Kinderschutz-Experte Heinz Kindler sieht in Vernachlässigung großes Risiko für Kinder

Posted on September 9, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: |

„Etwa zwei Drittel der Fälle, bei denen das Kindswohl gefährdet ist, haben Vernachlässigung als Ursache,“ erklärt Diplom-Psychologe Dr. Heinz Kindler (DJI) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Damit sei diese Gefährdungsform von Kindern wesentlich häufiger als körperliche Gewalt und sexueller Missbrauch. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind im vergangenen Jahr 21.700 Kinder unter 14 Jahren von den Jugendämtern in Obhut genommen worden.

Der Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ hält daher gute Präventionsarbeit für wichtig. Schon um die Geburt eines Kindes herum könne man gewisse Risiken für eine mögliche Vernachlässigung erkennen. Wenn man diesen Eltern schon frühzeitig Angebote machen würde, könne man etwa ein Drittel der Vernachlässigungsfälle verhindern.

zum Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 06.09.2017

Quelle: Meldung des DJI vom 07.09.2017

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Daten und Fakten zu Vernachlässigungen und Misshandlungen von Kindern in Deutschland

Posted on Juli 26, 2016. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund hat die Inhalte und Zahlen zu Vernachlässigungen und Misshandlungen von Kindern in Deutschland auf www.fruehehilfen.de aktualisiert.

Eine systematische, umfassende empirische Dauerbeobachtung zum Ausmaß von Vernachlässigungen und Misshandlungen von Kindern gibt es in Deutschland bislang nicht. Einige Anhaltspunkte hierzu liefern jedoch verschiedene Studien und amtliche Statistiken, die Fälle von Kindstötungen, Misshandlungen und Vernachlässigungen sowie Eingriffe in die elterliche Sorge dokumentieren, aber auch das Agieren der Kinder- und Jugendhilfe bei Erziehungsschwierigkeiten, familiären Krisen sowie konkreten Kindeswohlgefährdungen in den Blick nehmen.

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Im Jahr 2014 leiten Brandenburger Jugendämter 6.258 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung ein

Posted on Juli 14, 2015. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, wurde im Jahr 2014 im Land Brandenburg für 6 258 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 SGB VIII vorgenommen. Gegenüber 2013 ist das eine Steigerung von 29,3 Prozent (2013: 4 840).

Eine akute Gefährdungseinschätzung wurde bei 962 (15,4 Prozent) Kindern und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Bei 1 145 (18,3 Prozent) Fällen lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es besteht weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei 1 720 (27,5 Prozent) Fällen wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf und in 2 431 (38,8 Prozent) der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

72,2 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigung, 18,7 Prozent körperliche und 21 Prozent psychische Misshandlungen. In 4 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Hierbei sind für ein Kind mehrere Arten der Gefährdungsmeldung möglich.

Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Verwandte, Bekannte und Nachbarn (15,2 Prozent) oder auch anonym (19,6 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden 15,5 Prozent der Verfahren initiiert. In 10,1 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die auslösende Einrichtung. 11 Prozent der Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgte in 5,1 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.

Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzung wurden für 964 Kinder und Jugendliche ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingerichtet. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 692 Fälle gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 326 Kinder oder Jugendliche
wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 345 Fällen musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 14.07.2015

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Im Jahr 2014 leiten Berliner Jugendämter 11.772 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung ein

Posted on Juli 14, 2015. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, wurde im Jahr 2014 in Berlin für 11 772 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 SGB VIII vorgenommen. Gegenüber 2013 ist das eine Steigerung von 18,2 Prozent (2013: 9 959).

Eine akute Gefährdungseinschätzung wurde bei 2 369 (20,1 Prozent) Kinder und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Bei 3 660 (31,1 Prozent) Fällen lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es besteht weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei 3 286 (27,9 Prozent) Fällen wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf und in 2 457 (20,9 Prozent) der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

62,6 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigung, 20 Prozent körperliche und 30,8 Prozent psychische Misshandlungen. In 3,5 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Hierbei sind für ein Kind mehrere Arten der Gefährdungsmeldung möglich.

Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Verwandte, Bekannte und Nachbarn (14,6 Prozent) oder auch anonym (7 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden 26 Prozent der Verfahren initiiert. In 13,9 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die auslösende Einrichtung. 10,4 Prozent der Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgte in 5,5 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.

Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzung wurden für 1 806 Kinder und Jugendliche ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingerichtet. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 2 536 Fälle gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 735 Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 677 Fällen musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 14.07.2015

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Gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen – Techniker Krankenkasse und Ministerium stellen neuen Leitfaden für Ärzte und Zahnärzte vor

Posted on März 2, 2015. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen-Anhalt | Schlagwörter: , |

Mit dem Titel „Stoppt Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ haben die Techniker Krankenkasse und das Ministerium für Arbeit und Soziales am Mittwoch in Magdeburg einen neuen Leitfaden zur Früherkennung von Vernachlässigung und Misshandlung vorgestellt. Die dritte Auflage des erstmals im Jahr 1999 erschienenen und jetzt komplett überarbeiteten Ratgebers wendet sich nicht nur an Ärztinnen und Ärzte, sondern zusätzlich jetzt auch an Zahnärztinnen und Zahnärzte.

Der in Zusammenarbeit mit der Allianz für Kinder des Landes Sachsen-Anhalt und mit Unterstützung des Ministeriums für Inneres und Sport, der Ärztekammer, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung sowie des Gesundheitsamtes Magdeburg erstellte Leitfaden soll Medizinerinnen und Mediziner dabei unterstützen, Symptome von Gewalt und Vernachlässigung schnell zweifelsfrei zu identifizieren. Zugleich enthält die Broschüre rechtliche Hinweise und Tipps, was und vor allem mit welchen Kooperationspartnern zu tun ist, wenn es einen begründeten Verdacht der Kindesmisshandlung gibt.

Sozialminister Norbert Bischoff dankte der Techniker Krankenkasse für die Kooperation beim Thema Kinderschutz. Zugleich hob er das Landesengagement in diesem Themenfeld hervor. So hat das Land seit 2005 gut 1.500 Kinderschutzfachkräfte qualifiziert, die in den Jugendämtern sowie bei Trägern der Jugendhilfe wie etwa in Kindertagesstätten tätig werden. Zugleich hat das Sozialministerium den Aufbau Lokaler Netzwerke für Kinderschutz forciert und fachlich unterstützt. Bischoff erinnerte zugleich daran, dass Sachsen-Anhalt mit dem Aufbau eines Netzes von Familienhebammen 2006 bundesweit zu den Vorreitern gehört habe. Mit dem Bundeskinderschutzgesetz 2012 war die Steuerung in kommunale Hände zu geben. Aktuell sind 41 Fachkräfte tätig. Bischoff sagte: „Der Staat und die gesamte Gesellschaft – also jeder Bürger und jede Bürgerin von Sachsen-Anhalt  – sind gefordert, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung zu schützen. Niemand darf wegsehen oder weghören, wenn Kindern und Jugendlichen Unrecht geschieht.“

Wie Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt anlässlich der Vorstellung des Leitfadens unterstrich, ist dieser ein wesentlicher Bestandteil des Engagements der Kasse zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit in Sachsen-Anhalt. „Rund jeder siebente TK-Versicherte im Bundesland ist noch keine 15 Jahre alt. Daher liegt uns die Gesundheit von Heranwachsenden besonders am Herzen. Aus diesem Grund haben wir beispielsweise in Kooperation mit dem Kultusministerium im Schuljahr 2011/2012 die Initiative ‚Mobbingfreie Schule-Gemeinsam Klasse sein!‘ auf den Weg gebracht und unterstützen bereits seit mehreren Jahren gesundheitsfördernde Projekte an Kindergärten und Schulen. Der jetzt aktualisierte Leitfaden soll dazu beitragen, die auch bei Fachleuten bestehenden Informationsdefizite abzubauen, um dann im Bedarfsfall sachgerecht reagieren zu können“, so Hennicke der eine „große Diskrepanz“ zwischen Gesetzeslage, die ein gewaltfreies Aufwachsen von Kindern garantiert, und der Lebenswirklichkeit sieht. Beispiele aus den letzten Tagen und Wochen belegen erneut, dass Ohrfeigen und Schläge nur eine Form der Gewalt sind. Nicht selten müssen Jungen und Mädchen auch seelische Verletzungen in Form von beleidigenden Beschimpfungen, Demütigungen, Missachtung und Vernachlässigung erdulden.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes Sachsen-Anhalt weist für das Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Fallzahlen bei Misshandlungen sowie dem sexuellen Missbrauch von Kindern und bei der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht auf. Demnach wurden 533 Fälle von sexuellem Missbrauch sowie 171 Misshandlungsdelikte registriert. Im Jahr 2013 waren es 450 Fälle von sexuellem Missbrauch sowie 155 Fälle von Misshandlung. Die Aufklärungsquote ist in beiden Kriminalitätsbereichen hoch. Sie liegt bei knapp 90 Prozent im Bereich sexueller Missbrauch sowie gut 97 Prozent bei Kindesmisshandlung. Wegen verletzter Fürsorge- und Erziehungspflicht wurde 2014 in 103 Fällen ermittelt, lediglich zwei Vorwürfe konnten letztlich nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden.

Mit den Folgen von körperlicher und sexueller Misshandlung sowie psychischer Gewalt und Vernachlässigung sieht sich Professor Doktor Rüdiger Lessig, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Halle, in seiner täglichen Arbeit konfrontiert. Der Mediziner, der die Erstellung des Leitfadens fachlich unterstützt hat, verwies darauf, dass rechtsmedizinische Untersuchungen in Fällen von Kindeswohlgefährdung dazu beitragen können, dass erforderliche Dokumentationen für anschließende Strafverfahren zur Verfügung stehen. Lessig: „Dies kann im Einzelfall nicht nur zur Überführung eines Tatverdächtigen, sondern auch zur Entlastung von Beschuldigten beitragen, die diesem Vorwurf ausgesetzt sind. Die Informationen über die zulässigen und notwendigen Abläufe sind für die klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten, aber auch Zahnärztinnen und Zahnärzte, sehr wichtig und hilfreich. Daher begrüße ich die Aktualisierung des Leitfadens ausdrücklich!“

Der Leitfaden wird mit einer Startauflage von zunächst 4.500  Exemplaren erscheinen. Er ist zugleich im Internet auf den Seiten der TK unter www.tk.de/lv-sachsenanhalt sowie auf der Startseite des Sozialministeriums unter www.ms.sachsen-anhalt.de zu finden.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt vom 25.02.2015

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8.500 Inobhutnahmen aufgrund von Vernachlässigung oder Misshandlung in 2013

Posted on November 22, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

WIESBADEN – Im Jahr 2013 haben die Jugendämter bundesweit in 8 510 Fällen Kinder und Jugendliche aufgrund von Vernachlässigung oder Anzeichen für Misshandlung in Obhut genommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Tages der Kinderrechte am 20. November 2014 weiter mitteilt, waren die unter 6-Jährigen mit 40 % (2 600 Fälle) und die 6- bis 11-Jährigen mit 39 % oder 2 060 Fällen aller Inobhutnahmen der jeweiligen Altersgruppe besonders stark betroffen. Dabei konnten für jeden jungen Menschen bis zu zwei Anlässe der Inobhutnahme angegeben werden.

Nach Artikel 19 der Konvention über die Rechte der Kinder sind die Vertragsstaaten verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu treffen, um Kinder vor jeglicher Form von Gewaltanwendung, Misshandlung oder Verwahrlosung zu schützen.

Quelle: Pressemitteilung von Destatis vom 18.11.2014

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„Auswirkung von Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch“ am 29.03. in Köln

Posted on Februar 8, 2014. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

In Zusammenarbeit mit Pflege- und Adoptivfamilien NRW e.V. veranstaltet die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes am 29.03. in Köln das Seminar „Auswirkung von Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch“ mit Dr. Adelheidis von Studnitz.

Entstehung einer Traumatisierung sowie Auswirkungen eines Traumas in der Entwicklung eines Kindes erläutert die Referentin ebenso, wie die notwendigen Bindungen im sozialen Umfeld, wie z.B. die Vermeidung von Triggern. Entwicklungschancen von Pflegekindern und Hilfen für das traumatisierte Pflegekind in der Schule und in der Pflegefamilie werden anhand praxisnaher Erkenntnisse geschildert und diskutiert.

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„Vernachlässigte und traumatisierte Kinder in Pflegefamilien“ am 02.06. in Winsen/Luhe

Posted on April 26, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Fortbildung, Hamburg, Jugendhilfe, Niedersachsen, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

Mit „Vernachlässigten und traumatisierten Kindern in Pflegefamilien“ beschäftigt sich das Seminar mit Diplom-Psychologe Kay-Uwe Fock am 02.06. in Winsen/Luhe. Veranstalter ist der PFAD Bundesverband in Kooperation mit PFEIL e.V. Harburg, PFAD Landesverband Niedersachsen und Freunde der Kinder e.V., Hamburg.

Pflegekinder bringen ihre eigene Geschichte mit in die neue Familie. Die Verhaltensweisen vernachlässigter und traumatisierter Kinder entsprechen meist nicht den Erwartungen der Erwachsenen entsprechend ihres Lebensalters. Das Wissen um die Lebensgeschichte der Kinder allein reicht nicht aus. Andererseits müssen Pflegeeltern auch keine Therapeuten sein. Wie bewegt man sich als Pflegefamilie erfolgreich im Spannungsfeld der Anerkennung besonderer psychologischer Bedürfnisse der Pflegekinder und Entwicklung einer altersentsprechenden Alltagskompetenz?

Zu Beginn beschäftigen wir uns mit den psychologischen Grundbedürfnissen in der frühen Kindheit. Anschließend werden Inszenierungen von Pflegekindern im Alltag der Pflegefamilie vorgestellt und gemeinsam diskutiert, wie Familien im Spannungsfeld zwischen Therapie und Alltag Rollen übernehmen oder ablehnen können. In der Diskussion können so Übertragungsbeziehungen und Gegenübertragungen erfahrbar gemacht werden.

Anmeldeschluss ist der 21.05.

Informationsflyer mit Anmeldung

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„Pädagogische Arbeit mit seelisch verletzten Kindern“ am 09.05. in Saarbrücken

Posted on Februar 18, 2012. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Saarland, Schule, Veranstaltungen | Schlagwörter: , |

In Saarbrücken findet am 09.05. auf Einladung des Landesjugendamtes Saarland eine Fortbildung mit Irmela Wiemann zum Thema „Pädagogische Arbeit mit seelisch verletzten Kindern“ statt. Angesprochen sind Lehrer/innen und Fachkräfte stationärer Einrichtungen, sowie Fachkräfte der Jugendämter.

Schwerpunkte dieser Tagung sind die Vermittlung von:

  • Hintergründen zu der Lebenssituation betroffener Kinder,
  • Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder nach seelischen Verletzungen,
  • Interventionsstrategien und die Diskussion der Fragen:
    • Hilfen benötigen diese Kinder, damit sie gestärkt und stabilisiert werden können? und
    • Können pädagogische Fachkräfte in Gruppen und Schulklassen im Alltag auf die gezeigten Probleme der Kinder konkret reagieren?

Anmeldeschluss ist der 11.04.

nähere Informationen (Seite 89)

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PFAD Seminar am 19.11. in Mainz hat noch Plätze frei

Posted on November 2, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der PFAD Bundesverband veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) am 19.11. im Erbacher Hof in Mainz ein Seminar zum Thema „Vernachlässigte und traumatisierte Kinder in Pflegefamilien“ mit Referent Andreas Weick.

„Last minute“-Anmeldungen und Informationen bei Angela Rupp unter Telefon: 06349 / 1020 oder E-Mail: angela.rupp@pfad-bv.de

Veranstaltungsflyer mit Anmeldung

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PFAD Seminar „Vernachlässigte und traumatisierte Kinder in Pflegefamilien“ am 19.11. in Mainz

Posted on September 28, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Der PFAD Bundesverband veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) am 19.11. im Erbacher Hof in Mainz ein Seminar zum Thema „Vernachlässigte und traumatisierte Kinder in Pflegefamilien„.

Als Referent wurde Herr Andreas Weick gewonnen.

Um Anmeldung bis zum 01.11. wird gebeten.

Veranstaltungsflyer mit Anmeldung

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PFAD-Themenabend „Verwahrlosung und ihre Folgen“ am 16.02. in Kaubenheim / Lkr. Neustadt/Aisch

Posted on Januar 17, 2011. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Bewerber, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, PFAD Verband, Pflegefamilie, Veranstaltungen | Schlagwörter: |

Am 16.02. wird Frau Elfriede Fischer vom Jugendamt Ansbach in der Tankstelle für Leib und Seele in Kaubenheim den Themenabend des Ortsvereins PFAD FÜR KINDER Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim e.V.Verwahrlosung und ihre Folgen“ referieren. Die Veranstaltung dauert von19.30 bis 22 Uhr.

Ansprechpartnerin ist die Vorsitzende des Vereins Frau Christina Müller, Telefon: 09842/1653, Mail: pfad.nea@web.de

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„Frühe Warnzeichen von Vernachlässigung und Misshandlung von Säuglingen und Kleinkindern – Entgleisungen in der frühen Eltern-Kind-Beziehung“ vom 01.-03.12. in Berlin

Posted on Oktober 6, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , |

Das Paritätische Bildungswerk bietet MitarbeiterInnen von Einrichtungen der Familienbildung und –beratung, von Kindertagesstätten, Fachberatungen von Tagespflegepersonen und Fachkräfte, die Eltern und Kinder in den ersten Jahren begleiten vom 01.-03.12. in Berlin die Fortbildung „Frühe Warnzeichen von Vernachlässigung und Misshandlung von Säuglingen und Kleinkindern – Entgleisungen in der frühen Eltern-Kind-Beziehung“ an. Dozentin wird die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin Bärbel Derksen sein.

Ziel des Kurses ist es die Interaktionen zwischen Mutter/Vater und Säugling bzw. Kleinkind beobachten und interpretieren zu können, Risikofaktoren zu erkennen und einschätzen zu können.

Anmeldeschluss ist der 25.10.

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Mecklenburg-Vorpommern: Weniger Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen im Jahr 2009 erforderlich

Posted on August 2, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 911 Kinder und Jugendliche, die in einer akuten Krisen- oder Gefährdungssituation Hilfe benötigten, von den Jugendämtern in Obhut genommen. Nach Angaben des Statistischen Amtes waren das 61 Fälle oder 6 Prozent weniger als 2008.

Jede zweite Schutzmaßnahme (459 Fälle) wurde wegen dringender Gefahr von Kindern und Jugendlichen durch soziale Dienste, Jugendämter oder Polizei und Ordnungsbehörden ausgelöst. 208 Minderjährigen (23 Prozent) wurde auf eigenen Wunsch Obhut gewährt. Hinweise von Eltern oder Nachbarn und Verwandten waren in 186 Fällen (20 Prozent) Anlass für die Einleitung vorläufiger Schutzmaßnahmen.

Die betroffenen Mädchen und Jungen waren überwiegend jünger als 14 Jahre (53 Prozent). Kinder und Jugendliche dieses Alters wurden 2009 weniger unter Schutz des Jugendamtes gestellt als im Jahr zuvor (- 13 Prozent). Besonders deutlich ging die Zahl der Inobhutnahmen bei den 3- bis unter 9-Jährigen zurück (- 23 Prozent). Demgegenüber sind mehr 14- bis 18-Jährige (+ 3 Prozent) als 2008 in Obhut genommen worden.

Eine Hauptursache für das Auslösen von akuten Notsituationen, die zur Inobhutnahme führten, war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils. Davon waren Mädchen und Jungen aller Altersgruppen betroffen, besonders aber die 14- bis unter 16-Jährigen. An zweiter Stelle rangierten Beziehungsprobleme der Minderjährigen. Diese Schwierigkeiten traten bei Mädchen (62 Prozent), insbesondere in der Pubertät, häufiger als bei Jungen auf. Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen war ein weiterer Hauptgrund für die Einleitung von vorübergehenden Schutzmaßnahmen. Vor allem jüngere Kinder bis 6 Jahre wurden aufgrund von Vernachlässigung in Obhut genommen.

Gut jeder dritte Minderjährige (35 Prozent) lebte vor der Inobhutnahme bei einem alleinerziehenden Elternteil und weitere 24 Prozent bei einem Elternteil mit neuem Ehe-/Partner. Ebenfalls 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen wohnten zum Zeitpunkt der Einleitung der Schutzmaßnahme mit den Eltern zusammen.

Nahezu die Hälfte der Inobhutnahmen (47 Prozent) endete mit der Rückkehr des Kindes oder Jugendlichen zu den Eltern/Erziehungsberechtigten. In 29 Prozent der Fälle wurden im Ergebnis der Schutzmaßnahme durch das Jugendamt erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses eingeleitet.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern vom 30.07.2010

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Rheinland-Pfalz: Jugendämter nehmen unverändert viele Kinder und Jugendliche in Obhut

Posted on Juli 26, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: , , , , |

Im Jahr 2009 nahmen die rheinland-pfälzischen Jugendämter 877 Kinder und Jugendliche in Obhut. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren dies 353 (67,4 Prozent) mehr als noch im Jahr 2005. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Anzahl annähernd konstant.

Kinder und Jugendliche werden von den Jugendämtern kurzfristig in Obhut genommen, wenn sie sich in einer akuten – sie gefährdenden – Krisensituation befinden und raschen Schutz benötigen. Mehr als ein Viertel der Inobhutnahmen erfolgte auf eigenen Wunsch der Kinder und Jugendlichen. Bei den übrigen veranlassten andere Personen oder Stellen (zum Beispiel Polizei, Lehrer, Nachbarn, soziale Dienste) eine stunden- oder tageweise Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung.

Mehr als die Hälfte der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen war älter als 14 Jahre, 56 Prozent waren Mädchen. Neun Prozent der Inobhutnahmen erfolgten an jugendgefährdenden Orten. Im Jahr 2005 lag dieser Anteil noch bei rund 13 Prozent.

Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils war in etwa der Hälfte der Fälle Anlass für die Inobhutnahme. Vernachlässigung beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder sexuellen Missbrauchs waren in rund einem Drittel der Fälle ausschlaggebend. Weitere Auslöser stellten unter anderem Beziehungsprobleme, Schwierigkeiten in der Schule, Straftaten oder Integrationsprobleme im Heim bzw. in der Pflegefamilie dar.

Im Vergleich zum Jahr 2005 nahmen die Interventionen der Jugendämter aus Anlass der Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen um 40 Prozent zu. Im Fokus des öffentlichen Interesses standen auch die Misshandlung oder der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Die Eingriffe der Jugendämter haben sich bei diesem Verdacht gegenüber dem Jahr 2005 um über 38 Prozent erhöht. Die unbegleitete Einreise aus dem Ausland spielte in der Vergangenheit kaum eine Rolle. Im Jahr 2009 wurden dagegen 45 Inobhutnahmen mit diesem Hintergrund gezählt.

Quelle: Pressemeldung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 22.07.2010

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NZFH informiert über Daten und Fakten zu Kindesvernachlässigung und -misshandlung

Posted on Juli 14, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die häufigsten Gründe, warum Kinder durch Erwachsene zu Schaden kommen, sind Vernachlässigung und Misshandlung, wobei quantitativ – insbesondere bei kleinen Kindern – die Vernachlässigung weit überwiegt.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) stellt Daten und Fakten für Fachkräfte bereit:

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Berlin: Weiterhin Anstieg der Fälle mit Verdacht auf Kindesgefährdung

Posted on Juni 2, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

In Berlin wurden erneut mehr Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung gemeldet. Das zeigt der neue Bericht über die Arbeit des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) für das Berichtsjahr 2008. Danach wurde bei 1.302 Kindern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung festgestellt, 86 % von ihnen waren unter 6 Jahre. Im Jahr 2007 waren es 1.123 Kinder. Das bedeutet ein Anstieg um 16 %. 2006 waren 986 Verdachtsfälle festgestellt worden. Diese Zahlen beinhalten alle Verdachtsfälle, bei denen Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des KJGDs tätig werden.

Im Bericht wird unterschieden zwischen dem Verdacht auf Vernachlässigung (1.154 Kinder 2008, 858 Kinder 2007: Anstieg um 34 %) und dem Verdacht auf Misshandlung (139 Kinder 2008, 123 Kinder 2007: Anstieg um 13 %). Mehrfachnennungen ergeben hier die Differenz zur Gesamtzahl.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher dazu: „Hinter jedem bestätigten Fall verbergen sich schreckliche Erfahrungen und Leiden für das betroffene Kind. Um so notwendiger sind Aufmerksamkeit und schnelle Hilfen, um diese Kinder zu entlasten und zu schützen. Die Daten zeigen, dass das Netzwerk Kinderschutz greift und zunehmend mehr Verdachtsfälle gemeldet werden. Zur Verbesserung des Kinderschutzes beitragen wird auch das Berliner Kinderschutzgesetz, mit dem wir das verbindliche Einlade- und Rückmeldewesen für die Kinderfrüherkennungs-untersuchungen etabliert haben.“

Sehr wichtig ist der frühe Kontakt von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des KJGDs zu Familien mit Neugeborenen. 2008 waren das in Berlin 25.373 (2007: 22.946), d.h. zu 76 % aller Berliner Familien mit Neugeborenen gab es Kontakte. Im Jahr 2007 waren es 72 % aller Familien.

Jede vierte Familie, zu der nach der Geburt eines Kindes ein erster Kontakt aufgenommen wurde, befand sich in einer schwierigen Lebenslage. Im Rahmen des KJGDs konnten hier Beratungen und notwendige sozialpädagogische bzw. sozialpädiatrische Betreuungen angeboten werden.

Die Statistische Kurzinformation „Bericht über den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) in Berlin 2008“ ist im Internet abrufbar unter: http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/kurzinfo.html

Quelle: Mitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz vom 01.06.2010

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DJI-Thema im Mai: Kindesvernachlässigung – ein unterschätztes Risiko?

Posted on Mai 13, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Die medialen Schlaglichter richten sich bei Fragen der Kindeswohlgefährdung in erster Linie auf spektakuläre Fälle von körperlicher Mangelversorgung, Kindesmisshandlung oder sexueller Gewalt. Stark unterschätzt wird hingegen, welche auch langfristig bedeutsamen Folgen eine kontinuierliche kognitive, emotionale und erzieherische Vernachlässigung von Kindern haben kann. Das DJI nimmt diesen Problemkomplex in seinem Onlineschwerpunkt des Monats Mai werden in den Blick.

Diese Formen von Vernachlässigung sind nicht lebensbedrohlich, können Kinder jedoch langfristig erheblich schädigen. In erster Linie sind die betroffenen Kinder die Leidtragenden. Darüber hinaus entstehen aus volkswirtschaftlicher Sicht aufgrund des Unvermögens, der Vernachlässigung entschieden entgegen zu wirken, substanzielle Folgekosten. Finanziert werden müssen etwa notwendige Fördermaßnahmen wegen drohender oder vorliegender Entwicklungsverzögerungen, Schulschwierigkeiten und Integrationsproblemen am Arbeitsmarkt oder Behandlungen psychischer Störungen, die sich durch Vernachlässigung langfristig gehäuft entwickeln. In ihrem neuen Buch, das im Mai 2010 unter dem Titel „Kindesvernachlässigung“ erscheint, erläutern Dr. Heinz Kindler und Beate Galm (beide DJI) Formen, Folgen, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten.

Aktuell kann nur geschätzt werden, ob Vernachlässigung im Hinblick auf Anzahl, Dynamik und Schweregrad bundesweit zu bzw. abnimmt. Denn Deutschland verzichtet bislang noch auf fundierte Erhebungen im Rahmen der Sozialberichterstattung. In der Kinder- und Jugendhilfestatistik werden Gefährdungslagen von Kindern, die der Jugendhilfe bekannt werden, bislang nicht differenziert erfasst, obwohl die Weltgesundheitsorganisation ein entsprechendes Monitoring mehrfach vorgeschlagen hat. Auf der Basis internationaler Erhebungen liegen die Schätzungen für Deutschland bei 20.000 bis 100.000 Fällen.

In der Praxis besteht die große Herausforderung für Fachkräfte nicht nur darin, stark belastete Familien frühzeitig zu erkennen, sondern vor allem über niedrigschwellige Zugänge einen vertrauensvollen, nachhaltigen Kontakt zu ihnen aufzubauen.
Dr. Susanne Nothhafft, Juristin am Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung (IzKK), das am Deutschen Jugendinstitut (DJI) vor zehn Jahren eingerichtet wurde, weist darauf hin, dass nicht jede Nachlässigkeit der Eltern den Staat automatisch berechtige, diese von der Pflege und Erziehung ihrer Kinder zu entheben. „Nur wenn die Eltern in einer das Kindeswohl gefährdenden Weise ihrer Verantwortung nicht gerecht werden oder werden können, greift das Wächteramt des Staates“, so Nothhafft weiter. Dessen Aufgabe sei es nicht, für eine den Fähigkeiten des Kindes bestmögliche Förderung oder Erziehung zu sorgen. Vielmehr gehörten aus juristischer Sicht „Eltern und deren sozioökonomische Verhältnisse zum ‚Lebensrisiko’ eines Kindes, zitiert Nothhafft die Rechtsprechung.

Umso wichtiger ist es, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards im Kinderschutz weiter zu entwickeln und umzusetzen. Um aus problematischen Fällen zu lernen und Defizite im Kinderschutz zu identifizieren, wurde das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) beauftragt, ein Qualitätsentwicklungsprojekt unter dem Motto „Aus Fehlern lernen“ durchzuführen und eine Plattform für einen regelhaften Erfahrungsaustausch einzurichten. Das DJI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Träger des NZFH, das im März 2007 im Rahmen des Aktionsprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ gegründet wurde. Christine Gerber (DJI) plädiert im Gespräch mit DJI Online für die Entwicklung einer echten Fehlerkultur und für ein Umdenken bezüglich der Fehleranalyse: Es gehe nicht darum, Schuldige zu identifizieren, sondern die systemischen Gründe für das Entstehen des Fehlers zu finden – wie die Missachtung des Vier-Augen-Prinzips oder der Inaugenscheinnahme des Kindes sowie mangelhafte Dokumentation und Brüche in der Kommunikationskette.

Weitere Informationen:

http://www.dji.de/thema/1005
http://www.dji.de/gespraeche/1005

Quelle: Deutsches Jugendinstitut vom 07.05.2010

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Artikel „Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern – Diagnose und Vorgehen“

Posted on Mai 1, 2010. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Der ausführliche Artikel „Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern – Diagnose und Vorgehen“ des Autorenteams Gert Jacobi, Reinhard Dettmeyer, Sibylle Banaschak, Burkhard Brosig und Bernd Herrmann im Deutschen Ärzteblatt vom 02.04.10 gibt eine Übersicht über verschiedene Gewaltformen gegen Kinder:

  • körperliche und seelische Vernachlässigung
  • körperliche Misshandlung
  • Münchhausen-Syndrom by Proxy

Es werden typische Fallkonstellationen und charakteristische Verletzungsmuster aufgezeigt, die den Verdacht auf eine Kindesmisshandlung begründen. Daran schließt sich die Darlegung adäquater Verhaltensoptionen und ärztlicher Interventionen an, um Kinder zu schützen.

zum Artikel

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TV-Tipp „Und plötzlich kommt das Jugendamt“ am 06.03.

Posted on März 3, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , , , |

In der Reihe „Hier und Heute“ zeigt der Sender EinsExtra am Samstag den 06.03.2010 von 22.15 – 22.45 Uhr den Beitrag Und plötzlich kommt das Jugendamt“.

Als das Jugendamt plötzlich bei ihnen auf der Matte stand, gingen bei Familie Rose alle Warnlampen an. Aus der Nachbarschaft hatte es eine Meldung gegeben, dass bei ihnen etwas nicht stimmt. Und das war auch so.

In ihrer Wohnung herrschte totales Chaos. Die Eltern schafften es nicht mehr aufzuräumen. Überall lagen Wäsche und Essensreste herum. Es roch streng. Kakerlaken breiteten sich aus. Der zweijährige Pascal musste stundenlang auf sich selbst aufpassen, während seine Mutter versuchte, Schlaf zu finden. Denn Frau Rose kam morgens oft übermüdet aus der Nachtschicht als Krankenschwester. Die 13-jährige Tochter Jaqueline traute sich nicht mehr, Freunde mit nach Hause zu bringen, weil es so schlimm bei ihnen aussah.

Aber dann kam das Jugendamt. Mutter und Tochter sind sich einig: Das war ihre Rettung. Sie hätten es alleine nicht geschafft, ihr Leben zu ändern, glauben sie. Und an dieser Veränderung arbeitet die Familie nun hart, seit anderthalb Jahren schon. Auch Vater Rose zieht mit, obwohl er eigentlich dagegen ist, dass das Jugendamt sich bei ihnen einmischt.

Zusammen mit ihrer Familienhelferin haben sie nicht nur ihren Haushalt geordnet. Sie versuchen auch zu einem Familienleben zu finden, das sie vorher so nicht kannten: Zum Beispiel gemeinsame Mahlzeiten.

Reporterin Christiane Haas hat die Roses fast ein Jahr lang besucht und gelernt, wie lange es dauern kann, bis man die Ursachen einer Verwahrlosung an der Wurzel zu fassen bekommt.

Quelle: Sendungsinformation von EinsExtra.de

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FDP: Pflegekinderwesen in Mecklenburg-Vorpommern verbesserungswürdig

Posted on November 27, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Meckl.-Vorpommern, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Ralf Grabow, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion M-V, erklärt zur gestrigen Beratung des FDP-Antrages „Kontinuitätssicherndes Lebens- und Familienumfeld für misshandelte und/ oder vernachlässigte Kinder schaffen“:

„Noch immer leben zu viele Kleinkinder in Heimen. Das Pflegekinderwesen in Mecklenburg-Vorpommern muss daher verbessert werden. Wir brauchen mehr Pflegeeltern, die zudem größere Unterstützung bekommen müssen.

Die Jugendämter sind enger zu vernetzen und sollten nach einheitlichen Standards arbeiten. 2008 lebten 1568 Kinder in einem Heim und nur 1282 Kinder bei Pflegeeltern. Dabei ist eine intakte Pflegefamilie das beste Umfeld für die Entwicklung von Kindern.

Gerade Misshandelte Kinder brauchen schnell ein sicheres und auf Dauer angelegtes Familienumfeld. Die einzelnen Fraktionen und das Sozialministerium haben unser Anliegen grundsätzlich begrüßt.

Umso verwunderlicher ist die Tatsache, dass der FDP-Antrag im Landtag keine Mehrheit gefunden hat. Gerade die Regierungsfraktionen setzen mit ihrer Ablehnung ein falsches Signal.

Offenbar scheuen sie die Auseinandersetzung in den Ausschüssen, obwohl Pflegeeltern, Jugendämtern und Wissenschaftlern unsere Forderungen unterstützen.

Die FDP-Fraktion wird sich auch in Zukunft für die Interessen misshandelter Kinder, deren Pflegeeltern und die Fachkräfte in der staatlichen und freien Jugendhilfe stark machen.“

Quelle: Pressemitteilung 130/2009 der FDP-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern vom 19.11.09

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Grundlage des Antrags war der am 13.10.09 veröffentlichte Zwischenbericht der Projektgruppe „Strukturanalyse Fremdunterbringung“ über die Situation von Pflegekindern in Mecklenburg-Vorpommern.

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Stern TV über vernachlässigte Kinder

Posted on August 25, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , |

Das Magazin Stern TV mit Günther Jauch beschäftigt sich am 26.08.2009 um 22.15 Uhr in verschiedenen Beiträgen mit vernachlässigten Kindern in Deutschland:

  • Teenager außer Kontrolle: Letzte Hoffnung Erziehungscamp
  • Kriminelle Karrieren: Was wurde aus den Kindern von Köthen?
    Zusammen mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen diskutiert Günther Jauch
    über Bürokratie, Versäumnisse und verpasste Chancen.
  • Die Arche in Berlin: Eine Zuflucht für die Kinder
  • Gequälte Kinder in Deutschland: Den eigenen Eltern entkommen

nähere Informationen zur Sendung

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Auch 2008 weiterhin Anstieg bei der Zahl der Inobhutnahmen – 2 686 junge Menschen in Baden-Württemberg betroffen

Posted on Juli 16, 2009. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Politik | Schlagwörter: , , , , , |

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2008 in Baden-Württemberg 2 686 Kinder und Jugendliche von den Jugendämtern in Obhut genommen. Das bedeutet gegenüber 2007 eine erneute Zunahme um 28,2 Prozent (+591 Kinder und Jugendliche). Damit erreicht die Zahl der Inobhutnahmen den höchsten Stand seit Einführung dieser Statistik im Jahr 1995 (Schaubild). Damals wurden noch 1 054 Maßnahmen von den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe gemeldet.

In akuten Krisensituationen nehmen Jugendämter Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu ihrem Schutz – auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer wie z.B. Polizei oder Erzieher – vorübergehend in Obhut und bringen sie vorläufig in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person unter. Neben Unterkunft und Verpflegung stehen sozialpädagogische Beratung und Unterstützung im Vordergrund der Schutzmaßnahme.

Für 1 551 Mädchen und junge Frauen (+25,6 Prozent gegenüber 2007) und 1 135 Jungen und junge Männer (+32 Prozent) war 2008 ein behördliches Eingreifen aufgrund einer akuten Gefährdung nötig. Über die Hälfte der Jugendlichen (1 542) war zwischen 14 und 18 Jahre alt. Drei Viertel (2 037) der jungen Menschen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Ein Viertel (648) war aus der eigenen Familie, Heim oder Pflegefamilie ausgerissen.

Von den insgesamt 2 686 betroffenen jungen Menschen wurde ein Viertel (678) auf eigenen Wunsch unter den Schutz des Jugendamts gestellt. Knapp ein Drittel der Maßnahmen (855) war durch soziale Dienste oder das Jugendamt, ein Fünftel (565) durch die Polizei veranlasst. 53,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen lebten vor der Inobhutnahme bei den Eltern bzw. bei einem Elternteil mit Partner, und 29,3 Prozent wuchsen bei einem allein erziehenden Elternteil auf.

Die Hauptursache lag bei der Hälfte aller Maßnahmen in einer Überforderung der Eltern oder des Elternteils, und bei einem Fünftel traten Beziehungsprobleme auf. Anzeichen von Misshandlung lagen bei 12 Prozent und Vernachlässigung bei 10 Prozent aller Fälle vor. Drei Viertel der Kinder und Jugendlichen wurden vorübergehend in einer Einrichtung untergebracht, ein Viertel fand Schutz bei einer geeigneten Person.

In Zusammenarbeit mit den Betroffenen und gegebenenfalls auch mit ihren Angehörigen werden Zukunftsperspektiven entwickelt, zu denen auch eine anschließende Hilfeleistung in Form eines weiteren Aufenthalts in einer Einrichtung oder ambulante erzieherische Hilfen gehören können. Nur 8,3 Prozent der jungen Menschen erhielten im Anschluss keine Hilfe mehr.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 14.07.09

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Artikel „Verwahrloste Kinder: Warum die Jugendämter so hart durchgreifen“

Posted on Juli 6, 2009. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , , , |

Warum nehmen Jugendämter immer häufiger Kinder in ihre Obhut? Die Familienministerin warnt die Behörden vor Leichtfertigkeit. Doch die Mitarbeiter stehen oft vor dem Dilemma, dass sie nie zu spät, aber auch nicht zu früh handeln dürfen. Zudem stehen sie bei der dauerhaften Betreuung von Kindern vor großen Problemen.

Als im Oktober 2006 die Leiche eines zweijährigen Kindes in der Kühltruhe seines drogensüchtigen Vaters in Bremen gefunden wurde, stand das Land unter Schock. Seither steht der Name Kevin nicht nur für das Versagen sozialer Schutzmechanismen, sondern auch für das Versagen staatlicher Stellen. Denn Kevin starb gewissermaßen unter staatlicher Aufsicht – Behörden wussten um den Misshandlungsverdacht und die Rauschgiftsucht und Alkoholexzesse der Mutter und des Ziehvaters. Geholfen hat das Kevin nicht. Die Anklagen gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts laufen, über die Eröffnung der Hauptverhandlung soll bald entschieden werden.

Die nun vorgestellten Zahlen zur sogenannten Inobhutnahme von Kindern werden erst vor dem Hintergrund des Falls Kevin verständlich. Die Jugendämter nehmen demnach immer mehr Kinder und Jugendliche kurzfristig zum Schutz aus ihren Familien. Die Zahl der Inobhutnahmen stieg 2008 um 14,4 Prozent auf 32.300, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2005 war dies eine Steigerung um 26 Prozent.

„Die Behörden sind in einem großen Dilemma“, sagte der ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Tübingen, Gunther Klosinski, WELT ONLINE. „Handeln sie zu spät, werden sie öffentlich an den Pranger gestellt, handeln sie zu früh, schaden sie womöglich dem Wohl des Kindes durch die Herausnahme.“ Klosinski, der auch als Gutachter für Familiengerichte tätig ist, hat den Eindruck, dass Behörden bei fraglichen grenzwertigen Gefährdungen des Kindeswohls schneller mit Herausnahme reagieren als früher.

Familienministerin Ursula von der Leyen wertet die gestiegenen Zahlen denn auch nicht als Erfolg. „Ein Kind aus der Familie zu holen ist ein schwerwiegender Eingriff für die Eltern wie für die Kinder und darf deswegen immer nur am Ende einer Kette von Prozessen stehen“, sagte die Ministerin WELT ONLINE. Sie mahnt die Jugendämter, sich stärker an drei Grundregeln zu orientieren. „Keine einsamen Entscheidungen, sondern immer das Mehraugenprinzip. Immer das Kind anschauen und nicht darauf vertrauen, was die Akte sagt. Hausbesuche, wo solche fachlich geboten sind.“

„Kinder viel zu lange in Inobhutnahme“
Auffallend ist – und auch hier wirft der Fall Kevin seine Schatten – eine starke Zunahme von Inobhutnahmen bei Kindern unter drei Jahren. Gerade diese Fälle machen in der Praxis aber große Probleme. Denn eine Inobhutnahme ist eigentlich als kurzfristige Maßnahme gedacht; die Kinder kommen meist in eine Familie, etwa die eines Sozialarbeiters, oder in ein Heim. Was auf Stunden oder Tage ausgelegt ist, dauert jedoch häufig Wochen oder gar Monate. Der Direktor des Evangelischen Erziehungsverbands, Wilfried Knorr, kritisiert, dass sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit nur auf den Moment des Skandals richtet und die Nachsorge vernachlässigt. „Die Weitervermittlung funktioniert nicht. Die Kinder sind viel zu lange in der Inobhutnahme“, sagt Knorr.

In den 90er-Jahren sind viele Heime geschlossen worden, weil sich der Fokus der Familienpolitik hin zur Betreuung der Kinder in ihren Familien verschob. Angesichts dramatischer Fälle hat die Politik bereits 2005 das Kinder- und Jugendhilfegesetz verschärft, mehr Fälle werden seither angezeigt, doch nun gibt es zu wenige Heime und Betreuungseinrichtungen für die Kinder. Knorr fordert von der Politik deshalb, die Jugendhilfe nicht länger nur als Haushaltsbelastung zu sehen. „Die Familienpolitik muss den Kommunen mehr Mittel an die Hand geben, damit die, nachdem ein Kind aus einer Familie genommen wurde, auch Anschlussmaßnahmen anbieten können.“

Daneben müsse die Betreuung von Kindern in den Problemfamilien intensiviert werden. Von ihnen gibt es immer mehr, auch dafür können die Zahlen des statistischen Bundesamtes stehen. „Immer mehr Eltern versagen und sind überfordert“, bilanziert Gunther Klosinski, was er in der Praxis erlebt. In 42 Prozent der Fälle ist Überforderung der Eltern der Grund für die Jugendämter, Kinder aus den Familien zu nehmen.

Experten halten es für dringend geboten, den Blick stärker den Eltern zuzuwenden und nicht nur die Kinder zu sehen. Doch der Gesetzgeber plant anderes. „Mit dem neuen Kinderschutzgesetz soll den Jugendämtern weiter Beine gemacht werden, was angesichts der aktuellen Zahlen unnötig ist“, sagt Thomas Meysen, Leiter des Deutschen Instituts für Jugend- und Familienhilfe in Heidelberg. Das Familienministerium plant eine Verschärfung der Meldevorschriften; noch mehr Inobhutnahmen könnten die Folge sein, so Meysen. Deshalb brauche man unbedingt mehr Prävention und Anschlussmaßnahmen, die Kindern und Eltern helfen.

Quelle: Artikel von Thomas Vitzthum in Welt online vom 25.06.09

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Rekordanstieg im Saarland: Jugendämter trennen immer mehr Kinder von ihren Eltern

Posted on Juli 5, 2009. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Saarland | Schlagwörter: , |

Die Jugendämter müssen immer häufiger Kinder zu ihrem Schutz von den Eltern trennen. Die Zahl so genannter Inobhutnahmen ist im Saarland zuletzt so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland.

Saarbrücken. Die Zahl der Kinder, die vom Jugendamt in dessen Obhut genommen werden, weil die Eltern mit ihrer Erziehung überfordert sind, ist im Saarland erneut drastisch gestiegen. 2008 wurden im Land 357 Inobhutnahmen von Minderjährigen gezählt, wie das Statistische Amt Saarland auf SZ-Anfrage mitteilte. Im Jahr 2007 hatte es 234 Inobhutnahmen gegeben, ein Jahr davor 160 und im Jahr 2005 144.

Das Saarland weist damit für die vergangenen Jahre die mit Abstand höchsten Steigerungsraten aller Bundesländer auf. Die Fallzahlen an der Saar stiegen gegenüber dem Vorjahr um 52,6 Prozent und im Vergleich zum Jahr 2005 um 147,9 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Inobhutnahmen im Jahr 2008 um 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 25,7 Prozent gegenüber 2005.

Eine Inobhutnahme ist eine Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sie werden meist für Stunden oder Tage, oftmals aber auch länger, auswärts untergebracht – etwa in einem Heim. Laut Statistischem Amt wurden im vorigen Jahr 255 Minderjährige (Vorjahr: 159) wegen Gefährdung des Kindeswohls in Obhut genommen, 90 weitere (Vorjahr: 75) auf eigenen Wunsch. In 117 Fällen (gegenüber 63 in 2007) regte der Soziale Dienst der Jugendämter die Hilfe an, in 50 Fällen die Eltern (gleiche Zahl wie im Vorjahr) und in 55 Fällen die Polizei oder die Ordnungsbehörde (Vorjahr: 35).

Anlass für die Inobhutnahmen waren im Jahr 2008 in 198 Fällen (gegenüber 139 in 2007, 68 in 2006 und 61 in 2005) die Überforderung der Eltern und in 80 Fällen (gegenüber 70 in 2007, 38 in 2006 und 16 in 2005) Beziehungsprobleme der Eltern. Mehr als versechsfacht hat sich seit 2005 die Zahl der Inobhutnahmen wegen Kindesvernachlässigung. Sie stieg von acht in 2005 auf elf in 2006, 33 in 2007 und 52 in 2008. Anzeichen von Kindesmisshandlung waren im vorigen Jahr in 39 Fällen (gegenüber 28 in 2007, 17 in 2006 und zehn in 2005) der Grund für Inobhutnahmen. 54 Jugendliche (gegenüber 40 in 2007, 23 in 2006 und elf in 2005) nahmen die Behörden in ihre Obhut, weil sie sich an einem „jugendgefährdenden Ort“ aufhielten.

Stefan Bohnenberger vom Jugendamt im Regionalverband Saarbrücken führte die erhöhten Zahlen auf eine größere Sensibilität der Öffentlichkeit, aber auch auf eine reale Zunahme von Armut zurück. Er gehe davon aus, dass infolge der ungünstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eine weitere Verschärfung der Lage drohe. Andererseits stünden den verschuldeten Kommunen nur begrenzte Mittel für die Prävention zur Verfügung. „Auch bei Gemeinwesenprojekten, Tafeln und Schulspeisungen könnte man noch mehr tun“, sagte er. Die Problemlage nehme stärker zu als die Mittel und Projekte, die zu ihrer Entschärfung bereitstünden.

Quelle: Artikel von Norbert Freund in Saarbrücker Zeitung vom 25.06.09

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Artikel: Vernachlässigung – Pflegekinder bekommen Geborgenheit auf Zeit

Posted on Juni 24, 2009. Filed under: Berlin, Jugendhilfe, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , , , |

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Fälle von verwahrlosten, misshandelten Kindern wie in Berlin. Sie werden von ihren Eltern allein gelassen und geschlagen. In Pflegefamilien finden die Kinder Zuwendung. Oft zum ersten Mal in ihrem Leben.

Es ist dieser Moment, der Angelika Hildebrandt immer weiter machen lässt. Der Augenblick, in dem plötzlich ein Lächeln über ein ernstes Kindergesicht huscht. Oder sich eine kleine Hand in die eigene schiebt. Erstes zaghaftes Vertrauen. Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis es soweit ist, manchmal Tage. Je nachdem, was das Kind schon erlebt hat. Ob es misshandelt wurde. Oder in einer verwahrlosten Wohnung zurückgelassen. Angelika Hildebrandt ist Pflegemutter, sie bietet Kindern in ihrer Familie ein Zuhause auf Zeit.

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Fälle von verwahrlosten, misshandelten Kindern wie in Berlin. Das liege zum einen an der Großstadt „mit den vielen Problembezirken“, so Hans-Joachim Blume, Leiter des zuständigen Dezernats 12 im Landeskriminalamt. Zum anderen aber auch daran, dass es nur in Berlin ein eigenes Kommissariat für dieses Fälle gibt. Im vergangenen Jahr befreite die Polizei in Berlin 569-mal Kinder aus verdreckten Wohnungen. In weiteren 579 Fällen mussten die Beamten wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen ermitteln.

Angelika Hildebrandt erschüttert jeder einzelne Fall. Denn sie weiß, dass diese Kinder wahrscheinlich nie vergessen werden, was sie erleben mussten. „Verlassen werden ist eine traumatische Erfahrung“, sagt sie. Seit zwei Jahren nimmt sie kurzfristig Kinder auf, die schnell aus ihren Familien müssen. Sie will diesen Kindern helfen, ihnen zumindest für eine kurze Zeit ein bisschen Geborgenheit schenken. Solange, bis das Jugendamt entschieden hat, was aus ihnen werden soll. Ob sie zurück zu ihren Eltern können. Oder ob sie in einer Dauerpflegestelle besser aufgehoben sind.

Der Abschied vom Pflegekind nach ein paar Wochen oder Monaten fällt Angelika Hildebrandt jedes Mal schwer. Trotzdem hat sie sich bewusst für diese Form, die sogenannte Krisenpflege, entschieden. „In meiner Familie war noch Platz für andere Kinder“, sagt sie. „Allerdings nicht auf Dauer, noch einmal so ein kleines Kind großziehen, das passt nicht zu meiner Lebenssituation.“ Angelika Hildebrandt ist 55 Jahre alt, gelernte Kinderkrankenschwester und Erzieherin. Ihre eigenen vier Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Zwei sind bereits erwachsen und aus dem Haus. Die beiden anderen, ein Junge und ein Mädchen, sind Teenager, wohnen bei ihr in Kreuzberg. Auch ihretwegen, und wegen des Geredes, das es in der Schule und der Nachbarschaft geben könnte, will Angelika Hildebrandt ihren richtigen Namen lieber nicht sagen.

Svenja* war eines der ersten Kinder, das Angelika Hildebrandt bei sich aufgenommen hat. „Wir brauchen einen Platz für ein zweijähriges Mädchen“, sagte eine Frau am Telefon damals zu Angelika Hildebrandt, „ganz schnell.“ Polizei und Jugendamt hatten die Kleine gerade aus einer völlig verdreckten Wohnung befreit, das Mädchen war dort ganz allein. Zwei Stunden später stand Svenja dann mit einer Sozialarbeiterin vor der Tür von Angelika Hildebrandt. „Sie trug einen Schlafanzug, war verdreckt, die Haare verfilzt“, erzählt sie, „ihr Gesicht war ernst, erstarrt. Sie ließ alles einfach so über sich ergehen.“ Ganz still saß sie auf dem Sofa, beachtete das Spielzeug nicht, wollte weder Essen noch Trinken.

Nach ein paar Stunden kam Svenja langsam zu sich. Zaghaft lächelte sie ihre große Pflegeschwester an. Angelika Hildebrandt badete das Mädchen, zog ihr neue Sachen an, machte ihr etwas zu essen. „Sie kannte das alles gar nicht“, sagt sie und ihre Stimme klingt noch heute ganz betroffen. „Sie konnte nicht allein aus einem Becher trinken, aß nur mit den Fingern und weinte viel.“
Das sind dann die Momente, die die eigene Familie auf eine Belastungsprobe stellen. „Die macht ja alles kaputt“, sagte Angelika Hildebrandts Sohn entsetzt, als Svenja statt zu spielen, alles zerstörte.

„Es ist nicht einfach mit einem Pflegekind“, sagt Angelika Hildebrandt, „darüber muss sich die ganze Familie von Anfang an klar sein, das müssen wirklich alle wollen.“ Denn da kommt von einem Tag auf den anderen plötzlich ein Kind dazu. Eines, das unter Umständen traumatisiert ist. Das sich ganz und gar nicht so verhält, wie die anderen. Das mit Sachen schmeißt, tobt und schreit. Das klammert und Angst hat. „Das ist sehr anstrengend“, sagt Angelika Hildebrandt, „manchmal ein 24-Stunden-Job“. Sie hält einen Moment inne, dann sagt sie leise: „Aber wenn das Kind dann anfängt zu vertrauen. Wenn es sich entwickelt, Fortschritte macht, das gibt einem sehr viel.“
Svenja lernte spielen und lachen, sprechen und am Tisch essen. Ihre leibliche Mutter meldete sich kein einziges Mal. Sie interessierte sich nicht für ihr Kind. „Sie hatte auch überhaupt keinen Begriff davon, was sie ihm angetan hatte“, sagt Angelika Hildebrandt. Das Amt entschied deshalb in diesem Fall, dass Svenja in einer Dauerpflegestelle besser aufgehoben ist, als bei ihrer Mutter. Nach zwei gemeinsamen Monaten, Monaten, in denen Vertrauen und Zuneigung aufgebaut worden waren, musste Angelika Hildebrandt Abschied nehmen von Svenja. Sie packte die wenigen Sachen des Mädchens zusammen, klebte Fotos in ein Erinnerungsbüchlein, „damit Svenja später weiß, wo sie mal ein paar Monate verbracht hat“ und brachte sie zu ihrer neuen Familie.

Es war ein schwerer Abschied, „aber ich bin froh, dass Svenja ein gutes Umfeld gefunden hat“, sagt Angelika Hildebrandt. „Wenn die Kleine zu ihrer Mutter gekommen wäre, hätte ich mir Sorgen gemacht.“ Oft entscheidet das Jugendamt anders, schickt die Kinder zurück zu ihren Eltern. „Das ist unser erklärtes Ziel“, sagt Heike Dorr-Sallmann, Regionalleiterin im Jugendamt Wedding. „Wir wollen die Eltern dabei unterstützen, dass sie sich selbst um ihre Kinder kümmern können.“ Nur wenn das Kindeswohl gefährdet ist, werden die Kinder dauerhaft in einer anderen Familie untergebracht. „Man muss sich die Situation immer genau ansehen“, sagt Heike Dorr-Sallmann. „In welchem Zustand ist die Wohnung? Wie ist die Bindung von Eltern und Kind? Welchen Eindruck gewinnt man insgesamt?“

Bei dem kleinen Mädchen, das jetzt gerade bei Angelika Hildebrandt lebt, ist der Eindruck gut. Die Mutter war zwar überfordert, konnte sich nicht ausreichend kümmern. „Doch jetzt meldet sie sich oft, will wissen, wie es ihrer Tochter geht“, sagt Angelika Hildebrandt. Ein paar Wochen noch, dann kann das Mädchen vielleicht schon wieder zurück nach Hause. „In diesem Fall wünsche ich mir das auch“, sagt die Pflegmutter, „denn da ist eine Bindung zwischen Mutter und Kind. Mit ein bisschen Unterstützung können die beiden eine glückliche Familie sein.“
* Name geändert

Quelle: Artikel von Nicole Dolif in Berliner Morgerpost vom 21.06.09

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5. Jahrbuch des Pflegekinderwesens erschienen

Posted on Juni 10, 2009. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Das 5. Jahrbuch des Pflegekinderwesens der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes mit dem Titel „Grundbedürfnisse von Kindern – Vernachlässigte und misshandelte Kinder im Blickfeld helfender Instanzen“ ist im Schulz-Kirchner Verlag erschienen.

Erschütternde Berichte über verwahrloste oder von ihren Eltern schwerst misshandelte Kinder sind in Deutschland jede Woche in den Medien zu lesen, zu hören und zu sehen. Oft waren die Familienverhältnisse den Jugendämtern bekannt. Mit jedem neuen „Fall“ wird die Frage aufgeworfen, ob das Jugendamt versagt hat oder sich solche „Fälle“ verhindern lassen. Fakt ist, dass neben eingeschränkten finanziellen Mitteln oft nicht ausreichende fachliche Kenntnisse der Grund für die nicht adäquaten Hilfeangebote oder das zu späte Eingreifen vonseiten der Jugendbehörden sind. Ein weiterer Grund – und dieser ist sowohl im Jugendamtshandeln als auch in Gerichtsentscheidungen zu finden – ist, dass dem Elternrecht Vorrang vor den Rechten der Kinder eingeräumt wird und die Situation des Kindes deshalb nicht oder nicht ausreichend im Blickfeld ist. Seit ihrem Bestehen bemüht sich die Stiftung durch Seminare, jährliche Fachtagungen, Forschungsförderung und durch die Herausgabe von  Tagungsdokumentationen und Jahrbüchern Aus- und Fortbildungsmängel im Arbeitsfeld Jugendhilfe und insbesondere im Pflegekinderwesen auszugleichen. Dies ist auch das Anliegen des Jahrbuches.

Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis

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Sie finden den Artikel unter „Neueste Einträge“.
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KomDat Heft 3/2008 erschienen

Posted on Dezember 19, 2008. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Stellungnahmen, Tagespflege | Schlagwörter: , , , , , , |

Der Informationsdienst der Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) bringt regelmäßig Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe heraus. KomDat wird gefördert durch das BMFSFJ und MGFFI NW.

Inhalt Heft 03/2008:

Die UNICEF hat in diesen Tagen eine Studie über die Kinderbetreuung in OECD-Staaten vorgelegt (www.unicefirc.org). Wieder einmal landet Deutschland im Mittelfeld. Auch wenn die Datengrundlage angesichts der anhaltenden Veränderungen schon etwas überholt erscheint, so stellt die Studie immerhin zentrale Fragen: Wie hoch sind die öffentlichen Investitionen in die Kindertagesbetreuung? Wie steht es mit dem Personaleinsatz in den Kindertageseinrichtungen?

Die Analysen im vorliegenden Heft greifen diese Fragen auf und bilanzieren die jüngsten Entwicklungen.

Ein weiteres Ereignis gibt Anlass zur Bilanzierung. In diesen Tagen hat das BMFSFJ den Referentenentwurf für ein „Bundeskinderschutzgesetz“ vorgelegt. Als Beitrag zur empirischen Fundierung der damit verbundenen Diskussion wurde das aktuelle Datenmaterial zur Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern sowie zu den Aktivitäten der Kinder- und Jugendhilfe in Sachen Kinderschutz zusammengetragen.

Download KomDat Heft 3/2008

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Brandenburg: Neues Online-Portal mit interaktiven Angeboten der Fachstelle Kinderschutz

Posted on Dezember 19, 2008. Filed under: Brandenburg, Fachkräfte, Kinderschutz | Schlagwörter: , |

Die Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg hat ein neues Online-Portal gestartet. Auf den neugestalteten Internetseiten finden Nutzer umfangreiche Informationen und interaktive Angebote rund um das Thema Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Gewalt. Der Webauftritt richtet sich sowohl an Fachkräfte als auch an interessierte Bürger.

weitere Informationen

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Artikel über hohe Anzahl vernachlässigter und misshandelter Kinder in Berlin

Posted on Dezember 17, 2008. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Mit den besonders hohen Zahlen an Kindesvernachlässigungen und –misshandlungen im Bundesland Berlin beschäftigt sich der Artikel „Gruselblicke durch den Türspalt“ von Rainer Funke in Neues Deutschland vom 15.12.08

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Buchtipp: „Kinder – Körper – Kinderschutz. Das Verständnis des Körpererlebens von Kindern für die Arbeit im Kinderschutz“

Posted on Dezember 3, 2008. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Gesundheit, Kinderschutz, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Die Kinderschutz-Zentren sind Herausgeber des Fachbuchs „Kinder – Körper – Kinderschutz. Das Verständnis des Körpererlebens von Kindern für die Arbeit im Kinderschutz“

Beiträge:

  • Nicole Gäbler: Zurück zu den körpernahen Sinnen – Erfahrungsorientierte Körperpsychotherapie mit Kindern
  • Dr. med. Dieter Stösser: Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen – Warum verletzen/zerstören Jugendliche ihren Körper?
  • Prof. Dr. Anke Abraham: Der Körper in der pädagogischen Arbeit
  • Prof. Dr. Roland Schleiffer: Körper und Kommunikation
  • Prof. Heinz Deuser/Karin Kirschmann: Die Arbeit am Tonfeld® – ReGenerierungen im Handlungsprozess
  • Ulrich Sollmann: Körperkontakt und Beziehung in Beratung/Therapie
  • Stefanie Thiede-Moralejo: Wenn die Gewalt seit Generationen um sich schlägt… – Gewaltkreisläufe
  • Steffi Stork/Silke Büttner: Vernachlässigung und Körperarbeit – Auswirkungen im frühkindlichen Bereich

Zur Bestellseite

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BMFSFJ veröffentlicht Daten und Fakten zu Kindesvernachlässigung und -misshandlung

Posted on Dezember 1, 2008. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine Presseinfo über „Daten und Fakten zu Kindesvernachlässigung und -misshandlung“ veröffentlicht:

„Die häufigsten Gründe, warum Kinder durch Erwachsene zu Schaden kommen, sind Vernachlässigung und Misshandlung, wobei quantitativ – insbesondere bei kleinen Kindern – die Vernachlässigung weit überwiegt. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet, weil sie auf die zuverlässige Versorgung durch Erwachsene und auf deren kontinuierliche Fürsorge angewiesen sind. Sie sind aufgrund ihrer Konstitution besonders verletzlich und können Gefahren noch nicht selbst einschätzen oder abwenden.“

In der Kurz-Information werden die Begriffe Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung genauer bestimmt, Formen von Vernachlässigung und Gefährdungsrisiken benannt und eine Übersicht über die statistisch erfassten Fälle geliefert.

zur Presseinfo vom November 2008

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Buch-Tipp: „Kindesmisshandlung und Vernachlässigung“ von Gert Jacobi (Hrsg.)

Posted on November 4, 2008. Filed under: Fachkräfte, Gesundheit, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , , |

Gert Jacobi (Hrsg.)
Kindesmisshandlung und Vernachlässigung

Epidemiologie, Diagnostik und Vorgehen

Verlag Hans Huber Bern
ISBN: 978-3-456-84543-2, 528 Seiten, 79.95 €

Jährlich werden alleine in Deutschland zwischen 150.000 und 180.000 Kinder körperlich misshandelt – ein Alarmsignal für Kinderärzte, Sozialfürsorger und Juristen. Dieses umfassende und – vor allem für Zwecke der körperlichen Begutachtung und der apparativen Diagnostik – ausführlich farbig illustrierte Buch ermöglicht Ärzten und anderen Fachberufen ein differenziertes Urteil, das über die bloße Betroffenheit hinausgeht.

Jährlich werden alleine in Deutschland zwischen 150.000 und 180.000 Kinder körperlich misshandelt. Von denen, die wegen schwerer Verletzungen in Kinderkliniken aufgenommen werden, sterben 12-15 %, und knapp 40 % bleiben auf Dauer geschädigt, vor allem durch Hirnverletzungen und Hirnblutungen.
Dieses Buch konzentriert sich auf die körperliche Misshandlung und Vernachlässigung und wendet sich an KinderärztInnen, aber auch an JuristInnen und SozialarbeiterInnen. Nicht zuletzt dient es zur Aufklärung von Pflege- und Adoptiveltern, die einen großen Bedarf an sachlicher Information über die Art möglicher Verletzungen und deren Folgen haben.

Nach einer kurzen historischen Einleitung werden die Probleme physischer Misshandlungen und schwerer Vernachlässigung von einem Kinder- und Jugendarzt, einem Kinderchirurgen, einer Kinderradiologin, Kinder- und Jugendpsychiatern, aus rechtsmedizinischer und juristischer Sicht dargestellt. Besondere Kapitel gelten dem Schütteltrauma, den schweren und schwersten Hirnverletzungen und abdominellen Traumen, der fortlaufenden chronischen Misshandlung und dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom.

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Berlin: Zahl der vernachlässigten Kinder steigt deutlich

Posted on August 20, 2008. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Gesundheit, Kinderschutz, Netzwerke, Politik | Schlagwörter: |

Welt online berichtet am 18.08.08, dass 2008 in Berlin schon mehr Fälle von Vernachlässigung als im Vorjahreszeitraum gemeldet wurden.

Der Senat will ab 2009 das Modellprojekt der „Familienhebamme“, bei dem Helfer über ein Jahr lang problematische Familien betreuen sollen, in Kreuzberg-Friedrichshain starten.

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Hamburg: Erste Studie zu Misshandlung, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern in Hamburg vorgestellt

Posted on Mai 22, 2008. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Gesundheit, Hamburg, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Ziel der in großen Teilen vom Verein „Hamburg macht Kinder gesund“ geförderten Studie am Kinder-Kompetenzzentrum war es, alle Verdachtsmeldungen im Zeitraum von einem Jahr zu überprüfen und wissenschaftlich auszuwerten. Erkenntnisse aus dieser Studie sollen etwa dabei helfen, mögliche Risikofaktoren auszumachen, um Kinder künftig frühzeitiger und besser vor Gewalt und Misshandlung schützen zu können. Insgesamt wurden von März 2007 bis Februar 2008 172 Kinder im Alter von fünf Monaten bis 14 Jahren mit Verdacht auf körperlichen oder seelischen Missbrauch untersucht; bei mehr bei als der Hälfte bestätigte sich der Verdacht.

Pressemitteilung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf vom 22. Mai 2008

Ergebnisse der Studie zum Download als pdf-Datei (29,7 KB)

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Kinderschutz durch Ärzte

Posted on April 16, 2008. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik | Schlagwörter: , |

Heute tritt eine Änderung der Richtlinien über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres (”Kinderrichtlinien”) des Gemeinsamen Bundesausschusses in Kraft, die von diesem am 21. 2. 2008 beschlossen und gestern, nachdem das Bundesministerium für Gesundheit keine Einwände erhoben hatte, veröffentlicht wurde. Mit ihr wird bestimmt:

“Bei erkennbaren Zeichen einer Kindesvernachlässigung oder -misshandlung hat der untersuchende Arzt die notwendigen Schritte einzuleiten.”

Beschluss, tragende Gründe und die Richtlinien können über diesen Link erreicht werden.

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