Nationales Zentrum Frühe Hilfen schmiedet Bündnis gegen Schütteltrauma

Posted on Juli 20, 2017. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , |

logocsm_buendnis_schuetteltrauma_final_logo_20rgb_72dpi_f044c8a98cMit einem breiten bundesweiten Bündnis klärt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ab Oktober über die Gefahr des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern auf. Verbände, Vereine und Einrichtungen aus der Kinderheilkunde, der Gynäkologie, der Rechts- und Allgemeinmedizin, dem Kinderschutz sowie der Kinder- und Jugendhilfe haben bereits ihr Interesse bekundet, dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ beizutreten.

Bei seiner Sitzung am 10. und 11. Juli 2017 anlässlich des 10-jährigen Bestehens des NZFH hat der Beirat des NZFH, dem 43 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Fachpraxis angehören, die Gründung des Bündnisses ausdrücklich begrüßt und regt zum Mitmachen an.

Das NZFH wird mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ regionale und bundesweite Präventionsmaßnahmen gegen Schütteltrauma vereinen. Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, auf der Basis eines breitangelegten Bündnisses alle Eltern und werdenden Eltern zu erreichen. Es besteht dringender Aufklärungsbedarf zum Schütteltrauma und zum Schreiverhalten von Säuglingen. Dies zeigt eine repräsentative, bundesweite Umfrage des NZFH vom Mai 2017. 42 Prozent der befragten 1.009 Frauen und Männer haben danach noch nie den Begriff Schütteltrauma gehört. 24 Prozent der Befragten unterliegen dem Irrtum, dass Schütteln „vielleicht nicht so schön für ein schreiendes Baby ist, ihm aber auch nicht schadet“. Zwei Drittel der Befragten weiß nicht, dass es eine bestimmte Schreiphase im Säuglingsalter gibt.

Nichtakzidentelle Kopfverletzungen, zu denen das Schütteltrauma zählt, sind bei Säuglingen und Kleinkindern die häufigste nicht natürliche Todesursache. Jährlich werden schätzungsweise zwischen 100 und 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken gebracht. Zwischen 10 und 30 Prozent der geschüttelten Kinder sterben. Zwei Drittel der überlebenden Säuglinge und Kleinkinder leidet lebenslang unter den Folgen des Schüttelns. Sie umfassen Krampfanfälle sowie geistige und körperliche Behinderungen.

csm_nzfh_schuetteltrauma_bild_plakat_535x761px_8a6edd9ebbIn Kooperation mit den Bündnispartnerinnen und -partnern wird das NZFH Eltern über die gesundheitlichen Folgen des Schüttelns informieren und ihnen zeigen, wie sie mit einem schreienden Baby umgehen und einen möglichen Kontrollverlust verhindern können. Denn langanhaltendes, unstillbares Babyschreien ist häufig der Auslöser für das Schütteln eines Babys.

Das NZFH wird die Präventionsmaßnahmen in die Aktionen und Maßnahmen der Frühen Hilfen verankern, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sicherzustellen. Die Frühen Hilfen verfügen über ein flächendeckendes Netzwerk in allen Kommunen Deutschlands.

zum Herunterladen:

Quelle: NZFH

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Stern TV: „Schüttelkinder: Wenn Eltern im Kinderzimmer ausrasten“ am 09.03.

Posted on März 9, 2011. Filed under: Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

In der Stern TV-Sendung von heute 22.15 Uhr auf RTL wird ein Beitrag zu den Folgen des sog. Schütteltraumas angekündigt:

Wenn Eltern ausrasten, weil das Baby nicht aufhören will zu schreien, hat das meist schwerwiegende Folgen: Denn bereits leichtes Schütteln kann zu massiven Verletzungen des Gehirns oder sogar zum Tod führen.

Dennis ist 12 Jahre alt und ein so genanntes Schüttelkind. Mit sechs Wochen wurde er von seinen Eltern so heftig geschüttelt, dass er nur knapp überlebte. Doch der Junge hat schwere geistige und körperliche Behinderungen davon getragen. Seither lebt er bei einer Pflegefamilie. Und Dennis ist kein Einzelfall. 357 Fälle wurden in den letzten drei Jahren durch eine Krankenhausstudie entdeckt. Doch die Dunkelziffer liegt weit höher. Denn bereits leichtes Schütteln kann zu massiven Verletzungen des Gehirns führen.

Dennis‘ Adoptivvater Jürgen Dzillum, Kinderneurologe Philip Kunkel und Hildegard Jorch, Leiterin von Baby-Notfallkursen, sprechen live bei Steffen Hallaschka über die schlimmen Folgen eines kurzen Blackouts im Kinderzimmer.

Quelle: Stern TV Newsletter vom 08.03.2011

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Artikel über das „Schütteltrauma“

Posted on April 21, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Ärzteblatt.de informiert über das „Schüttelttrauma“, eine mögliche Folge von Kindesmisshandlung im Säuglings- und Kleinkindesalter. Dieses ist aufgrund oft fehlender äußerlicher Kennzeichen schwer zu  entdecken. Eine Diagnose ist jedoch wichtig, da die Verletzungen des Gehirns schwerwiegende Konsequenzen haben können.

„Schätzungen für Deutschland gehen von 100 bis 200 Fällen im Jahr aus… Die Letalität (Sterblichkeit, die Red.) beträgt bis zu 30 % und bis zu 70 % der Überlebenden erleiden Langzeitschäden.“

Artikel „Das Schütteltrauma-Syndrom: Eine häufige Form des nicht akzidentellen Schädel-Hirn-Traumas im Säuglings- und Kleinkindesalter“.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Buch-Tipp: „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung“ von Gert Jacobi (Hrsg.)

Posted on November 4, 2008. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Gert Jacobi (Hrsg.)
Kindesmisshandlung und Vernachlässigung

Epidemiologie, Diagnostik und Vorgehen

Verlag Hans Huber Bern
ISBN: 978-3-456-84543-2, 528 Seiten, 79.95 €

Jährlich werden alleine in Deutschland zwischen 150.000 und 180.000 Kinder körperlich misshandelt – ein Alarmsignal für Kinderärzte, Sozialfürsorger und Juristen. Dieses umfassende und – vor allem für Zwecke der körperlichen Begutachtung und der apparativen Diagnostik – ausführlich farbig illustrierte Buch ermöglicht Ärzten und anderen Fachberufen ein differenziertes Urteil, das über die bloße Betroffenheit hinausgeht.

Jährlich werden alleine in Deutschland zwischen 150.000 und 180.000 Kinder körperlich misshandelt. Von denen, die wegen schwerer Verletzungen in Kinderkliniken aufgenommen werden, sterben 12-15 %, und knapp 40 % bleiben auf Dauer geschädigt, vor allem durch Hirnverletzungen und Hirnblutungen.
Dieses Buch konzentriert sich auf die körperliche Misshandlung und Vernachlässigung und wendet sich an KinderärztInnen, aber auch an JuristInnen und SozialarbeiterInnen. Nicht zuletzt dient es zur Aufklärung von Pflege- und Adoptiveltern, die einen großen Bedarf an sachlicher Information über die Art möglicher Verletzungen und deren Folgen haben.

Nach einer kurzen historischen Einleitung werden die Probleme physischer Misshandlungen und schwerer Vernachlässigung von einem Kinder- und Jugendarzt, einem Kinderchirurgen, einer Kinderradiologin, Kinder- und Jugendpsychiatern, aus rechtsmedizinischer und juristischer Sicht dargestellt. Besondere Kapitel gelten dem Schütteltrauma, den schweren und schwersten Hirnverletzungen und abdominellen Traumen, der fortlaufenden chronischen Misshandlung und dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...