunsch, Eizellenspenderinnen und Leihmütter zu Untersuchungen und Eingriffen. Sie lässt BefürworterInnen und SkeptikerInnen zu Wort kommen und spricht mit der ersten Generation künstlich gezeugter Kinder.

Homepage zum Film

Interview mit der Filmemacherin

Trailer:

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Arbeitskreis „Abstammungsrecht“ nimmt Arbeit auf

Posted on Februar 11, 2015. Filed under: Politik, Publikationen, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Herr Staatssekretär Billen hat am 09.02. die Auftaktsitzung des vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) organisierten Arbeitskreises „Abstammungsrecht“ eröffnet. Der Arbeitskreis soll der Frage nachgehen, ob das geltende Abstammungsrecht aktuelle Lebensrealitäten noch adäquat abbildet und ob die derzeitige gesetzliche Regelung nach verschiedenen gesetzgeberischer Einzelmaßnahmen der letzten Jahre noch stimmig ist.

Moderne Familienkonstellationen stellen uns vor neue Herausforderungen – gerade auch im Abstammungsrecht. Ist die Abstammung eher an die biologische oder an die soziale Vaterschaft anzuknüpfen? Muss man das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft bei Samenspenden gesetzlich zu regeln? Sollte es spezifische abstammungsrechtliche Regelungen für eine gleichgeschlechtliche Elternschaft geben? Das Abstammungsrecht, das die Zuordnung eines Kindes zu seinen Eltern regelt, ist für viele Rechtsfragen von enormer Bedeutung. An die Abstammung knüpft das Namensrecht, ebenso wie das Staatsangehörigkeitsrecht, das gesetzliche Erbrecht und das Unterhaltsrecht an.

Der Arbeitskreis ist interdisziplinär aus elf Sachverständigen der Bereiche Familienrecht, Verfassungsrecht, Ethik und Medizin bzw. Psychologie zusammengesetzt. Den Vorsitz führt die frühere Vorsitzende Richterin des für das Familienrecht zuständigen XII. Senats des Bundesgerichtshofs, Frau Dr. Meo-Micaela Hahne. Daneben werden Vertreter betroffener Bundesministerien sowie Vertreter einiger Landesjustizministerien an den Sitzungen teilnehmen.

Der Arbeitskreis wird in den nächsten zweieinhalb Jahren regelmäßig zusammentreten. Die in der Zeit erarbeiteten Kenntnisse werden eine wertvolle Hilfe sein bei der Prüfung der Frage, ob konkreter gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht und wie er ggf. umgesetzt werden soll.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vom 09.02.2015

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Radio/Podcast-Tipp: „Wo komm ich her? Wenn Kinder ihre biologischen Eltern suchen“

Posted on Februar 11, 2013. Filed under: Kinder-/Jugendinfos, Podcast / Online, Politik, Publikationen, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , , |

In der Reihe SWR2 Forum wird am 14.02. zwischen 17.05 bis 17.50 Uhr der Beitrag „Wo komm ich her? Wenn Kinder ihre biologischen Eltern suchen“ gesendet.

Es diskutieren:

  • Sibylle Steidl, Verein „Spenderkinder“, Tübingen
  • Dr. Petra Thorn, Psychologin, Mörfelden
  • Dr. Oliver Tolmein, Rechtsanwalt, Hamburg
  • Gesprächsleitung: Susanne Kaufmann

Von wem stammen die braunen Augen? Von wem die spitze Nase? Seit den 1970er Jahren wurden in Deutschland schon mehr als 100 000 Kinder mit dem Samen anonymer Spender gezeugt. Und in der globalen Welt wird längst noch mehr praktiziert: In Spanien pflanzen die sogenannten „Babymacher“ Frauen fremde Eizellen ein, in Indien oder der Ukraine bieten Leihmütter ihre Dienste an. Paare, die solche Angebote annehmen, geben ihren Kindern schon vor der Geburt eine schwere Bürde mit auf den Weg. Die Suche nach der genetischen Herkunft kann für sie zum Lebensthema werden. Richter haben nun entschieden, dass jedes sogenannte „Spenderkind“ das Recht hat, den Namen seines biologischen Vaters zu erfahren. Warum ist das Wissen um die eigenen Wurzeln so bedeutsam? Welche Folgen hat die gerichtlich erzwungene Transparenz für die Spender?

Buch zur Sendung:
Petra Thorn: Die Geschichte unserer Familie. Ein Buch für Familien, die sich mit Hilfe der Spendersamenbehandlung gebildet haben. FamART Verlag, 2006, 22 Euro

Nach Ausstrahlung kann die Sendung auf noch online nachgehört oder als mp3-Datei heruntergeladen werden.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

TV-Tipp: Themenabend „Fremde Kinder“ am 27.04.

Posted on April 24, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Gesundheit, International, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Einen Abend lang widmet sich PHOENIX in seinem Osterprogramm dem Thema „Fremde Kinder„. Ob Eizellenhandel, Leihmutterschaft oder Samenspende – die Filmemacher gehen den Hintergründen auf die Spur und beleuchten die Methoden kritisch. Ist alles, was gynäkologisch möglich ist, um bisher unerfüllte Kinderwünsche zu erfüllen, moralisch vertretbar? Die Filme des Abends beleuchten engagiert die sozialen, finanziellen und ethischen Aspekte von künstlicher Befruchtung.

22:15 Uhr: Ware Mensch beschlagnahmt – Skandal um rumänischen Eizellenhandel: Im vergangenen Jahr wurde in der PHOENIX-Reportage „Ware Mensch – Illegaler Eizellenhandel in Rumänien“ nachgewiesen, dass in mehreren rumänischen Kliniken armen jungen Frauen für einen geringen Lohn illegal Eizellen entnommen werden, ohne sie über die hohen Risiken einer solchen Behandlung aufzuklären. Die rumänische Regierung handelte und schloss eine der gezeigten Kliniken. Aber damit ist die Geschichte über die „Ware Mensch“ nicht vorbei – sie hat vielmehr erst begonnen. Standen bisher die Frauen im Mittelpunkt, die sich gefährlichen Hormonbehandlungen unterziehen, geht es jetzt um eine Kundin, die sich mit Hilfe der fremden Eizellen ihren Kinderwunsch erfüllen will. (Reportage von Susanne Glass, PHOENIX 2010)

23:00 Uhr: Babys made in India – Das Geschäft mit der Leihmutterschaft: Immer mehr kinderlose Paare aus dem Westen reisen nach Indien, in die sogenannte „Babymacher-Stadt“ Anand, um sich dort ihren Traum zu erfüllen: den Wunsch nach einem eigenen Kind. In speziellen Reproduktionskliniken werden Ei- und Samenzellen der biologischen Eltern miteinander im Reagenzglas verschmolzen und wenige Tage danach einer indischen Leihmutter eingesetzt. Wenn die Schwangerschaft erfolgreich verläuft, können die Eltern neun Monate später wieder kommen und ihr Neugeborenes abholen. Ein Geschäft, das beiden Seiten nur Vorteile bringt? (Dokumentation von Stephanie Lebrun und Philippe Levasseur, ORF 2010; lange Version: 55 Minuten)

23:55 Uhr: Die Kinder von der Samenbank – Ein Tabu und seine Folgen: Mindestens 1.000 Schwangerschaften entstehen in der Schweiz jährlich durch eine Samenspende. Nur fünf Prozent der Kinder wissen, dass sie auf diese Weise gezeugt wurden. Die Dokumentation geht der Frage nach, weshalb das Thema „Samenspende“ in der Schweiz noch immer ein so großes Tabu ist. Filmemacherin Andrea Pfalzgraf macht sich auf die Suche nach einem Paar, das dank einer Samenspende zu Nachwuchs gekommen ist, befragt Samenspender zu ihrer Motivation und will von Spenderkindern wissen, weshalb die Suche nach dem biologischen Vater zur Obsession werden kann. (Dokumentation von Andrea Pfalzgraf, SF 2010)

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

TV-Tipp: „Wer bin ich? – Identität in der Gegenwart“ am 22.07.

Posted on Juli 19, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , , , |

In der Reihe Scobel zeigt der Sender 3sat am 22.07. um 21 Uhr die Wiederholung des Beitrags „Wer bin ich? – Identität in der Gegenwart„.

Senderinformation:
„Erkenne Dich selbst“ stand am Tempel des Apoll in Delphi geschrieben. Doch scheint genau das die schwerste Aufgabe von allen zu sein: Sich selbst zu erkennen. Adoptionen, Babyklappen und anonyme Geburten machen es immer mehr Menschen unmöglich, etwas über ihre genetischen Wurzeln zu erfahren. In diser Sendung wird daher danach gefragt, was in der heutigen Zeit Identität ausmacht?

Zu Gast im Studio sind Sibylle Steidl, gezeugt durch eine Samenspende und Mitglied der Gruppe „Spenderkinder“, Volker Gerhardt, Professor für praktische Philosophie und Mitglied des deutschen Ethikrates, der Genetiker Markus Hengstschläger, Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik an der Universität Wien und der genetischen Abteilung des Wunschbaby Zentrums, und Ernst Pöppel, Neuropsychologe und Leiter des Instituts für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

nähere Informationen

In der Mediathek steht die Sendung (57.40 min) als podcast zur Verfügung: http://www.3sat.de/webtv/?091001_identitaet_scobel.rm

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften

Posted on Juli 29, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Familien mit zwei Vätern oder zwei Müttern werden gerne als Regenbogenfamilien bezeichnet. Dieser Begriff ist sehr zutreffend, wenn man sich die Vielfalt dieser eher seltenen Familienform vor Augen führt. Dies zeigt die Studie „Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften“, die vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb) durchgeführt wurde. Umfassende Ergebnisse liegen nun vor.

In Deutschland wachsen rund 7.300 Kinder bei 7.000 gleichgeschlechtlich orientierten Paaren auf. Ein Teil der Elternpaare hat eine Eingetragene Lebenspartnerschaft begründet. Von diesen haben 866 Partnerinnen und Partner aus 625 Paaren an einer Untersuchung des ifb teilgenommen. Zusätzlich wurden 193 Partnerinnen und Partner aus 142 gleichgeschlechtlichen Elternpaaren ohne Eintragung zu ihrer Familiensituation befragt.

Regenbogenfamilien sind ganz überwiegend Mutterfamilien (93 Prozent), zwei Drittel haben nur ein Kind, und mehr als zwei Kinder sind die Ausnahme. Allerdings soll es in vier von zehn Familien nicht beim Einzelkind bleiben. So wird von einigen überlegt, welcher Weg der beste ist, um die Familie zu vergrößern. Dass Frauen hier mehr Spielräume haben, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, begründet die Seltenheit von Vaterfamilien. Die Eltern in Regenbogenfamilien weisen ein überdurchschnittliches Bildungsniveau aus und sie sind in höherem Maße als heterosexuelle Elternpaare erwerbstätig, allerdings häufiger in Teilzeit, was u.a. auch mit dem hohen Frauenanteil zusammenhängt. Die finanzielle Situation ist in den meisten Familien gut, aufgrund der Teilzeitjobs werden jedoch selten sehr hohe Einkommen erzielt. Die Beziehungen der gleichgeschlechtlichen Eltern haben sich oftmals schon lange bewährt und der gemeinsame Haushalt besteht im Durchschnitt schon seit knapp siebeneinhalb Jahren.

Kinder in Regenbogenfamilien sind oft und in zunehmendem Maße Kinder, die in diese Beziehung hineingeboren wurden. Dies trifft auf rund 42 Prozent aller 852 Kinder zu, über die im Rahmen der Studie Informationen eingeholt werden konnten. Dabei handelt es sich ganz überwiegend um Familien zweier Frauen und sehr oft um Wunschkinder, die durch eine Samenspende gezeugt wurden. Die Rolle der Samenspender bzw. Väter ist sehr unterschiedlich: teils sind sie nicht bekannt, teils aber auch aktive Elternteile, die an der Erziehung und Entwicklung der Kinder Anteil nehmen möchten. Dabei wird eine grundlegende Problematik dieser Familienkonstellation deutlich: Wie kann es – auch angesichts der rechtlichen Möglichkeiten – gelingen, die Rolle des sozialen Elternteils in der Familie zu festigen und gleichzeitig dem Kind Zugang zu seiner biologischen Herkunft zu ermöglichen oder sogar eine Vater-Kind-Beziehung aufzubauen. Ein Teil der Familie vollzieht hier einen Balanceakt, in dem versucht wird, allen Interessen gerecht zu werden.

Ein wenig mehr Kinder (46 Prozent) wurden im Rahmen einer früheren heterosexuellen Beziehung oder Ehe geboren. Diese Kinder leben meist in einer Stieffamiliensituation mit einem externen Elternteil (in der Regel der Papa), zu dem mehr oder weniger guter Kontakt besteht. Auch diese Kinder haben das Scheitern der Beziehung ihrer leiblichen Eltern zumeist nicht begrüßt, sondern sich erst damit arrangieren müssen. Lediglich ein kleiner Teil (8 Prozent) der Kinder lebt als Adoptiv- oder Pflegekind in der Regenbogenfamilie.

Kinder in Regenbogenfamilien haben in der Regel sehr engagierte Eltern und nicht selten Kontakt zu einem externen Elternteil. Die Beziehungen zwischen dem sozialen Elternteil in der Regenbogenfamilie werden sehr positiv geschildert. Die Partnerinnen und Partner teilen sich die Verantwortung und auch die häuslichen Aufgaben weitgehend gleichmäßig auf.

Das Aufwachsen in Regenbogenfamilien ist für die Kinder nicht – wie oft angenommen – grundsätzlich problematisch. Vielmehr können sie zumeist gut mit ihrer Familiensituation umgehen. Belastend wird es dann, wenn das Umfeld intolerant ist. Aber auch die Trennung vom anderen leiblichen Elternteil kann Belastungen mit sich bringen, welche die Kinder erst im Laufe der Zeit völlig verarbeiten. In beiden Fällen erhalten sie jedoch aufmerksame Unterstützung durch die Eltern in der Regenbogenfamilie.

Ansprechpartner: Dr. Marina Rupp, Telefon: 09 51 / 9 65 25-0, Email: marina.rupp@ifb.uni-bamberg.de
Weitere Informationen: http://www.bmj.bund.de – Zusammenfassung der Studie

Quelle: Meldung des Informationsdienst Wissenschaft von Dr. Monica Fröhlich, Dezernat Kommunikation, Otto-Friedrich-Universität Bamberg vom 28.07.2009

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

TV-Tipp: „Wunschkind von der Samenbank“

Posted on Januar 7, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Am Mittwoch, 14. Januar 2009 um 19.30 Uhr zeigt der ZDF-Dokukanal in der Reihe „37 Grad plus“ die Doku „Wunschkind von der Samenbank“. Im Anschluss, um 20 Uhr diskutiert Doro Wiebe mit ihren Gästen in „37 Grad plus“.

Die Sendung folgt drei Lebenswegen, beleuchtet das heikle Thema Samenspende aus drei verschiedenen Perspektiven und zeigt, dass es in diesem ethischen Konflikt keine einfachen Antworten und Wahrheiten gibt.

nähere Informationen

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Studie: Familien, deren Kinder keine genetische oder leibliche Verbindung zu ihren Eltern haben, funktionieren gut

Posted on Oktober 7, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Einen bei www.alphagalileo.org veröffentlichten Bericht über die Ergebnisse einer interessanten englischen Studie übersetzte für uns die PFAD-Fachreferentin Margit Huber:

Das emotionale Wohlbefinden von Familien, deren Kinder keine genetische oder leibliche Verbindung zu einem oder beiden Elternteilen haben – wo die Kinder beispielsweise durch Fremdschwangerschaften (Leihmütter), Ei- oder Samenspenden entstanden sind – war lange Zeit ein strittiges Thema. Nun konnten britische Wissenschaftler in der ersten weltweiten Studie zu diesem Thema zeigen, dass die Beziehungen in solchen Familien offenbar gut funktionieren, und dass nur geringe Unterschiede zu Familien, in denen die Kinder auf natürliche Weise geboren werden, bestehen.

vollständige Übersetzung des Artikels (pdf)

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...