„Selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten“ am 15.03. in Augsburg

Posted on Februar 15, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Gesundheit, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoIgor Djukic, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie referiert am 15.03.2018 in Augsburg zum Thema „Selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten„. Veranstalter ist der Ortsverein PFAD für Kinder Augsburg e.V.

Es werden Filmausschnitte gezeigt, in den junge Frauen beschreiben, wie sie immer weiter die Kontrolle über ihr selbstverletzendes Verhalten verloren haben und wie es zu einer zwanghaften Handlung wurde. Aus einem scheinbaren Pubertätsritus wird ein Suchtverhalten. Sie erzählen von fehlender Wärme, von Einsamkeit, von Leere, unerträglicher Verzweiflung und Anspannung, sie sich mit dem Akt der Selbstverletzung entlädt. Aber sie beschreiben auch ihre Hoffnungen, Wünsche und ihren täglichen Kampf. Die persönlichen Erzählungen der jungen Frauen lassen ein Gesamtbild der Krankheit entstehen, da sie sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Erkrankung befinden und auch sehr unterschiedliche Wege beschreiten, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Es kommt auch ein Elternpaar ausführlich zu Wort. Sie beschreiben, wie sie zunächst das Problem als eigenes Versagen interpretiert haben, von ihrer großen Hilfslosigkeit, aber auch, wie sie nach einiger Zeit einen gemeinsamen Weg gefunden haben, die Krise zu bewältigen. Ergänzt werden diese sehr persönlichen Aussagen durch Erläuterungen vom Referenten.

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„Selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten“ am 15.03. in Augsburg

Posted on Februar 6, 2018. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

logoBeim Seminar des PFAD FÜR KINDER Augsburg e.V. mit dem Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie Igor Djukic über „Selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten“ am 15.03. in Augsburg werden Filmausschnitte gezeigt, in den junge Frauen beschreiben, wie sie immer weiter die Kontrolle über ihr selbstverletzendes Verhalten verloren haben und wie es zu einer zwanghaften Handlung wurde.

Aus einem scheinbaren Pubertätsritus wird ein Suchtverhalten. Sie erzählen von fehlender Wärme, von Einsamkeit, von Leere, unerträglicher Verzweiflung und Anspannung, sie sich mit dem Akt der Selbstverletzung entlädt. Aber sie beschreiben auch ihre Hoffnungen, Wünsche und ihren täglichen Kampf. Die persönlichen Erzählungen der jungen Frauen lassen ein Gesamtbild der Krankheit entstehen, da sie sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Erkrankung befinden und auch sehr unterschiedliche Wege beschreiten, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Es kommt auch ein Elternpaar ausführlich zu Wort. Sie beschreiben, wie sie zunächst das Problem als eigenes Versagen interpretiert haben, von ihrer großen Hilfslosigkeit, aber auch, wie sie nach einiger Zeit einen gemeinsamen Weg gefunden haben, die Krise zu bewältigen. Ergänzt werden diese sehr persönlichen Aussagen durch Erläuterungen vom Referenten.

Um Anmeldung bis zum 04.03. wird gebeten.

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Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche

Posted on September 19, 2015. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Pflegefamilie, Podcast / Online, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Jede Stunde nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben; alle sechs Minuten versucht es jemand. In Deutschland sterben jährlich rund 10.000 Menschen durch Suizid. 600 von ihnen sind Jugendliche und junge Menschen unter 25 Jahren. Suizid ist nach Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache bei der Altersgruppe „U25“.

Weil junge Menschen klassische Beratungsangebote kaum annehmen und meist online nach Unterstützung suchen, bietet die Caritas Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche an. Auf www.u25-deutschland.de können Betroffene mit einer verschlüsselten Mail anonym um Hilfe bitten. Das Besondere an der Beratung ist, dass die Ratsuchenden von speziell ausgebildeten Jugendlichen unterstützt werden. Bundesweit engagieren sich ca. 130 Jugendliche ehrenamtlich in der Beratung. Die jugendlichen Peerberater werden dabei von erfahrenen hauptamtlichen Sozialpädagogen an fünf Standorten (Freiburg, Berlin, Dresden, Gelsenkirchen, Hamburg) begleitet und unterstützt.

Die steigende Zahl der Anfragen in der Online-Beratung macht deutlich, dass die Jugendlichen das Angebot der Online-Beratung annehmen. Im Jahr 2014 hatten die Peerberater in der U 25-Beratung Kontakt mit 864 Jugendlichen. Die Anfragen nach Beratung sind  jedoch viel höher, doch nicht alle können wegen der Überlastung der Online-Beratung beantwortet werden. Um der hohen Nachfrage besser gerecht werden zu können bieten ab dem kommenden Jahr drei weitere Caritas-Verbände diese Online-Beratung an.

Obwohl die Online-Beratung Jugendliche in größten Notsituationen erreicht ist deren Finanzierung nicht langfristig gesichert. So ist die U 25 Beratung weiterhin auf Spenden angewiesen. Um weiterhin möglichst vielen Jugendlichen verlässlich helfen zu können fordert der Deutsche Caritasverband eine bundesweite und langfristige Förderung des Hilfsangebots.

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 09.09.2015

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Bei Selbstverletzung Kindern mit respektvoller Neugier begegnen

Posted on August 8, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Gesundheit, Pflegefamilie, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Für Eltern und Angehörige ist der Umgang mit nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) häufig schwierig und es fällt zunächst schwer, Verständnis für diese Handlungen aufzubringen. Werden Eltern mit Selbstverletzungen bei ihren Kindern konfrontiert, sollten sie möglichst nicht schockiert und vorwurfsvoll reagieren oder dem Betroffenen Vorhaltungen machen. Gut ist es, dem Kind mitfühlend und ruhig zu begegnen und im Weiteren die Hintergründe dieses Verhaltens zu verstehen. „Für die betroffenen Kinder können Verbote oder Vorwürfe die Situation noch verschlimmern. Oft erleben sie starke negative emotionale Zustände, wie etwa Schuld- und Schamgefühle und haben aktuell keine anderen Möglichkeiten, mit ihren Gefühlen oder Nöten umzugehen“, berichtet Dr. Paul Plener von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) mit Sitz in Berlin. „Wenn nun eine zusätzliche Krise entsteht, die Eltern dem Kind ein Ultimatum stellen oder es gar abweisen, wird der Druck der Betroffenen noch größer und die Situation kann sich verschlimmern. Auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Therapie kann dadurch erheblich erschwert werden.“

Eltern sollten zeigen, dass sie ihr Kind ernst nehmen, sich um es sorgen und ihm helfen möchten. Sie sollten sich zunächst gut über die Thematik informieren und können auch selbst Hilfsangebote nutzen, die ihnen den Umgang mit der Situation erleichtern. „Wenn Eltern einen Verdacht haben, dass sich ihr Kind selbst verletzt, sollten sie möglichst zeitnah einen Kinder- und Jugendpsychiater oder -psychotherapeuten aufsuchen, um sicherzugehen, dass ihr Kind rasch Hilfe erhält. Auch Beratungsstellen können erste Ansprechpartner sein“, rät Dr. Plener, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm. „Professionelle Unterstützung kann auch den Eltern dabei helfen, dass sie sich weniger überfordert und hilflos mit der Situation fühlen, was oft der Fall ist.“

Grundsätzlich ist es wichtig, vor dem selbstverletzenden Verhalten und auch dessen Ursachen nicht die Augen zu verschließen. Dieses Verhalten ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal und oft Ausdruck einer ausgeprägten seelischen Belastung und Not. „Für die Betroffenen ist die Selbstverletzung meist ein Mittel, ihrem inneren Druck oder schmerzhaft erlebten Gefühlen zu begegnen. Mit jeder Selbstverletzung empfinden Betroffene Erleichterung und beenden zumindest kurzfristig unangenehme Gefühlszustände“, erklärt der Experte. „Die Erleichterung hält in der Regel allerdings nur kurz an. Entsprechend können die Zyklen zwischen den Selbstverletzungen immer kürzer werden, sodass es zu einer Zunahme an Schwere und Häufigkeit der Selbstverletzungen kommen kann.“ Zunächst ist es dann wichtig, die Ursachen abzuklären, auch weil Selbstverletzung ein Symptom zugrundeliegender psychischer Störungen oder Erkrankungen, wie Depressionen, Ess-, Zwangs- oder Angststörungen sein kann.

Für die professionelle Therapie durch einen Kinder- und Jugendpsychiater oder -psychotherapeuten stehen mehrere Möglichkeiten bzw. therapeutische Verfahren zur Verfügung. Sie werden abhängig von einer möglichen Grunderkrankung oder Störungen gestaltet. „Als wirksam haben sich Konzepte aus der kognitiven Verhaltenstherapie erwiesen, die Betroffene dabei unterstützt, neue konstruktivere Bewältigungsstrategien auf belastende Situationen und Ereignisse zu entwickeln sowie Auslösesituationen zu identifizieren“, ergänzt Dr. Plener. „Hierfür ist auch das Erlernen von Entspannungstechniken oder auch Achtsamkeitsübungen hilfreich.“ Die Psychotherapie kann gegebenenfalls durch eine medikamentöse Behandlung einer psychischen Grunderkrankung unterstützt werden, etwa wenn stark depressive oder zwanghafte Merkmale oder eine Angsterkrankung vorliegen. „Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Motivation des Jugendlichen, sein Verhalten zu ändern. Eine Therapie gegen den Willen des Jugendlichen ist nicht zielführend“, betont der Kinder- und Jugendpsychiater.

Unter NSSV versteht man die bewusste, freiwillige und direkte Zerstörung von Körpergewebe, wobei keine suizidale Absicht besteht. Das Risiko für einen Suizidversuch steigt jedoch bei wiederholtem selbstverletzendem Verhalten. Die häufigsten NSVV-Formen sind das Zufügen von Schnittverletzungen vorwiegend an Armen und Beinen sowie im Bereich von Brust und Bauch. Aber auch Verbrennung oder Verätzungen können vorkommen. Selbstverletzungen nehmen besonders ab dem 12. und 13. Lebensjahr zu. NSSV ist in Deutschland kein seltenes Phänomen. „Befragt man 15-jährige, so geben etwa ein Viertel der Jugendlichen an, es zumindest einmalig versucht zu haben, etwa jeder siebente Jugendliche innerhalb des vergangenen Jahres. In jeder durchschnittlich großen Schulklasse sitzt statistisch betrachtet mindestens ein Jugendlicher mit aktuellem wiederholten selbstverletzenden Verhalten“, so Plener.

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverband Deutscher Neurologen e.V. vom 06.08.2013

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„Leise und laute Krisen – (Aus)Wege für Kinder und Jugendliche mit depressiven und aggressiven Belastungen“ am 18./19.06. in Mainz

Posted on April 21, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

In Mainz veranstalten die Kinderschutz-Zentren am 18./19.06. die Fortbildung „Leise und laute Krisen – (Aus)Wege für Kinder und Jugendliche mit depressiven und aggressiven Belastungen„.

Der Fachkongress richtet sich an Mitarbeiter(innen) aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die mit Jugendlichen und ihren Eltern in verschiedenen Zusammenhängen zu tun haben.

Inhalte und Fragestellungen:
Im Zentrum der Kinderschutzdebatte der letzten Jahre standen insbesondere die Entwicklungsbedürfnisse kleiner Kinder und entsprechende frühe Hilfeansätze. Mit dem diesjährigen Kongress in Mainz richten die Kinderschutz-Zentren den Fokus auf Jugendliche in der Absicht, diese Zielgruppe mehr in den Blickpunkt zu rücken. Dabei geht der Blick sowohl auf die Lebenswelten und unterschiedlichen Problemlagen von Jugendlichen als auch auf ihre unterschiedlichen Bewältigungsstrategien. Während die einen auf „ihre Krisen“ mit psychischen Störungen reagieren, sich selbst verletzen, depressiv werden und sogar suizidale Wünsche entwickeln, reagieren andere aggressiv und gewalttätig ihrer Umwelt gegenüber. In beiden Fällen fühlen sich Eltern und häufig auch die Jugendhilfe hilflos und überfordert, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen und ihnen Unterstützung anzubieten.

Der Kongress beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragestellungen:

  • Was unterscheidet die heutige Jugend von früheren Generationen?
  • Welche Veränderungen/Risiken ergeben sich durch das „Leben im Netz“?
  • Wie kommt es zu suizidalen Krisen im Jugendalter?
  • Was steckt hinter selbstverletzendem Verhalten von Jugendlichen?
  • Wie kann der Kontakt zu belasteten Jugendlichen durch Eltern und Helfer(innen) gelingen? Wie können wirksame Hilfen- und Unterstützungsangebote aussehen?
  • Wie verarbeiten Jugendliche erlebte Gewalt?
  • Warum werden Jugendliche gewalttätig und aggressiv?

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Schulstudie: Mädchen haben häufiger psychische Probleme

Posted on August 1, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Baden-Württemberg, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Pflegefamilie, Schule | Schlagwörter: , |

Ein Drittel aller Schülerinnen zwischen 14 und 16 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis hat sich schon einmal absichtlich eine Schnittverletzung zugefügt; rund 18 Prozent der Schülerinnen und 8 Prozent der Schüler tun dies häufiger. Dies sind die ersten Ergebnisse einer großen Schulstudie, die die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg im Januar 2010 in Kooperation mit zehn weiteren Zentren anderer EU-Staaten und Israel gestartet hat. Ziel der Studie ist es, psychische Probleme von Jugendlichen zu erkennen und mit gezielten Präventionsmaßnahmen selbstschädigendem Verhalten wie u.a. dem oben genannten Ritzen, Internetsucht, Drogen- oder Alkoholkonsum vorzubeugen.

Die Ergebnisse der deutschen Teilstudie haben die Heidelberger Wissenschaftler erstmals bei einer Pressekonferenz am 19. Juni 2010 in Heidelberg präsentiert. Die Studie mit dem Titel „Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE)“ wird mit rund drei Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert und läuft noch bis Januar 2011. Die Federführung liegt beim Karolinska-Institut in Stockholm.

Rund 1.400 Schüler an 26 Schulen nahmen teil
In welchem Ausmaß Schüler zwischen 14 und 16 Jahren unter psychischen Problemen leiden und wie häufig riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen auftreten, haben die Wissenschaftler im ersten, bereits abgeschlossenen Teil der Studie untersucht: Dazu wurden in der Rhein-Neckar-Region 1.411 Schüler an insgesamt 26 Schulen – Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien – mittels Fragebogen befragt.

Es zeigte sich, dass besonders Mädchen unter psychischen Problemen leiden: Rund ein Drittel berichtet von Depressivität, 15 Prozent hegen nach eigenen Angaben Selbstmordpläne, acht Prozent haben bereits versucht, sich umzubringen. „1,2 Prozent der befragten Mädchen gaben an, in den vergangen zwei Wochen einen Suizidversuch unternommen zu haben“, sagte der Heidelberger Studienkoordinator Dr. Michael Kaess der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg. „Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen in Europa“, berichtete Professor Dr. Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Junge Männer liegen bei Drogen und Alkohol vorn: Zwölf Prozent trinken wöchentlich oder häufiger Alkohol, 15 Prozent haben schon Erfahrungen mit Drogen gemacht. Leichtsinniges Verhalten ist dagegen geschlechterübergreifend: 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind schon bei einem betrunkenen Fahrer mitgefahren.

Vier verschiedene Präventionsmaßnahmen auf dem Prüfstand
Im zweiten Schritt wurden vier konkrete Präventionsprogramme an den teilnehmenden Schulen auf ihre Wirksamkeit überprüft: In einem speziellen Training („Gatekeeper-Training“) erlernten Lehrer, gefährdete Schüler zu erkennen, anzusprechen und zu helfen. Die Schüler wurden u.a. in Rollenspielen („Awareness-Programm“) für die eigenen Gefühle sowie die Probleme der Mitschüler sensibilisiert und lernten, richtig damit umzugehen. Im „Professional Screening“ kontaktierten die Heidelberger Psychologen gefährdete Schüler telefonisch und luden sie zum Beratungsgespräch ein. Die „Minimal Intervention“ bestand lediglich aus Postern und Kontaktinformationen.

Die ersten Erfahrungen sind positiv: Bei den Lehrern war das Interesse und der Wunsch nach weiteren Schulungen groß, die Schüler brachten sich beim „Awareness-Programm“ mit eigenen Themenvorschlägen aktiv ein. Im „Professional Screening“ identifizierten die Wissenschaftler 293 von 417 Schülern dieser Interventionsgruppe als gefährdet. 91 Jugendliche nahmen das Angebot zum Gespräch an.

Regionale Hilfsangebote und Versorgungsstrukturen nutzen
Welche Maßnahme effektiv zur Prävention von selbstschädigendem Verhalten der Jugendlichen beiträgt bzw. ihre psychische Gesundheit am besten fördert, soll im dritten Schritt der Studie eine weitere Fragebogenerhebung klären. Die Erhebung fand im Juni 2010 statt, ist allerdings noch nicht ausgewertet. Dass bei einer erhöhten Zahl von Jugendlichen derzeit ein Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung vorhanden ist, berichtete Günter Wottke, stellvertretender Leiter des Jugendamtes in Heidelberg. Eine weitere Erhebung im Januar 2011 soll abschließend die Ergebnisse überprüfen.

Alle Präventionsmaßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den ambulanten, regionalen Versorgungssystemen sowie Therapeuten vorgenommen und sollen Jugendliche mit riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen, deren Auftreten laut Professor Dr. Romuald Brunner, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg „oft mit einem schwierigen sozialen Umfeld verknüpft ist“, an diese regionalen Hilfsangebote und Versorgungsstrukturen heranführen. Längerfristig wird die Etablierung von effektiven Präventionsmaßnahmen für alle Schulen als fester Bestandteil der präventiven Gesundheitsförderung in Deutschland und anderen Ländern angestrebt.

Weitere Informationen über die SEYLE-Studie

Quelle: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg vom 20.07.2010

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Buchtipp: „Kinder – Körper – Kinderschutz. Das Verständnis des Körpererlebens von Kindern für die Arbeit im Kinderschutz“

Posted on Dezember 3, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Die Kinderschutz-Zentren sind Herausgeber des Fachbuchs „Kinder – Körper – Kinderschutz. Das Verständnis des Körpererlebens von Kindern für die Arbeit im Kinderschutz“

Beiträge:

  • Nicole Gäbler: Zurück zu den körpernahen Sinnen – Erfahrungsorientierte Körperpsychotherapie mit Kindern
  • Dr. med. Dieter Stösser: Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen – Warum verletzen/zerstören Jugendliche ihren Körper?
  • Prof. Dr. Anke Abraham: Der Körper in der pädagogischen Arbeit
  • Prof. Dr. Roland Schleiffer: Körper und Kommunikation
  • Prof. Heinz Deuser/Karin Kirschmann: Die Arbeit am Tonfeld® – ReGenerierungen im Handlungsprozess
  • Ulrich Sollmann: Körperkontakt und Beziehung in Beratung/Therapie
  • Stefanie Thiede-Moralejo: Wenn die Gewalt seit Generationen um sich schlägt… – Gewaltkreisläufe
  • Steffi Stork/Silke Büttner: Vernachlässigung und Körperarbeit – Auswirkungen im frühkindlichen Bereich

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