Hilfe, die ankommt – Evaluationsbericht zum Gesetz der vertraulichen Geburt vorgestellt

Posted on Juli 16, 2017. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: |

logoDie Hilfe für schwangere Frauen in Notsituationen kommt an. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt hervor, den das Bundeskabinett am 12.07.2017 verabschiedet hat. Der Bericht fußt auf den Ergebnissen der Evaluation, die von einem unabhängigen Institut durchgeführt wurde.

Das Gesetz trat am 1. Mai 2014 mit dem Ziel in Kraft, die Angebote zur Unterstützung von Schwangeren auszubauen. “Durch die gut zugänglichen Angebote erreichen wir viele Frauen, die sonst den Weg in die Beratungsstellen vielleicht nicht gefunden hätten”, betont Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley. “Vor allem das Hilfetelefon ‘Schwangere in Not’ und die Online-Angebote erleichtern vielen den Schritt in die Beratung. Ich freue mich, dass der von uns stark forcierte Ausbau der Hilfen dazu geführt hat, dass das Hilfesystem gut angenommen wird. Und ich freue mich, dass sich 60 Prozent der Frauen, die wir erreicht haben, für eine Lösung im Sinne des Kindes entschieden haben.“

Über 16.000 Gespräche wurden seit Mai 2014 durch qualifizierte Beraterinnen des Hilfetelefons mit schwangeren Frauen in Not und deren Umfeld geführt. “Gemeinsam mit den Frauen loten wir aus, welche Wege es gibt und welche Unterstützung sie brauchen, wenn sie nicht mehr weiter wissen”, erklärt die Leiterin des Hilfetelefons, Petra Söchting. “Und wir ermutigen die Frauen, eine Schwangerschaftsberatungsstelle vor Ort aufzusuchen, damit sie im persönlichen Kontakt einen Ausweg aus der Krise finden.”

Neben dem Hilfeangebot bietet das Gesetz Frauen, die auch nach umfassender Beratung ihre Anonymität nicht aufgeben möchten, mit der vertraulichen Geburt eine rechtssichere Alternative. Vertrauliche Geburt bedeutet: Die Mutter bleibt anonym, ihre Identität wird aber in einem sicher aufbewahrten Herkunftsnachweis festgehalten. So kann das Kind seine Abstammung erfahren, wenn es 16 Jahre alt ist. Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley: “Das ist eine gute Lösung für Mutter und Kind. Beide werden bei der Geburt medizinisch betreut und das Kind kann später erfahren, woher es kommt.”

Dr. Jörn Sommer, Sozialwissenschaftler und Leiter der Evaluationsstudie, ergänzt: “Viele der Schwangeren, die ihre Schwanger- und Mutterschaft geheim halten wollen, nutzten die vertrauliche Geburt als Alternative zur anonymen Form der Kindsabgabe.”

Bundesfrauenministerin Dr. Barley ist zufrieden: “Wir haben das übergeordnete Ziel des Gesetzes erreicht: Viele betroffene Frauen haben sich statt einer anonymen oder vertraulichen Geburt für ein Leben mit dem Kind oder eine Adoptionsfreigabe entschieden. Die Hilfe kommt an.”

Das Hilfetelefon “Schwangere in Not” ist rund um die Uhr unter der Nummer 0800/ 40 40 020 erreichbar. Es ist kostenlos, barrierefrei, vertraulich und sicher und in 18 Sprachen verfügbar. Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt.

Die Evaluation ist auf der Hompage des BMFSFJ veröffentlicht und kann hier http://www.bmfsfj.de/vertrauliche-geburt-evaluation eingesehen werden.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 12.07.2017

 

 

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Berlin: Nutzung von „vertraulicher Geburt“ und Babyklappen

Posted on April 23, 2017. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: , , |

Focus. de berichtet im Artikel „Neun vertrauliche Geburten in Berlin in drei Jahren“, dass die seit Mai 2014 mögliche „vertrauliche Geburt“ in Berlin neunmal vorkam, wohingegen in der Hauptstadt von 2014-2016 in Babyklappen 13 Säuglinge zurückgelassen wurden.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

„Mindeststandards von Babyklappen – Handlungsbedarfe, Herausforderungen und Wege der Umsetzung“ am 18./19.02. in Berlin

Posted on Dezember 13, 2013. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , |

Der Deutsche Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. organisiert für den 18./19.02. in Berlin eine Veranstaltung zum Thema „Mindeststandards von Babyklappen – Handlungsbedarfe, Herausforderungen und Wege der Umsetzung“ (F 2229/14).

Zu dieser Fachveranstaltung sind Fach- und Leitungskräfte der Träger von Babyklappen, Jugendämter, Schwangeren(konflikt)beratungsstellen, Adoptionsvermittlungsstellen und Krankenhäuser, Vertreter/innen der Verbände, Kommunen und Länder sowie interessierte Expert/innen auf dem Gebiet der anonymen Kindesabgabe eingeladen.

Ab Mai 2014 wird es für Schwangere in Notsituationen das Angebot der vertraulichen Geburt geben. Mit der Gesetzesevaluation wird auch der Regelungsbedarf von Angeboten der anonymen Kindesabgabe geprüft. Die Umsetzung bundeseinheitlicher und trägerübergreifender Mindeststandards von Babyklappen trägt bereits jetzt dazu bei, den Schutz von Mutter und Kind so weit, wie es im Rahmen dieses Angebots möglich ist, zu gewährleisten und das staatliche Wächteramt sicherzustellen. Der Deutsche Verein hat im Juni 2013 Empfehlungen verabschiedet, die Anforderungen an solche Mindeststandards formulieren. Mit dieser Fachveranstaltung lädt er die verantwortlichen Akteure der kommunalen Ebene, aber auch Vertreter/innen der Länder dazu ein, sich über dringende Handlungsbedarfe und Wege einer zügigen Umsetzung der Mindeststandards auszutauschen.

Anmeldeschluss ist der 03.01.
Bitte beachten Sie, dass eine getrennte Anmeldung beim Deutschen Verein und der Tagungsstätte erforderlich ist.

nähere Informationen

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

DIJuF gibt Hinweise für rechtliche Mindestanforderungen für den Betrieb einer Babyklappe

Posted on August 7, 2013. Filed under: Adoptivfamilie, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht  e.V. (DIJuF) informiert, dass das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt verabschiedet ist und am 1. Mai 2014 in Kraft tritt .

Weil darin keine Aussagen zu Babyklappen enthalten sind, erarbeitete das DIJuF auf Initiative des BMFSFJ zum 31.07.2013 ergänzend Hinweise zu den rechtlichen Mindestanforderungen für den Betrieb einer Babyklappe.

Quelle: DiJuF e.V.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Gesetz zur vertraulichen Geburt findet breite Zustimmung durch die Länder

Posted on Juli 5, 2013. Filed under: Kinderschutz, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: , , |

Nachdem der Bundesrat am 05.07.2013 dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt zugestimmt hat, ist nun der Weg frei für die Umsetzung durch Bund und Länder. Ziel des Gesetzes ist es, heimliche Geburten außerhalb von medizinischen Einrichtungen so unnötig wie nur möglich zu machen und Fälle zu verhindern, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden.

„Das Gesetz zur vertraulichen Geburt ist ein Meilenstein bei der Unterstützung für Schwangere in Not“, sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. „Müttern die Möglichkeit zur vertraulichen Geburt unter bestmöglichen medizinischen und rechtlichen Umständen für ihr Kind und sich selbst zu geben, war mir wirklich ein Herzensanliegen. Ich bin deshalb sehr froh, dass auch die Länder ihre breite Zustimmung zu dem Gesetz deutlich gemacht haben.“

Das Gesetz schützt Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen oder verheimlichen und vom regulären Hilfesystem derzeit nicht erreicht werden. Müttern wird für eine genügend lange Dauer die Anonymität ihrer Daten garantiert. Gleichzeitig haben die betroffenen Kinder ab dem 16. Lebensjahr die Chance, ihre eigene Identität festzustellen. Zudem wird das Beratungs- und Hilfesystem für Schwangere weiter ausgebaut.
Die vertrauliche Geburt soll Angebote anonymer Geburt künftig ersetzen und eine echte Alternative zu Babyklappen sein. Babyklappen sind wissenschaftlich höchst umstritten und bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Mit der vertraulichen Geburt schafft die Bundesregierung erstmals ein legales und rechtssicheres Angebot für alle Betroffenen.

Zum 1. Mai 2014 treten die Neuregelungen in Kraft. Damit bleibt genügend Zeit, die erforderlichen Vorkehrungen für die Umsetzung zu treffen. Dazu gehören unter anderem die Qualifizierung von Beratungsfachkräften, die elektronische Umstellung beim Geburtenregister und die Einrichtung eines bundeszentralen Notrufs.

Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 05.07.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Grünes Licht für vertrauliche Geburt

Posted on Juni 5, 2013. Filed under: Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Berlin: (hib/AW) Der Familienausschuss hat den Weg frei gemacht für die so genannte vertrauliche Geburt. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen verabschiedete der Ausschuss den entsprechenden Gesetzentwurf (17/12814, 17/13062) in einer noch einmal geänderten Fassung. Der Gesetzentwurf war identisch von der CDU/CSU- und der FDP-Fraktion in den Bundestag und von der Bundesregierung über den Bundesrat eingebracht worden. Die Oppositionsfraktionen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen begrüßten zwar prinzipiell die gesetzliche Regelung für eine vertrauliche Geburt, enthielten sich aber der Stimme. Sie kritisierten, dass der Gesetzentwurf keine konkreten Regelungen und Auflagen zu den sogenannten Babyklappen beinhaltet, die vorerst weiterhin geduldet werden sollen.

Das Gesetz soll es Frauen ermöglichen, ihre Kinder in Notlagen vertraulich zur Welt zu bringen. Zudem sieht es den Ausbau von umfassenden und ergebnisoffenen Beratungen für schwangere Frauen vor, um ihnen doch die Chancen für ein Leben mit ihrem Kind zu ermöglichen. Erst nach diesen Beratungen soll den Frauen die vertrauliche Geburt angeboten werden. Die Kosten für die Geburt sowie der Vor- und Nachsorge soll der Bund entsprechend der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse übernehmen.

Ziel des Gesetzes ist es, die Zahl der nach der Geburt ausgesetzten oder getöteten Kinder zu verringern. In Deutschland werden nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts jährlich etwa 20 bis 35 Kinder nach der Geburt ausgesetzt oder getötet. Eine offizielle Statistik existiere nicht, es müsse von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen werden. Die vertrauliche Geburt soll zudem eine Alternative zu den Babyklappen bieten. Zwischen 1999 und 2010 seien nahezu 1.000 Kinder anonym geboren, in eine Babyklappe gelegt oder anderweitig anonym übergeben worden.

Konkret sieht der Gesetzentwurf vor, dass die schwangere Frau ihr Kind unter Angabe eines Pseudonyms entbinden kann. Ihre richtigen Personaldaten sollen zwar vertraulich aufgenommen, aber bis zum 16. Lebensjahres versiegelt aufbewahrt werden. Das Kind soll in aller Regel zur Adoption freigegeben werden. Bei Vollendung des 16. Lebensjahres soll das Kind dann erfahren dürfen, wer seine leibliche Mutter ist, wenn diese dagegen keinen Einspruch einlegt. In diesem Fall soll ein Familiengericht entscheiden, ob die Identität der Mutter weiterhin vertraulich bleiben soll, weil Gefahren für Leib, Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Belange der Mutter befürchtet werden müssen.

Quelle: Heute im Bundestag vom 05.06.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Vertrauliche Geburt: Juristinnenbund fordert gesetzliche Regelung noch vor der Wahl

Posted on Mai 26, 2013. Filed under: Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Eine gesetzlich geregelte Möglichkeit einer vertraulichen Geburt ist notwendig. Das hat Dr. Gudrun Lies-Benachib für den Deutschen Juristinnenbund e.V. (djb) anlässlich der Anhörung der Sachverständigen im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Bundestages am 13. Mai 2013 zum Entwurf des Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt betont. Damit teilt der djb die Einschätzung des Ethikrats. Denn sowohl die Babyklappen wie auch die anonymen Geburten bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone.

Die Einrichtung von Babyklappen hat die Zahl der Kindesaussetzungen und -tötungen leider nicht verringert. Auch die Folgen für ein in einer Babyklappe abgelegtes oder anonym geborenes Kind wiegen oft schwer, da es häufig seine Abstammung nie wird klären können. Außerdem bieten Babyklappen keine Gewähr dafür, dass das Kind tatsächlich mit Willen und Kenntnis der Mutter dort abgelegt worden ist.

Die – gesetzlich geregelte – vertrauliche Geburt schafft dagegen ein legales niedrigschwelliges Angebot für Frauen in Notlagen. Sie können sich – so der Entwurf – z.B. nach einer unerwünschten oder verdrängten Schwangerschaft an eine geburtshilfliche Einrichtung wenden und dort ohne Offenlegung ihrer Identität entbinden. Die Identität der Frau ist nur der beratenden Person bekannt, die deren Personalien in einen versiegelten Umschlag nimmt und dem Bundesamt für Familie übergibt. Das Kind kann im Alter von 16 Jahren Einsicht in diese Unterlagen nehmen.
Soweit die Kindesmutter dem widersprechen kann, hat der djb im laufenden Gesetzgebungsverfahren darauf gedrungen und auch erreicht, dass der Widerspruch der Mutter familiengerichtlich überprüft werden kann. Das Familiengericht hat das Interesse der Mutter an Vertraulichkeit und das des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung gegeneinander abzuwägen.

Die gesetzlichen Maßnahmen sollen wissenschaftlich begleitet und überprüft werden, was der djb grundsätzlich begrüßt. Nicht hinnehmbar ist allerdings die Verzögerung im Gesetzgebungsverfahren. Ramona Pisal, Präsidentin des djb: „Der rechtsfreie Zustand der anonymen Kindesabgabe durch Babyklappen muss zügig beendet werden. Die gesetzlich geregelte vertrauliche Geburt sollte anonyme Geburten und Babyklappen bald überflüssig machen.“

Quelle: Pressemitteilung des Deutscher Juristinnenbund e.V. vom 23.05.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Möglichkeit zur vertraulichen Geburt einhellig begrüßt

Posted on Mai 13, 2013. Filed under: Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Berlin: (hib/PST) Jahr für Jahr werden in Deutschland zwischen 20 und 40 Kinder ausgesetzt oder direkt nach der Geburt getötet. Dazu kommt wahrscheinlich eine erhebliche Dunkelziffer. Die Einrichtung von Babyklappen ab 1999 sollte helfen, diese Zahl zu senken. Doch eine Studie des Deutschen Jugendinstituts hat ergeben, dass dieses Ziel verfehlt wurde. Zudem gab es stets Bedenken gegen Babyklappen, weil die meisten dort anonym abgegebenen Kindern nie erfahren, wer ihre Eltern sind. Der Deutsche Ethikrat hat deshalb 2009 empfohlen, eine Möglichkeit der vertraulichen Geburt gesetzlich zu regeln. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (17/13062), der diese Empfehlung umsetzt, war nun Gegenstand einer Anhörung von Sachverständigen im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Eine Schwangere hat nach diesem Gesetzentwurf die Möglichkeit, ein Kind im Krankenhaus oder mithilfe einer Hebamme zur Welt zu bringen und in Obhut zugeben, ohne dass ihre Identität unmittelbar bekannt wird. Vielmehr werden die Angaben zu ihrer Person in einem verschlossenen Umschlag verwahrt, bis das Kind 16 Jahre alt ist. Auch nach geltendem Adoptionsrecht hat ein Kind erst in diesem Alter einen Anspruch zu erfahren, wer seine leiblichen Eltern sind.

Alle elf geladenen Sachverständigen bezeichneten den Gesetzentwurf auf eine Frage der FDP-Abgeordneten Miriam Gruß hin als deutliche Verbesserung gegenüber der jetzigen Situation. Ein Teil der Experten kritisierte allerdings, dass es neben der vertraulichen Geburt auch weiterhin Babyklappen sowie die Möglichkeit der völlig anonymen Geburt geben soll. Dies würde, wie Dr. Bernd Wacker von „terre des hommes Deutschland“ und der Frauenarzt Dr. Joachim Neuerburg vom St. Anna Hospital in Herne einhellig formulierten, den Gesetzentwurf entwerten. Einigkeit herrschte gleichwohl, dass es zumindest für eine Übergangszeit weiter Babyklappen und die anonyme Geburt geben müsse, bis das neue Angebot bei den Frauen, an die es sich richtet, hinreichend bekannt ist. Es wird nun in den weiteren Ausschussberatungen zu klären sein, ob es hier eine Befristung geben soll oder man die ohnehin im Gesetz vorgesehene Evaluation nach drei Jahren abwarten will. Dr. Heinz Kindler von Deutschen Jugendinstitut, das mit einer Studie eine wichtige Grundlage für den Gesetzentwurf gelegt hatte, bezeichnete es als eine ganz wesentliche Voraussetzung für den Erfolg, dass die Hilfen für Schwangere in Not besser bekannt gemacht werden.

Von Ingrid Fischbach (CDU) nach Verbesserungsvorschlägen gefragt, wünschte sich Birgit Mock vom Katholischen Deutschen Frauenbund eine „Beratung über Wege zum Kind“ für Frauen, die sich zur vertraulichen Geburt melden. Einrichtungen, die eine vertrauliche Geburt anbieten, sollten gesetzlich verpflichtet werden, mit den Schwangeren über Möglichkeiten zu sprechen, ihr Kind doch noch anzunehmen. Der Passauer Jura-Professor Werner Beulke, den Fischbach um eine verfassungsrechtliche Beurteilung des Gesetzentwurfes gebeten hatte, sah die Rechte des Vaters „sehr kurz gehalten“. Aber er „glaube, es geht nicht anders“, da die Frage nach dem Vater viele Schwangere davon abhalten könnte, das Angebot anzunehmen. Beulke nannte den Gesetzentwurf einen „guten Kompromiss“ zwischen den Rechten von Mutter und Kind, der wohl auch vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben würde.

Dr. Gudrun Lies-Benachib vom Deutschen Juristinnenbund wies in der Antwort auf eine Frage der SPD-Abgeordneten Caren Marks darauf hin, dass das Grundgesetz (Art.6 Abs.4) Mütter unter den besonderen Schutz des Staates stelle. Dem werde der Gesetzentwurf gerecht. Lies-Benachib regte aber an, die Regelungen des Gesetzentwurfes über die Nachbetreuung von vertraulich geborenen Kindern auch auf Kinder auszuweiten, die in Babyklappen abgelegt wurden.

Yvonne Ploetz (Die Linke) fragte Katharina Jeschke vom deutschen Hebammenverband nach den Erfahrungen ihrer Berufsgruppe mit der anonymen Hausgeburt. Jeschke begrüßte daraufhin ausdrücklich, dass diese weiter möglich sein soll. Sie sei beispielsweise wichtig für Zwangsprostituierte ohne Aufenthaltserlaubnis. Diese wollten oft ihr Kind behalten, aber auf keinen Fall ihre Identität preisgeben.
Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelte, ob die Regelung im Gesetzentwurf sinnvoll ist, dass sofort nach einer vertraulichen Geburt das Sorgerecht der Mutter ausgesetzt werden soll. Dies nannte der Jurist Werner Beulke einen „Webfehler des Gesetzes“. Es müsse zumindest in den ersten Wochen leicht für die Mutter sein, sich umzuentscheiden und einen Weg zum Kind zu finden.

Quelle: Heute im Bundestag vom 13.05.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Kritik an Gesetz zur Vertraulichen Geburt

Posted on März 15, 2013. Filed under: Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Die Welt kritisiert in ihrem Artikel „Kristina Schröder regelt vertrauliche Geburt“ vom 12.03.2013 den „halbherzigen“ Gesetzes-Entwurf zur Vertraulichen Geburt, den das Kabinett diese Woche verabschiedete (wir berichteten):

„Es ist nicht vorgesehen, dass die vertrauliche Geburt an die Stelle der vollständig anonymen Angebote tritt – Babyklappen und anonyme Geburten in Kliniken – und diese damit beendet werden sollen.“

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Kristina Schröder bringt Gesetz zur vertraulichen Geburt auf den Weg

Posted on März 14, 2013. Filed under: Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Das Bundeskabinett hat am 13.03.2013 einen von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, vorgelegten Gesetzentwurf zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt beschlossen. Ziel einer vertraulichen Geburt ist es, die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten außerhalb von medizinischen Einrichtungen so unnötig wie nur möglich zu machen sowie Fälle zu verhindern, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden.

„Jeder Mensch mit Herz ist froh über jedes Kind, das durch eine Babyklappe gerettet wird. Wir müssen aber dringend schon viel früher verzweifelten Schwangeren ein Angebot machen, das ihnen und dem Kind wirksam und dauerhaft hilft“, erklärt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Wir möchten werdende Mütter, die aus persönlichen Gründen Angst vor den Standards einer regulären, meldepflichtigen Geburt haben, durch das frühzeitige Angebot qualifizierter psychosozialer Beratung Auswege aus ihrer verzweifelten Lage aufzeigen und sie so rechtzeitig während der Schwangerschaft für eine vertrauliche Geburt gewinnen. Unser Ziel ist es, dass sie ihr Kind trotz ihrer Sorgen in einem Krankenhaus zur Welt bringen – also unter bester medizinischer Betreuung statt heimlich und alleine unter höchst riskanten Umständen.“

Momentan bewegen sich sowohl Babyklappen als auch anonyme Geburten in einer rechtlichen Grauzone. Deshalb hat sich die Bundesregierung entschlossen, erstmals ein legales Angebot der vertraulichen Geburt zu schaffen und dadurch aus der bestehenden gesetzlichen Grauzone herauszutreten. Es geht darum, durch eine gesetzliche Regelung, den medizinischen und rechtlichen Schutz von Babys und Müttern zu verbessern und auch anderen Beteiligten Rechtssicherheit zu verschaffen.

Zielgruppe sind Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen oder verheimlichen und vom regulären Hilfesystem derzeit nicht erreicht werden. Das Gesetz soll den Müttern für eine genügend lange Dauer die Anonymität der Daten garantieren, damit die Mütter tatsächlich Zutrauen in die Schutzsphäre der vertraulichen Geburt bekommen. Gleichzeitig hätten die betroffenen Kinder ab dem 16. Lebensjahr die Chance, ihre eigene Identität festzustellen. Zudem soll das Beratungs- und Hilfesystem für Schwangere ausgebaut werden.

„Unser Vorschlag sichert der Mutter lange genug die Anonymität ihrer Daten zu, um ihr Leben auch unter schwierigen Umständen neu zu sortieren. Gleichzeitig hätten die betroffenen Kinder schon ab der Geburt jemanden, der sich zuverlässig um sie kümmert, und ab einem gewissen Alter auch die Chance, ihre eigene Identität festzustellen“, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

Der Gesetzentwurf ist deshalb darauf ausgerichtet, eine echte Alternative zur anonymen Geburt und zu Babyklappen zu schaffen. Die Neuregelungen sollen zum 1. Mai 2014 in Kraft treten, damit die erforderlichen Vorkehrungen für die Umsetzung getroffen werden können. Dazu gehören unter anderem die Qualifizierung von Beratungsfachkräften, die elektronische Umstellung beim Geburtenregister und die Einrichtung eines bundeszentralen Notrufs.

Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 13.03.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( 1 so far )

Deutscher Verein: Möglichkeit der vertraulichen Geburt überfällig

Posted on März 14, 2013. Filed under: Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. begrüßt den Kabinettsbeschluss zum Angebot der vertraulichen Geburt für Schwangere in Notsituationen.

Berlin. Der Deutsche Verein hat sich bereits 2003 für eine gesetzliche Regelung der vertraulichen Geburt ausgesprochen und dafür plädiert dieses Angebot statt der Babyklappen weiter auf- und auszubauen. „Der Deutsche Verein begrüßt daher die Gesetzesinitiative der Bundesregierung ausdrücklich“, so Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. „Dass die Regelung der vertraulichen Geburt im Rahmen eines Ausbaus der niederschwelligen und verlässlichen Hilfen für Schwangere erfolgen soll, ist genau der richtige Ansatz. Auch die Rechte des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft sind mit dem Gesetzentwurf berücksichtigt worden.“ Dieser wurde am 13. März 2013 im Kabinett beschlossen.

In Deutschland haben Schwangere und Mütter in Notsituationen die Möglichkeit, ihr Kind anonym abzugeben. Mit dem erklärten Ziel, die Tötung oder Aussetzung Neugeborener zu verhindern, wurden seit 1999 verschiedene Angebote geschaffen. Frauen können die anonyme Geburt, die anonyme Arm-zu-Arm-Übergabe oder Babyklappen nutzen, um ihre Kind unerkannt abzugeben. Diese Angebote werden seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert. Während sie das Recht der Mutter auf Anonymität wahren, lassen sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und die Rechte des Vaters außeracht. Die Zahl der Aussetzungen und Kindstötungen ist seit 1999 nicht nachweislich gesunken. Zugleich leiden die betroffenen Kinder erheblich unter dem Wissen, anonym abgegeben worden zu sein und ihre leiblichen Eltern nicht zu kennen. Der Deutsche Verein entwickelt zum Angebot von Babyklappen derzeit Mindeststandards, die im Sommer vorgelegt werden sollen.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der sozialen Arbeit und der Sozialpolitik. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation.

Quelle: Deutscher Verein vom 14.03.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Gemeinsame Stellungnahme zum neuen Referentenentwurf vertrauliche Geburt

Posted on Februar 22, 2013. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, PFAD Verband, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , , |

Die im PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien und der Agenda Pflegefamilien zusammengeschlossenen Verbände sowie der hessische und baden-württembergische Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien äußern sich gemeinsam zum Referentenentwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt vom Januar 2013.

Im November 2012 wurde eine Vielzahl von Verbänden zur Stellungnahme zum Referentenentwurf (Stand 30.10.2012) eines Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere – Regelung der vertraulichen Geburt aufgefordert. Viele Verbände, die sich für das Kindeswohl engagieren, haben in ihren Stellungnahmen deutlich gemacht, dass das Grundrecht von Kindern nach Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes – das Recht auf Kenntnis der biologischen Abstammung – ein hohes Gut ist und ausreichend im Gesetzesentwurf Berücksichtigung finden muss.

Im neuen Referentenentwurf vom Januar 2013 wird dem in vertraulicher Geburt entbundenen Kind das Recht zugestanden, dass in einem familiengerichtlichen Verfahren nach Ablauf der „Schutzzeit“ von 16 Jahren ein weitergehendes Schutzbedürfnis der Mutter mit seinem Recht auf Kenntnis der Abstammung abgewogen wird. Dieses Schutzbedürfnis der Mutter kann nach weiteren drei Jahren erneut familiengerichtlich überprüft werden. Diese Ergänzung begrüßen wir ausdrücklich.

Kritisch erscheint aus unserer Sicht, dass in dem neuen Entwurf keine eindeutige gesetzliche Regelung für die Trennung von beratenden Einrichtungen und Adoptionsvermittlungsstellen vorgesehen ist. Die Gefahr möglicher Interessenkollisionen, die bereits in den Ergebnissen der DJI-Studie „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland“ (2011) deutlich wurde, bleibt weiterhin bestehen.

Der Gesetzgeber, dem durch das Grundgesetz ein staatliches Wächteramt aufgetragen ist, hat auch für Kinder in vertraulicher Geburt dieses Wächteramt auszuüben und dies durch Anordnung einer Amtsvormundschaft in allen Fällen anonym geborener Kinder (auch denen aus Babyklappen) zu gewährleisten. Diese Kinder haben ein Recht darauf, vor unredlichen Praktiken geschützt zu werden, die vorrangig der Befriedigung von Adoptionswünschen Erwachsener dienen. In dem Prozess der Adoptionsvermittlung in vertraulicher Geburt entbundener Kinder sind Beratungsstellen für Schwangere, Adoptionsvermittlungsstellen sowie Vormundschaftsträger (vgl. §1674a Satz 1 BGB) beteiligt. Aufgabe des Gesetzgebers ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Adoptionsvermittlungen nicht „unter der Hand“ oder in einer Sphäre von Halblegalität stattfinden können.

Babyklappen verhindern das Grundrecht auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Zur Perspektive dieser weiterhin sehr kontrovers beurteilten und mit für Kinder und Mütter mit erheblichen Belastungen verbundenen Einrichtungen, äußert sich der Entwurf nicht. Orientiert man sich an der aktuellen Rechtsprechung, wie zum Beispiel am jüngst veröffentlichten Urteil des OLG Hamm zur Anonymität von Samenspendern, ist der aktuelle Gesetzentwurf bereits rechtlich fragwürdig.

Für notwendig erachten wir die Festlegung von Mindeststandards des weiteren Verfahrens bei der Aufnahme von Kindern über Babyklappen und auch hier die sofortige Beiordnung eines Amtsvormundes.

Bei dem drei Jahre nach Einführung der Gesetzesregelung zur Vertraulichen Geburt geplanten Evaluationsverfahren, muss das Angebot der Babyklappen eingeschlossen werden und in diesem Zusammenhang ebenfalls einer erneuten kritischen Überprüfung seiner Notwendigkeit unterzogen werden.

22.02.2013

PFAD Bundesverband der Pflege und Adoptivfamilien
Agenda Pflegefamilien
Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien PFAD für Kinder Hessen
Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien PFAD für Kinder Baden-Württemberg

Gemeinsame Stellungnahme zum neuen Referentenentwurf Vertrauliche Geburt (pdf)

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

terre des hommes fordert Schließung der Babyklappen

Posted on Februar 18, 2013. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes appelliert an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, bei der geplanten gesetzlichen Regelung zur vertraulichen Geburt das aktuelle Urteil des Oberlandesgerichts Hamm gegen die Anonymität von Samenspenden zu berücksichtigen. Die Richter betonten in ihrem Urteil, dass das Recht auf Kenntnis der Abstammung höher zu bewerten sei als das Interesse des Samenspenders an der Geheimhaltung seiner Identität. »Die Feststellung des Gerichtes, dass das Wissen um die eigene Abstammung ein zentrales Recht ist, muss auch bei der Gesetzgebung zur vertraulichen Geburt im Mittelpunkt stehen«, sagte Barbara Küppers, Kinderrechtsexpertin von terre des hommes. »Das Urteil zu Samenspenden bestätigt unsere Auffassung, dass die Praxis der Babyklappen beendet werden muss, weil sie gegen das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung verstoßen«.

Ende Februar wird der Deutsche Bundestag über einen Gesetzentwurf zur Legalisierung der vertraulichen Geburt beraten. Der Gesetzentwurf lässt allerdings offen, ob Babyklappen weiterhin in Deutschland geduldet werden. terre des hommes kritisiert diese Lücke im Entwurf. »Für Babyklappen gibt es in Deutschland bis heute keine gesetzlichen Grundlagen«, sagte Barbara Küppers. Vor diesem Hintergrund wäre der geplante Gesetzentwurf eine Chance, mit der rechtswidrigen Praxis der Babyklappen endlich Schluss zu machen.

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits im Jahre 1988 klargestellt, dass jeder Mensch ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung hat. Auch der Deutsche Ethikrat hat diese Auffassung bestätigt und sieht dieses Recht durch Einrichtungen wie Babyklappen systematisch verletzt.

terre des hommes legt seit 1999 alljährlich eine Statistik über die Tötung von Neugeborenen in Deutschland vor. Demnach ist die Zahl der Kindestötungen in Deutschland trotz des Angebotes von Babyklappen seit Jahren nicht rückläufig.

Quelle: Pressemitteilung von terre des hommes vom 07.02.2013

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Artikel „Schröder-Rückzieher bei Gesetz gegen Babyklappen“

Posted on Februar 6, 2013. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

Die Welt berichtet im Artikel „Schröder-Rückzieher bei Gesetz gegen Babyklappen“ vom 04.02.2013, dass der Gesetzentwurf zur vertraulichen Geburt, mit dem Familienministerin Kristina Schröder die Praxis der anonymen Kindesabgabe ersetzen wollte, abgeändert wurde:

„In dem Text, der der „Welt“ vorliegt, werden die Änderungen beschrieben, die bei der Abstimmung des Gesetzes zur vertraulichen Geburt mit anderen Ressorts sowie Ländern und Verbänden vorgenommen wurden. Demnach wurde dort alles gestrichen, was Babyklappen infrage stellt.“

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

BARGEA zum Entwurf des Gesetzes zur „Vertraulichen Geburt“

Posted on Dezember 3, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

https://i2.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifhttps://i1.wp.com/www.bundesarbeitsgemeinschaft-adoptierte.de/images/puzzle/titelbild.jpgDie Bundesarbeitsgemeinschaft Adoptierter (BARGEA) nimmt Stellung zum Entwurf des Gesetzes zur vertraulichen Geburt und betont dabei das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung. Babyklappen und anonyme Geburt sind aus Sicht der BARGEA nicht verfassungskonform und mit dem Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung unvereinbar.

zum Wortlaut der BARGEA Stellungnahme vom 30.11.2012

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

PFAD begrüßt geplante Regelungen zur „Vertraulichen Geburt“

Posted on Dezember 3, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

https://i2.wp.com/www.pfad-bv.de/dokumente/Logo.gifStellungnahme des PFAD Bundesverbandes zum Referentenentwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere – Regelung der vertraulichen Geburt:

Der PFAD Bundesverband begrüßt die Intention des Gesetzesentwurfes, sowohl schwangere Frauen in problembelasteten Lebenssituationen zu unterstützen und Kindstötung und Aussetzung zu verhindern wie gleichzeitig Kindern ihr Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung zu ermöglichen.

Die Festlegung, dass insbesondere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, wie z.B. Mutter-Kind-Einrichtungen, Adoptionsvermittlungsstellen als Beratungsstellen der vertraulichen Geburt ausscheiden, um von vornherein eine Interessenkollision auszuschließen, wird vom Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien ausdrücklich für notwendig erachtet. Gleichzeitig sollte zusätzlich sichergestellt werden, dass von freien Trägern, die sowohl Jugendhilfeangebote und Adoptionsvermittlungsstellen vorhalten wie auch Schwangerschaftskonfliktberatung anbieten, nicht innerhalb des Trägers vermittelt werden kann.

Eine weitere, für das Kind noch zu wenig konkrete Formulierung betrifft den Zeitraum, in dem für das Kind der Lebensort offen gehalten wird. Zwar verweist der Gesetzesentwurf auf den Adoptionsbeschluss, die Adoptionspflege, die diesem vorangeht, sollte eine noch zu bestimmende Maximaldauer nicht überschreiten. Der Lebensort eines „Findelkindes“ (Kind aus der vertraulichen Geburt) sollte nach einer angemessenen Zeit ebenso ein schützenswerter Ort sein.

Die Rechte der biologischen aber nicht rechtlichen Väter stehen strukturell immer im Widerspruch zu den Bedürfnissen der die vertrauliche Geburt nutzenden Frauen.

Der PFAD Bundesverband hofft, dass im Rahmen der Evaluation dieses Gesetzes feststellbar wird, ob „Babyklappen“ wirklich gebraucht werden, oder mit diesem Angebot diese der Vergangenheit angehören.

Vorstand des PFAD Bundesverbandes

Stellungnahme des PFAD Bundesverbandes zum Referentenentwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere – Regelung der vertraulichen Geburt (pdf)

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

25 Jahre Lobby für Pflege- und Adoptivkinder und ihre Eltern in Bayern

Posted on Oktober 2, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Bayern, Bewerber, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Veranstaltungen | Schlagwörter: , , , , |

Foto (Schulz): Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU) im Gespräch mit Peter Able (PFAD-Landesvorsitzender), Dagmar Trautner (PFAD-Bundesvorsitzende) und RA Andreas Woidich (nicht im Bild).

Mehr Anerkennung der Gesellschaft für ihr großes Engagement für benachteiligte Kinder wünschte Dr. Beate Merk den aus ganz Bayern angereisten Pflege- und Adoptivfamilien, die am Samstag in Augsburg das 25-jährige Bestehen des PFAD FÜR KINDER Landesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V. feierten. Im Augustanasaal des Annahofes würdigte Dr. Merk den hohen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen. Ihr Einsatz gerade in diesem Bereich gehe weit über das übliche Maß bürgerschaftlichen Engagements hinaus. Sie werden mit ihren nicht immer leichten Herausforderungen nicht allein gelassen, sondern finden in PFAD FÜR KINDER einen kompetenten Ansprechpartner. Über ihr Grußwort hinaus nahm sich die Justizministerin Zeit für Gespräche, um die Anliegen der Verbandsvertreter und Augsburger Pflege- und Adoptivfamilien aufzunehmen.

PFAD-Landesvorsitzender Peter Able bedankte sich ausdrücklich bei Dr. Merk für diese Offenheit. Er machte deutlich, dass PFAD bei der in den nächsten Jahren anstehenden Reformierung der Pflegekinderhilfe konstruktiv mitarbeiten und die Interessen der aktuell in Bayern in Vollzeitpflege lebenden rund 7.500 Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien vertreten wird. Able hielt fest, dass der Verband an diesem Tage stolz seine bisherigen Erfolge feiert und sich auch weiterhin als Lobby für Pflege- und Adoptivfamilien stark machen wird. Das Beratungsnetz von PFAD FÜR KINDER soll dichter werden und die Zusammenarbeit zwischen den PFAD FÜR KINDER Ortsgruppen und der Jugendhilfe auf kommunaler Ebene ist noch ausbaufähig. Gerade Augsburg sei ein vorbildliches Beispiel gewachsener, partnerschaftlicher Kooperation zwischen Politik, Jugendamt und PFAD FÜR KINDER.

Anschließend veranschaulichte die Bundesvorsitzende des PFAD-Verbandes Dagmar Trautner die aktuellen Herausforderungen, vor denen Pflege- und Adoptivfamilien heute stehen und wie stark sich PFAD engagiert, damit möglichst viele Kinder, die zeitweise oder auf Dauer nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, ein sicheres, liebevolles und förderndes Zuhause bei engagierten und kompetenten Pflege- und Adoptiveltern finden.

Nach den anerkennenden Grußworten von Stadtrat Theo Gandenheimer und Gertrud Kreutmayr, der Vertreterin des Bezirks Schwaben, sprach auch Dr. Simone Strohmayr im Namen der Kinderkommission des Bayerischen Landtages ihre Anerkennung für die hohe Fachlichkeit und das außerordentliche Engagement des Verbandes für das Wohl benachteiligter Kinder aus und lud den Vorstand zu einem Gespräch in die Kinderkommission ein, um dort direkt seine Anliegen unterbreiten zu können.

Abgerundet wurde der Festakt durch einen vergnüglichen Rückblick der Ehrenvorsitzenden Luise Vogg und des Gründungsmitglieds Johann Munker über die Anfangsjahre und den nicht immer leichten Aufbau des heute größten PFAD-Landesverbandes.

Nach dem offiziellen Teil startete ein buntes Familienfest für Groß und Klein. Die zahlreichen Kinder hatten Spaß bei einem bunten Programm mit Spiel- und Bastelangeboten, Erlebnispädagogik in der St. Anna-Kirche, einem interaktiven Clown und der Aufführung „Der kleine Muck“ des Schwabacher Puppentheaters.

Parallel stellte Eric Breitinger, der diesjährige Träger des Deutschen Jugendhilfepreises und Autor des Buches „Vertraute Fremdheit – Adoptierte erzählen“ den Erwachsenen die Erfahrungen heute erwachsener ehemaliger Pflege- und Adoptivkinder mit ihrem Aufwachsen zwischen zwei Familien vor. Der selbst adoptierte Historiker und Journalist verdeutlichte durch seine Interviews mit Betroffenen, dass „das Verlassen werden und die Preisgabe eines Kindes an ein unbekanntes Schicksal“ durch seine leiblichen Eltern Ursache einer lebenslangen Verletzlichkeit und eines beeinträchtigten Selbstwertgefühles bei Adoptierten ist. Gleichwohl fänden Pflege- und Adoptivkinder bei ihren neuen Eltern oft bessere Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen, frühe Defizite zu bearbeiten. Doch letztendlich, meint Breitinger, können in der frühen Kindheit erlebte existentielle Beeinträchtigungen nicht wirklich bewältigt werden. Die Kinder müssen mit Hilfe ihrer Pflege- und Adoptiveltern lernen, damit zu leben.

Die in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof organisierte Podiumsdiskussion moderierte Dr. Nikolaus Hueck. Er interviewte neben Eric Breitinger die PFAD-Bundesvorsitzende Dagmar Trautner, die ihre langjährige Erfahrung in der Beratung von Pflege- und Adoptivfamilien einbrachte, und Margit Schiefelbein vom Jugendamt Augsburg und regte eine lebhafte Diskussion mit den ca. 80 interessierten TeilnehmerInnen an.

Sozialpädagogin Margit Schiefelbein berichtete, dass sich das Jugendamt Augsburg in vorbildlicher Weise auch nach erfolgter Adoption für Adoptivfamilien einsetzt und sie nicht alleine lässt. Angebote fachlicher Begleitung und Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen werden durchgehend und speziell für die Bedürfnisse von Adoptivkindern und -eltern bereitgestellt und gut angenommen. Daneben werden permanent neue Pflegeelternbewerber gesucht, um den unterzubringenden Kindern die für sie passende Pflegefamilie vermitteln zu können.

Beim Thema „anonyme Kindesabgabe“ – ermöglicht durch ein auch in Augsburg eingerichtetes sog. „Babyfenster“ – waren sich alle Anwesenden einig: Diese Praxis muss ein Auslaufmodell sein, da Kindstötungen dadurch nachweislich nicht verhindert werden, den betroffenen Kindern jedoch jede Möglichkeit genommen wird, ihre Identität zu erkunden. Vielmehr wäre es wichtig, die Hilfsangebote für Schwangere und Mütter in Not- und Konfliktlagen zu verstärken und, bei der anstehenden Reformierung dieses Bereiches, das Recht der abgegebenen Kinder auf die Kenntnis ihrer Abstammung zu berücksichtigen.

Der 1987 in München gegründete PFAD FÜR KINDER Landesverband Bayern setzt sich landesweit und regional in 32 Ortsgruppen und -vereinen und mit zahlreichen ausgebildeten Multiplikatoren und Beiständen für Pflege- und Adoptivfamilien ein. In Seminaren und Fachtagungen und durch die Erstellung von Fachpublikationen bildet er Bewerber, Pflege- und Adoptiveltern, Multiplikatoren und Fachkräfte fort. Der Verband ist Ansprechpartner für Politik, Gesetzgeber, Behörden, Institutionen und alle Personen, die sich für Pflege- und Adoptivkinder einsetzen.

Pressemitteilung des PFAD FÜR KINDER Landesverbandes Bayern e.V. vom 24.09.2012

(Text und Foto: Ulrike Schulz)

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Eckpunktepapier des BMFSFJ zu „Vertraulichen Geburten“

Posted on Juli 5, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Politik, Publikationen | Schlagwörter: , , |

In der „Rheinischen Post“ berichtet Bundesfamilienministerin Kristina Schröder von einem Eckpunktepapier ihres Ministeriums, das die neue „Vertrauliche Geburt“ regeln soll und das Ende der Babyklappen einläutet:

„Wir haben eine ausgewogene Regelung gefunden, die den Wunsch der Mutter nach Anonymität respektiert und dem Recht des Kindes auf eine eigene Identität nachkommt“.

zum Artikel „Ministerin will vertrauliche Geburt ermöglichen“ vom 04.07.2012

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

BARGEA fordert Abschaffung von Babyklappen und anonymer Geburt

Posted on März 22, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Die Delegierten der Bundesarbeitsgemeinschaft Adoptierter (BARGEA) nahmen bei ihrer Jahrestagung am 18.03.2012 in Kassel Stellung zur aktuellen Studie des DJI (wir berichteten) und forderten die Abschaffung von Babyklappen und anonymer Geburt:

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Adoptierter (BARGEA) hat sich seit ihrer Gründung vor zehn Jahren gemeinsam mit Wissenschaftler/innen und Fachleuten mehrfach intensiv mit den Konzepten von Babyklappen und anonymer Geburt auseinandergesetzt.

Babyklappen produzieren mehr Probleme, als sie zu lösen versprechen. Sie wurden 1999 ohne gesetzliche Grundlage in Deutschland eingeführt und sollten, gemeinsam mit dem Angebot von anonymer Geburt, die Zahl der Kindstötungen verringern. Es gelang nicht, dieses Ziel zu erreichen. Die Zahl der Kindestötungen ist seitdem nicht zurückgegangen. Stattdessen hat sich die Zahl der anonymen Kinder drastisch erhöht: Hunderten Kindern wurde das Grundrecht auf Kenntnis der eigenen Abstammung entzogen. Das hat vor gut zwei Jahren der deutsche Ethikrat bestätigt und die aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) unterstreicht es nochmals.

Adoptionsforscher Peter Kühn sagt: „Die Studie des DJI belegt, dass die ursprüngliche Intention, Leben zu retten, gescheitert ist. Frauen in höchster Not, die ihre Kinder töten würden, können auch durch das Angebot der Babyklappen nicht erreicht werden. Die Babyklappen erzeugen stattdessen einen Bedarf, den es ohne sie nicht gäbe. Sie suggerieren eine einfache Lösung komplexer Problemlagen und werden dabei weder den Kindern noch den abgebenden Eltern gerecht.“

Die Studie zeigt außerdem, dass die Betreiber von Babyklappen und Anbieter anonymer Geburt bei rund 20% der Kinder keine Angaben zu deren Verbleib machen können. Was passierte mit diesen Kindern? Die Gefahr von Missbrauch, illegalen Adoptionen und Kinderhandel besteht.

Die BARGEA unterstützt die Schlussfolgerungen des DJI und fordert den Gesetzgeber auf, dafür zu sorgen, dass ein dichtes Netz niedrigschwelliger Hilfen und sozialpädagogischer Konzepte für Schwangere in Not geschaffen wird. Dazu gehören umfassende Information, Erreichbarkeit, Professionalität, Empathie und Vertraulichkeit. So wird ein fachlicher Unterstützungskontext geschaffen und ein menschenwürdiger Umgang mit Eltern und Kind möglich.

Die vertrauliche Geburt, bei der die Anonymität der Mutter gegenüber Institutionen und Familie gewahrt bleibt, jedoch gegenüber dem Kind nach einer gewissen Zeit aufgehoben wird, könnte ein praktikabler Kompromiss sein, wenn im gleichen Zug eine schrittweise Schließung der Babyklappen eingeleitet und ein Ersatz für die vollständig anonymen Geburten geschaffen würde.

Quelle: BARGEA Stellungnahme „Babyklappen und Anonyme Geburt“ vom 18.03.2012

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( 1 so far )

terre des hommes: Gesetzliche Grundlage für Babyklappen überfällig!

Posted on März 10, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: , , |

Osnabrück – Anlässlich der Ergebnisse einer Studie des Deutschen Jugendinstituts, in der bei zahlreichen Betreibern von Babyklappen erhebliche Mängel festgestellt wurden, erneuert das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes seine Forderung, den Betrieb von Babyklappen zu untersagen und den Empfehlungen zu folgen, die der Deutsche Ethikrat in seiner Stellungnahme »Zum Problem der anonymen Kindesabgabe« bereits vor mehr als zwei Jahren vorgelegt hat.

»Wir appellieren an den Gesetzgeber, die Vorschlägen des Deutschen Ethikrates vom November 2009 endlich ernst zu nehmen«, erklärte Dr. Bernd Wacker, Adoptionsexperte von terre des hommes. Das bedeute, Babyklappen sofort zu schließen, die Werbung mit Angeboten zu  Möglichkeiten zur anonymen Geburt zu untersagen und, wie vom Ethikrat vorgeschlagen, ein Gesetz zur »vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung« auf den Weg zu bringen. Demgemäß können Frauen, die ihr Neugeborenes nicht selbst aufziehen wollen oder können, sich für ein Jahr in die Obhut einer staatlich kontrollierten Beratungsstelle begeben, die ihnen in allen Fragen und Nöten beisteht und ihnen hilft, zu einer abgewogenen Klärung ihrer Situation zu  finden. Spätestens nach einem Jahr dann muss sich die Frau entscheiden, ob sie ihr Kind bei sich behalten oder zur Adoption freigeben will. »Erst damit«, so Wacker, »ist den Interessen beider Seiten – der der Mütter an Beratung, Hilfe und Schutz sowie denen des Kindes an der Wahrung des Rechtes auf Kenntnis seiner Abstammung ­ Genüge getan und darüber hinaus den Anforderungen des deutschen wie des internationalen Kinderschutzes Rechnung getragen.«

Weitere Informationen zu Babyklappen und anonymer Geburt

Quelle: terre des hommes vom 04.03.2012

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Politiker rufen nach Abschaffung der Babyklappen

Posted on März 5, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , |

In dem am 04.03.2012 erschienenen Artikel „Politiker rufen nach Abschaffung der Babyklappen“ in Welt-Online, äußern sich Politikerinnen verschiedener Parteien zu den Ergebnissen der im Januar veröffentlichten DJI-Studie „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland – Fallzahlen, Angebote, Kontexte“ (wir berichteten). Gefordert werden strengere Regelungen bzw. die Abschaffung von Babyklappen. Begrüßt werden die vom BMFSFJ geplanten Regelungen zur „vertraulichen Geburt“.

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( None so far )

Ministerin Schröder möchte anonyme Geburten aus der Grauzone holen

Posted on Januar 26, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: , , , |

Am 25.01. informierte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) den Familienausschuss über die Vorhaben ihres Ministerium im Jahr 2012 (Ausschnitt):

…Eine gesetzliche Regelung strebt Schröder nach eigenem Bekunden für sogenannte „vertrauliche Geburten“ an. Dies soll es ermöglichen, dass eine Frau ein Kind im Krankenhaus entbinden kann ohne dass ihre Daten an die Meldeämter weitergeleitet werden und ihre Anonymität gegenüber ihren übrigen Familienangehörigen gewahrt bleibt. Im Gegenzug soll das Kind allerdings nach 12 bis 14 Jahren das Recht haben, die Daten über die Mutter einzusehen und so Informationen über die eigene Herkunft zu erhalten. Der gesamte Komplex müsse „aus der Grauzone raus“ argumentierte Schröder. Babyklappen und anonyme Geburten seien zwar in Notsituationen hilfreich. Allerdings gelte es, auch die Rechte des Kindes zu wahren. Vor allem müsste Sorge getragen werden, dass schwangere Frauen zur Entbindung ins Krankenhaus kommen. Dort sei es auch einfacher, die Frauen umfassend über Hilfsangebote zu informieren, wenn sie das Kind doch nicht zur Adoption frei geben wollen. Änderungen will Schröder auch beim Adoptionsrecht bewirken. Dies müsse besser an die Lebenswirklichkeit angepasst werden…

Quelle: Heute im Bundestag Nr. 043 vom 25.01.2012

Gesamten Beitrag lesen | Make a Comment ( 1 so far )

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...