Kinder aus Suchtfamilien tragen eine Bürde aus Schuld und Scham

Posted on Februar 19, 2011. Filed under: Gesundheit, Hessen, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Kinderschutz, Netzwerke, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: |

Jedes sechste Kind lebt in einer Familie mit einem suchtkranken Elternteil. In Hessen sind schätzungsweise 220.000 Kinder betroffen. Mindestens jedes dritte dieser Kinder und Jugendlichen wird aktuellen Untersuchungen zufolge selbst einmal suchtkrank.

Die betroffenen Kinder benötigen selbst Hilfe, die sie beispielsweise in Suchtberatungsstellen bekommen können. Die Techniker Krankenkasse hat gemeinsam mit der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) drei Fotostorys veröffentlicht, die dabei helfen, Hemmschwellen zu überwinden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Fotostorys entstanden mit Unterstützung und fachlicher Beratung von Drachenherz, einem Arbeitszweig der Suchtberatungsstelle Marburg des Blauen Kreuzes in Deutschland. In den Fotostorys werden Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren altersgerecht angesprochen. Am Beispiel der drei fiktiven Protagonisten Paul, Nils und Marie werden Alltagssituationen dargestellt, denen Kinder suchtkranker Eltern täglich ausgesetzt sind:

  • Sehr früh übernehmen Kinder suchtkranker Erwachsener Verantwortung für ihre Eltern, wenn diese suchtbedingt ausfallen. Meist erledigen die Kinder den Haushalt und versorgen die kleineren Geschwister.
  • Kinder von Suchtkranken schämen sich für ihre Eltern und versuchen zugleich alles, um sie zu schützen. Niemand außerhalb der Familie soll erfahren, dass Vater oder Mutter ein Suchtproblem hat. So können die Kinder oft keine Freunde mit nach Hause bringen und erzählen notfalls Lügengeschichten, um den Schein der Normalität zu wahren.
  • Oftmals kümmern sie sich so sehr um die Bedürfnisse ihres suchtkranken Elternteils, dass sie darüber verlernen, Kind zu sein. In der Regel leiden die Schulleistungen darunter und die Kinder isolieren sich von ihren Freunden.

Die Fotostorys helfen betroffenen Kindern, Hemmschwellen zu überwinden und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Fotostorys werden in folgenden Institutionen ausgelegt:

  • Schulen,
  • Jugendämtern,
  • Gesundheitsämtern,
  • aber auch in Einrichtungen, in denen sich betroffene Kinder bzw. Personen aus deren Umfeld aufhalten wie etwa psychosoziale Dienste.

Quelle: Techniker Krankenkasse – Landesvertretung Hessen

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