Ausstellung „Verdingkinder reden – Fremdplatzierungen damals und heute“ in der Schweiz

Posted on Juni 10, 2010. Filed under: Forschung, International, Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Veranstaltungen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Noch bis Ende August 2010 wird im Historischen Museum in Baden / Schweiz die Ausstellung „Verdingkinder reden – Fremdplatzierungen damals und heute“ gezeigt. Die Dokumentation zeigt ein Stück beklemmende Sozialgeschichte der Schweiz. Mit Hörstationen und einem reichhaltigen Angebot an Veranstaltungen und Diskussionen ist sie unterwegs durch die Schweiz. Sie beleuchtet regionale Ausprägungen von Fremdplatzierungen damals und stellt die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung zur Diskussion.

Die Ausstellung „Verdingkinder reden“ will ein Kapitel der Schweizer Geschichte vor dem Vergessen bewahren und ehemalige Verding- und Heimkinder in persönlichen Berichten zu Wort kommen lassen. Im Zentrum der Ausstellung stehen Hördokumente. Sie wurden aus 300 Interviews ausgewählt, die im Rahmen zweier Forschungsprojekte über die Fremdplatzierung und das Verdingwesen in der Romandie und in der Deutschschweiz geführt wurden. Betroffene berichten über ihr Leben, ihre Erinnerungen und den Umgang mit ihren Erfahrungen.

Foto: Knaben bei der Feldarbeit. Knabenerziehungsheim Oberbipp, 1940.
Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep. GKS. © GKS. Winterthur.

Nächste Stationen:

  • Rätisches Museum Chur – 17. September 2010 – 09. Januar 2011
  • Historisches Museum Thurgau – 7. Mai – 16. Oktober 2011
  • Musée d’art et d’histoire Freiburg – April – Ende August 2012

Veranstaltungsflyer zum Ausstellungsort Baden

Nähere Informationen zum Projekt „Verdingkinder reden“

Buch-Tipp:
Versorgt und Vergessen„, herausgegeben von Marco Leuenberger und Loretta Seglias,
Rotpunktverlag, Zürich 2008, ISBN 3-85869-382-0, 320 S.


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Schweiz plant Lockerung des Adoptionsgeheimnisses

Posted on März 2, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, International, Politik, Rechtliches | Schlagwörter: |

(pfad/schulz) Die Motion der Nationalrätin Jaqueline Fehr an den Nationalrat bezüglich einer Lockerung des Adoptionsgeheimnisses fand die Zustimmung des Schweizerischen Bundesrates.

„Adoptierte Kinder haben laut Bundesgericht einen gesetzlichen Anspruch darauf, die Identität ihrer leiblichen Eltern zu erfahren. Nicht geklärt ist hingegen die Frage, ob auch leibliche Mütter dieses Recht haben. Die meisten Amtsstellen berufen sich in dieser rechtlich unklaren Situation auf das Adoptionsgeheimnis und verweigern die Herausgabe der Akten.

Das Adoptionsgeheimnis macht bis zur Volljährigkeit des adoptieren Kindes durchaus Sinn. Die neue Familie kann sich so unabhängig von den leiblichen Eltern entwickeln. Ist das Kind aber mal volljährig, stellt sich die Frage anders. Es ist nicht einsichtig, weshalb den leiblichen Eltern die Akteneinsicht für immer verwehrt wird.“

Der Bundesrat plant nun eine Gesetzesänderung wonach Mütter, die ein Kind zur Adoption frei gaben, ab seiner Volljährigkeit und mit seiner Zustimmung seine Personalien erfahren und es kontaktieren können.

Quelle: Curia Vista (Parlamentsdatenbank) des Schweizer Parlaments (Stand: 24.02.10)


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Schweiz regelt das Wohl der ausserfamiliär betreuten Kinder neu in der Kinderbetreuungsverordnung

Posted on Juni 8, 2009. Filed under: International, Jugendhilfe, Politik, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Bern. Der Schweizer Bundesrat will mit klaren rechtlichen Vorgaben das Wohl der Kinder gewährleisten, die in einer fremden Familie oder in einer Einrichtung betreut werden. Er hat die totalrevidierte Pflegekinderverordnung, die in Kinderbetreuungsverordnung umbenannt wird, bis am 15. September 2009 in die Vernehmlassung geschickt.

Wer sein Kind ausserhalb des engsten Familienkreises betreuen lassen will oder muss, soll sich darauf verlassen können, dass diese Betreuung verbindlich festgelegten Qualitätsanforderungen genügt. Die neue Kinderbetreuungsverordnung will deshalb mit klaren Vorgaben an die zuständigen Behörden, Betreuungspersonen, Einrichtungen und Platzierungsorganisationen das Wohl und den Schutz des Kindes gewährleisten. Sie berücksichtigt zudem die gesellschaftliche Entwicklung und die Vielfalt der heutigen Betreuungsformen. Angesichts des ausgesprochenen Bedürfnisses nach familienergänzender Betreuung soll neu auch die Tagesbetreuung von Kindern durch Tagesmütter, Krippen oder Kindertagesstätten einer Bewilligungspflicht unterstellt werden.

Schaffung einer zentralen kantonalen Fachbehörde
Die Kinderbetreuungsverordnung sieht die Schaffung einer zentralen kantonalen Fachbehörde vor, die für die Bewilligung und die Beaufsichtigung von Tages- und Pflegeeltern sowie von Einrichtungen und Platzierungsorganisationen zuständig ist. Die Aufsicht über das individuelle Betreuungsverhältnis erfolgt hingegen durch die Kindesschutzbehörde oder die Eltern, die den Entscheid über die Platzierung getroffen und den Betreuungsplatz ausgewählt haben. Diese Zweiteilung ermöglicht es, Fachwissen und Erfahrung bei einer Behörde zu konzentrieren. Dadurch trägt sie zur weiteren Professionalisierung bei und erleichtert die Zusammenarbeit der Kantone, was angesichts der zahlreichen kantonsübergreifenden Platzierungen bedeutsam ist.

Um eine qualitativ hochstehende Betreuung zu gewährleisten, verpflichtet die Kinderbetreuungsverordnung die Kantone insbesondere zur Weiterbildung und Beratung von Betreuungspersonen. Sie müssen zudem eine Fachstelle einrichten, an die sich Betreuungspersonen bei Fragen und Problemen wenden können. Die neue Verordnung berücksichtigt ferner die Mobilität der Gesellschaft, die zunehmend grenzüberschreitende Platzierungen zur Folge hat. Sie regelt die internationalen Verhältnisse in einem eigenen Kapitel.

Separate Adoptionsverordnung
Die Kinderbetreuungsverordnung will ein verständliches Arbeitsinstrument für die meistens nicht juristisch ausgebildeten Akteure im Pflegekinderwesen sein. Sie ist deshalb umfangreicher als die alte Pflegekinderverordnung. Sie bleibt aber eine Rahmenverordnung, die durch die kantonalen Gesetze ergänzt wird. Der besseren Verständlichkeit und Übersichtlichkeit dient auch der Vorschlag, die in der Pflegekinderverordnung enthaltenen Bestimmungen zur Aufnahme von Adoptivkindern mit der Verordnung über die Adoptionsvermittlung und der Verordnung über die Gebühren für Dienstleistungen bei internationalen Adoptionen in einer separaten Verordnung über die Adoption zusammenzufassen.

Quelle: Medienmitteilung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) vom 05.06.2009

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Schweiz: NR-Kommission lehnt anonyme Geburten ab

Posted on Mai 6, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, International, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Die Rechtskommission (RK) des Nationalrates lehnt es ab, die so genannte anonyme Geburt zu ermöglichen. Eine solche Regelung verstiesse gegen die Bundesverfassung, welche das Recht auf Kenntnis der Herkunft gewährleiste.

Mit 14 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen und 12 zu 1 Stimmen bei 10 Enthaltungen beantragt die RK dem Plenum, den Initiativen von Reto Wehrli (CVP/SZ) und Andy Tschümperlin (SP/SZ) keine Folge zu geben. Beide Vorstösse nehmen Bezug auf das Babyfenster in Einsiedeln (SZ), wo Säuglinge anonym abgegeben werden können.

«Diskrete» Geburt schon jetzt praktiziert

Wehrli verlangt mit seiner Initiative, dass eine Frau während der Geburt auch ohne Preisgabe ihrer Identität medizinische Leistungen in Anspruch nehmen kann. Tschümperlin strebt ebenfalls eine rechtliche Regelung der anonymen Geburt an, geht aber weniger weit, indem er nur die «diskrete» Geburt legalisieren will.

Das würde bedeuten, dass die Mutter bei der Geburt Informationen über ihre Identität und diejenige des Vaters bei einer zuständigen Stelle hinterlegen könnte. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, wären beide Vorschläge unbefriedigend und stünden in Konflikt mit der Verfassung und internationalen Übereinkommen.

Die «diskrete» Geburt, bei der die Frau das Kind betreut im Spital gebären und sofort zur Adoption freigeben könne, werde schon jetzt praktiziert, weshalb die Mehrheit eine Legalisierung der anonymen Geburt nicht als notwendig erachte. Eine Minderheit erkennt hingegen Handlungsbedarf.

Quelle:  Artikel in SF-Tagesschau von sda/bers am 05.05.09

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Schweiz: Herabsetzung des Mindestalters von Adoptiveltern geplant

Posted on April 26, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, International, Politik, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Schon mit 30 Jahren Kinder adoptieren

Der Bundesrat will dem Parlament beantragen, das Mindestalter der Adoptiveltern von 35 auf 30 Jahre zu senken. Er ist bereit, eine Motion entgegenzunehmen.

Heute lässt das Zivilgesetzbuch (ZGB) die Adoption eines Kindes in der Schweiz erst ab dem 35. Altersjahr oder nach fünf Ehejahren zu. Viele Adoptionen scheiterten an dieser im internationalen Vergleich unüblich hohen Altershürde, hält die Motionärin fest.

Der grüne Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber sieht auch einen Nachteil darin, dass heute viele Kinder während der sensiblen Phase der Pubertät bereits älteren Adoptiveltern mit nachlassenden physischen Kräften gegenüberstehen. Im Übrigen hätten heute die meisten Personen bereits mit 30 Jahren eine gesicherte Lebenssituation erreicht.

Vor vier Jahren hatte sich der Bundesrat auf einen andern Vorstoss hin noch gegen eine Herabsetzung des Mindestalters für adoptionswillige Eltern gewandt. Zum Umdenken bewog ihn nun vor allem das revidierte Adoptionsübereinkommen des Europarates vom November 2008, wie aus der Antwort auf die Motion hervorgeht.

Dieses Abkommen postuliert, dass das Mindestalter der Adoptiveltern in den Vertragsstaaten grundsätzlich zwischen 18 und 30 Jahren liegen muss. Der Bundesrat will zudem dem Umstand Rechnung tragen, dass die Altersgrenze bereits heute in andern europäischen Ländern nicht über 30 Jahren liegt.

Die Landesregierung behält sich vor, bei der Änderung des ZGB auch andere Fragen zu prüfen. Dazu gehört die Adoption durch einen Konkubinatspartner, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Urteil gegen die Schweiz die Gleichstellung des Konkubinatspartners mit dem Ehegatten gefordert hat.

Artikel von bru/sda aus Tagesanzeiger vom 23.04.09

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Artikel aus der Schweiz: „Fremdplatzierung – Wenn Eltern ersetzt werden“

Posted on Januar 20, 2009. Filed under: International, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

In dem Artikel „Fremdplatzierung – Wenn Eltern ersetzt werden“ von Anouk Holthuizen in „Der Schweizerische Beobachter“ vom 23.12.08 erzählen zwei ehemalige Pflegekinder über ihre Sozialisation in der Pflegefamilie.

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Radio-Tipp: Pflegekinder in der Schweiz

Posted on Januar 8, 2009. Filed under: International, Netzwerke, Pflegefamilie, Podcast / Online, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

In der Reihe „Doppelpunkt“ geht die Sendung „Kinder im Schatten: Pflegekinder in der Schweiz“ der Geschichte des Pflegekindwesens in der Schweiz nach. Sie lässt Betroffene und Fachleute zu Wort kommen und zeigt auf, was die Politik tun kann, damit die Kinder nicht im Schatten bleiben.

Die Sendezeit läuft heute von 20.03 bis 21.00 Uhr auf DRS 1. Dieser Kanal kann auch im Internet als Livestream empfangen werden und steht hinterher als podcast zur Verfügung.

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Aktuelle Länderberichte der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Jugendfragen (IAGJ)

Posted on Oktober 22, 2008. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, International, Jugendhilfe, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Entwicklungen im jugend- und familienrechtlichen Bereich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden

Die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Jugendfragen (IAGJ) ist ein institutionalisiertes Diskussionsforum, das sich mit Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und des Jugend- und Familienrechts befasst. Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Deutschland an, die Organisationen und Institutionen aus Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe vertreten. Federführend auf deutscher Seite ist die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ.

Vom 21. – 26. September 2008 kam die IAGJ zu ihrer im 2-Jahres-Rhythmus stattfindenden Arbeitstagung in Stein am Rhein zusammen. Thema des diesjährigen Arbeitstreffens: „Niederschwelligkeit oder Sanktionsdruck – Die Angebote der Jugendhilfe zwischen Heilsversprechen und Kontrollanspruch“. Diese Thematik war im Rahmen des Vorbereitungstreffens der Delegationsleiter und -leiterinnen im vergangenen Jahr in Zürich ausgewählt worden.

Ein festes Element der IAGJ-Tagungen bilden die sog. Länderberichte. Diese Berichte werden jeweils zu den Tagungen vorgelegt; sie geben die Entwicklung des Jugend- und Familienrechts der vergangenen zwei Jahre in den beteiligten Ländern wieder. Die strukturelle Gliederung dieser Berichte ist vorgegeben, womit ein Quervergleich zwischen den Ländern und das Verfolgen von Entwicklungen über mehrere Berichtszeiträume hinweg erleichtert werden.

Im Folgenden finden Sie die einzelnen Länderberichte für den Zeitraum 2006 – 2008:

Länderbericht Deutschland

Länderbericht Österreich

Länderbericht Schweiz

Länderbericht Niederlande

Die früheren Länderberichte und IAGJ-Tagungsberichte finden Sie auf den Webseiten der AGJ.
Autorin: Tanja Grümer, AGJ

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Immer weniger Schweizer können ein Kind adoptieren

Posted on Oktober 20, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, International, Publikationen | Schlagwörter: |

www.20min.ch berichtete über den rückläufigen Trend bei Inlands- und Auslandsadoptionen in der Schweiz.

Artikel vom 11.09.08

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Radio-Tipp (Schweiz): Pflegekinder – Wenn der Zufall Schicksal spielt

Posted on September 17, 2008. Filed under: International, Netzwerke, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

In einem Radiobeitrag des Schweizer Radio DRS in der Sendung „Input“ vom 16.09. geht es um die reformbedüftige Situation der Schweizer Pflegekinderhilfe:

Pflegekinder sind auf Gedeih und Verderb den Entscheidungen der Behörden und der Fachleute ausgeliefert. In der Schweiz aber fehlen verbindliche Richtlinien und Qualitätsstandards. Niemand weiß, wie viele Kinder wo und warum platziert werden.

Input zeigt auf, dass das Pflegekindwesen einer Black-Box gleicht.

Die interessante Sendung (in schweizerdeutscher Sprache) kann auch als Podcast angehört werden (52.44 min)

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